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Eigener Tod

Liebe Katharina,

vielen Dank für deine Antwort.

Ja ich mache Traumatherapie. Immer wieder aber ich stehe mit allem am Anfang obwohl ich es schon recht lange mache. Ich versuche aufzuarbeiten aber mein ...ich werde stumm...hindert mich immer wieder am vorwärts kommen. Es ist die letzten Jahre soviel passiert und noch immer passiert viel. Dinge die aber mit meiner Krebserkrankung nichts zu tun haben.

Das Gefühl daran zu ersticken habe ich oft aber ich kann es nicht rauslassen.

Meine Kebserkrankung habe ich lange verschwiegen und habe sie verdrängt. Noch immer wissen nicht allen bescheid außer die, die wirklich unmittelbar mit mir zu tun haben...mich sehen.

Von meinen Metastasen...ja...davon weiss niemand aus meinem näheren Umkreis und man sieht es mir nicht an. Habe ich Schmerzen ziehe ich mich zurück.
Inzwischen wachsen mir die Haare wieder nach und ich sehe wieder "menschlich" aus...was es wieder einfacher macht über meine Krebserkrankung weg zu sehen.
Ich mache es Freunden nicht zum Vorwurf das sie nicht merken, dass es mir nicht gut geht..weil sie es gar nicht sehen können.

Mein Schweigen behindert mich und macht wohl alles noch schwerer. Das wiederum hat zur Folge dass ich Wut bekomme. Wut auf mich selbst und auf das was gerade mit mir passiert.
Im Prinzip weiß ich eigentlich worum es geht...woran es hakt aber ich schaffe es nicht wirklich es umzusetzen.

Schweigen das konnte ich schon immer gut und es wurde mir früh eingetrichtert aber nun könnte ich...und mache es nicht.

Irgendwie doof.
 

Hallo doof,

schau mal hier: Eigener Tod. Hier findest du vielleicht was du suchst.

"halb so doof, wie du meinst " 🙂
tu das, was dir gut tut, denn beides, reden und schweigen hat seine Vor- und Nachteile 😎

Sigi
 
Liebe Katharina,

dein Schicksal hat mich sehr berührt und ich musste eine Zeitlang darüber nachdenken, ob ich dir überhaupt etwas sagen kann, was dir vllt. weiter hilft. Als damals mein Mann verstorben ist, nach schwerer Krankheit (Krebs), habe ich mich intensiv mit dem Thema Tod und Sterben auseinandergesetzt und dadurch haben sich mein Weltbild und meine Vorstellungen zum Tod sehr verändert. Ich habe ihn damals bis zum Schluss begleitet, was mich im Nachhinein sehr bereichert hat.

Meine Erfahrung damals war, dass ich mich hilflos fühlte, nach Erklärungen suchte und einen Sinn hinter dem ganzen Geschehen sehen wollte. Nach seinem Tod machte ich mich also auf die Suche... Was ich entdeckte, nahm mir immer mehr die Angst vor meinem eigenen Tod, ließ mich verstehen, warum meine Sicht der Dinge eine andere war, als meine Seele sie einnahm.

Nachdem ich mich mit Thanatologie (Sterbekunde) auseinandergesetzt hatte, kam ich vom Stöckchen aufs Holz, erforschte die Ursachen der Krankheit, warum musste sie sein? Kann man einen Sinn in ihr entdecken, was könnte hilfreich sein um zu unterstützen, oder Mut zu machen? Gibt es Spontanremissionen, warum gibt es sie? Was haben diese Menschen getan um zu gesunden? Meistens haben sie ihr Leben radikal umgekrempelt, haben sich selbst kennen und lieben gelernt, haben zu (ihrem) Gott gefunden, oder sich selbst gesucht. Wenn man intensiv fragt, bekommt man auch Antworten!

