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Eigene Schuld - fremde Schuld

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Vieles, was der jeweilige Mensch tut, ist nicht zuletzt durch Familie, Kultur und sonstige Einflussfaktoren vorgegeben bzw. bestimmt. Das nachfolgende Video gibt es so nur auf Englisch. Es soll nur im Vergleich Deutschland-Japan verdeutlichen, dass Vieles, was man an Kultur oder Individuum wird, von der "Schule" abhängt, nicht von der "freien Wahl" alleine.

Es ist schon richtig, dass der Mensch sozialisiert wird und diese Sozialisierung ist die Basis, von der aus der einzelne Mensch sein Leben startet. Das bedeutet aber doch nicht, dass wir zu allen Einflüssen und Gegebenheiten unserer Familie oder der Gesellschaft, in der wir leben, "ja" sagen müssen.

Gerade weil Du Japan erwähnst, kann ich ein interessantes Beispiel liefern:

Bushido – der Weg des Samurai

Das Denken in der früheren japanischen Kultur war schonfür heutige Verhältnisse sehr merkwürdig.
Ich möchte an diesem Beispiel aufzeigen, wie ich mich damit auseinandersetze.

In „Bushido - Der Weg des Samurai“ (von Tsunetomo Yamamoto)wird folgendes ausgesagt:

„Wird man mit zwei Alternativen konfrontiert, Leben und Tod, so soll man ohne zu zögern den Tod wählen. Daran ist nichts Schweres; man muß nur fest entschlossen sein Ziel verfolgen.

Wenn einige behaupten „ein Tod ohne seine Bestimmung erlangt zu haben, sei ein sinnloser Tod“ so ist das die berechnende Art zu denken. Zwischen zwei Alternativen eingezwängt, kann man nur schwer den richtigen der beiden Wege wählen. Um sicher zu gehen, bevorzugt jeder das Leben gegenüber dem Tod. Man versucht, sich von der Vernunft des eigenen Überlebens zu überzeugen. Doch wenn man überlebt, ohne ein gerechtes Ende erlangt zu haben, ist man ein Feigling. Hierin liegt der entscheidende Punkt.

Solange jemand umgekehrt den Tod wählt, ohne sein Ziel erreicht zu haben, ist sein Tod frei von Schande, auch wenn andere ihn sinnlos oder wahnsinnig nennen mögen. Das ist die Essenz von Bushido.“
-----------------------------------

Hier wird dem Lebenden zugesprochen, ein Feigling zu sein, wenn er kein gerechtes Ende erlangt.
Umgekehrt kann der Mensch wenigstens frei von Schande sterben, wenn er freiwillig sein Leben opfert. Also im Prinzip: Lieber früh sterbenals sinnlos lange leben.

Diese japanische Philosophie kannte keinen Sinn im Leben als den, für den Fürsten zu leben und zu sterben.

„Ein Gefolgsmann, der das Los seines Fürsten teilt und diesem alle Entscheidungen überlässt – ob gut oder böse – und sein Lebenaufgibt, verfolgt aufrichtig und ernst sein Ziel.“

An diesem Beispiel lässt sich erkennen, wie Wertvorstellungen – argumentativ untermauert, lediglich zur Stärkung weltlicher Macht des Fürsten dienen und keinen höheren Zweck verfolgen.

Ich kann das nachvollziehen, insofern der Fürst seine Macht dazu nutzt, das Volk zu beschützen und das Leben des Einzelnen zu fördern. Allein mein Zweifel an dem Guten im Menschen sowie die Geschichte lassen mich eine solche Philosophie ablehnen.


Die Selbstverantwortung für das eigene Leben steht für mich ganz oben auf der Liste meiner Entscheidungen. Der einzelne Mensch „muß“ in Selbstverantwortung Zusammenhänge erforschen und den Sinn seines Lebens zu erkennen versuchen.
 
Es ist schon richtig, dass der Mensch sozialisiert wird und diese Sozialisierung ist die Basis, von der aus der einzelne Mensch sein Leben startet. Das bedeutet aber doch nicht, dass wir zu allen Einflüssen und Gegebenheiten unserer Familie oder der Gesellschaft, in der wir leben, "ja" sagen müssen.

Die Grenzen der Freiheit sind oftmals enger gesteckt, als so manch einer glauben mag. Die Fähigkeit zur Reflektion ist nicht wirklich jedermanns Sache.

Gerade weil Du Japan erwähnst, kann ich ein interessantes Beispiel liefern:

Bushido – der Weg des Samurai

Das Denken in der früheren japanischen Kultur war schonfür heutige Verhältnisse sehr merkwürdig.
Ich möchte an diesem Beispiel aufzeigen, wie ich mich damit auseinandersetze.

In „Bushido - Der Weg des Samurai“ (von Tsunetomo Yamamoto)wird folgendes ausgesagt:

„Wird man mit zwei Alternativen konfrontiert, Leben und Tod, so soll man ohne zu zögern den Tod wählen. Daran ist nichts Schweres; man muß nur fest entschlossen sein Ziel verfolgen.

