Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Eigene Schuld - fremde Schuld

Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Meinen "Schuldentwurf" werde ich noch etwas sacken und wachsen lassen, bevor ich dazu vielleicht etwas schreibe. Formulieren und schreiben - gerade längere Texte - fällt mir aufgrund meines Seh-/Hirnproblems immer noch etwas schwierig. Habe daher "zurückgelesen" und gehe auf eine "kleine Baustelle" ein:

Gegenüber gestellt waren 2 Sätze:

1) Wer sein Leben liebt, wird es verlieren.
2) Wer sein Leben liebt, wird es nicht verlieren.

Der zweite Satz stammt von mir und ich halte ihn für symphatischer und logischer. Warum? Ich erkläre das.

Wenn man den zweiten Teilsatz betrachtet, also "wird es verlieren" oder "wird es nicht verlieren", dann scheint nur eines richtig sein zu können. Und wenn man davon ausgeht, dass der Mensch mit dem Tod sein Leben verliert, dann ist Ersteres zwingend richtig.

Aber:

Nehmen wir den ersten Teilsatz hinzu: "Wer das Leben liebt,..."

Hieraus ergibt sich die unterschwellige/implikative und aus meiner Sicht rhetorische Frage: "Wenn ein Mensch sein Leben nicht liebt, hat er sein Leben dann nicht bereits verloren"?

Und um den Brückenschlag zum Fadenthema zu machen: Kann es die Schuld eines Menschen sein, dass er sein Leben liebt oder nicht liebt?

Deine rethorische Frage scheint mir praxisnah zu sein. Und Deine letzte Frage finde ich auch spannend.

Zu Deiner rethorischen Frage, meine Antwort:
Es kommt darauf an, was unter "sein Leben lieben" gemeint ist. Wenn jemand Möglichkeiten für ein glückliches Leben hat und nicht nutzt oder suchen und finden kann - aber nicht sucht, dann kann man sagen "er hat sein Leben verloren".
Wenn der Mensch jedoch sein Leben, sein ggf. glückliches Leben für einen höheres Ziel opfert, könnte man auch sagen, dass er sein Leben nicht mehr liebt. Wobei die Betonung auf m e h r liegt. Wenn z.B. eine schwangere Frau durch eine Geburt sterben würde - sollte ihr Kind geboren werden - und die Mutter das Sterben vorzieht, um dem Kind das Leben zu ermöglichen, dann liebt sie das Kind m e h r als ihr eigenes Leben. Ich würde dann nur den Begriff Schuld durch Verantwortung oder durch "größere Liebe für" ersetzen.

Zu Deiner letzten Frage meine Antwort: Wenn wir seelische bzw. psychische Beeinträchtigungen ausschliessen, liegt es in der Verantwortung des einzelnen Menschen, sein Leben als wertvoll und liebenswert anzunehmen. Tut er es nicht, kann man schon von Schuld reden. Wir leben um zu lieben, oder?
 
Im Gegenteil dazu aber, und da komme ich auf Foren wie dieses zu sprechen, gerät man als jemand, der ein religiöses Bekenntnis ablegt, sofort in die virtuelle Schusslinie.

Kannst du bitte ein konkretes Beispiel angeben?

- Wenn ein religiöser Mensch die Misshandlung von Kindern gutheißt, gerät er in die Schusslinie - zu recht
- Wenn jemand homosexuelle Menschen diffamiert, gerät er in die Schusslinie - zu recht
- Wenn jemand gegen wissenschaftliche Erkenntnisse anschreibt, gerät er in die Schusslinie - zu recht

Bitte suche ein Beispiel, wo jemand in die Schusslinie gerät, weil er ein religiöses Bekenntnis ablegt.

(Wahrscheilich findest du sogar eines, aber bei der Suche wirst du feststellen, dass diese Beispiele deutlich in der Minderzahl sind)
 
Nordrheiner

Du kannst diese Welt in die kleinsten Brösel zerschmettern, um in den Glasssplittern Schuld oder irgendetwas anderes zu finden, vielleicht die Antwort darauf, warum Menschen tun, was sie tun. Und vielleicht hilft dir Gott dabei. Es mag aber auch sein, dass du niemals verstehen wirst, warum alles so funktioniert, wie es funktioniert.
 
Nordrheiner

Du kannst diese Welt in die kleinsten Brösel zerschmettern, um in den Glasssplittern Schuld oder irgendetwas anderes zu finden, vielleicht die Antwort darauf, warum Menschen tun, was sie tun. Und vielleicht hilft dir Gott dabei. Es mag aber auch sein, dass du niemals verstehen wirst, warum alles so funktioniert, wie es funktioniert.

Ich habe an mich nicht die Erwartung, alles und alle verstehen zu müssen. Aber ich gebe mir Mühe wenigstens die Menschen zu verstehen, denen ich begegne.
 