Heute habe ich eine gänzlich andere Denkweise was diese Themen angeht, bin nebenher während meiner Forschungen gesünder geworden, was mir mehr Gelassenheit und inneren Frieden gibt. Daher wünsche ich auch dir, dass du noch einen Sinn hinter dem ganzen Geschehen findest, aber vor allem wünsche ich dir, jeden Tag in Annahme und Freude verbringen zu können. Niemand, kein Arzt der Welt, kann vorhersagen, auch nicht mit Hilfe von Statistiken, wann du sterben musst. Dies obliegt allein unserer Höheren Seele und die kann - jederzeit -, wenn sie es für richtig erachtet, den inneren Heiler aktivieren um dir zur Gesundung zu verhelfen.

Vielleicht kann es eine Hilfe sein, wenn du einmal nach den kosmischen Gesetzen (oder nach geistigen Gesetzen) googelst, oder dich mit Sterbekunde und dem Leben nach dem Tod auseinandersetzt? Tröstlich wird es allemal sein - ich wünsche dir alles Gute auf deinem Weg und das alles zu deinem Besten geschehe.

Alles Liebe
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Sonnenschein,

danke für deinen ausführlichen und sehr interessanten Beitrag. Ich habe gleich einmal gegoogelt und gesehen, dass ich längere Zeit dafür benötige, um mir ein Bild zu machen. Eines weiß ich jedoch aus dem Stegreif schon: Solange ich mich nicht frei mache von meinem Bild, meinen Zwängen, meiner derzeitigen Sichtweise, solange wird es mir nicht gut gehen, angesichts des Sterbens nicht und schon gar nicht im Leben.

Lieben Gruß

Katharina
 
@ all

Hallo liebe Threadleser/innen,

ich möchte euch von einer Erfahrung berichten:

Erst einmal hatte ich heute den halbjährlichen MRT-Termin, der wichtigste Termin überhaupt, denn das Ergebnis zeigt, ob die Metastasen gewachsen sind oder nicht. Klar hatte ich - wie immer - Angst. Schon 3 1/2 Jahre ohne Progress, das ist einfach schon sehr lang. Mir ist klar, je länger ich von meiner Meta-Diagnose entfernt bin desto näher bin ich an der Wand. Die 40 Minuten in der Röhre ... wer ein MRT kennt, weiß, es macht sehr laut Tackatacka ... ich glaubte einen Moment, ich bin begraben und der Tod kündigt sich mit Tackatacka an. Das waren Sekunden, danach bekam ich Panik; ich durfte mich jedoch nicht bewegen, ich habe es geschafft, mich zu beruhigen, indem ich an irgendetwas Anderes dachte. Um nicht wieder in diesen Angstzustand hineinzurutschen, wartete ich sehnsüchtig auf die üblichen, doch sehr anstrengenden Atemanweisungen der med. techn. Ass. Sie lenkten mich ab.

Von den vielen MRT, die ich hatte, vielleicht bis auf das allererste, war dieses heute das denkwürdigste. Ich habe vorher nie eine derartige Situation mit dem Tod in Verbindung gebracht bzw. den Gedanken in einer ohnehin schon beklemmenden Lage so sehr an mich herankommen lassen. Und wenn es nur 10 Sekunden waren. Dennoch möchte ich das Vorkommnis nicht missen.

Ich bat den Arzt, sich die Bilder gleich anzuschauen, damit ich nicht unruhig ins WE gehen müsse. Sein Kurzbefund: Kein Anhalt darauf, dass sich etwas verschlechtert habe zu den Vorbildern vor einem halben Jahr! Ich war glücklich und nehme jetzt einfach mal an, dass mir wieder vier bis sechs Monate Leben geschenkt wurden, wenigstens ist das keine Utopie.

Und was passiert mir eine halbe Stunde, nachdem ich diese Botschaft empfangen habe und ich mich schon ein wenig daran gewöhnt habe? Ich gehe einkaufen, stehe an einer Kasse an und ich fühle mich durch das lange Stehen genervt! Wie im richtigen Leben! Na, bin ich denn blöd? Kann der nahende Tod vielleicht in dem Sinne sogar ein Geschenk sein, weil man sich dann keinesfalls mehr mit solch profanen Dingen wie Kassestehen sein Leben versaut? Nun bekomme ich ein Stück davon geschenkt und ich bin wieder wie immer.

Puh!

