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Ein neuer Anfang – Hope stellt sich (wieder) vor 🌱

Hopeless Desire

Aktives Mitglied
Hallo zusammen,

einige hier kennen vielleicht noch meinen alten Beitrag Eine einsame Seele stellt sich vor. Seitdem hat sich einiges geändert – deshalb möchte ich mich erneut vorstellen.

Mein Name war damals „Alexander“, aber das war nur ein Pseudonym, um meine Anonymität zu wahren. Ihr könnt mich gerne Hope nennen – das steht ja auch für Hoffnung, und genau das möchte ich mir bewahren.

Ich bin inzwischen 28 Jahre alt, habe mein Masterstudium der Informatik Anfang 2023 erfolgreich abgeschlossen und arbeite seit rund zweieinhalb Jahren als Softwareentwickler in Vollzeit (40 h pro Woche). Mit meinem Job bin ich zufrieden, auch wenn es keine große Leidenschaft ist – aber er gibt mir Stabilität.

Seit gut einem Jahr bin ich in Einzeltherapie und mache spürbar Fortschritte: ich gehe wieder mehr raus, unternehme Dinge und knüpfe langsam neue Kontakte. Ich treibe auch wieder mehr Sport, was mir hilft und mittlerweile sogar Spaß macht.

In den letzten Jahren hat mich allerdings das Thema Spielsucht stark begleitet. Ich habe an der Börse sechsstellige Gewinne, aber auch ebenso hohe Verluste erlebt. Zum Glück habe ich gerade noch rechtzeitig die Kurve bekommen und bin seit einigen Wochen clean. Allerdings ist der Zustand fragil, denn ich beobachte nach wie vor noch die Kurse, nur nicht mehr so stark und ich widerstehe der Versuchung wieder aktiv zu handeln, doch die Versuchung ist da und sie ist real.

Ein anderes Thema, das mich aktuell sehr beschäftigt, ist meine Cam-Sexsucht – sie hat meine frühere Pornosucht abgelöst und ist momentan mein größtes Problem. Ich werde in einem passenden Unterforum noch ausführlicher darüber schreiben, da es eng mit meiner Einsamkeit und der nie erlebten Nähe in einer Beziehung zusammenhängt.

Denn leider bin ich nach wie vor noch eine ungeküsste Jungfrau und habe noch nie Liebe erfahren. Ich bin schon mein ganzes Leben immer nur Single gewesen.

Es hängt sicherlich auch damit zusammen, dass ich nicht genau weiß, was ich überhaupt möchte. Auf der einen Seite habe ich diese krassen Fetische, bin extrem devot und meine eigene Erniedrigung erregt mich am meisten. Auf der anderen Seite sehne ich mich nach Normalität und nach einer romantischen, von Zärtlichkeit und Fürsorge geprägten Beziehung und nach wahrer, bedingungsloser Liebe so wie man sie aus romantischen Filmen und Büchern kennt.

Dieser innere Widerspruch beschreibt meine Zerrissenheit vielleicht am besten – der Wunsch nach Liebe und das gleichzeitige Ringen mit Aspekten meiner Sexualität, die ich selbst noch verstehen lernen muss.
Daher stammt übrigens auch mein Name hier: „Hopeless Desire“ – er steht sinnbildlich für dieses hoffnungsvolle, aber zugleich hoffnungslose Verlangen nach Nähe, Liebe und innerem Frieden.

Mit meinen Phobien kann ich inzwischen besser umgehen, aber ganz besiegt habe ich sie leider noch nicht. Insgesamt ist mein Weg also durchwachsen – laut meiner Therapeutin mache ich Fortschritte, auch wenn sie mir selbst oft zu klein erscheinen.

Was mir noch zu schaffen macht, ist die Erinnerung an die Zeit an der Börse. Das Gefühl, dort kurzfristig „mächtig“ zu sein, war verführerisch. Ich hatte gehofft, dass Geld ein Ersatz für Liebe und Erfüllung sein könnte – doch es führte nur zu Leere und Sinnlosigkeit.

