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Eigene Schuld - fremde Schuld

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Es kann nicht schaden, sich in einer Disziplin zu verbessern. Für mich ist wichtig, auch über den Tellerrand zu schauen und auch andere Perspektiven zu nutzen.
 
Ja, es ist mir klar, dass "Schuld bedauern" etwas anderes ist als "Schuld zu verstehen". Jetzt weiß ich auch, was Du in Deinem vorigen Beitrag (mit "es") meintest.

Ich habe den Eindruck, dass es etliche Menschen gibt, die Schuld verstehen wollen. Also sie wollen verstehen,
- warum es falsch war so oder so zu handeln
- wie es dazu kommen konnte (Zusammenhänge verschiedener Faktoren)
- was die Auswirkungen sind
- wie man Schuld vermeiden bzw. Folgen minimieren kann


Diese Gruppe Menschen bedauern Schuld auch.

Und dann gibt es eine große Anzahl Menschen, die den Begriff Schuld meiden.
Bei dieser Gruppe fällt es mir oft schwer, ein Bedauern der Schuld zu erkennen.

Guter Punkt, gute Punkte. Logisch-kausal-rational ist das alles recht einfach zu beantworten.

Wenn aber Gefühle ins Spiel kommen, wird das Ganze etwas komplizierter.

Ich drücke es mal stark vereinfacht und salopp so aus: Wenn es einem Menschen "scheiße geht", er sich also nicht wohl fühlt, macht er sich Gedanken über Schuld. Wenn es einem Menschen "gut geht", er sich also wohl fühlt, "ist er sich keiner Schuld bewusst".

~~~

Die meisten Menschen bedauern auch nicht wirklich Schuld, sondern eher, dass sie nicht glücklich sind.

Um Gefühle kommen wir nicht ganz rum.

~~~

Wenn du so willst, Nordrheiner, bzw. mir zustimmen magst, so ist das Gefühl von Glück oder Unglück "der Anfang und das Ende" von jedem Gedanken, jeglichem Wort und jeglicher Handlung.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn aber Gefühle ins Spiel kommen, wird das Ganze etwas komplizierter.

Gefühle und Schuld ist nicht unbedingt eine schlechte Mischung. Gefühle können uns eine Wahrnehmung signalisieren, die das Gehirn lieber vergessen möchte. Auf der anderen Seite gibt es Schuldgefühle, die objektiv keine Berechtigung haben, also eher irrationaler Natur sind.


Ich drücke es mal stark vereinfacht und salopp so aus: Wenn es einem Menschen "scheiße geht", er sich also nicht wohl fühlt, macht er sich Gedanken über Schuld.

Und dann neigen viele Menschen dazu, die Schuld bei anderen Menschen oder bei den Umständen zu suchen.

Wenn es einem Menschen "gut geht", er sich also wohl fühlt, "ist er sich keiner Schuld bewusst".

Man könnte auch sagen: Mir geht es gut, also warum sollte ich mir über eigenes Fehlverhalten Gedanken machen?
Das Ziel rechtfertigte die Mittel. Ein Bad in Selbstgerechtigkeit gefällig?





~~~

Die meisten Menschen bedauern auch nicht wirklich Schuld, sondern eher, dass sie nicht glücklich sind.


Um Gefühle kommen wir nicht ganz rum.
 
Meine Fresse, Nordrheiner, bist schon ein harter Hund. Lässt halt nicht locker. In gewisser Weise bewundernswert.

Der Punkt ist aus meiner Sicht halt folgender: Wenn man Fehlverhalten mit Schuld gleichsetzen kann, und dieses weder gut noch wünschenswert ist, wie erkennt man das eigene Fehlverhalten?
 
Und dann neigen viele Menschen dazu, die Schuld bei anderen Menschen oder bei den Umständen zu suchen.

Classic 😀. In den meisten fällen sind es nicht die anderen die Schuld am eigenen schlechten Gefühl haben. Umstände können meistens auch keine Schuld hervorbringen. Umstände enstehen eher aus Schuld, oder besser gesagt Fehlverhalten.


Man könnte auch sagen: Mir geht es gut, also warum sollte ich mir über eigenes Fehlverhalten Gedanken machen?
Das Ziel rechtfertigte die Mittel.
Ein Bad in Selbstgerechtigkeit gefällig?

Ich drücke es mal stark vereinfacht und salopp so aus: Wenn es einem Menschen "scheiße geht", er sich also nicht wohl fühlt, macht er sich Gedanken über Schuld. Wenn es einem Menschen "gut geht", er sich also wohl fühlt, "ist er sich keiner Schuld bewusst".

