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Eigene Schuld - fremde Schuld

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Tsunami,

das finde ich tragisch. Du nimmst so zackig Stellung zu vielen Fragen. Aber immer dann, wenn es eng wird, verstehst Du gerade nicht.

Vielleicht hat das etwas mit selektiver Wahrnehmung zu tun. Gibt es🙂

Burbacher
 
Tsunami,

das finde ich tragisch. Du nimmst so zackig Stellung zu vielen Fragen. Aber immer dann, wenn es eng wird, verstehst Du gerade nicht.

Vielleicht hat das etwas mit selektiver Wahrnehmung zu tun. Gibt es🙂

Burbacher

Sicher, ich werde den Kreis nicht rund machen, aber wo genau ist es eng und welche Schuld wirfst du mir vor?

(Und ja, vielleicht könnt ihr noch ein bisschen besser werden. Meine Wenigkeit und mein Gott heißen euch herzlich willkommen.)

Ihr verkennt meinen Nachteil als euren Vorteil. Wenn ihr auf diese Weise euch verorten und der Welt und dem Leben begegnen wollt, dann wünsche ich euch viel Glück.

---

Zurück zur Schuld:

Schuld stellt immer ein Verbrechen dar bzw. entsteht aus einem Verbrechen.

Für die Gottesgläubigen:

Das kennen wir schon von Adam, Eva und Gott.

(Baum der Erkenntnis my ass.)

---

Nordrheiner,

ich lebe nicht in deiner Welt, sondern du in meiner. In deiner Welt gibt es Schuld, in meiner nicht. Zumindest das sollte dir klar sein.

Und jetzt bin ich gespannt auf deine Schuldvorwürfe...
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich finde deine Fragestellung sehr interessant.
Nun, wie geht man mit der Schuldfrage um? Bei dir selber?
Stelle dir die Frage, wem hast du etwas getan?...Wie hast du es getan?...und "warum" hast du es getan?
Und wenn dir jemand etwas gemacht hat, dann stelle dir die selben Fragen.
Keiner von uns ist Gott oder hat einen scanner mit dem er alles durchleuchten kann. Aber wenn man ein einigermaßen funktionierendes Gewissen hat, dann denke ich ist das der beste Indikator. Und die oben genannten Fragen könnten vielleicht bei der Erforschung des eigenen Gewissens behilflich sein.
Ich bin kein Freund davon jemanden von aller Schuld frei zu sprechen, nur weil er vielleicht eine Geschichte hat. Ich bin aber auch kein Freund davon, jemanden zu verurteilen ohne nach den Gründen zu fragen.
Insofern kann die Frage nach einer vermeintlichen Schuld eigentlich immer nur individuell beantwortet werden. Zumindest wenn es sich um den "moralischen" Aspekt handelt. Was den gesesetzlichen angeht, braucht man nur das BGB aufschlagen. Allerdings glaube ich sehr stark an die These: "Recht haben ist nicht gleich Recht bekommen!"
Für mich ist Recht alles was ich moralisch vertreten, mit meinem Gewissen vereinbaren und zu dem ich irgendwo stehen kann. Für das ich gute Gründe habe und nicht die Absicht jemandem aus Böswilligkeit zu schaden.
Vorrausetzung hierfür ist natürlich ein einigermaßen gesunder Menschenverstand.
Und gerade wir deutschen sollten am besten wissen, dass es nicht immer richtig ist auf eine Gesetzgebung zu hören oder eine Regel zu befolgen. Also in letzter Instanz entscheiden wohl die Absichten eines Menschen über den Grad seiner Schuld. Nichtsdestotrotz kann auch hierbei jemand mal zu weit gehen....

