Ich habe nicht den ganzen Thread durchgelesen, sondern nur den Anfang.
Mich hat dieses Thema die letzten Monate sehr beschäftigt, weshalb ich auch meinen Senf dazugeben muss/möchte.
Ein Leben ohne Liebe? Jeder kennt doch diesen Standardspruch: Liebe dich selbst, dann...
Jahrelang habe ich gelitten wie ein Schwein. Nach zwei gescheiterten Ehen war ich am Boden, hatte Angst davor, mit "dem Falschen" eine Beziehung einzugehen, also hatte ich maximal Ansätze einer Beziehung. Zusammengelebt habe ich seither noch mit niemandem. Irgendwann kam der Zeitpunkt, wo ich das Gefühl hatte, ich kann nicht weiterleben, wenn mich niemand liebt. Das Leben wäre dann wertlos. Irgendwann habe ich eingesehen, dass ich zuerst mit mir selbst glücklich sein muss, dann kann ich auch mit anderen glücklich werden. Und was ist passiert? Unter all den Leuten die mich angeblich wollten, war nun tatsächlich ein Mann den ich als "gut für mich" erspürt habe. Keine Schmetterlinge im Bauch, sondern einfach nur Harmonie ohne Enttäuschungen, Liebe, aber ohne diese Verrücktheit wo man nichts mehr sieht ausser den eigenen Kick, wie bei einer Liebesdroge.
Nun ist es aber so, dass beide meine engsten Freunde Single sind, und in der Phase "ohne Partner ist mein Leben wertlos".
Jetzt stoße ich auf diesen Thread hier, wo Leute allen ernstes behaupten, dass der einzig wahre Lebensinhalt Schmetterlinge im Bauch sind. Wieviel Lebenserfahrung habt ihr eigentlich? Schon mal gemerkt, dass die Schmetterlinge nur wie ein Drogenkick am Anfang sind? Dass man dauernd neue Partner suchen muss, wenn der Kick das einzige ist, was einen an einer "Beziehung" interessiert?
Nicht, dass es jemanden, der glaubt das Glück der Erde besteht darin, von einem sexuellen Partner geliebt zu werden. Ich glaube, ihr habt keine Ahnung, was Liebe wirklich ist. Ihr redet von verliebt sein und stilisiert das auf zu eurem Lebensinhalt. Da ich so ein Menschenexemplar täglich glückstrahlend bzw heulend vor mir habe, je nachdem, ob grad ein Mann verfügbar ist zum "lieben", ein Mann der ein total Fremder ist wohlgemerkt, kann ich mir gut vorstellen, wie toll euer mit Sinn erfülltes Leben ist.
Da lobe ich mir meine Art zu leben. Ich bin glücklich mit mir selbst, und von sowas wie meinem Partner, mit dem ich extrem langsam eine vollständige Beziehung aufbaue, ist von der Sorte von der die Schmetterlingskinder nur träumen können, weil sie vor lauter Schmetterlingen nicht den Menschen sehen können, mit dem sie es eigentlich zu tun haben.
Das Leben hat den Sinn, den man ihm gibt. Schmetterlinge im Bauch als Lebenssinn? Irgendwie kann ich das nicht ernst nehmen. Oder diese Personen haben ernsthafte psychische Probleme. Keine Angst, das Letzte worum ihr euch Sorgen machen solltet sind die armen, bemitleidenswerten Kreaturen, die tatsächlich mit sich alleine schon Glück fühlen können...