Heute versuche ich, bewusster zu leben, mir selbst mit mehr Geduld zu begegnen und mich Schritt für Schritt weiterzuentwickeln.

Danke, dass ihr euch die Zeit nehmt, das zu lesen. Ich freue mich auf den Austausch mit euch.

Liebe Grüße
Hope 🌿
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo zusammen,

einige hier kennen vielleicht noch meinen alten Beitrag Eine einsame Seele stellt sich vor. Seitdem hat sich einiges geändert – deshalb möchte ich mich erneut vorstellen.

Mein Name war damals „Alexander“, aber das war nur ein Pseudonym, um meine Anonymität zu wahren. Ihr könnt mich gerne Hope nennen – das steht ja auch für Hoffnung, und genau das möchte ich mir bewahren.

Ich bin inzwischen 28 Jahre alt, habe mein Masterstudium der Informatik Anfang 2023 erfolgreich abgeschlossen und arbeite seit rund zweieinhalb Jahren als Softwareentwickler in Vollzeit (40 h pro Woche). Mit meinem Job bin ich zufrieden, auch wenn es keine große Leidenschaft ist – aber er gibt mir Stabilität.

Seit gut einem Jahr bin ich in Einzeltherapie und mache spürbar Fortschritte: ich gehe wieder mehr raus, unternehme Dinge und knüpfe langsam neue Kontakte. Ich treibe auch wieder mehr Sport, was mir hilft und mittlerweile sogar Spaß macht.

In den letzten Jahren hat mich allerdings das Thema Spielsucht stark begleitet. Ich habe an der Börse sechsstellige Gewinne, aber auch ebenso hohe Verluste erlebt. Zum Glück habe ich gerade noch rechtzeitig die Kurve bekommen und bin seit einigen Wochen clean. Allerdings ist der Zustand fragil, denn ich beobachte nach wie vor noch die Kurse, nur nicht mehr so stark und ich widerstehe der Versuchung wieder aktiv zu handeln, doch die Versuchung ist da und sie ist real.

Ein anderes Thema, das mich aktuell sehr beschäftigt, ist meine Cam-Sexsucht – sie hat meine frühere Pornosucht abgelöst und ist momentan mein größtes Problem. Ich werde in einem passenden Unterforum noch ausführlicher darüber schreiben, da es eng mit meiner Einsamkeit und der nie erlebten Nähe in einer Beziehung zusammenhängt.

Denn leider bin ich nach wie vor noch eine ungeküsste Jungfrau und habe noch nie Liebe erfahren. Ich bin schon mein ganzes Leben immer nur Single gewesen.

Es hängt sicherlich auch damit zusammen, dass ich nicht genau weiß, was ich überhaupt möchte. Auf der einen Seite habe ich diese krassen Fetische, bin extrem devot und meine eigene Erniedrigung erregt mich am meisten. Auf der anderen Seite sehne ich mich nach Normalität und nach einer romantischen, von Zärtlichkeit und Fürsorge geprägten Beziehung und nach wahrer, bedingungsloser Liebe so wie man sie aus romantischen Filmen und Büchern kennt.

Dieser innere Widerspruch beschreibt meine Zerrissenheit vielleicht am besten – der Wunsch nach Liebe und das gleichzeitige Ringen mit Aspekten meiner Sexualität, die ich selbst noch verstehen lernen muss.
Daher stammt übrigens auch mein Name hier: „Hopeless Desire“ – er steht sinnbildlich für dieses hoffnungsvolle, aber zugleich hoffnungslose Verlangen nach Nähe, Liebe und innerem Frieden.

Mit meinen Phobien kann ich inzwischen besser umgehen, aber ganz besiegt habe ich sie leider noch nicht. Insgesamt ist mein Weg also durchwachsen – laut meiner Therapeutin mache ich Fortschritte, auch wenn sie mir selbst oft zu klein erscheinen.

