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Eigene Schuld - fremde Schuld

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Lieber Chronos,

ich denke, dass wir Menschen glücklich sein sollten. Aber (auch) durch schuldhaftes Verhalten wird Glück ständig sabotiert. Zuletzt sind wir es selbst, die dem eigenen Glück im Wege stehen. Ich kann mich daher nicht zufrieden geben mit Aussagen, wie ich sie bei Dir lese: „man muss damit leben“ oder „notfalls verdrängen“. Es gibt Menschen, die aufgrund von Schuld depressiv sind oder sogar sterben. Für mich ist das kein leichtes Thema. Schön, dass es für Dich (noch) kein schweres Thema ist.

LG, Nordrheiner

Hi Nordrheiner

Das ist okay das du dich nicht mit meiner Antwort zufrieden gibst. Das "verdrängen" wäre wirklich nur eine Notlösung.
Lass mich dir das "mit dem abfinden" näher erläutern. Jemand ist vom Beruf her Tischler. Auf der Arbeit handelt er leichtfertig und sägt sich 3 1/2 Finger ab. Eigenverschulden. Was bleibt ihm übrig? Er muss sich damit abfinden das er nurnoch einen Daumen und einen halben Finger hat. Das ist nur ein Beispiel von vielen. Natürlich gildet es nicht für alle fehler. Aber letzten endes muss man sich (oft) mit den Konsequenzen abfinden. Du, Ich und millionen andere.
 
Schuldgefühle anderer die man nicht nachvollziehen kann:
Sich damit nicht beschäftigen weil A) bringt nix und B) eventuell nicht damit beschäftigen oder besser: kein Drama daraus machen.

Dazu würde ich sagen, dass man vom Grundsatz her so ziemlich alles verstehen kann, wenn man sich nur lange genug damit beschäftigt. Ob man das aber tatsächlich kann und will, ist eine andere Frage.
 
Dazu würde ich sagen, dass man vom Grundsatz her so ziemlich alles verstehen kann, wenn man sich nur lange genug damit beschäftigt. Ob man das aber tatsächlich kann und will, ist eine andere Frage.

Natürlich. selbst wenn man es will heißt es ja nicht das man das auch kann. Weil man eventuell es selbst nicht als Schuld sehen würde.
 
Hi Nordrheiner

Das ist okay das du dich nicht mit meiner Antwort zufrieden gibst. Das "verdrängen" wäre wirklich nur eine Notlösung.
Lass mich dir das "mit dem abfinden" näher erläutern. Jemand ist vom Beruf her Tischler. Auf der Arbeit handelt er leichtfertig und sägt sich 3 1/2 Finger ab. Eigenverschulden. Was bleibt ihm übrig? Er muss sich damit abfinden das er nurnoch einen Daumen und einen halben Finger hat. Das ist nur ein Beispiel von vielen. Natürlich gildet es nicht für alle fehler. Aber letzten endes muss man sich (oft) mit den Konsequenzen abfinden. Du, Ich und millionen andere.

Ein gutes Beispiel, Chronos. Bei mir stellen sich die Nackenhaare auf, wenn ich die Aussage lese: "man muß sich damit abfinden". Rein sachlich gesehen hast Du sicher Recht, denn man kann verlorene Finger nicht wieder nachwachsen lassen. Aber ich sehe viel mehr als Eigenverschulden.

Ich "sehe" den Schock dieses Mannes und seine auf den Unfall folgenden Ängste. Dieser Mann braucht Hilfe. Er braucht Menschen, die zu ihm stehen, ihn trösten, egal welche Folgen der Unfall haben wird. Das ist es, worum es mir in diesem Faden geht. Die reine Feststellung "wer ist schuld?" ist eine sachliche Abhandlung, die dem ganzen Problem nicht gerecht wird. So denke ich jedenfalls.

LG, Nordrheiner
 
Ah, ja jetzt verstehe ich das. Die folgen von "Schulden" wie man deiner Meinung nach mit betroffenen umgehen könnte. Nun trösten wäre eine sache. Ihm in seiner Zukunft ohne Finger die Angst vor z.b sägen nehmen, Mut zusprechen etc. Wäre ein Weg ja. Würde im zwar dann nicht die Finger zurück geben aber eventuell könnte er trotzdem besser Leben als würde er z.b keinen trost bekommen.
 
ich denke, dass wir Menschen glücklich sein sollten. Aber (auch) durch schuldhaftes Verhalten wird Glück ständig sabotiert. Zuletzt sind wir es selbst, die dem eigenen Glück im Wege stehen. Ich kann mich daher nicht zufrieden geben mit Aussagen, wie ich sie bei Dir lese: „man muss damit leben“ oder „notfalls verdrängen“. Es gibt Menschen, die aufgrund von Schuld depressiv sind oder sogar sterben. Für mich ist das kein leichtes Thema. Schön, dass es für Dich (noch) kein schweres Thema ist.