Soweit meine Gedanken,
lg, Gazelle

Hallo, Gazelle,
danke für Deinen Beitrag. Deine Fragen sind auch meine Fragen. Du hast den Aspekt "Erforschung des eigenen Gewissens" genannt. Wenn ich etwas getan habe, was z.B. zu einer Verletzung eines Menschen oder zur Ungerechtigkeit führte, habe ich mein Gewissen als Mahner in mir. Darüberhinaus gehe ich der Frage nach, wieso ich den Mahner nicht vorher hörte? Dieses Überhören empfinde ich als Ärgernis.
Bei allem guten Wollen erkenne ich die Natur des Menschen, situationsbedingt dem Bösen den Vorzug zu geben.
Damit meine ich nicht die Fehlerhaftigkeit immer die richtige Entscheidung treffen zu können, die uns Menschen eh anhängt.
Viele wollen nicht böse sein. Und noch mehr Menschen wollen sich nicht nachsagen lassen, sie hätten (auch) den Hang zum Bösen in sich. Die Menschen reagieren ziemlich ungehalten, so manches mal auch aggressiv, wenn man das so konkret und deutlich formuliert.
Mich erinnert das an einen Alkoholiker, der dem Vorwurf Alkoholmissbrauch entgegnete: "Du trinkst doch auch Alkohol".
Aber genau so eine klare Feststellung ist in so manchen Fällen, wie z.B. dem Alkoholmissbrauch, Lügen, Diebstahl, Egozentrik, Untreue unverzichtbar.
Erst dann, wenn der Schuldhafte der Schuld zustimmt, kann erfolgreich Entschuldung vorgenommen werden. Dann kann - wie Daoga es nannte - ehrliches Bereuen als Voraussetzung für Entschuldung passieren.

Auf der anderen Seite, bei dem durch Schuld verletzten Menschen, sehe ich sein Recht auf Schuldfeststellung. Für mein Empfinden für Gerechtigkeit muß dem Verletzten bestätigt werden, dass andere Menschen an ihm Unrecht begangen haben und sich an ihm schuldig machten. Ein Arzt, der eine Krankheit und ihre Erreger verharmlost, dürfte wohl kaum für einen Heilungsprozess kompetent sein.

LG, Nordrheiner
 
Wenn wir keine Verbrechen begehen, dann werden wir auch nicht schuldig.

---

Nordrheiner, deine nächsten 2 oder 3 Beiträge sind einkalkuliert. Überrasche mich.
 
Zuletzt bearbeitet:
Mal ein paar Beispiele:
....
Ist es richtig einen Menschen zu töten, der niemandem etwas getan hat?
.....
Und ist es wirklich "immer" richtig jemanden zu verurteilen, der gegen ein Gesetz, egal in welcher Epoche, verstoßen hat?

Ich denke es ist jedenfalls "immer" richtig, nach bestem Wissen und Gewissen zu handeln.
Anders kann ich die Frage auch nicht beantworten😱

Hallo, Gazelle, aus Deinen reichhaltigen Beispielen nur eine kleine Auswahl. Jedes Deiner Beispiele ist es wert, für sich alleine als Faden zu diskutieren.

Mir sind Deine Beispiele in Zusammenhang mit Deinem vorherigen Beitrag "Gewissen" wichtig. Das Verurteilen von anderen Menschen ist immer eine leichtere Übung, als sein eigenes Gewissen zu erforschen. In diesem Zusammenhang beobachte ich in diesem Forum - aber nicht nur hier - ein Phänomen: Ein Person hat einen Fehler bzw. eine Schuld gegenüber X eingestanden. X hat diese Schuld längst verziehen. Zwischen beiden Personen besteht eine bereinigte, schuldfreie Situation.
Und jetzt gehen Dritte hin und werfen dem früher schuldhaft Handelnden seine Schuld immer wieder vor und dies auch dann, wenn diese Dritte die Situation garnicht beurteilen können. Der Prozess des Verzeihens, der längst stattgefunden hat, wird ignoriert. Warum?

Ich denke...weil es nicht um die Person geht, der man ihr früher schuldhaftes Handeln vorwirft. Ich sehe darin die Schwierigkeit vieler Menschen, mit eigener Schuld umzugehen. Aus meiner Sicht steht dahinter das sich-selbst-Verurteilen für eine oder mehrere Schulden, die mir als Betrachter i.d.R. verborgen sind. Für mich steckt dahinter ein versteckter Hass gegen sich selbst - oder mit anderen Worten: ein liebloser Umgang mit sich selbst.