Was mir noch zu schaffen macht, ist die Erinnerung an die Zeit an der Börse. Das Gefühl, dort kurzfristig „mächtig“ zu sein, war verführerisch. Ich hatte gehofft, dass Geld ein Ersatz für Liebe und Erfüllung sein könnte – doch es führte nur zu Leere und Sinnlosigkeit.

Heute versuche ich, bewusster zu leben, mir selbst mit mehr Geduld zu begegnen und mich Schritt für Schritt weiterzuentwickeln.

Danke, dass ihr euch die Zeit nehmt, das zu lesen. Ich freue mich auf den Austausch mit euch.

Liebe Grüße
Hope 🌿

Hast du keine Eltern, Geschwister oder Freunde? Wenn ja dann hast du schon Liebe erfahren nur eben nicht die einer anderen Frau und wohl auch keine sexuelle.

Aber es scheint das sich bei dir einiges zum positiven entwickelt. Alles braucht seine Zeit und die Liebe erst recht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo lieber Hope! Zuerst einmal, willkommen zurück!

Du hast viel bewältigt wieder, alle Achtung!

Süchtig sein ist egal, man muss sich nur welche aussuchen, wo man sich nicht in den Ruin verfrachtet, wo die Gefahr für Leib und Leben gering gehalten wird. Es gibt auch Sucht nach Arbeit, Sport, Putzen ggg...
Mir scheint, wenn man eher mit Humor durchs Leben geht, dann ist man schon mal auf der weniger verbissenen Linie, da hat man es wohl leichter, als wenn man sich alles so zu Herzen nimmt.
Lass doch die Sau raus, geht doch niemanden etwas an, das ist dein Ventil, deine Lust, die braucht doch auch ihre Gaude. Du bist niemanden Rechenschaft schuldig und Schaden fügst du dir keinen zu, wenn du mit Vernunft und Achtsamkeit unterwegs bist.
Schulden haben ist wie wenn man krank ist. Nimm dich in Acht vor diesem Los. Bleib am Boden.
 
Willkommen zurück auch von mir. 🙂

Heute versuche ich, bewusster zu leben, mir selbst mit mehr Geduld zu begegnen und mich Schritt für Schritt weiterzuentwickeln.
Das merkt man auch deutlich an deinem Post, sehr gut!

Es hängt sicherlich auch damit zusammen, dass ich nicht genau weiß, was ich überhaupt möchte. Auf der einen Seite habe ich diese krassen Fetische, bin extrem devot und meine eigene Erniedrigung erregt mich am meisten. Auf der anderen Seite sehne ich mich nach Normalität und nach einer romantischen, von Zärtlichkeit und Fürsorge geprägten Beziehung und nach wahrer, bedingungsloser Liebe so wie man sie aus romantischen Filmen und Büchern kennt.

Dieser innere Widerspruch beschreibt meine Zerrissenheit vielleicht am besten – der Wunsch nach Liebe und das gleichzeitige Ringen mit Aspekten meiner Sexualität, die ich selbst noch verstehen lernen muss.
Daher stammt übrigens auch mein Name hier: „Hopeless Desire“ – er steht sinnbildlich für dieses hoffnungsvolle, aber zugleich hoffnungslose Verlangen nach Nähe, Liebe und innerem Frieden.
Mit diesen Themen habe ich mich auch lange Zeit intensiv beschäftigt. Ich kann mir gut vorstellen, dass viele genau diese Probleme haben, dass die romantischen Gefühle und Bedürfnisse im Widerspruch zu den Sexuellen stehen. Vor allem wenn man bestimmte Bedürfnisse oder Fetische hat, kann es einem schwer fallen, alles unter einen Hut zu bekommen. Möglicherweise sieht man Liebe als rein, schön und unschuldig, das andere nicht. Und dann fühlt man sich schlecht damit oder ist hin- und hergerissen.

Ich habe oft gehört, dass beides nicht verkehrt sei. Dass beide Seiten zu einem gehören und man sie akzeptieren und umarmen sollte.
Nur ist es schwierig, wenn man noch nicht 100 %ig weiß, was man genau möchte.