Nordrheiner, du "musst" das von Fall zu Fall unterschiedlich betrachten. Es gibt kein "einheitliches Leben". Familiäre Prägung, gesellschaftliche Konditionierung, Kulturkreis, Veranlagungen, Beziehungen, Persönlichkeitsentwicklungen - alles sehr unterschiedlich und ganz offensichtlich, wenn du dir die Menschen dieser Welt mal so anschaust. Es sei denn, du würdest dir nur bestimmte Länder oder Gruppen herauspicken, wobei das auch nur dynamische Teilmengen einer dynamischen Gesamtmenge sind. Das nur vorweg.

Komme mal lieber zum Punkt. Dein Beitrag drückt Bedauern aus. Ich frage mal ganz konkret: Wäre es nicht vielleicht besser, anstatt es zu bedauern, es zu verstehen?
 
Nordrheiner, du "musst" das von Fall zu Fall unterschiedlich betrachten. Es gibt kein "einheitliches Leben". Familiäre Prägung, gesellschaftliche Konditionierung, Kulturkreis, Veranlagungen, Beziehungen, Persönlichkeitsentwicklungen - alles sehr unterschiedlich und ganz offensichtlich, wenn du dir die Menschen dieser Welt mal so anschaust. Es sei denn, du würdest dir nur bestimmte Länder oder Gruppen herauspicken, wobei das auch nur dynamische Teilmengen einer dynamischen Gesamtmenge sind. Das nur vorweg.

Komme mal lieber zum Punkt. Dein Beitrag drückt Bedauern aus. Ich frage mal ganz konkret: Wäre es nicht vielleicht besser, anstatt es zu bedauern, es zu verstehen?

Für mich kommt zuerst das Bedauern. Das Bedauern ist für mich die Ausgangslage für den Wunsch zu verstehen, warum passiert was passiert. Ich denke, es gibt immer eine Motivation etwas zu tun oder etwas zu unterlassen.
Gleichgültigkeit z.B. wäre eine Ursache für Unterlassung.
 
Für mich kommt zuerst das Bedauern. Das Bedauern ist für mich die Ausgangslage für den Wunsch zu verstehen, warum passiert was passiert. Ich denke, es gibt immer eine Motivation etwas zu tun oder etwas zu unterlassen.
Gleichgültigkeit z.B. wäre eine Ursache für Unterlassung.

Dein Beitrag ist leider nicht schlüssig. In seiner Gesamtheit nicht. In gewisser Weise ersetzt du wahllos Gedanken mit Gefühlen und behandelst das eine wie das andere.

Du hast zwar nur wenig geschrieben, aber ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll.

Zäumen wir das Pferd von hinten auf und kommen erst mal zur Gleichgültigkeit. Ein Mensch kann nur dann gleichgültig sein, wenn er komplett gefühllos ist, was aber in aller Regel nicht der Fall ist. Insofern müsstest du - als Gegner der Gleichgültigkeit - Gefühlen eigentlich "einen hohen Tribut zollen". Gleichfalls trittst du in deinen Beiträgen nicht selten als Advokat dessen auf, "den Gefühlen nicht zu trauen", sondern der "Sachlichkeit" den Vorzug zu geben. Hier stehst du in einem offensichtlichen Konflikt.

Weiters ist auch Bedauern ein Gefühl. Du/man entscheidet nicht, ob man das Gefühl des Bedauerns empfindet. Wie so ziemlich alle Gefühle, ist auch das Bedauern "impulsiv". Insofern kannst du es gar nicht an erste Stelle setzen, weil es einfach geschieht.

Und zu guter letzt ist auch die Motivation, etwas zu tun oder etwas zu unterlassen immer auf einem Gefühl basiert.

Gedankliches/Rationales sind Werkzeuge und Mechanismen, wie ungenutzte Formeln und Maschinen, weil ihnen der Sinn, also das Gefühl fehlt.

Das Gefühl zielt im Grunde immer darauf ab, dass jemand anderer nicht mehr leidet oder es ihm besser geht, oder eben darauf, dass man selbst nicht mehr leidet oder es einem besser geht.

Wenn du dem Gefühl nicht all zu skeptisch gegenüber stehst, könntest du das Gefühl sogar als eine Form von Gerechtigkeit betrachten.

Wie du das denken sollst, weiß ich allerdings nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich "sehe" den Schock dieses Mannes und seine auf den Unfall folgenden Ängste. Dieser Mann braucht Hilfe. Er braucht Menschen, die zu ihm stehen, ihn trösten, egal welche Folgen der Unfall haben wird. Das ist es, worum es mir in diesem Faden geht. Die reine Feststellung "wer ist schuld?" ist eine sachliche Abhandlung, die dem ganzen Problem nicht gerecht wird. So denke ich jedenfalls.

Und nun noch die "Kehrseite der Medaille". In gegebener Not - sei es die eines anderen oder deine eigene - kannst du noch so viel fühlen oder bedauern. Wenn du nicht das nötige Arsenal an Wissen/Fähigkeiten/Möglichkeiten/Ressourcen hast, magst du ein Problem nicht nur nicht lösen, sondern es eventuell sogar verschlimmern.

