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Eigene Schuld - fremde Schuld

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Für weitere Antworten geschlossen.
Menschen können Konstanten sein. 🙂 Nicht nur Gott. 😉
Du kanntest wahrscheinlich die Falschen. 😉

Der Begriff "Konstante" wird sicher von Mensch zu Mensch mit ganz unterschiedlichem Inhalt gefüllt.

Wie ich diesen Begriff verstehe:

Konstante...
- kann der kleine Laden sein, in dem seit 20 Jahren das gleiche Ehepaar Lebensmittel verkauft
... bis eben eines Tages beide in Rente gehen und der Laden ohne Nachfolger geschlossen wird.
Heute steht dort ein Mehrfamilienhaus oder ein Fahrradladen...
Aber für 20 Jahre war dieser Laden und dieses Ehepaar eine Konstante. Das Ehepaar treffe ich nicht mehr.

- können die Eltern sein oder die Geschwister. Jedoch eines Tages werden sie nicht mehr da sein.

- Selbst der Ehemann oder die Ehefrau ist eine Konstante. Aber auch nur eine zeitlich begrenzte. Diese endet, wenn irgendein Ereignis, welches wir vielleicht sogar begünstigt haben, das Zusammenleben beendet.

- Unsere Gesundheit ist eine Konstante. Aber auch sie endet.

- Wir selbst verstehen uns als eine Konstante für andere Menschen. Gerade Menschen mit ethischen Ansprüchen an sich selbst wollen ihre Werte konstant leben. Wir lehnen uns sogar soweit aus dem Fenster, dass wir anderen Menschen Versprechungen machen. Das meinen wir auch sehr aufrichtig. Aber auch wir müssen feststellen, dass wir unsere Versprechen nicht immer durchhalten können (oder wollen). Und andere Menschen erleben, dass wir für sie jetzt nicht mehr konstant (da) sind.

- Unser Arbeitsplatz ist eine Kontante. Wir erhalten regelmässig unser Gehalt oder unseren Lohn.
Mit dem Geld rechnen wird. Wir überlegen, ob es für einen Urlaub reicht oder für die Anschaffung von z.B. einem neuen Fahrrad.

- selbst schlechte Menschen sind eine Konstante. Wir wissen, dass wir ihnen niemals trauen dürfen.

Wir brauchen Konstante. Wir suchen das Dauerhafte. Es ist wie ein Geländer an der Treppe. Schon alleine der Anblick, dass dieses Geländer da ist, beruhigt uns. Evt. halten wir uns nicht daran fest, aber wir könnten es. Das ist gut.

Was ich sagen will, ist: Was immer wir als Konstante verstehen, so ist doch jede menschliche Konstante mit einem Ende der Konstanz verbunden. Die Dauer der Konstante kann mehrere Stunden betragen oder mehrere Jahre. Aber irgendwann endet sie.

Gerade weil Menschen als Konstante gesucht, gebraucht und empfunden werden, wird ein Ende der Konstanz (Trennung z.B. durch Umzug, Krankheit, Tod) als besonders tragisch empfunden.

Daher empfinde ich Gott als eine Konstante, die kein Ende hat. Er ist immer der Gleiche. Er verändert sich nicht. Seine Richtlinien sind immer richtig und nicht nur "diesen Sommer" und auch nicht nur "wenn sie mir gefallen". Der Beweggrund dieser göttlichen Konstante ist Liebe zu uns Menschen.

Das Problem bin immer ich. Meinem Wunsch, selbst eine Konstante zu sein, werde ich nie vollständig genügen, egal wie sehr ich es auch aufrichtig wollte. Es wird immer Menschen geben, deren (berechtigte) Erwartungen ich nicht erfülle, warum auch immer.

Irgendwie merkwürdig. Obwohl ich Konstante sein möchte oder Konstante (möglichst ohne Ende) haben möchte, bin auch ich Teil des Problems, dass es im menschlichen Bereich keine wirkliche Konstante gibt. Es gibt immer nur endliche Konstante und sie unterscheiden sich durch die Dauer.