Vor einigen Jahren bin ich zu der persönlichen Erkenntniss gekommen, dass man das meiste im Leben in zwei Kategroien stecken kann: Spaß und Erfüllung.
Sex, Süchte, die Börsensache... und für mich persönlich auch Dinge wie Medien, die meisten Filme, Videospiele... das gehört für mich alles in diese Spaß-Kategorie, die nur kurzfristige Unterhaltung bieten, aber einen langfristig innerlich leer zurücklassen können.
Dagegen ist alles, was mein Herz langfristig warm werden lässt, die innere Zufriedenheit, die niemals sterben kann, Teil der Erfüllungs-Kategorie. Das können Dinge sein wie wahre Liebe, die Sommersonne auf der Haut, frische Luft und was auch immer einem gut tut.

Wenn man ungesund lebt und nichts hat, was einen langfristig erfüllt, wird man auch von dieser Leere nicht wegkommen. Es gibt dann nur viele dieser kleinen "Spaß"-Momente. So nebenbei ist das auch in Ordnung, so als Dessert zwischendurch, aber als Hauptgericht braucht man Erfüllung. So sehe ich das jedenfalls.

Auf der anderen Seite sehne ich mich nach Normalität und nach einer romantischen, von Zärtlichkeit und Fürsorge geprägten Beziehung und nach wahrer, bedingungsloser Liebe so wie man sie aus romantischen Filmen und Büchern kennt.
Ist sehr idealisiert, nicht wahr? Ohne echte Liebesbeziehungserfahrung neigt man dazu, so gewisse Vorstellungen zu haben, die vielleicht nicht ganz realistisch sind. Oder sehr selten. Ich kann da eh nicht mitreden, weil ich sehr speziell ticke und meine Liebe in anderer Form fand. Aber ich finde deine Gedanken und Gefühle sehr schön, sie sind wahr und sehr wertvoll, Hope. Wie ich das sehe, bist du auf einem richtig guten Weg! Du wirst bestimmt finden, wonach du suchst, es braucht nur etwas Geuld. 😊
 
Hast du keine Eltern, Geschwister oder Freunde? Wenn ja dann hast du schon Liebe erfahren nur eben nicht die einer anderen Frau und wohl auch keine sexuelle.

Aber es scheint das sich bei dir einiges zum positiven entwickelt. Alles braucht seine Zeit und die Liebe erst recht.
Danke für deine einfühlsame Antwort. 🙏
Ich habe tatsächlich Geschwister, aber sie sind alle deutlich älter, verheiratet oder haben selbst Kinder – mit ihnen verbindet mich also wenig im Alltag. Für meine Cousins und Cousinen gilt das Gleiche, der Kontakt ist da sogar noch seltener.

Ich wohne noch bei meinen Eltern, habe eine eigene Etage, aber wir essen oft zusammen oder verbringen Zeit miteinander, wenn ich nicht unterwegs bin. Das Verhältnis war früher sehr schwierig und phasenweise ist es das manchmal immer noch – in meinem alten Beitrag habe ich sogar das Wort Hass benutzt. Heute sehe ich das anders. Ich weiß, dass sie mich lieben und es immer gut meinten, auch wenn sie es schlecht umsetzen konnten und mir in meiner Kindheit nie das Gefühl vermittelt haben, dass sie mich lieben und genau darauf kommt es ja an.

Meine Eltern stammen aus einer anderen Generation. Sie sind in ihren Zwanzigern aus dem ehemaligen Jugoslawien nach Deutschland gekommen, haben den Krieg teilweise miterlebt und sich hier alles selbst aufgebaut. Therapie war in ihrer Welt nie ein Thema. Mein Vater ist ohne Vater in extremer Armut aufgewachsen und hat nie gelernt, über Gefühle zu sprechen. Er trägt sicher eigene Traumata mit sich herum, die er nie verarbeitet hat.

