Hallo, Ihr Liebenden,
selten habe ich soviele Beiträge wie in diesem Thread mit soviel wachsendem Vergnügen und Bewunderung gelesen, wie Eure. Mein Respekt gehört Euch und Euren Erkenntnissen, Euren Gedanken und eurer Suche nach dem Sinn den Lebens.
So können Meinungsverschiedenheiten und böses Blut zur vollen Harmonie werden, wenn man sich gegenseitig zuhört und dabei wundersamerweise feststellt, dass alle die gleiche Überzeugung haben, nur eben manchmal chinesisch statt Deutsch sprechen.
Wie schnell hat sich hier die anfängliche Aggression gelegt, nachdem man sich die Mühe machte, die Bedeutung und das Verständnis für die Schlüsselwörter zu definieren. Und plötzlich wurden aus 2 Sprachen eine einzige, und aus Agression wurde ein wundervoller Meinungsaustausch.
Ich danke Euch für diese Erfahrung.
Pete, in den ersten paar Beiträgen zu diesem Thema hast Du, als Schattenkind sich noch nicht verständlich machen konnte, 2 mal auf meine Beiträge hingewiesen. Es hat mich sehr gefreut, denn es zeigt mir, dass meine Beiträge positives bewirken können.
Manchmal muss man bei oft verwendeten Wörtern, wie z.B. Mitleid, das Wort in seine Einzelteile zerlegen, um es richtig zu interpretieren.
Wenn ich Mitleid mit "mit leiden" übersetze, dann dürfte auch klar werden, dass "mit leiden" nie etwas oberlächliches ist, sondern die Liebe im Menschen für den Menschen aufflammen lässt und zugleich den Wunsch, dem anderen das Leiden zu erleichtern. Wahres Mitleid ist nur dort möglich, wo man sich in die Gefühle des anderen hineinzusetzen versucht, um sein Leid zu verstehen. Erst dann kann man auch mit leiden. Ich bin inzwischen überzeugt davon, dass Du, Schattenkind, das Wort in die richtige Schublade gelegt hast.
Ich stimme Euren Definitionen von Liebe fast 100% zu. Nicht umsonst ist mein Motto der Satz über das Loslassen. Ein Zeichen wahrer Liebe ist es auch, einen geliebten Menschen an den Tod abzugeben und ihn dann auch loszulassen und nicht aus Schmerz seine Seele weiterhin festzuhalten.
Es gab Zeiten, da habe ich immer gesagt, Freundschaft ist wichtiger als Liebe. Heute ist mir klar geworden, welche Freundschaft und welche Liebe ich bei diesem Ausspruch meinte.
Ich lebe jetzt seit 4 Jahren alleine, weil ich mich nach 19 Jahren von meinem Partner trennte, um die gegenseitigen Gefühle nicht in Hass umschlagen zu lassen. Mein Freund hatte sehr damit zu kämpfen, ist aber heute auch davon überzeugt, dass wir nicht mal mehr Freunde wären, wenn wir zusammengebleiben wären. Ich empfinde noch eine große Liebe gegenüber meinem Freund, aber eben eine ganz andere Art der Liebe als während unserer Partnerschaft. Meine Liebe hat nichts mehr mit Forderung, Erwartung, Gegenliebe, etc. die ganzen Beziehungsgefühle, zu tun. Wir sind füreinander da, wenn wir uns brauchen, wir fühlen uns für den anderen Verantwortlich und würden immer helfend eingreifen. Da seine Liebe zu mir immer noch den gleichen Charakter hat wie früher, nur dass sie das Besitzergreifende verloren hat, denke ich nicht im Traum daran, einen anderen Mann in mein Leben zu lassen, denn ich würde meinem Freund furchtbar weh tun damit. Ich vermisse heute auch keinen Partner mehr. Alleine zu leben ist wunderbar, weil alle Handlungen auf freier Entscheidung basieren.