Eure
Kaharina
 
Liebe Katharina,
bitte verzweifle nicht, denn es ist ganz wichtig, dass Du - trotz allem- wieder positiver denken lernst. Ich weiß, wovon ich rede, denn ich habe lange Zeit meine schwer krebskranke Mutter gepflegt mit 16 Jahren.
Halte bitte Ausschau nach einer Selbsthilfegruppe, die gibt es heutzutage fast für Jedes und Alles. Solltest Du nicht fündig werden, wende Dich an einen Sozialen Dienst oder das Gesundheitsamt oder ähnliches. Sicher kann man Dir dort weiter helfen. Gib einfach im Netz mal "Selbsthilfegruppe" ein.
Meine beste Freundin, fast 47 Jahre, leidet seit ca. 10 Jahren an einem inoperablen Hirntumor und es ist ganz schrecklich, aber wir reden ganz offen über Ihre Ängste und Nöte, weil sie weiß, sie wird eines Tages qualvoll ersticken. 2 Mal stand sie kurz davor. Und es ist enorm wichtig, offen reden zu können statt in sich hinein zu fressen.
Was ich Dir sagen möchte: Genieße Dein Leben so gut als möglich und schöpfe wieder neue Kraft, damit dies möglich ist.
Alles Gute für Dich und ganz viel Kraft und Willen, gib nicht auf!
Gruß Sanja
 

Ich bat den Arzt, sich die Bilder gleich anzuschauen, damit ich nicht unruhig ins WE gehen müsse. Sein Kurzbefund: Kein Anhalt darauf, dass sich etwas verschlechtert habe zu den Vorbildern vor einem halben Jahr! Ich war glücklich und nehme jetzt einfach mal an, dass mir wieder vier bis sechs Monate Leben geschenkt wurden, wenigstens ist das keine Utopie.

Gute Nachrichten 🙂!!Nimm dir diese Zeit mit und wer weiss, vielleicht wird aus dem halben Jahr...ein weiteres...und ein weiteres....

Und was passiert mir eine halbe Stunde, nachdem ich diese Botschaft empfangen habe und ich mich schon ein wenig daran gewöhnt habe? Ich gehe einkaufen, stehe an einer Kasse an und ich fühle mich durch das lange Stehen genervt! Wie im richtigen Leben! Na, bin ich denn blöd? Kann der nahende Tod vielleicht in dem Sinne sogar ein Geschenk sein, weil man sich dann keinesfalls mehr mit solch profanen Dingen wie Kassestehen sein Leben versaut? Nun bekomme ich ein Stück davon geschenkt und ich bin wieder wie immer.

und auch wenn du dir denkst, du müsstest dafür dankbar sein, dass dir diese Zeit geschenkt wird, bist du immer noch ein Mensch mit Gefühlen.Warum sollte man nicht mehr fluchen, genervt sein...oder, oder...das ist das Leben und das bist du...mit allen Facetten, die einen Mensch so ausmachen und die zum Leben gehören.


Liebe Katharina,

ich hatte ein wirklich tolles Wochenende. Seit langem, dass ich mich wieder so richtig rundum wohl gefühlt habe.😀🙂
Das sind so Momente die einfach unbezahlbar sind und um die ich unbedingt weiterhin kämpfen möchte. Schmerzen werden zur Nebensachen und das Gefühl zu leben ist zurück!
Ich kann das erste mal seit langem sagen...ich bin wirklich glücklich...im Herzen glücklich.

Ich wünsche dir so sehr, dass auch du, noch viele solche Momente erleben kannst. Momente die du für dich bewahren kannst und die dir Mut und Kraft geben weiterhin am Leben fest zu halten.

@ Tränenarm, lieben dank für deine Grüsse🙂. Ich wünsche dir weiterhin für deine Therapie alles Gute! Öhrchen steif halten!

Liebe Grüße
doofi
 
Liebe Doofi,

wie recht du hast ... 🙂 Aber vor allem freue ich mich, dass du ein so tolles Wochenende hattest. Auch ich wünsche dir noch viele, viele davon.

Viele Grüße an ALLE, die hier schreiben. Ich bin immer so begeistert von den einfühlsamen Beiträgen hier.

Katharina
 

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