Wenn einige behaupten „ein Tod ohne seine Bestimmung erlangt zu haben, sei ein sinnloser Tod“ so ist das die berechnende Art zu denken. Zwischen zwei Alternativen eingezwängt, kann man nur schwer den richtigen der beiden Wege wählen. Um sicher zu gehen, bevorzugt jeder das Leben gegenüber dem Tod. Man versucht, sich von der Vernunft des eigenen Überlebens zu überzeugen. Doch wenn man überlebt, ohne ein gerechtes Ende erlangt zu haben, ist man ein Feigling. Hierin liegt der entscheidende Punkt.

Solange jemand umgekehrt den Tod wählt, ohne sein Ziel erreicht zu haben, ist sein Tod frei von Schande, auch wenn andere ihn sinnlos oder wahnsinnig nennen mögen. Das ist die Essenz von Bushido.“
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Hier wird dem Lebenden zugesprochen, ein Feigling zu sein, wenn er kein gerechtes Ende erlangt.
Umgekehrt kann der Mensch wenigstens frei von Schande sterben, wenn er freiwillig sein Leben opfert. Also im Prinzip: Lieber früh sterbenals sinnlos lange leben.

Diese japanische Philosophie kannte keinen Sinn im Leben als den, für den Fürsten zu leben und zu sterben.

„Ein Gefolgsmann, der das Los seines Fürsten teilt und diesem alle Entscheidungen überlässt – ob gut oder böse – und sein Lebenaufgibt, verfolgt aufrichtig und ernst sein Ziel.“

An diesem Beispiel lässt sich erkennen, wie Wertvorstellungen – argumentativ untermauert, lediglich zur Stärkung weltlicher Macht des Fürsten dienen und keinen höheren Zweck verfolgen.

Ich kann das nachvollziehen, insofern der Fürst seine Macht dazu nutzt, das Volk zu beschützen und das Leben des Einzelnen zu fördern. Allein mein Zweifel an dem Guten im Menschen sowie die Geschichte lassen mich eine solche Philosophie ablehnen.


Die Selbstverantwortung für das eigene Leben steht für mich ganz oben auf der Liste meiner Entscheidungen. Der einzelne Mensch „muß“ in Selbstverantwortung Zusammenhänge erforschen und den Sinn seines Lebens zu erkennen versuchen.

Weiters würde ich sagen, dass man gleichermaßen sinnvoll leben und sterben kann, oder eben auch sinnlos. Was aber in diesem Leben sinnvoll oder sinnlos ist, darüber könnten wir wahrscheinlich Stunden und Jahre lang debattieren.

Was das Gute betrifft, verhält es sich ähnlich. Um die Frage zu beantworten, ob DAS LEBEN, dessen Teil wir sind, gut, schlecht oder irgendwas anderes ist, braucht es einer gewissen Reflektion.

~~~

Schauen wir uns mal Kriege an. Menschen haben in der Vergangenheit Kriege gekämpft, tun es jetzt und werden es auch in Zukunft tun. Wir könnten auch über Mobbing oder sonstige Konflikte in der Gesellschaft sprechen. Das Prinzip ist immer dasselbe.

Ein Krieg ist nicht per se schlecht. Um zu beantworten, ob ein Krieg gut ist, musst du folgende drei Fragen beantworten:

Wer führt Krieg? Gegen wen? Zu welchem Zweck?

Nach der Beantwortung der Fragen kannst du dir ein ungefähres Bild darüber machen, ob ein Krieg gut ist oder nicht.

~~~

Kriege - allgemeine und persönliche - wurden schon aus niedersten Gründen geführt. Das hat sich bis heute nicht geändert.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Grenzen der Freiheit sind oftmals enger gesteckt, als so manch einer glauben mag. Die Fähigkeit zur Reflektion ist nicht wirklich jedermanns Sache.

Die Grenzen der Freiheit haben viel mit unserem Herzen und mit unserem Denken zu tun. Die Sehnsucht im Herzen nach den schönen Dingen im Leben, wie (Nächsten-) Liebe, Fürsorge, Freiheit, Schönheit, Kunst.... ist der Anlass für unser Denken auch nach Möglichkeiten der Verwirklichung zu suchen. Ich denke, es gibt die Stimme in uns, die sagt "es geht nicht - überall sind Begrenzungen" und es gibt die Stimme in uns, die sagt: "hinter allen Grenzen gibt es noch etwas anderes, lass uns danach suchen."

Es ist unsere Entscheidung, auf welche Stimme wir hören. Und vielleicht kann man sogar von Schuld reden, von dem Möglichkeitsdenken keinen Gebrauch zu machen und statt dessen auf die negative Stimme zu hören.

Neulich sagte eine depressiv gestimmte Frau zu mir: Ich bin immer so traurig und kraftlos.
Ich antwortete ihr: Ändere zuerst Dein Denken und Dein Sprechen. Sage ab sofort: Noch bin ich traurig und noch bin ich kraftlos.



