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Eigener Tod

Hallo Katharina,

es ist schön von dir zu lesen und auf diesem Weg wünsche ich dir erst einmal ein gutes Neues Jahr und wünsche dir noch viele darauf folgende!

Bei mir ist es gerade ein auf und ab. Neben meinen körperlichen Baustellen gibt es auch viele andere "Emotionale-zwischenmenschliche Baustellen", die mir oft weitaus mehr zu schaffen machen.

Die Kälte setzt mir arg zu und ich habe oft Schmerzen. Es steht ein neuer Bestrahlungsintervall an der mir wieder etwas Schmerzfreiheit verschaffen soll.

Ansonsten kehrt gerade nach einem langen KH-Marathon und überstandenen Weihnachts-Sylvesterfeiertagen endlich wieder "normaler" Alltag, mit allen Verpflichtungen, wie Arbeit und Haushalt ein...worüber ich wirklich froh bin.

Viele Liebe Grüsse
doofi
 
Hallo doofi,

ich wünsche dir sehr, dass du jetzt lange lange deine alte Routine leben kannst. Der "normale Alltag" kann so sehr wichtig werden, wenn wie du jetzt, einen KH-Marathon hinter dir hast. Ich erinnere mich, als ich vor mehr als 3 Jahren im KH fernab meines Wohnortes lag. Das war die Zeit, als bei mir die Metastasen diagnostiziert wurden und man mir ein bis zwei Jahre gab. Ich war 3 Wochen dort und wollte nichts mehr als nach Hause. Ich hätte fast mein Laminat 😀 geküsst, als ich es dann, wenn auch geschwächt und ausgelaugt, schließlich war.

Ja, auch die "menschlichen" Probleme verlieren sich nicht, wenn man von so einer schweren Krankheit gebeutelt ist. Auch hier könnte ich noch ein eigenes großes Feld beackern.

Sei erst einmal lieb gegrüßt

Katharina
 
Hallo Katharina,

ja daheim ist daheim😀..fernab von sterilen weißen Betten und Wänden.

Was ich dich fragen wollte und du musst auch nicht darauf antworten, wenn es dir zuviel ist.

Wie hast du deinen Freunden und deiner Familie von deiner Krebserkrankung erzählt bzw. bist du damals offen damit umgegangen? Hast du jemanden gehabt, der mit dir durch die Zeit von OP,Chemo und Bestrahlung gegangen ist, mit dem du über deine Schmerzen und Ängste sprechen konntest. Wirklich offen und ehrlich ohne Rücksicht darauf, was derjenige vielleicht denken könnte zu werden? (und das ohne mitleidig belächelt zu werden...)

Ich spreche nicht darüber und natürlich wissen meine Freunde dass ich Krebs habe, aber mehr auch nicht. Auf die Frage wie es mir geht, antoworte ich immer mit...mir geht es gut auch wenn es nicht so ist. Ich schweige und versuche es mit mir alleine auszumachen. Auch wenn ich oft das Bedürfnis habe, ich möchte wirklich reden, tue ich es real nicht. Ich setzte an und winke aber gleich wieder ab.
Ich bin in einer Beziehung und mein Freund weiß zwar um meine Krebserkrankung aber wirklich offen sprechen kann ich nicht. Es sperrt sich alles dagegen und ich werde richtig fuchtig wenn er mich nach meinem Befinden fragt.

Ich muss reinen Tisch machen und aussprechen wie es nun gesundheitlich tatsächlich aussieht...nur weiß ich nicht wie.
Ich weiß nicht wie ich anfangen soll...wie ich es aussprechen soll und ich merke dass ich richtig sauer werde, wenn er sich Sorgen macht.

Vielleicht hast du einen Rat für mich?

lg doofi
 
doof,

ich bin grad zu schwach,die darauf ne Antwort zu geben, das ärgert mich, weiterschalten wollte ich auch nicht.

Dein Avatar zeugt von Humor, vielleicht ist das die Antwort auf deine Frage?????

Alles Gute und schöne Grüße

Sigi
 
@ Sigi,
sicherlich ist es eine Art von Selbstschutz aber auch eine die mich immer wieder alles in Frage stellen lässt.
 
doofi,

ich antworte dir später darauf, könnte Einiges dazu sagen, brauche dafür Zeit.

Sigi,

du schreibst, du bist zu schwach. Bist du auch krank? Aus deinem Profil kann ich es nicht ersehen.

Liebe Grüße

Katharina
 
Ich bin in einer Beziehung und mein Freund weiß zwar um meine Krebserkrankung aber wirklich offen sprechen kann ich nicht. Es sperrt sich alles dagegen und ich werde richtig fuchtig wenn er mich nach meinem Befinden fragt.

Ich muss reinen Tisch machen und aussprechen wie es nun gesundheitlich tatsächlich aussieht...nur weiß ich nicht wie.
Ich weiß nicht wie ich anfangen soll...wie ich es aussprechen soll und ich merke dass ich richtig sauer werde, wenn er sich Sorgen macht.

Um wen geht es denn bei deinem Schweigen und deiner Wut?

Willst du ihn schützen? Hast du Angst, dass er die Wahrheit nicht verträgt und du am Ende nicht nur gegen die Krankheit kämpfen musst, sondern auch noch um ihn wieder aufzubauen?

Geht es um dich? Hast du Angst die Wahrheit auszusprechen, weil sie dann real wird und nicht mehr zurücknehmbar ist?

Das wären die Fragen, die du zuerst mal für dich klären solltest.

Geht es um deinen Freund, so muss er wohl einfach auch lernen am Problem zu wachsen. Im Moment geht es nämlich allein um dich. Du kannst es dir in deiner Situation kaum leisten überall Rücksicht zu nehmen.