Für mich persönlich habe ich den Wunsch nach einer nicht endenden Kontante. Aber das Vorhandensein einer unendlichen und auch sehr guten Kontanten ist nicht genug. Am Geländer muß ich mich auch festhalten.

Und merkwürdig. Gott weiß, dass wir auch mal das Geländer loslassen oder aus einem Gefühl der Selbstsicherheit meinen, dieses Geländer nicht zu benötigen. Aber Gottes Angebot steht konstant, dass wir uns von ihm tragen lassen und Ihm vertrauen, weil Er eben konstant gut ist und uns Menschen liebt.

Meine Frage an mich lautete früher: Will ich einer endlichen Konstanten vertrauen oder einer unendlichen? Ich habe mich für die unendliche Variante entschieden.

Endet eine Konstanz, beschäftigen sich Menschen mit der Schuldfrage." Das Auto ist kaputt, weil mir jemand da reingefahren ist. Dieser Jemand ist schuld."

Das Ende einer bisher konstant scheinenden menschlichen Beziehung wird besonders "gerne" mit der Schuldfrage verknüpft. Die Schuldfrage "warum bin ich nicht konstanter in meinem Verhalten?" oder "warum habe ich versagt?" wird unterschiedlich beantwortet. Am liebsten reichen wir die Schuldfrage an den anderen weiter "diese Person ist schuld, weil...".

Gerade was menschliche Beziehungen betrifft, bin ich nicht dafür, die Schuldfrage zu betonen. Sie ist nicht völlig unwichtig, nein, aber in meinen Augen steht sie hier nicht an erster Stelle.

Den positiven Lösungsweg für eine zukunftsfähige Antwort will ich mit einer Metapher beschreiben:

Wenn es in meinem Körper einen schädlichen Virus gibt, der meine Gesundheit gefährdet, dann benötige ich ein Gegenmittel, welches meine Gesundheit stabilisiert. Die Frage: “wie kommt der Virus in meinen Körper“ ist interessant. Aber wichtiger ist doch die Frage: „Wie werde ich gesund?“

Und bei Gesundung nehme ich doch am besten ein Mittel, welches nicht nur für ein paar Stunden oder ein paar Tage hilft, sondern möglichst „für immer“ ausreicht. Oder? Das nenne ich dann ein konstant gutes Mittel. Mit diesem "Mittel" will ich leben. Weil es einfach konstant gut ist. Es ist kostenfrei erhältlich.

LG, Nordrheiner
 
Meinst du nicht eher, dass ich die Realität verdrehe?


Ja, prima. Deine Beschreibung für Dein Tun gefällt mir noch besser als der Ausdruck "Ignoranz".

Menschen verdrehen "gerne" die Realität. Anstatt "ich" ist die Situation oder ist der andere Schuld. Was gut ist nenne ich schlecht und was schlecht ist nenne ich gut. Was konstant ist nenne ich variabel, flüchtig und was flüchtig ist, nenne ich Konstanz.

Aber warum ist das ? Warum tun Menschen was sie tun? Warum tust Du was Du tust?
Wir wollen Liebe und begeben uns in die Isolation. Wie widersprüchlich.

Ich bin dieser Frage etwas in deinem anderen Faden nachgegangen. Hervorheben möchte ich den Ausdruck "Selbstfindung" und "neue Orientierung". Dafür ist Rückzug ganz gut.
Jedoch können Selbstfindung und neue Orientierung n.m.M. nur gelingen, wenn ich herausfinde, was konstant gut ist und was ich bisher falsch sah oder machte. "Du" benötigst quasi einen Leuchtturm, der Dir die Richtung weist.


Wenn ich anerkenne, dass dieser Leuchtturm die richtige Richtung für mich weist, dann gehört dazu die Erkenntnis, das meine bisherige Lebensrichtung falsch war. Die Aussage "der Leuchtturm ist richtig" und dazu die Aussage "ich ging bisher auch immer den richtigen Weg" ist völlig unlogisch und in meinen Augen falsch. Hier wieder ist die Schuldfrage hilfreich. Sie sagt mir: Ich habe mich geirrt oder war eigensinnig oder beides. Das ist ein guter Anfang, finde ich.