Heute sind beide in Rente, gesundheitlich angeschlagen, sozial eher isoliert und wirken oft depressiv – auch, weil ihnen jetzt ohne ihre geliebte Arbeit der Sinn fehlt und natürlich auch wegen mir, weil sie sich Sorgen um mich machen. Ich finde das alles traurig, aber ich kann es nicht ändern. Ich war Anfang 2023 selbst stationär in einer Klinik, weil meine Phobien so schlimm geworden waren, dass ich kaum noch essen konnte. Da kamen auch Suizidgedanken dazu.

Mittlerweile sehe ich vieles klarer. Ich glaube, sie konnten mir einfach nicht geben, was sie selbst nie erfahren haben – Geborgenheit, emotionale Wärme, echte Nähe und Liebe. Stattdessen ging es immer um Leistung, Disziplin und Stärke. Gefühle galten als Schwäche. Mein Vater reagiert oft wütend oder laut, weil er innerlich so viel verdrängt. Er hat auch überhaupt keine Resilienz.

Trotz allem habe ich aufgehört, ihnen die Schuld zu geben. Am Ende haben sie mir das Leben geschenkt – und ich versuche jetzt, selbst herauszufinden, wie ich damit etwas Gutes mache.
 
Hast du keine Eltern, Geschwister oder Freunde? Wenn ja dann hast du schon Liebe erfahren nur eben nicht die einer anderen Frau und wohl auch keine sexuelle.

Aber es scheint das sich bei dir einiges zum positiven entwickelt. Alles braucht seine Zeit und die Liebe erst recht.
Danke für deine einfühlsame Antwort. 🙏
Ich habe tatsächlich Geschwister, aber sie sind alle deutlich älter, verheiratet oder haben selbst Kinder – mit ihnen verbindet mich also wenig im Alltag. Für meine Cousins und Cousinen gilt das Gleiche, der Kontakt ist da sogar noch seltener.

Ich wohne noch bei meinen Eltern, habe eine eigene Etage, aber wir essen oft zusammen oder verbringen Zeit miteinander, wenn ich nicht unterwegs bin. Das Verhältnis war früher sehr schwierig und phasenweise ist es das manchmal immer noch – in meinem alten Beitrag habe ich sogar das Wort Hass benutzt. Heute sehe ich das anders. Ich weiß, dass sie mich lieben und es immer gut meinten, auch wenn sie es schlecht umsetzen konnten und mir in meiner Kindheit nie das Gefühl vermittelt haben, dass sie mich lieben und genau darauf kommt es ja an.

Meine Eltern stammen aus einer anderen Generation. Sie sind in ihren Zwanzigern aus dem ehemaligen Jugoslawien nach Deutschland gekommen, haben den Krieg teilweise miterlebt und sich hier alles selbst aufgebaut. Therapie war in ihrer Welt nie ein Thema. Mein Vater ist ohne Vater in extremer Armut aufgewachsen und hat nie gelernt, über Gefühle zu sprechen. Er trägt sicher eigene Traumata mit sich herum, die er nie verarbeitet hat.

Heute sind beide in Rente, gesundheitlich angeschlagen, sozial eher isoliert und wirken oft depressiv – auch, weil ihnen jetzt ohne ihre geliebte Arbeit der Sinn fehlt und natürlich auch wegen mir, weil sie sich Sorgen um mich machen. Ich finde das alles traurig, aber ich kann es nicht ändern. Ich war Anfang 2023 selbst stationär in einer Klinik, weil meine Phobien so schlimm geworden waren, dass ich kaum noch essen konnte. Da kamen auch Suizidgedanken dazu.

Mittlerweile sehe ich vieles klarer. Ich glaube, sie konnten mir einfach nicht geben, was sie selbst nie erfahren haben – Geborgenheit, emotionale Wärme, echte Nähe und Liebe. Stattdessen ging es immer um Leistung, Disziplin und Stärke. Gefühle galten als Schwäche. Mein Vater reagiert oft wütend oder laut, weil er innerlich so viel verdrängt. Er hat auch überhaupt keine Resilienz

Trotz allem habe ich aufgehört, ihnen die Schuld zu geben. Am Ende haben sie mir das Leben geschenkt – und ich versuche jetzt, selbst herauszufinden, wie ich damit etwas Gutes mache.
 
