Hallo mal an alle....
Also, ich habe mir jetzt einige Beiträge durchgelesen und möchte nun auch mal meinen "Senf dazugeben".
Bitte bleibt doch einfach mal dabei, die Ansichten der anderen Schreiber zunächst mal als das zu nehmen, was sie sind, nämlich Meinungen erwachsener Menschen, die einen Grund haben, sich so zu äußern. Es bringt doch nichts, sich verbal gegenseitig an den "Kragen" zu gehen, statt Gedanken und Erfahrungen in die Diskussion einzubringen. Hier geht es doch nicht darum, dass jemand absolut recht hat.
Nun mal meine Gedanken und Erfahrungen dazu:
Liebe ist ein in der heutigen Zeit völlig überstrapazierter Begriff.
Einerseits werden Verliebtheit und Liebe ständig durcheinander gewürfelt. Die Medien machen es ja vor.
Andererseits sollten wir uns einfach mal für uns selbst die Frage stellen, was wir unter Liebe verstehen und nach welcher Art Liebe wir uns sehnen.
Die tiefe innere Sehnsucht nach Liebe ist in jedem Menschen angelegt, das läßt sich schon bei einem Baby beobachten.
Ebenso der Wunsch, lieben zu können bzw. Liebe geben zu können.
Natürlich kann diese Anlage aufs Schwerste beschädigt oder verschüttet werden, manche oder sogar viele Menschen erleben furchtbare Dinge. Das führt oft zu einer tiefen Verbitterung und der Glaube an die Liebe an sich geht verloren.
Es gehört in dieser Welt leider dazu, dass wir von Menschen enttäuscht werden und (es ist auch wichtig das so zu sagen) dass wir selber Menschen enttäuschen, ob nun bewußt oder unbewußt.
Es gibt nicht immer nur "die Anderen", die uns enttäuschen, wir sind selber Teilnehmer an diesem Teufelskreis.
Erwarten wir nicht zu oft, dass die sogenannte Liebe alle unsere Sehnsüchte und Bedürfnisse erfüllen möge? Erwarten wir von der Liebe unter Menschen damit nicht etwas Unmögliches, was der jeweils andere garnicht leisten kann? Weil er auch in seinen Prägungen und Begrenzungen lebt?
Wir können Liebe nicht "produzieren" oder perfektionieren, die Liebe ist an sich ein Geschenk.
Ich bin bekennender Christ in einer überaus lebendigen Gemeinde.
Wem das jetzt nicht gefällt, der muß ja nicht weiterlesen.....
Gleich mal vorab, ich bin nicht religiös, sondern gläubig, das ist ein "himmelweiter" Unterschied. Für uns ist das Thema Liebe ein zentraler Punkt. Sowohl die Liebe Gottes als auch die daraus resultierende Liebe zu den und unter den Menschen. Ein ausgesprochen spannendes Thema.
Wir wissen und erleben, dass wir ohne die Annahme (als Geschenk) der Liebe Gottes zu den Menschen mit der rein menschlichen Liebe ständig in Konflikte geraten.
Wenn ich den anderen Menschen aber erkenne als ein von Gott ebenso wie mich selbst geschaffenes und geliebtes Geschöpf, dann beginnt eine Wahrnehmung zu greifen und ein Schalter in Herz und Hirn wird umgelegt. Dann erkenne ich, dass ich (trotz all meine Sorgen, Nöte und Bedürfnisse) nicht der Nabel der Welt bin. Gleichzeitig aber bin ich unendlich wertvoll, trotz meiner Defizite und meiner Unvollkommenheit. Gerade auch dann liebt mich Gott.
Die menschliche Welt liebt uns nur, wenn wir u.a. erfolgreich sind, Leistung bringen, schön sind, uns selbst in den Mittelpunkt stellen, uns gut verkaufen, eine gute Bildung haben usw. und sofort.....
Alles Lüge, ein einziger Trugschluß, unser Wert bei Gott hängt davon überhaupt nicht ab, wir sind auch dann besonders liebenswert, wenn wir all den Anforderungen nicht entsprechen.
Die menschliche Welt kann sich aus sich selbst heraus nicht reformieren oder verbessern, weil sie permanent diesem Trugschluß unterliegt.
Wer mag kann ja mal versuchen, alle Dinge, die er so beobachtet und erlebt unter dem Aspekt zu betrachten, steckt da nicht vielleicht ein Trugschluß, ein Denkfehler oder eine Manipulation dahinter? Vielleicht gibt es bei einigen von Euch Aha- Effekte......
Herzliche Grüße an alle, die meinen Beitrag mögen oder auch nicht,
Liebermann