Ich habe an mich nicht die Erwartung, alles und alle verstehen zu müssen. Aber ich gebe mir Mühe wenigstens die Menschen zu verstehen, denen ich begegne.

Das glaube ich dir. Du gehst an die Menschen und das Leben an sich mit deinem "göttlichen Vorurteil" heran. Das ist dein Vorteil und dein Nachteil. Kompromisse, Baby.
 
Worin besteht der Nachteil? Welche Kompromisse meinst Du?

Nun ja, in meinen Wörtern würde ich (wiederholt) sagen, dass ich den Menschen in erster Linie als Menschen sehe, du ihn aber unter einen "Gottesbefehl" unterstellst, dem er genügt oder nicht genügt.

---

Kontrovers? Sicherlich.

Wenn ein Mensch in freier Wahl und Entscheidung sich nicht für ein gesundes, soziales und glückliches Leben entscheiden kann, dann ist es auch nicht die Aufgabe eines anderen, dies zu erledigen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Nun ja, in meinen Wörtern würde ich (wiederholt) sagen, dass ich den Menschen in erster Linie als Menschen sehe, du ihn aber unter einen "Gottesbefehl" unterstellst, dem er genügt oder nicht genügt.


Wir Menschen sehen nur das, was vor Augen ist. Daher neigen wir dazu, uns mal zu überschätzen oder zu unterschätzen. Und selbst wenn wir uns und unsere Fähigkeiten genau kennen, bedeutet das noch lange nicht, dass wir wissen, zu was wir fähig sind, wenn wir nicht nur unsere derzeit genutzten 10% des Gehirns zur Verfügung haben, sondern auch die übrigen 90%.
Manchmal denke ich, dass Gott den Schlüssel hat zu den übrigen 90%, jedoch den Schlüssel nicht rausrückt, weil er sieht, dass wir mit den 10% schon genügend Unsinn anstellen. Und während Menschen nach dem Schlüssel in der Biologie oder der Physik suchen, sitzt Er nebenan, schaut uns zu und hält den Schlüssel in seiner Hand. Und dann frage ich mich: Wo - in welcher Richtung - macht die Suche Sinn?
 
Wir Menschen sehen nur das, was vor Augen ist. Daher neigen wir dazu, uns mal zu überschätzen oder zu unterschätzen. Und selbst wenn wir uns und unsere Fähigkeiten genau kennen, bedeutet das noch lange nicht, dass wir wissen, zu was wir fähig sind, wenn wir nicht nur unsere derzeit genutzten 10% des Gehirns zur Verfügung haben, sondern auch die übrigen 90%.
Manchmal denke ich, dass Gott den Schlüssel hat zu den übrigen 90%, jedoch den Schlüssel nicht rausrückt, weil er sieht, dass wir mit den 10% schon genügend Unsinn anstellen. Und während Menschen nach dem Schlüssel in der Biologie oder der Physik suchen, sitzt Er nebenan, schaut uns zu und hält den Schlüssel in seiner Hand. Und dann frage ich mich: Wo - in welcher Richtung - macht die Suche Sinn?

Vielleicht würden die restlichen 90% aber auch dafür sorgen, dass wir aufhören würden so viel Scheiße zu bauen, wie nur die 10% alleine 😕
 
Wir Menschen sehen nur das, was vor Augen ist. Daher neigen wir dazu, uns mal zu überschätzen oder zu unterschätzen. Und selbst wenn wir uns und unsere Fähigkeiten genau kennen, bedeutet das noch lange nicht, dass wir wissen, zu was wir fähig sind, wenn wir nicht nur unsere derzeit genutzten 10% des Gehirns zur Verfügung haben, sondern auch die übrigen 90%.
Manchmal denke ich, dass Gott den Schlüssel hat zu den übrigen 90%, jedoch den Schlüssel nicht rausrückt, weil er sieht, dass wir mit den 10% schon genügend Unsinn anstellen. Und während Menschen nach dem Schlüssel in der Biologie oder der Physik suchen, sitzt Er nebenan, schaut uns zu und hält den Schlüssel in seiner Hand. Und dann frage ich mich: Wo - in welcher Richtung - macht die Suche Sinn?

Hmm..

Schwierig, weil deine Denk- und Sichtwelt nicht meine ist, und andersherum. Es ist nicht so, dass ich mir unter Gott, Sinn, Schuld und Suche nichts vorstellen könnte, aber es sind für mich einfach keine "arbeitstauglichen" Begriffe bzw. Bedeutungen. Wenn man so will, dann ist mein persönliches Leben ganz auf Finden/Erkenntnis aufgebaut, nicht auf Suche.
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.

Anzeige (6)

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben