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Eigene Schuld - fremde Schuld

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Aus meiner Sicht sind Liebe und Leidenschaft großartig. Und wenn es auf dem einen Weg nicht klappt, dann klappt es eben auf einem anderen. Nur sollte man weder auf dem einen noch dem anderen Weg die Flinte zu schnell ins Korn werfen. Warum auch?

Irgendwas kann doch jeder Mensch.

Nur, wenn man sich zu sehr auf einen anderen Menschen verlässt - manche Menschen sprechen auch von Abhängigkeit -, dann ist der Traum vom Leben schneller vorbei, als man denkt.

Viele Menschen können und wollen ihre Gutheit anscheinend nicht, geben sie für allerlei Dinge auf, manchmal auch nur, um Gesellschaft, Sex, Partnerschaft oder Liebe zu haben.

Diese lausigen Verräter. 😀

~~~

Und nicht zuletzt ist es bei vielen Menschen eine maßlose Überschätzung anderer und ihrer selbst. Ob angebetet oder nicht, ob man selbst was drauf hat, oder nicht, das alles hält sich in Grenzen, wenn man nicht maßloß abschwurbelt.

Sehr oft sind andere nicht besser als man selbst. Nur eine unfundierte Erhöhung anderer und der eigenen Person, um irgendwie Cooles zu sehen und selbst cool zu sein.

Fundiertheit und Grundsolides sind das, was wirklich zählt.

~~~

Nur ist es gleichfalls auch verständlich, wenn wir spielen wollen und jegliche Grundsolidität in Frage stellen.

That's life, I guess.
 
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Re: Eigene Schuld - fremde Schuld
Bestmöglich würde ich übersetzen mit Leidenschaft, für das Erreichen eines Zieles einzutreten.

Aus dem alten Japan ist das Hagakure bekannt, ein Ehrenkodex für Samurais. Das Hagakure lehrt den Weg des Kriegers. Um bestmöglich zu leben, sollte man sich auf den Tod vorbereiten. Der idealisierte Sinn des Sterbens liegt im glühendenEinsatz für das eigene Ziel, woraus Loyalität, Mut und kindliche Pietät entstehen.
In unserer Gesellschaft fehlt es an Idealen sowie an der (glühenden) Leidenschaft, sich für das Erreichen des anvisierten Zieles einzusetzen. Ich kann mir vorstellen, dass Menschen Schuldgefühle haben, ohne zu erkennen, wirklich etwas falsch getan zu haben. Dabei - so denke ich - ist der Ursprung lediglich die fehlende Leidenschaft für das eigene Ziel.
Von daher halte ich die Einstellung, sich immer nur ausreichend einzusetzen, für die falsche.
Nur sieht sich bei uns kaum jemand selbst als Samurai, der für jeden Schwachsinn, den sein Boss fabriziert, Seppuku begehen würde. Denn auch das ist Teil des Ehrenkodex, unbedingte Treue bis in den Tod, wohin das führt, kennen wir aus der Geschichte. (Hitler ist in Japan bis heute hoch angesehen, aus Sicht der Japaner hat er nichts falsch gemacht.)
Ideale kann sich jeder suchen, glühende Leidenschaft für irgendwas gerne empfinden, doch besteht dabei das Risiko, daß die Leidenschaft einen Tunnelblick entstehen läßt, bei dem nur noch das Ziel etwas zählt, für das alles andere, Familie, Freunde, Gesundheit, Lebensglück, geopfert wird, und da entsteht zweifellos viel mehr Schuld als durch ein Zufriedensein mit einem "ausreichend".
Und daß heutzutage nur noch das immer besser, immer reicher, immer schöner, immer glücklicher zählt, ein "völlig ausreichend" gar keinen Wert mehr besitzt, weil die Medien (DSDS und so weiter) genau dieses "immer mehr" propagieren und jeder was ganz besonderes sein muß, weil sonst kein Hahn nach ihm kräht, kann ja wohl kaum der Sinn der Sache sein, oder?
Glühende Leidenschaft samt möglichem Tunnelblick ist deshalb nur da angemessen, wo es wirklich um Einzelleistungen geht, zum Beispiel wo nur ein Sportler den Siegeslorbeer davontragen kann. Und dann steht natürlich die Frage, sobald der Sieg eingefahren ist - was dann? Sieg oder Absturz, oder erst Sieg und dann Absturz, denn niemand kann ewig Sieger bleiben? Da ist doch derjenige glücklicher dran, von dem nie erwartet ist, daß er auf dem Siegertreppchen steht, der sich nicht abhetzt und quält wie ein Marathonläufer, sondern gemütlich spazierengeht und sich an jeder Blume am Wegrand erfreuen kann.
Die allermeisten Ziele im Leben werden nicht durch glühende Leidenschaft mit Tunnelblick und Beiseitewerfen von allem Störenden erreicht, sondern durch schlichte Beharrlichkeit.
 