Pete und Schattenkind,, Ihr habt beide die wirkliche Religion erkannt. Ihr sagt zwar, ihr seid nicht religiös, aber da irrt Ihr. Wenn man das Wort Religion von seiner eigentlichen Bedeutug her sieht, so heißt es nichts anderes als zurück zur Einheit, zurück zum Ursprung. Und nichts anderes ist der Sinn unserer Leben. Den Weg für dieses Zurück zu finden und eines Tages wieder ohne gegensätzliche Pole zu sein. Um diesen Weg zu erkennen, ist durch viele Leben hindurch unendlich viel Leid zu erfahren, weil wir ohne zu leiden gar nicht nach dem Woher und Warum fragen würden. Und warum sind selbst die, die es erkannt haben so unterschiedlich? Weil wir alle unterschiedlich viele Leben hinter uns haben, und in verschiedenen Klassen zuhause sind. Unser Lehrer ist das Schicksal, als Chance zu lernen, die gestellten Aufgaben zu bewältigen.
Eines habe ich aber auch gelernt, dass, um diesen Weg gehen zu können, das Alleinsein gehört. Denn jeder Mensch kann seinen eigenen Weg nur alleine gehen, da jeder von anderen Voraussetzungen ausgeht und jeder einen unterschiedlichen Reifungsprozess hinter sich hat. Außerdem führt der weg, je weiter man ihn geht, immer erst ins eigene ICH. Um aber das Ziel zu erreichen, muss das ICH überwunden und völlig aufgegeben werden. Das wiederum bedeutet nicht, wie man glauben möchte, aufgeben im Sinne von nur an andere denken und für andere dazusein, sondern es bedeutet, das ICH völlig loszulassen. Aber die Folge davon ist: Man muss sich von der materiellen Welt verabschieden, also den irdischen Kreislauf verlassen und langsam aber stetig als seele ohne Körper, ohne Materie weiterzugehen und sich noch weiterzuentwickeln, bis man sich mit den Seelen in der anderen Dimension zu einer einzigen Einheit verbunden hat.
Das alles klingt jetzt wahrscheinlich etwas sehr wirr. Ich kann es auch nicht richtig erklären und ausdrücken, weil es eine innere Gewissheit ist, die mit Worten nicht ausgedrückt werden kann. Der erste Schritt zu dieser Auflösung des eigenen ICHS ist die Erkenntnis der wahren Liebe. Liebe für die Schöpfung im Allgemeinen und für die Mitmenschen im Besonderen, ohne irgendeine Gegenleistung zu erwarten. Ich glaube z.B., dass Mutter Theresa ihrem Ziel schon sehr nahe ist. Ich wäre unendlich neugierig zu wissen, wie ihr nächstes Leben aussieht. Was uns die Befreiung unserer Seele so erschwert, ist, dass wir uns zurzeit noch nicht an frühere Leben erinnern können. Wenn wir diese Fähigkeit einmal erlernt haben und die große Entwicklung unserer vielen Leben im Zusammenhang erkennen, dann ist der Weg aus der Hölle auf Erden zurück zur göttlichen Einheit frei. Manchmal bin ich unendlich neugierig auf meinen Tod, weil ich die Hoffnung habe, als entmaterialisierte Seele im Reich zwischen den Leben mehr zu erkennen und zu erfahren.
Manchmal fühle ich mich dem Leid der Menschen hier im Forum so hilflos ausgeliefert, weil mir soviele Grenzen gesteckt sind, um dem anderen wirklich helfen zu können. Ich weiß nur eines, ich wünsche jedem hier, der vor Kummer und Sorgen nicht mehr ein noch aus weiß, meine innere Gelassenheit und meinen inneren Frieden.
Aber leider kann ich diese ruhige Wunschlosigkeit auf keinen anderen übertragen. Ich wünsche jedem von Herzen, dass er in nicht allzuferner Zukunft diesen inneren Frieden finden möge. Dieser Friede bedeutet, sich dem Konsumverhalten zu entziehen, keinen Hass mehr zu empfinden, jeden Menschen so zu nehmen und zu akzeptieren, wie er ist.