Weiters würde ich sagen, dass man gleichermaßen sinnvoll leben und sterben kann, oder eben auch sinnlos. Was aber in diesem Leben sinnvoll oder sinnlos ist, darüber könnten wir wahrscheinlich Stunden und Jahre lang debattieren.

Ich denke nicht, dass wir Fragen über den Sinn des Lebens mittels einer Debatte beantworten können. Ich verweise auf meine Beiträge Nr. 1779 und 1783 in denen ich mitteilte, dass (für mich) Sinn erkennbar ist, sobald ich Zusammenhänge verstehe.

Leid, Krankheit, Tod ... alles steht in einem für mich plausiblen Zusammenhang. Ich freue mich nicht über Leid, Krankheit und Tod. Aber ich bin glücklich, weil ich den Zusammenhang mit meinem Leben erkenne. Weder Leid noch Krankheit noch Tod können mein Glück beeinträchtigen oder den Sinn meines Lebens schmälern.

Was das Gute betrifft, verhält es sich ähnlich. Um die Frage zu beantworten, ob DAS LEBEN, dessen Teil wir sind, gut, schlecht oder irgendwas anderes ist, braucht es einer gewissen Reflektion.

Ja, das ist völlig richtig. Deswegen ist es manchmal besser, alle Geräte abzuschalten, alle Ablenkungen zu entfernen und sich nur mit sich selbst, den eigenen Gedanken zu beschäftigen. Dazu nehme ich auch als Ergänzung ein Buch, welches meine Gedanken in die Richtung lenkt, die ich anstrebe.


Schauen wir uns mal Kriege an. Menschen haben in der Vergangenheit Kriege gekämpft, tun es jetzt und werden es auch in Zukunft tun. Wir könnten auch über Mobbing oder sonstige Konflikte in der Gesellschaft sprechen. Das Prinzip ist immer dasselbe.

Ein Krieg ist nicht per se schlecht. Um zu beantworten, ob ein Krieg gut ist, musst du folgende drei Fragen beantworten:

Wer führt Krieg? Gegen wen? Zu welchem Zweck?

Nach der Beantwortung der Fragen kannst du dir ein ungefähres Bild darüber machen, ob ein Krieg gut ist oder nicht.

~~~

Kriege - allgemeine und persönliche - wurden schon aus niedersten Gründen geführt. Das hat sich bis heute nicht geändert.

Deine Gedanken sind nachvollziehbar. Im Prinzip ist jeder Krieg und jedes Verbrechen eine Begrenzung der schönen und wunderbaren Lebensmöglichkeiten der Menschen. Ebenso ist negatives Denken eine Begrenzung der schönen und wunderbaren Lebensmöglichkeiten der Menschen.

Dabei erinnere ich an den Zusammenhang von Denken und Handeln. Es ist daher für mich wichtig, dass ich nicht nur Gutes denke und nach Möglichkeiten der Umsetzung nachdenke, sondern auch zum Handeln komme. So wie Du es gemacht hast, als Du Deine Bude auf Vordermann gebracht hast. Du hast nicht nur gedacht, wie schön es in einer aufgeräumten Bude sein könnte, sondern Du hast die Bude aufgeräumt. Das war völlig richtig! Nur so geht es!

Nur Möglichkeiten denken - aber das Tun versäumen - nenne ich (schuldhaftes) Unterlassen.
Wenn man so will, so bedeutet Schuld das Gute nicht gedacht oder nicht getan zu haben.
 
Ich denke, dass viele Menschen sich öfter mal fragen, ob sie auf ihre innere Stimme hören sollen, oder sich den Regeln der Gesellschaft anpassen.

Was denkst du dazu, Nordrheiner?
 
Werde dann doch nicht auf deine älteren Beiträge eingehen. Ich denke, dir und mir ist klar, worum es ging. Weitere Erörterung wäre zwar möglich, aber ich halte es nicht wirklich für notwendig.

Alles zu seiner Zeit.
 
Ich denke, dass viele Menschen sich öfter mal fragen, ob sie auf ihre innere Stimme hören sollen, oder sich den Regeln der Gesellschaft anpassen.

Was denkst du dazu, Nordrheiner?

Ja, das könnte zu einer Verbesserung führen. Bevor "ich" die Gesellschaft frage, was ich tun soll, sollte ich immer selbst erstmal nachdenken.

Schau', Nordrheiner, wenn ich dir eine Frage stellen darf: Warum bemühen sich Menschen nicht um das maximale Glück aller Menschen?

Weil sie schon voll damit beschäftigt - wenn nicht gar überfordert sind - für ihr eigenes zu sorgen. Und dann kommt dazu noch der Egoismus.... Aber fairerweise sollten wir erwähnen, dass es doch noch eine beträchtliche Anzahl von Menschen gibt, die sich für das Wohl anderer Menschen einsetzen.
 
Tut mir leid, Nordrheiner. Ich versage auf ganzer Strecke.

Es ist zu hart. Das Leben bricht mich.


Während ich diese Worte aber schreibe, dünkt mir, dass es auch anders sein könnte.

Warte einen kleinen Moment.
 
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