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Ein leben lang alleine, meine Bestimmung?

G

Gast

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Hallo!

Ich bin jetzt auf den Tag genau 25 Jahre alleine ohne Beziehung.
Als Kind wurde ich gemobbt, was mir mein Selbstwertgefühl geraubt hat. Ich dachte nach meiner Ausbildung als Fachinformatiker ich wäre darüber hinweg. Zu dieser Zeit war ich fast jedes Wochenende unterwegs, Drogen, Alkohol und Party. Ich hatte zwar keine Beziehung und war deswegen auch etwas gefrustet, aber ich hab hin und wieder mal mit einer rumgemacht. Ich dachte irgendwann werd ich schon die Richtige finden. Nunja irgendwann verlor ich die Lust am feiern und hab mich immer mehr in die Welt der MMOs zurückgezogen. Von Drogen war ich nie abhängig, habe aber fast alles einmal versucht und dabei viel Spaß und auch Schlechtes erlebt. Beim Zocken war das etwas anders, da ich fürs Zocken Freunde vernachlässigt habe. Aber ich muss gestehn ich bereue die Zeit nicht wirklich, ich hatte Spaß und war fern von Drogen. Nunja allerdings habe ich mich auch zunehmend isoliert.

Weiter ging es mit zwei Jahren arbeiten. In dieser Zeit bestand mein Leben aus Arbeiten (60 Std +), essen schlafen. Außerdem bin ich dafür umgezogen und so gingen Freunde ihre Wege. In dieser Zeit wurde mein Wunsch nach einer Partnerin immer größer und ich wurde zunehmend deprimiert. Da ich Probleme mit meinem Selbstwertgefühl habe und keine Hobbys hatte, in denen Frauen vertreten waren, waren mir die Hände gebunden. Man kann sagen ich hatte ein paar Chancen aber habe es selbst durch meine Verschlossenheit alles zerstört. Außerdem fand ich keinen Anschluss in der neuen Stadt.

Anstatt, dass sich etwas verbessert hat wurde es immer schlechter. Da ich meine Arbeit nicht mochte habe ich beschlossen mein Abi in meiner Heimat nachzuholen. Ich habe darauf gehofft vllt. dort eine Frau kennenzulernen. Nix keine einzige Frau im Kurs. In meiner Abwesenheit hatte sich viel verändert und somit hatte ich selbst daheim kaum noch Freunde.

So Abi geschafft und motivert das Studium angefangen. Dachte mir ich nehme etwas mit hohem Frauenanteil (Informationsmanagment). Jetzt stehe ich unter Frauen im Studium. Anders als sonstwo muss man bei uns weder in Gruppenarbeit lernen noch hat man groß Kontakt zu Kommilitonen. Zudem hab ich durch meine fehlende Erfahrung und schlechtes Selbstwertgefühl einen riesen Nachteil und älter als die meisten bin ich auch.
Immer mehr habe ich das Gefühl mein restliches Leben alleine zu sein. Freunde schwinden mehr und mehr, Partnerin ist weiter als jemals entfernt. Ich bin mittlerweile depressiv, meine Vergangenheit holt mich ein und ich und ich werde langsam zum Sozialphobiker. Ich hab so vieles geschafft und doch nichts, was mich glücklich gemacht hat. Schaue ich mich um sehe ich meine wenigen Freunde in Partnerschaften, die meistens schon sehr lange bestehen. Diese sind dann auch nicht zum weg gehn zu begeistern und alleine macht das auch keinen spaß.

Wo soll ich denn noch Hoffnung schöpfen? Ist die Therapie die letzte Möglichkeit? Ich weiß einfach nicht mehr weiter!
 
"Ist die Therapie die letzte Möglichkeit?" Ich würde eine Therapie nicht als "letzte Möglichkeit" sehen. So als wäre es das letzte was man tun sollte. Eine Therapie kann einem sehr gut dabei helfen die Dinge z.B. aus einer ganz anderenPerspektive zu betrachten, die man von selber niemals eingenommen hätte. Sie kann Denkanstöße geben, auf die man alleine nicht kommt. Man ist immer in sich selbst eingeschlossen und die Denkmöglichkeiten gehen über den eigenen Horizont nicht hinaus. Man übersieht womöglich Möglichkeiten. Außerdem ist ein Therapeut ein guter Gesprächspartner mit dem man über Dinge reden kann, die man Freunden vll nicht erzählen mag. Eine Therapie stempelt dich nicht als bekloppt ab, sondern sie hilft dir nur Dinge anders wahrzunehmen und vll Dinge so zu ändern, wie du es alleine vll nicht schaffst. In Amerika ist es mitlerweile ja sogar schon so, dass fast jeder einen eigenen Therapeut hat, als eine Art Begleitung und Coach um die Dinge nicht alleine meistern zu müssen.
Ich hatte im Leben auch schon schwierige Phasen und habe dann eingesehen, dass mir eine Therapie vll hilft. Ich habe es gemacht und dadurch durchaus gelernt die Dinge anders zu betrachten und bin selbstständiger geworden. Habe die Therapie nie als "letzte Möglichkeit" gesehen, sondern als eine Art völlig normale Hilfestellung.
 
Achja im übrigen muss man nicht unbedingt direkt in eine Therapie. Es gibt auch psychologische Beratungsstellen. Dort geht man erstmal nur für ein Gespräch hin. Man schildert sein Problem und bespricht gemeinsam, was man machen könnte. Eine richtige Therapie ist davon EINE Handlungsmöglichkeit. Es werden dir dort viele Möglichkeiten genannt und für den Wunsch einer Therapie kann dir die für dich passende Therapie genannt werden.
 
Danke für die Antwort.
Nun ich hab jetzt schon lange versucht es alleine zu schaffen. Daher ist für mich die Therapie einfach der letzte Ausweg. Ich bin kein Mensch ganz ohne selbstwertgefühl. Nur bei Frauen fehtl die Erfahrung und so verunsichert mich das.
 

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