Zuletzt bearbeitet:
Willkommen zurück auch von mir. 🙂


Das merkt man auch deutlich an deinem Post, sehr gut!


Mit diesen Themen habe ich mich auch lange Zeit intensiv beschäftigt. Ich kann mir gut vorstellen, dass viele genau diese Probleme haben, dass die romantischen Gefühle und Bedürfnisse im Widerspruch zu den Sexuellen stehen. Vor allem wenn man bestimmte Bedürfnisse oder Fetische hat, kann es einem schwer fallen, alles unter einen Hut zu bekommen. Möglicherweise sieht man Liebe als rein, schön und unschuldig, das andere nicht. Und dann fühlt man sich schlecht damit oder ist hin- und hergerissen.

Ich habe oft gehört, dass beides nicht verkehrt sei. Dass beide Seiten zu einem gehören und man sie akzeptieren und umarmen sollte.
Nur ist es schwierig, wenn man noch nicht 100 %ig weiß, was man genau möchte.

Vor einigen Jahren bin ich zu der persönlichen Erkenntniss gekommen, dass man das meiste im Leben in zwei Kategroien stecken kann: Spaß und Erfüllung.
Sex, Süchte, die Börsensache... und für mich persönlich auch Dinge wie Medien, die meisten Filme, Videospiele... das gehört für mich alles in diese Spaß-Kategorie, die nur kurzfristige Unterhaltung bieten, aber einen langfristig innerlich leer zurücklassen können.
Dagegen ist alles, was mein Herz langfristig warm werden lässt, die innere Zufriedenheit, die niemals sterben kann, Teil der Erfüllungs-Kategorie. Das können Dinge sein wie wahre Liebe, die Sommersonne auf der Haut, frische Luft und was auch immer einem gut tut.

Wenn man ungesund lebt und nichts hat, was einen langfristig erfüllt, wird man auch von dieser Leere nicht wegkommen. Es gibt dann nur viele dieser kleinen "Spaß"-Momente. So nebenbei ist das auch in Ordnung, so als Dessert zwischendurch, aber als Hauptgericht braucht man Erfüllung. So sehe ich das jedenfalls.


Ist sehr idealisiert, nicht wahr? Ohne echte Liebesbeziehungserfahrung neigt man dazu, so gewisse Vorstellungen zu haben, die vielleicht nicht ganz realistisch sind. Oder sehr selten. Ich kann da eh nicht mitreden, weil ich sehr speziell ticke und meine Liebe in anderer Form fand. Aber ich finde deine Gedanken und Gefühle sehr schön, sie sind wahr und sehr wertvoll, Hope. Wie ich das sehe, bist du auf einem richtig guten Weg! Du wirst bestimmt finden, wonach du suchst, es braucht nur etwas Geuld. 😊
Danke für deine ausführliche und einfühlsame Antwort. Ich finde deine Unterscheidung zwischen Spaß und Erfüllung sehr treffend. Das sehe ich ganz ähnlich – vieles, was kurzfristig reizvoll und intensiv ist, hinterlässt auf Dauer nur Leere. Ich habe zeitweise sehr hedonistisch gelebt und mich dabei oft schuldig gefühlt. Nach außen merkt das niemand, aber innerlich trage ich diese Zerrissenheit ständig mit mir herum.

Meine Eltern sind sehr konservativ und religiös, und alles, was von der Norm abweicht – besonders im sexuellen Bereich – gilt für sie als „krank“. Das hat sich tief in mir eingeprägt. Auch wenn ich inzwischen rational weiß, dass Neigungen nichts über den Wert eines Menschen aussagen, bleibt dieses Gefühl der Scham. Ich habe lange versucht, es zu unterdrücken, aber das funktioniert nicht.