Wenn du diese Fragen geklärt hast, wird es vielleicht auch leichter eine Entscheidung darüber zu treffen, wie du deinem Partner was mitteilst.

Ich jedenfalls wollte von dir nicht angelogen werden. Es ist ja nicht viell, was ich tun kann, wenn es dir schlecht geht. Aber hier und da ein liebes Wort geht schon. Und ich bin auch stark genug, um es auszuhalten, wenn es jemandem mal schlecht geht.

Wenn es mir nicht gut geht, brauche ich jemanden, der mich in den Arm nimmt. Sonst nichts. Nur einfach fest in den Arm nehmen. Was brauchst du in deiner momentanen Lage? Und tust du dir das nicht selbst verweigern, indem du schweigst?


Wenn du nicht weißt, wie du mit deinem Partner reden sollst, dann könntest du doch mit einem "Wie würde es dir damit gehen, wenn es jetzt wirklich richtig ernst um mich stehen würde?" anfangen. Das lässt dir die Möglichkeit offen, sollte er seltsam reagieren, zu sagen, dass es ja nur "was wäre wenn" war.


Tuesday
 
doofi,

ich antworte dir später darauf, könnte Einiges dazu sagen, brauche dafür Zeit.

Sigi,

du schreibst, du bist zu schwach. Bist du auch krank? Aus deinem Profil kann ich es nicht ersehen.

Liebe Grüße

Katharina

Kathi nein, ich schrieb das, weil man nicht immer die Kraft hat, sinnvoll auf so schwere Dinge, die mit Dingen zu tun haben wie du oder doof sie haben zu antworten. Natürlich haben viele heutzutage verschiedentlich Probleme, aber eben nicht sowas wie ihr zwei.

Sigi

und wer hat heute nicht nahe oder entferntere Angehörige, die an Krebs erkrankt sind?
 
@ Tuesday eigentlich wollte ich dir auf deinen Beitrag antworten aber ich merke gerade, dass es mich fuchtig macht. Weshalb kann ich dir gar nicht sagen. Trotzdem danke dir. Irgendwo dazwischen liegt wohl die Wahrheit, die ich für mich finden muss.
Wut und Hilflosigkeit, spielen da aber wohl eine grosse Rolle. Das Thema..man muss Rücksicht auf mich nehmen ist nochmal ein anderes empfindliches, bei dem sich bei mir alle Nackenhaare aufstellen. In Watte gepackt zu werden und ständige Rücksicht, geben einem noch viel mehr das Gefühl, krank zu sein...was verherrend ist wenn man es gar nicht sein will.
Ich kenne es aber auch aus anderen Bereichen aus meinem Leben und das ist mit unter auch ein Grund, weshalb ich real verstumme und wogegen ich mich schon immer gewehrt habe.


@ Katharina, lass dir soviel Zeit wie du brauchst. Du musst auch nicht wenn es nicht geht.

Ist gerade einfach nur, dass ich alles in Frage stelle...und auch wenn ich eigentlich recht gut zu Rande komme...merke ich doch...dass ich mir immer wieder selbst was vor mache. Mir wohl selbst mehr wie allen anderen...denn ein schweigendes doof kann nicht wirklich viel Schaden anrichten. Zumindest nicht...solange ich lebe. Ein auf und Ab das einen zermürbt.
 
Liebe doofi,

ich glaube, ich habe allen gesagt, dass ich Krebs habe. Bei meiner Erstdiagnose war das teilweise auch gar nicht anders möglich. Ich fehlte ja auf der Arbeit und war lange im Krankenhaus. Auch diejenigen, die nicht so nah waren, habe ich bei der nächsten Begegnung aufgeklärt.

Nach meiner Meta-Diagnose habe ich es ähnlich gemacht. Ehrlich gesagt, ich konnte auch gar nicht anders. Anfangs hatte ich nichts Anderes im Kopf. Eigentlich konnte ich das nie gut, irgendwelche Geheimnisse zu haben, ich hatte dann immer das Gefühl, ich würde gleich platzen.

Wobei ich nicht behaupten will, dass es doch Geheimnisse gibt, die eher unbewusst ablaufen. So kleine subtile Dinge, die das Leben leichter machen und die dann zur Routine werden. Mein "Geheimnis" ist oft, dass ich bei der Begegnung mit anderen Leuten zunächst immer irgendwie "gefasst" wirke, ganz normal etwa. Und damit täusche ich meine Gegenüber mit Sicherheit und "beschwere" mich in der Folge, dass sie meinen Zustand verdrängen. "Wir können froh sein, dass wir gesund sind" oder "wer kurz vor dem Tod steht, hat doch ganz andere Probleme (es war jemand anderes gemeint!)" musste ich mir in lockeren Gesprächen schon einmal anhören.

Manchmal jedoch, bei neuen Begegnungen, zum Beispiel bei Reisebekanntschaften, verschweige ich meinen Zustand. Das habe ich kürzlich getan, weil ich einfach nicht vor wirklich fremden Leuten darüber reden wollte; nicht wegen Angst vor Ablehnung, sondern ich wollte mir eine mögliche salbungsvolle Reaktion ersparen und überhaupt mal nur ans Leben denken. Eine Frau wollte in der Folge Kontakt zu mir und ich hatte schon ein ziemlich blödes Gefühl bei dem Gedanken "Die weiß ja noch nicht einmal, wie krank ich bin."

Doofi, also, ich könnte das nicht und ich glaube, du tust dir viel an, wenn du so wenig darüber sprichst. Wenn du das aber nie generell so gemacht hast, ist der Vorschlag leicht gemacht, aber schwer umzusetzen. Machst du auch eine Therapie? Ich mache sie, um mit all den grauenvollen Belastungen fertig zu werden. Sie hilft mir sehr.

Liebe Grüße

Katharina
 

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