Vielleicht ist das Licht des Leuchtturms von Deiner Lebenssituation aus nur klein zu erkennen. Aber wenn auch. Jammere nicht rum was alles falsch lief sondern stehe auf und gehe in die Richtung, die das Licht des Leuchtturms zeigt. Ich habe Hoffnung.... deswegen gehe ich, trotz aller meiner Fehler.

LG, Nordrheiner
 
Ich mag immer noch Herausforderungen. Bring mich nicht in Versuchung.
Wie weit ich wirklich gehen kann, weiß ich nicht. Das wäre eine Spekulation. Aber ich kann Dir sagen, wer vermutlich alt aussieht, wenn wir beide uns auf dem Badmintonfeld gegenüberstehen.

Ja, Nordrheiner, du weißt ja, dass Dinge einfacher aussehen, als sie auf den ersten Blick sind.

Badminton, was ist das? Ein schöner Sport, würde ich sagen. Auch das habe ich mal gelernt. 14 Punkte oder so? Ich bin darin wahrscheinlich nicht so schlecht/alt, wie du vermutest.

Ganz allgemein ist es natürlich erstaunlich, was man in einem Leben so alles lernen kann.
 
Ja, prima. Deine Beschreibung für Dein Tun gefällt mir noch besser als der Ausdruck "Ignoranz".

Menschen verdrehen "gerne" die Realität. Anstatt "ich" ist die Situation oder ist der andere Schuld. Was gut ist nenne ich schlecht und was schlecht ist nenne ich gut. Was konstant ist nenne ich variabel, flüchtig und was flüchtig ist, nenne ich Konstanz.

Aber warum ist das ? Warum tun Menschen was sie tun? Warum tust Du was Du tust?
Wir wollen Liebe und begeben uns in die Isolation. Wie widersprüchlich.

Ich bin dieser Frage etwas in deinem anderen Faden nachgegangen. Hervorheben möchte ich den Ausdruck "Selbstfindung" und "neue Orientierung". Dafür ist Rückzug ganz gut.
Jedoch können Selbstfindung und neue Orientierung n.m.M. nur gelingen, wenn ich herausfinde, was konstant gut ist und was ich bisher falsch sah oder machte. "Du" benötigst quasi einen Leuchtturm, der Dir die Richtung weist.


Wenn ich anerkenne, dass dieser Leuchtturm die richtige Richtung für mich weist, dann gehört dazu die Erkenntnis, das meine bisherige Lebensrichtung falsch war. Die Aussage "der Leuchtturm ist richtig" und dazu die Aussage "ich ging bisher auch immer den richtigen Weg" ist völlig unlogisch und in meinen Augen falsch. Hier wieder ist die Schuldfrage hilfreich. Sie sagt mir: Ich habe mich geirrt oder war eigensinnig oder beides. Das ist ein guter Anfang, finde ich.

Vielleicht ist das Licht des Leuchtturms von Deiner Lebenssituation aus nur klein zu erkennen. Aber wenn auch. Jammere nicht rum was alles falsch lief sondern stehe auf und gehe in die Richtung, die das Licht des Leuchtturms zeigt. Ich habe Hoffnung.... deswegen gehe ich, trotz aller meiner Fehler.

LG, Nordrheiner
Dazu ein paar lose Gedanken von mir.

Er ist doch auch Leuchtturm. So wie jeder von uns. Ich umschreibe das anders:
- Wir sind Sonne und Mond = Wir strahlen wärme ab und werden warm angestrahlt. Kalt geht natürlich auch.
Vor bzw. Leitbilder sind tief in uns drin. Wie innig verwachsen, für alle Zeit = Richtungsweisend wie ein Kopass.