Letztes Jahr habe ich eine Frau aus Serbien kennengelernt – und zum ersten Mal dachte ich wirklich, ich hätte meine Seelenverwandte gefunden. Wir haben uns tief verstanden, uns unsere größten Geheimnisse anvertraut und viele Gemeinsamkeiten entdeckt. Doch mit meiner devoten Seite kam sie nicht zurecht, besonders nicht mit dem Wunsch nach Erniedrigung. Ich versuchte, mich anzupassen, doch das Verlangen war stärker, und ich wurde rückfällig. Sie hat mir noch Chancen gegeben, aber schließlich den Kontakt abgebrochen – ausgerechnet an Silvester. Das hat mich sehr getroffen.

Sie hat dieselben Worte benutzt wie meine Eltern – „krank“, „nicht normal“ – und ich glaube, das hängt auch mit der Kultur zusammen, in der sie aufgewachsen ist. Trotzdem hat es wehgetan, denn sie war der erste Mensch, bei dem ich das Gefühl hatte, so angenommen zu werden, wie ich bin.

Und ja, meine Vorstellung von Liebe ist wahrscheinlich idealisiert und vielleicht naiv – aber das ist mir egal. Ich finde, es ist etwas Schönes, sich dieses Ideal zu bewahren. Das Kind in mir, das an bedingungslose Liebe glaubt, will ich nicht verlieren. Wenn ich mich so umsehe, wirken viele Beziehungen eher wie Zweckgemeinschaften. Ich wünsche mir aber etwas Echtes, Tiefes – Liebe, die mehr ist als nur Nähe oder Routine.

In letzter Zeit war ich auf einigen Dates, aber bisher war es immer einseitig: Entweder die Frauen waren sehr lieb und warmherzig, aber lehnten BDSM komplett ab – oder sie waren dominant, aber dafür emotional kalt und egoistisch. Ich wünsche mir beides: Tiefe, Zärtlichkeit und Verständnis, aber auch Intensität und Leidenschaft. Bis jetzt habe ich leider noch keine Frau getroffen, die das vereint.
 
Hallo lieber Hope! Zuerst einmal, willkommen zurück!

Du hast viel bewältigt wieder, alle Achtung!

Süchtig sein ist egal, man muss sich nur welche aussuchen, wo man sich nicht in den Ruin verfrachtet, wo die Gefahr für Leib und Leben gering gehalten wird. Es gibt auch Sucht nach Arbeit, Sport, Putzen ggg...
Mir scheint, wenn man eher mit Humor durchs Leben geht, dann ist man schon mal auf der weniger verbissenen Linie, da hat man es wohl leichter, als wenn man sich alles so zu Herzen nimmt.
Lass doch die Sau raus, geht doch niemanden etwas an, das ist dein Ventil, deine Lust, die braucht doch auch ihre Gaude. Du bist niemanden Rechenschaft schuldig und Schaden fügst du dir keinen zu, wenn du mit Vernunft und Achtsamkeit unterwegs bist.
Schulden haben ist wie wenn man krank ist. Nimm dich in Acht vor diesem Los. Bleib am Boden.
Danke dir für deine freundlichen Worte und den warmen Empfang! 😊
Ja, Humor hilft tatsächlich oft dabei, die Schwere ein bisschen zu relativieren – auch wenn das bei mir manchmal noch schwerfällt. Ich neige dazu, vieles zu ernst zu nehmen und stark zu hinterfragen, aber vielleicht ist genau das einer der Punkte, an denen ich lernen darf, lockerer zu werden.

Was du über Süchte sagst, stimmt schon – am Ende sind sie ja oft nur der Versuch, ein inneres Ungleichgewicht auszugleichen. Leider sind meine bisherigen „Ventile“ eher destruktiv gewesen, aber ich hoffe, mit der Zeit neue, gesündere Wege zu finden, um mit mir selbst und meinen Gefühlen umzugehen.

Das mit den Schulden sehe ich genauso. Ich habe zum Glück noch rechtzeitig die Notbremse gezogen, aber das war definitiv ein Weckruf. Seitdem versuche ich, Bodenhaftung zu behalten – und das Leben Schritt für Schritt bewusster anzugehen.
 

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