Nur sieht sich bei uns kaum jemand selbst als Samurai, der für jeden Schwachsinn, den sein Boss fabriziert, Seppuku begehen würde. Denn auch das ist Teil des Ehrenkodex, unbedingte Treue bis in den Tod, wohin das führt, kennen wir aus der Geschichte. (Hitler ist in Japan bis heute hoch angesehen, aus Sicht der Japaner hat er nichts falsch gemacht.)

Auch wenn ich Dir zustimme, so leben auf der anderen Seite Menschen ohne Leidenschaft und ohne Sinn und Ziel. Sterben müssen wir alle...

Ideale kann sich jeder suchen, glühende Leidenschaft für irgendwas gerne empfinden, doch besteht dabei das Risiko, daß die Leidenschaft einen Tunnelblick entstehen läßt, bei dem nur noch das Ziel etwas zählt, für das alles andere, Familie, Freunde, Gesundheit, Lebensglück, geopfert wird, und da entsteht zweifellos viel mehr Schuld als durch ein Zufriedensein mit einem "ausreichend".

Also über ein Übermaß an Leidenschaft können wir uns in unserer Kultur nicht beklagen. Der Tunnelblick entsteht trotzdem, jedoch in unserer Kultur wohl eher durch ein übertriebenes Selbstverwöhnprogramm.

Die allermeisten Ziele im Leben werden nicht durch glühende Leidenschaft mit Tunnelblick und Beiseitewerfen von allem Störenden erreicht, sondern durch schlichte Beharrlichkeit.

Was hilfreich ist, um Ziele zu erreichen, ist ein gutes Thema. Beharrlichkeit ist sicher ein wichtiger Faktor.
 
Ich denke, dass viele Menschen gar nicht wissen, was sie wollen.

Dann wird in erster Linie auf Emotionen oder Gefühle zurückgegriffen.

Der Verstand bzw. Rationalität werden oftmals außer Acht gelassen.

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Wenn du einen Menschen also fragen würdest: "Wie hättest du gerne, dass diese Welt ist?"

Könnte dir kaum ein Mensch beantworten.
 
Ich denke, dass viele Menschen gar nicht wissen, was sie wollen.

Dann wird in erster Linie auf Emotionen oder Gefühle zurückgegriffen.

Der Verstand bzw. Rationalität werden oftmals außer Acht gelassen.

Das ist sehr wahr. Wir erleben es hier im Forum. Es gibt viele Menschen, die in Nöte geraten sind und vorwiegend ihre Gefühle im Fokus haben. Manchmal, so scheint es mir, lassen Menschen zu, dass ihre Gefühle dem Verstand das Licht ausknipsen. Danach kommen sie und fragen nach Hilfe. Und dann sollen sich andere Menschen Gedanken machen....

Das ist ja in Ordnung, auch mit und für andere Menschen zu denken. Aber Hilfe zur Selbsthilfe beinhält in vielen Fällen für mich die Anregung, dass der Hilfesuchende selbst ebenfalls nachdenkt.
 
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Das ist sehr wahr. Wir erleben es hier im Forum. Es gibt viele Menschen, die in Nöte geraten sind und vorwiegend ihre Gefühle im Fokus haben. Manchmal, so scheint es mir, lassen Menschen zu, dass ihre Gefühle dem Verstand das Licht ausknipsen. Danach kommen sie und fragen nach Hilfe.