Seine (eigene) Richtung kann man immer weiter folgen, muß man aber nicht. Ist beteht kein Zwang, es sei denn man hat ihn sich selber auferlegt (Thema Leitsätze).
Gehe ich so lange links herrum bis ich rechts (mein Ziel) ankomme - dauerte es halt länger als der direckte Weg, dass ist alles.
- Mehrwert hier: Es war mein eigener Weg (Selbsterkenntnisweg), nicht der eines anderen. Selbst wenn dieser möglicherweise(!) kürzer und besser war/schien.
Lebenserfahrenheit bedeutet ja auch - sich Fehler eingestehen können.
Ständige Selbstbeschuldigungen, so richtig sie auch sein mögen, führen am Ende zu nichts, wenn man aus Angst vor weiteren Fehlern in der Passivität versinkt.

Die gemeinsame Konstante ist die Bewegung.
Wenn man so will, der gemeinsame Weg zum Ziel ist die Zielsetzung.
Ginge alles nach Schuld und Unschuld, würden wir doch nur im Zickzack laufen/denken. Am Ende kommen wir zu spät, denn der Zickzackweg ist garantiert noch länger wie jeder andere. Denn man müste sich doch nach jedem Zick neu orientieren um das Zack (Ziel) zu finden und sich selbst auch. So empfinde ich auch Dein Verständnis -> [#1416] über die Konstante. Ist mir viel zu kompliziert und stiftet Ver-Irrungen. Denn Nichts ist für immer gut. Ein zweites Standbein kann nie schaden.

Wir werden immer Fehler machen. Früher oder später. Der Kardinalfehler ist für mich, wenn man sich selber vergisst. Sich nur für Andere aufopfert.

---

Ein Beispiel für flasche Schuldgefühle:

Wenn eine Mutter ihr Kind nicht gewollt hat oder nicht liebt, entwickelt sie ein Schuldgefühl und versucht es durch Verwöhnungen auszugleichen. Das Kind spürt die innere Ablehnung der Mutter und ist durch das Übermaß ihrer materiellen Zuwendungen im Herzen verwirrt. Es kann somit nicht dankbar sein und bekommt ein schlechtes Gewissen. Nimmt es sich selbst als Herzlos wahr? Für solche Frage ist ein Kind schlich zu unfertig.

Die Lösung für die Mutter wäre, sich selbst den Mangel an Liebe einzugestehen, ehrlich vor sich selbst zu sein. Sie kann dann nur hoffen, dass sich damit die Empfindungen des Kindes zum positiven verändern. Da sie (die Mutter) sich selbst in Liebe/wohlwollend begegnet.
Sie versteht zwar immer noch nicht, weshalb sie zur ihrem Kinde keine Beziehung aufbauen kann. Würde sie ihr Kind still in die Arme nehmen, könnte sich dass Blatt durch diese Geste für beide zum positiven wenden.

Kinder sind nun mal unfertige Geschöpfe. Jedoch fühlen sie jede kleinste Veränderung instinktiv. So auch den Mangel an Liebe. Daraus ensteht bestimmt kein ausreichendes Urvertrauen. Es verdurstet mit der Zeit emotional. Wenn dann noch der Augenkontakt zur Mutter/Vater fehlt, fehlt dem Kinde die Bestätigung für das eigene Tun. Damit kann kein Urvertrauen mehr entstehen.

Wenn dieses negative Klima von Anbeginn besteht, in der Folge sich das Kind im Erwachsenalter emotional unterkühlt fühlt und nach Außen ebenso wirkt, ohne zu wissen warum, liegt es für mich sehr nahe, dass das negative Selbstbild und der Selbstwert, dass Selbstbewußtsein verkümmern lässt. So das jeder Augenkontakt vermieden wird.

Wem wird das Kind nun die Schuld dafür geben? Sich selbst? Ich denke zum großen Teil ja. Wir suchen doch immer einen Sündenbock. Das Problem ist doch so alt wie die Menschheit. Fing doch mit Adam und Eva an. (1. Mose 3,12 😀😉)

Man könnte nun meinen die Mutter sei Schuld, doch das wäre wahrscheinlich nur die halbe Wahrheit. Sie weiß selber nicht warum sie ihrem Kinde keine Liebe geben kann. Ging es ihr (als Kind) etwa genauso? Wer weiß.