Das Verurteilen von Schuldigen oder angeblich Schuldigen ist für mich ein anderer Ausdruck für "Entzug von Liebe".
Und Menschen wollen geliebt werden. Ohne Liebe werden Menschen Maschinen und Gegenständen ähnlich. Bei Schuld wird oft der Zusammenhang mit Liebe nicht gesehen. Schuld trennt von Liebe. Auch wenn Schuld nicht ans Tageslicht kommt, trennt sie dennoch von Liebe, denn der Schuldige weiß (wenn er sein Gewissen erforscht), dass er die Liebe nicht verdient hat. Er kann die Liebe nicht wirklich ohne schlechtes Gewissen annehmen.

Auf der anderen Seite ist das Nicht-Bekennen von Schuld die Basis, sich weiter zu verschulden. Das Nicht-Bekennen von Schuld, dass Abstreiten und Ignorieren eigener Schuld begegnet uns sehr oft. Dahinter steht die durchaus berechtigte Befürchtung, Annahme und Liebe zu verlieren. Wenn "Du" verlangst, der andere soll seine Schuld eingestehen, dann wirkt das durchaus so, als ob "Du" von dem Anderen verlangst, er solle sich selbst den Teppich unter den Füßen wegziehen. Er soll sein Selbstbild "ich bin ein guter Mensch" demontieren. Und was erhält er dadurch? In der Regel nur einen Schuldspruch und Lieblosigkeit. Wie attraktiv ist das denn?

Es stellt sich mir an dieser Stelle die Frage: Wie befreiend und hilfreich wäre es, wenn man dem Schuldigen das Verzeihen zusagen kann und ihn nicht von der Liebe trennt. Nichts kann uns trennen von der Liebe.... welche eine Aussage! Diese Aussage ist nach meiner Meinung so nicht richtig. Schuld trennt von Liebe. Es liegt an "mir", dass ich diese Trennung durch Schuldeingeständnis abbaue. "Ich" durchforsche mein Gewissen, wie Du es angesprochen hast, mit den verschiedenen Fragen. Dieses Durchforschen tue "ich" nicht vornehmlich, um in masochistischer Art und Weise unter meiner Schuld zu leiden, sondern um sie loszuwerden, weil sie mich von Liebe trennt.

Ich empfinde es als äusserst hilfreich, wenn der Schuldsprecher die Bereitschaft zur Vergebung signalisiert und "mir" seine Liebe versichert. Wenn der Schuldsprecher eher zur lieblosen Sorte Mensch zählt, verstehe ich jeden, der sich hütet, eigene Schuld einzugestehen.

LG, Nordrheiner
 
Zuletzt bearbeitet:
Nordrheiner,

du scheinst das Leben als ziemlich kompliziert zu sehen. Wird es denn nicht einfacher?

Mir fällt da gerade die Aussage einer meiner geistigen Mentoren ein:

Simplify. Simplify.

---

Kann es sein, dass du Angst davor hast, diese Welt wirklich und vollkommen zu verstehen?

---

Sicher, du hast keine Angst. Hast du auch keine Angst vor Gott?

---

Und ja, Nordrheiner, wir können uns gegenseitig auf den Prüfstand dieser Welt stellen. Du sagst mir, wer du bist, und ich sage dir, wer ich bin.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn ich das richtig mitbekommen habe, zählt auch für Dich primär, im rechtlichen Sinne, die Unschuldsvermutung. Nix anderes hat Tsunami damit gemeint/vermitteln wollen. Zumindest in meinen Augen.
Selbst wenn Tsunami die ganze Welt mit seinen Menschen persönlich und gut kennen würde, er ist kein Richter. Ich finde das macht Tsunami sympatisch, denn er begenet allen relativ offen. Grenzen gibt es natürlich immer und bei jeden von uns.

Bezogen auf alle Menschen und die Weltsituation muß man schon sehr naiv oder weltfremd sein, alle Menschen pauschal von Schuld freizusprechen. Die Unschuldsvermutung, die im Einzelfall richtig sein kann, ist bei Betrachtung des Weltgeschehens falsch.
 
Bezogen auf alle Menschen und die Weltsituation muß man schon sehr naiv oder weltfremd sein, alle Menschen pauschal von Schuld freizusprechen. Die Unschuldsvermutung, die im Einzelfall richtig sein kann, ist bei Betrachtung des Weltgeschehens falsch.

Glaube mir, es ist einen Versuch wert. Warum nicht?

Liebe ist stärker als Gewalt, nicht?

Versuche doch einfach mal, das Leben und die Menschen nicht so pessimistisch zu sehen.
 
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