Jetzt haben wir doch zumindest provisorisch ein nettes Gesamtpaket.

Oder wie es eine von mir wertgeschätzte Forianerin sagte: Ob du die eine oder andere Seite der Medaille betrachtest, es ändert nichts an der Medaille selbst.

Oder wie es ein von mir wertgeschätzter Forianer sagte: Das Gegenteil ist auch wahr.

~~~

Letzte Wahrheiten? Ich habe eine Menge davon, aber jeder andere von uns wohl auch.
 
Zuletzt bearbeitet:
Dein Beitrag ist leider nicht schlüssig. In seiner Gesamtheit nicht. In gewisser Weise ersetzt du wahllos Gedanken mit Gefühlen und behandelst das eine wie das andere.

das kann ich jetzt nicht nachvollziehen.

Du hast zwar nur wenig geschrieben, aber ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll.

Zäumen wir das Pferd von hinten auf und kommen erst mal zur Gleichgültigkeit. Ein Mensch kann nur dann gleichgültig sein, wenn er komplett gefühllos ist, was aber in aller Regel nicht der Fall ist. Insofern müsstest du - als Gegner der Gleichgültigkeit - Gefühlen eigentlich "einen hohen Tribut zollen". Gleichfalls trittst du in deinen Beiträgen nicht selten als Advokat dessen auf, "den Gefühlen nicht zu trauen", sondern der "Sachlichkeit" den Vorzug zu geben. Hier stehst du in einem offensichtlichen Konflikt.

Ich denke nicht, dass Gefühllosigkeit die Voraussetzung für Gleichgültigkeit ist.
Wenn Gleichgültigkeit durch Krankheit bzw. durch Medikamente ausgeschlossen werden kann, dann ist Gleichgültigkeit das Verhalten, unabhängig von den Ereignissen immer gleich zu handeln bzw. verschiedene Ereignisse mit dem gleichen Wert Null zu versehen.

Nimm folgendes Beispiel: Ein Kollege kommt und fragt Dich "wie geht's Dir?" Du antwortest 10 mal "ja, alles ok" und das elfte Mal antwortest Du "mir geht es mies". Wenn in allen 11 Fällen der Kollege gleich reagiert ("ja, dann ist ja alles prima") dann ist er vermutlich gleichgültig (oder hört nicht zu was Du sagst). Hört er nicht zu, was Du sagst, dann ist auch das i.d.R. ein Zeichen von Gleichgültigkeit. Egal was Du sagst, es hat den Wert Null.

Weiters ist auch Bedauern ein Gefühl. Du/man entscheidet nicht, ob man das Gefühl des Bedauerns empfindet. Wie so ziemlich alle Gefühle, ist auch das Bedauern "impulsiv". Insofern kannst du es gar nicht an erste Stelle setzen, weil es einfach geschieht.

Für mich ist Bedauern eine Handlung, die sowohl auf Mitgefühl als auch auf Entscheidung beruht.



Und zu guter letzt ist auch die Motivation, etwas zu tun oder etwas zu unterlassen immer auf einem Gefühl basiert.

Das ist völlig richtig - sofern der Verstand ausgeschaltet bleibt.
Gefühle entstehen i.d.R. bevor der Verstand als Weiterverarbeitungsmaschine hinzukommt. Der Mensch entscheidet, ob er die Gefühle als ausreichende Entscheidungsgrundlage anerkennt oder ob er sich mittels seines Verstandes ein angemessenes Verhalten überlegt und sich dafür entscheidet. Dieses vom Verstand konzipierte angemessene Verhalten kann mit den Gefühlen übereinstimmen, jedoch diesen auch widersprechen.

Gedankliches/Rationales sind Werkzeuge und Mechanismen, wie ungenutze Formeln und Maschinen, weil ihnen der Sinn, also das Gefühl fehlt.

Das ist meiner Meinung nach so nicht ganz richtig. Die Gefühle werden uns erst durch unseren Verstand bewusst.

Das Gefühl zielt im Grunde immer darauf ab, dass jemand anderer nicht mehr leidet oder es ihm besser geht, oder eben darauf, dass man selbst nicht mehr leidet oder es einem besser geht.

Wenn du dem Gefühl nicht all zu skeptisch gegenüber stehst, könntest du das Gefühl sogar als eine Form von Gerechtigkeit betrachten.

Wie du das denken sollst, weiß ich allerdings nicht.

Gefühle haben nach meiner Meinung mit Gerechtigkeit nichts zu tun. Gefühle sind eine Produktion des Körpers. Die Produktion z.B. Gefühl der Angst oder des Verliebtseins entsteht auf Grund eines Reizes. Gefühle sagen etwas über die Situation aus. Wenn Gefühle reden könnten, dann würden sie sowas sagen wie z.B.: "Ich habe Angst und habe daher den Körper in Alarmzustand versetzt, was bedeutet, dass die Schweissproduktion angelaufen ist und das Adrenalinproduktion auf Hochtouren läuft. Ich fühle mich nicht wohl."
 
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