Mit diesem Beispiel will ich nur Zeigen wie komplex Schuld sein kann - ohne Schuld zu haben.

Die Erkenntnis den falschen Weg gegangen zu sein, ist immer noch besser als wenn man stehen geblieben wäre. Denn im Zweifel zu verharren, kann zur Selbstisolation führen.
Spätestens an der Stelle sollte man seine Leitsätze überprüfen. Am besten ganz über "Bord" werfen. Haben doch nix gebracht.

Oft genug reicht ein kleine Geste und es wird wieder wie es beide Seiten möchten. Zielführend konstrucktiv = Nach dem reinigenden Gewitter.

Wenn ich nicht auf meine innere Stimme hören würde, dann würde ich mich wie zerissen fühlen. Denn dann würde ich mich zwangsläufig auf die Erwartungen, Vorgaben und Warungen anderer verlassen müssen. Wer hat dann die Schuld, wenn bei mir etwas schief geht? Tja... viel Spaß beim nachdenken. 😀
 
Lieber Abendtau,

Deine Gedanken sind schon lesenswert.

Dazu ein paar lose Gedanken von mir.

Er ist doch auch Leuchtturm. So wie jeder von uns. Ich umschreibe das anders:
- Wir sind Sonne und Mond = Wir strahlen wärme ab und werden warm angestrahlt. Kalt geht natürlich auch.


Wenn Menschen Leuchtturm für andere Menschen sind, haben sie eine besonders große Verantwortung. Manche Menschen werden zum Leuchtturm, ohne das direkt anzustreben. Und manche machen sich zum Leuchtturm und leuchten in eine völlig falsche Richtung.


Mir fällt da Mohammed ein, der islamische Prophet. In seinem Leben führte er Krieg, tötete die Männer, versklavte Frauen und Kinder seiner Feinde. Von friedlichen Muslimen wird er als friedlicher Prophet bezeichnet, denn sie ignorieren seine Taten, die dagegen sprechen. Und von terroristischen Muslimen wird er verehrt. Sie wollen so handeln, wie Mohammed zu seinen Lebzeiten.


Vor- bzw. Leitbilder sind tief in uns drin. Wie innig verwachsen, für alle Zeit = Richtungsweisend wie ein Kopass.



Du schreibst von Leitbildern, die wir entwickeln. Du meinst, sie seien wie innig und verwachsen für alle Zeit. Also unabänderlich.

Nein, das glaube ich nur bedingt. Ich denke, auch Leitbilder können wir überdenken und abändern.

Das Problem liegt für mich darin, dass wir Leitbilder an unseren Erfahrungen mit uns selbst und mit anderen Menschen aufstellen. Und da sehe ich eine permanente Fehlerfalle. Sowohl wir selbst als auch alle anderen Menschen sind fehlerhaft. Also sind auch alle Leitbilder, die sich an uns selbst oder an anderen Menschen ausrichten, fehlerhaft.



Mehrwert hier: Es war mein eigener Weg (Selbsterkenntnisweg), nicht der eines anderen. Selbst wenn dieser möglicherweise(!) kürzer und besser war/schien.
Lebenserfahrenheit bedeutet ja auch - sich Fehler eingestehen können.
Ständige Selbstbeschuldigungen, so richtig sie auch sein mögen, führen am Ende zu nichts, wenn man aus Angst vor weiteren Fehlern in der Passivität versinkt.


Stimmt schon. Angst vor Fehler ist hinderlich.

Wir werden immer Fehler machen. Früher oder später. Der Kardinalfehler ist für mich, wenn man sich selber vergisst. Sich nur für Andere aufopfert.


Ist das Dein Kardinalfehler?