Wenn Ihr eines Tages plötzlich erkennt, dass es nichts gibt, was man Euch schenken könnte, außer dem, was man zum täglichen Leben braucht, wenn Ihr diese Wunschlosigkeit erkennt, dann kehrt von einem zum anderen Tag ein stilles, zufriedenen Glück in euch ein. Und dann findet man plötzlich die Ruhe, Muse und Zeit, anderen zu helfen. Aber leider müssen wir uns selbst für das bescheidenste Leben mächtig anstrengen, um die materiellen Vorausetzungen dafür zu schaffen. und bums, hat sich die Katze wieder in den Schwanz gebissen, auch das bescheidenste Leben muss bezahlt werden und die Suche nach Arbeit und der Kampf um das nötige Kleingeld geht wieder von neuem los. Da man aber nur wirklich erfolgreich als Selbständiger sein kann, wenn man auch entsprechende Ziele hat, werde ich nie sehr viel erreichen, da ich kein Ziel habe, dass größer ist als 1500,00 Euro. Ich glaube deshalb habe ich auch die letzten 5 Jahre keinen Erfolg mehr gehabt, weil mir das materielle Ziel verloren ging. Ich muss sagen, eine schlechte Voraussetzung, wenn man Hartz IV verlassen will. Aber der Absturz voneiner extrem gut verdienenden Frau zur mittellosen gehörte auch zu meiner Entwicklung auf dem Weg. denn sonst hätte ich bestimmt nie gelernt, mit wie wenig man wirklich glücklich und zufrieden sein kann. wäre ich jetzt noch in der Lage auch für andere die Existenz sicherstellen zu müssen, Familie, wäre dieser Weg ganz undenkbar.Die Verantwortung für das Wohlergehen der Familie lässt diese Genügsamkeit nicht zu. Man kann es nur alleine erleben, solange man nur sich selbst gegenüber verantwortlich ist.
Deshalb ist auch der eigentliche, bewusste Weg zur Erkenntnis nur alleine gangbar. Aber bis dahin hat man eben die Zeit gehabt, überhaupt das Ziel zu sehen, dass man erreichen möchte.
Eigentlich weiß ich gar nicht, warum ich das alles hier niederschrieb, es ging ja eigentlich um die echte, wahre Liebe. Aber auch die ist eben nur im Alleingang möglich, nur wenn keinerlei gefühlsmässige Abhängigkeit vorhanden sein kann.
Trotzdem, manchmal wünsche ich mir, noch einmal das Gefühl der Schmetterlinge im Bauch wieder zu erleben. Ich finde dieses intensive Gefühl von Verliebtheit und Verlangen, Sehnsucht und Erlösung wenn man dann zusammen ist wunderschön. Es ist ein Gefühl, das wohl jeder im Leben erleben darf, wenn auch die logische Folge immer die gesamte Skala menschlicher Gefühle ist, und die endet meist mit Entidealisierung und Enttäuschung. Also eigentlich ist es mir ohne dieses Gefühlsbad lieber. Wenn ich hier vom Liebeskummer und dem damit verbundenen Leid lese, so spüre ich fast selbst wieder dieses Reissen im Herzen, die Untentschlossenheit und Unselbständigkeit. Man muss es einfach erlebt haben, sonst weiß man nicht, was LEBEN ist. Ich kenne nur ein Gefühl, das von der Intensität her dem prickelnden Verliebstein und den Schmetterlingen im Bauich ähnlich ist, nämlich der Moment, wo das eigene Baby in diese grausame Welt purzelt. Auch in diesem Moment lernt man die wahnsinnige Intensität der Liebe kennen.
Leider dürfen Männer dieses Gefühl nie erleben. Vielleicht sind sie deshalb in Gefühlsdingen oft so unterschiedlich den Frauen gegenüber gestrickt.
Ich finde unser Forum hat enorm viele gute Diskussionsbeiträge entwickelt. Auch diese können Hilfesuchenden eine große Hilfe sein.
Ich umarme euch und hülle euch mit meiner Liebe ein
Euer Luiserl