~~~

Die meisten Menschen bedauern auch nicht wirklich Schuld, sondern eher, dass sie nicht glücklich sind
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Beides richtig. Beides auch falsch. Falsch warum? Als erläuterung sind diese ansichten gut. Mann kann sie aber nicht pauschalisieren. Es gildet nicht für jede Situation. Würden alle so handeln, wäre Hopfen und Malz verloren. Gerade wenn Gefühle im Spiel sind. Was man Pauschalisieren kann und was eher an die Wahrheit kommt ist der von mir vorgehobene Satz. Der hat "Realitätspotenzial".
 
Meine Fresse, Nordrheiner, bist schon ein harter Hund. Lässt halt nicht locker. In gewisser Weise bewundernswert.

Der Punkt ist aus meiner Sicht halt folgender: Wenn man Fehlverhalten mit Schuld gleichsetzen kann, und dieses weder gut noch wünschenswert ist, wie erkennt man das eigene Fehlverhalten?

Nach meiner Meinung hängt es von der Zieldefinition ab. Die Fragen lauten: Was ist mein Ziel? Wie will ich leben?

Der Mensch bildet Prioritäten. So sagt er z.B.: Ich will gut und auch ehrlich leben. Er setzt jedoch bei seinen Handlungen Ehrlichkeit an zweiter Stelle und so kommt es, dass er eben mal mehr mal weniger unehrlich ist, Hauptsache, es geht im gut, er hat seinen Vorteil.

Kommt er aber ins Nachdenken und besinnt sich seiner ursprünglichen Einstellung Ehrlichkeit, dann spürt, ja dann weiß er, dass seine Ehrlichkeit zu kurz kam. An diesem Punkt spürt der Mensch Schuld. Und wenn er darüber nachdenkt, dann erkennt er, was er falsch gemacht hat. Wie geht er damit um? Verrät er sein Ideal, die Ehrlichkeit - oder hinterfragt er sein gutes Leben? Ist er bereit, auf ein Stück gutes Leben, auf einen Vorteil zu verzichten, damit er ehrlich leben kann?

Wenn wir nur einen Wert kennen, der absolute Priorität hat, z.B. gutes Leben, dann sehe ich wenig Raum für Schuldgefühle. Es handelt sich in diesem Beispiel um einen authentisch schlechten Menschen, wenn er so handelt wie er denkt.

Sobald wir aber mehr als einen Wert kennen, wie z.B. Ehrlichkeit und "gutes Leben, dann leben wir immer in der Herausforderung, dass wir entweder bei dem einen oder bei dem anderen Wert verzichten müssen.

Ich denke, dass nur Menschen, die sich ein Stück weit etwas Gutes im Herzen bewahrt haben, können scheitern und nicht authentisch leben und Schuldgefühle entwickeln, Schuld erkennen. Menschen mit einem schlechten Charakter können nicht am Guten scheitern. Sie sind es schon.
 
was eher an die Wahrheit kommt ist der von mir vorgehobene Satz. Der hat "Realitätspotenzial".

Bleiben wir doch mal kurz bei diesem Satz:

Die meisten Menschen bedauern auch nicht wirklich Schuld, sondern eher, dass sie nicht glücklich sind.

Wenn dies bei einem Menschen zutrifft, so denke ich: Dieser Mensch hat das Potenzial zum Guten. Er lebt es aber nicht aus. Er hat wenigstens eines seiner Ideale (z.B. Ehrlichkeit, Dankbarkeit, Respekt..) mißachtet, wenn nicht gar verraten. Ich behaupte: Denkt dieser Mensch genügend nach, erkennt er, dass sein Unglück nicht hauptsächlich mit äusseren Umständen zu tun hat, sondern mit seiner Mißachtung seiner Ideale.
 

Ja sicher. Warum fragst Du?

Mit dem Ideal Ehrlichkeit und anderen Idealen (Respekt...Dankbarkeit...Fürsorge...Liebe....) ist es wie mit einem Hürdenläufer. Nur er kann scheitern und sein Ziel nicht erreichen. Jemand, der erst gar nicht losläuft, kann nicht mehr versagen. Er hat schon versagt. Er ist schon - bezogen auf dieses Ziel - gescheitert.
 
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