Ein Beispiel für flasche Schuldgefühle:
Kinder sind nun mal unfertige Geschöpfe. Jedoch fühlen sie jede kleinste Veränderung instinktiv. So auch den Mangel an Liebe. Daraus ensteht bestimmt kein ausreichendes Urvertrauen. Es verdurstet mit der Zeit emotional. Wenn dann noch der Augenkontakt zur Mutter/Vater fehlt, fehlt dem Kinde die Bestätigung für das eigene Tun. Damit kann kein Urvertrauen mehr entstehen.

Wenn dieses negative Klima von Anbeginn besteht, in der Folge sich das Kind im Erwachsenalter emotional unterkühlt fühlt und nach Außen ebenso wirkt, ohne zu wissen warum, liegt es für mich sehr nahe, dass das negative Selbstbild und der Selbstwert, dass Selbstbewußtsein verkümmern lässt. So das jeder Augenkontakt vermieden wird.

Wem wird das Kind nun die Schuld dafür geben? Sich selbst? Ich denke zum großen Teil ja. Wir suchen doch immer einen Sündenbock. Das Problem ist doch so alt wie die Menschheit. Fing doch mit Adam und Eva an. (1. Mose 3,12
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Man könnte nun meinen die Mutter sei Schuld, doch das wäre wahrscheinlich nur die halbe Wahrheit. Sie weiß selber nicht warum sie ihrem Kinde keine Liebe geben kann. Ging es ihr (als Kind) etwa genauso? Wer weiß.


Mit diesem Beispiel will ich nur Zeigen wie komplex Schuld sein kann - ohne Schuld zu haben.



Schuld ist komplex, das stimmt. Schuld ist oft generationenübergreifend.


Die Erkenntnis den falschen Weg gegangen zu sein, ist immer noch besser als wenn man stehen geblieben wäre. Denn im Zweifel zu verharren, kann zur Selbstisolation führen.
Spätestens an der Stelle sollte man seine Leitsätze überprüfen. Am besten ganz über "Bord" werfen. Haben doch nix gebracht.



Stimmt schon. Aber nicht nur Zweifel können in die Selbstisolation führen. Wie ich das sehe, hat Schuld generell den Drang, Menschen von einander zu isolieren.


Wenn ich nicht auf meine innere Stimme hören würde, dann würde ich mich wie zerissen fühlen. Denn dann würde ich mich zwangsläufig auf die Erwartungen, Vorgaben und Warungen anderer verlassen müssen. Wer hat dann die Schuld, wenn bei mir etwas schief geht? Tja... viel Spaß beim nachdenken.
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Ich denke, wir Menschen neigen dazu, unsere innere Stimme mal mehr mal weniger zu überhören. Es ist mir, als ob wir Menschen dann sagen: Ich will tun was ich denke und eben nicht auf meine innere Stimme hören.

Unsere innere Stimme – ist das unser Gewissen?

 
[...]
Wenn Menschen Leuchtturm für andere Menschen sind, haben sie eine besonders große Verantwortung. Manche Menschen werden zum Leuchtturm, ohne das direkt anzustreben. Und manche machen sich zum Leuchtturm und leuchten in eine völlig falsche Richtung.


Mir fällt da Mohammed ein, der islamische Prophet. In seinem Leben führte er Krieg, tötete die Männer, versklavte Frauen und Kinder seiner Feinde. Von friedlichen Muslimen wird er als friedlicher Prophet bezeichnet, denn sie ignorieren seine Taten, die dagegen sprechen. Und von terroristischen Muslimen wird er verehrt. Sie wollen so handeln, wie Mohammed zu seinen Lebzeiten.
Ich glaube wir reden hier etwas aneinander vorbei.

Wieso Du einen anderen Kulturkreis wählst, weiß ich nicht. Um vom eigenem Schulden-Kreis abzulenken?

Du schreibst von Leitbildern, die wir entwickeln. Du meinst, sie seien wie innig und verwachsen für alle Zeit. Also unabänderlich.
Ich orientiere mich an die Realität. An den lebenden Menschen/ an das was getan wird. Reden kann man viel wenn der Tag lang ist. Sollte aber schon mit dem eigenem Tun relativ kongrunet sein. Vorallem wenn man meint es besser zu wissen.