Hmm...

Das ist nicht zuletzt eine Frage der Prägung, der Dialektik und der Trialektik.

Nachdenken ist mehr so eine Sache der "alten Welt".

Natürlich ist das jetzt nur ganz grob, aber wenn ich mir die Weltkarte so betrachte, dann sind gerade die USA jene, die sehr viel Wert auf Gefühl legen, aber nicht auf Logik. Der asiatische Raum wiederum legt sehr viel Wert auf Logik, aber nicht auf Gefühle. Und Europa wiederum ist irgendwo dazwischen.
 
Büßen für eigene Fehler
Ich erfuhr von folgender Ansicht: „Sich sein ganzes Leben lang für einen Fehler Vorwürfe machen, sich sozusagen in ein Büßerhemd kleiden, bedeutet, die eigene Verantwortung abzulehnen.“

Diese Meinung teile ich nicht. Gerade die Person, die sich selbst Vorwürfe macht und büßen will, drückt damit aus: Ich will auch die Verantwortung für mein eigenes falsches Tun tragen“. Es stellt sich für mich nur die Frage, ob dieses „sich-selbst-Vorwürfe-machen“ und das Büßen geeignet sind, Fehler und ihre Folgen auszugleichen.
 
Vergebung

Ich las: „Solange jemand nicht bereit ist, auch verantwortlich für eigene dunklen Seiten zu sein, solange braucht dieser Mensch eine Vergebung, die er womöglich nie erlangen kann.“

Ich denke: wenn jemand für seine eigenen dunklen Seiten nicht verantwortlich sein will, dann sucht er auch keine Vergebung – unabhängig davon, ob er sie braucht oder nicht.
 
Selbstkasteiung und mit dem Schmerz leben

Ich las die Meinung, dass Selbstkasteiung nur ein feiges Wegducken sei. Dies denke ich nicht. Vielmehr denke ich, dass Selbstkasteiung ein unbrauchbarer Versuch der Wiedergutmachung ist.

Ich las die Meinung: Selbstkasteiung sei Wasser auf die Mühlen derer, die den büßenden und Schuld beladenen Menschen nach ihren Wünschen fremd steuern können. Ja, diese Ansicht teile ich.

Einem Menschen, der unter Schuldgefühlen leidet, wurde die Empfehlung gegeben, dass er seinen Kopf hochnehmen und mit seinem Schmerz leben und arbeiten soll.

Ja, wenn ein Mensch sozusagen unter chronischen Schmerzen leidet und kein Arzt ihm helfen kann, dann bleibt auch nichts anderes übrig, als mit dem Schmerz zu leben. Wäre ich so ein Mensch, der unter chronischen Schmerzen leidet und mir würde jemand sagen, er wüsste von einem Spezialisten, dann würde ich diesen Spezialisten aufsuchen, egal wie merkwürdig mir das vorkommt.
 
Büßen für eigene Fehler

Ich erfuhr von folgender Ansicht: „Sich sein ganzes Leben lang für einen Fehler Vorwürfe machen, sich sozusagen in ein Büßerhemd kleiden, bedeutet, die eigene Verantwortung abzulehnen.“

Diese Meinung teile ich nicht. Gerade die Person, die sich selbst Vorwürfe macht und büßen will, drückt damit aus: Ich will auch die Verantwortung für mein eigenes falsches Tun tragen“. Es stellt sich für mich nur die Frage, ob dieses „sich-selbst-Vorwürfe-machen“ und das Büßen geeignet sind, Fehler und ihre Folgen auszugleichen.

Hmm... schwierig, gerade auch ohne konkretes Beispiel.

Mir fällt jetzt spontan der Freund eines Freundes ein, der in Afghanistan oder so eingesetzt war. Dort hat er wohl einen oder mehrere Menschen umgebracht. Zurück in Deutschland war er dann fertig mit der Welt, wurde aus dem Dienst entlassen, hatte ein Trauma. Wäre das so ein Fall, wo jemand büßen könnte bzw. müsste? Und wenn ja, wie?
 
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