Nein, das glaube ich nur bedingt. Ich denke, auch Leitbilder können wir überdenken und abändern.

Ich unterscheide zwischen Leitbild und Leidsatz. Leitsätze sind klar definiert, Leitbilder sind für mich Bilder. Ähnlich wie ein Puzzl. Es braucht nicht alle Teile um das Bild zu erkennen. Selbst wenn es fehlerhaft ist, kann es eindeutig sein.

Das Problem liegt für mich darin, dass wir Leitbilder an unseren Erfahrungen mit uns selbst und mit anderen Menschen aufstellen. Und da sehe ich eine permanente Fehlerfalle. Sowohl wir selbst als auch alle anderen Menschen sind fehlerhaft. Also sind auch alle Leitbilder, die sich an uns selbst oder an anderen Menschen ausrichten, fehlerhaft.

Pauschal ist alles möglich und unmöglich. Sorry aber damit kann man alles und jeden ad absurdum führen. Inkl. der Lebenserfahrung eines jeden.


Stimmt schon. Angst vor Fehler ist hinderlich.
Hm, ja klar, doch das hat Angst generell an sich. Angst ist aber ein schützendes/signalisierendes Element. Zumindest die normal Angst. Die Angst vor der Angst ist damit nicht gemeint.
Seine Versagensängste trotz allem zu überwinden, braucht schon mehr als nur Mut.

Der Mehrwert um den es mir ging, bleibt von Dir unbeachtet. Find ich seltsam. Aber was solls, geht hier ja um Schuld, nicht um Selbsterkenntnis und Lebenserfahrung. Verstehe trotzdem nicht wozu dieser Kommentar von Dir gut sein soll. Aber mir egal.

Ist das Dein Kardinalfehler?
Um mich gehts doch nicht. Verstehst Du überhaupt was ich geschrieben habe?
-> Der Kardinalfehler ist für mich, wenn man sich selber vergisst.


Schuld ist komplex, das stimmt. Schuld ist oft generationenübergreifend.
So so. Nichts anderes zeigt mein Beispiel. Nur das es mir um die Unschuld ging. Genauer gesagt, um den (ungewolten) Liebesentzug dem Kinde gegenüber.

[...] Wie ich das sehe, hat Schuld generell den Drang, Menschen von einander zu isolieren.

Schuld kann für mich alles. Bspw. das man sich (neu) begegnen kann, da Schuldfrage geklärt. Thema Toleranz, Vergebung, verzeihen usw...
Du scheinst mir davon auszugehen, dass jeder Mensch eine art Grundschuld (Bringschuld) inne hat. Man sich erst voreinander bereinigen solle (soll = fremdbestimmt), um sich erst dann (zusammen) finden zu können.

Ich denke, wir Menschen neigen dazu, unsere innere Stimme mal mehr mal weniger zu überhören. Es ist mir, als ob wir Menschen dann sagen: Ich will tun was ich denke und eben nicht auf meine innere Stimme hören.

Unsere innere Stimme – ist das unser Gewissen?
Ist doch normal das man sich auch mal selbstkritisch hinterfragt. Ignoranten und Egoisten gibt es leider viele zu viel.
Das Ideale-Klima für Jederman gibts es leider nicht. Dafür sind wir Mensch.

Das Gewissen ist unsere moralische Instanz. Das ausgerechnet Du das fragst. 😕 Aber bitte.
Die innere Stimme betrachte ich als mein inneres Kind. Mein Kind meldet sich schon irgendwie, gerne via Bauchgefühl. Besonderst wenn ich sorglos mit mir umgehe, indem ich mir Schuld auflade die mir nicht gehört. Macht man ja ab und um des lieben Friedens willen z.B.. Doch wenn das Maß voll ist, ist es voll. Denn auch meine Gutmütigkeit hat ein jehes Ende. Selber Schuld. 😛😀
 
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