Ich war lange "NurHausfrau", das war ein großer Komfort, ebenso ging ich als Mama total auf und irgendwie war mir recht, dass er wenig daheim war, sich eigentlich nicht einmischte bei den Kindern, so ungefähr war es auch in meiner Ursprungfamilie, da war der Vater wie ein Fremder, der selten da war, weil er als Gastarbeiter in Deutschland beschäftigt war.
Ich glaub, weil ich aus zerrütteten Verhältnissen kam, war irgendwie die Folge, dass ich mir keinen normalen Mann aussuchte, sondern auch wen, der ebenso viel durchgemacht hatte als Kind, als Heranwachsender, als Mensch überhaupt.
Während dieser Ehe, mit all den Problemen wurde ich immer selbstständiger, immer eigenständiger, immer mehr sicherer irgendwie- ich war praktisch der Bestimmer, er war ein "Randteil"- bis der Tag kam, wo ich ihn losließ.
Liebe TE, liebe Ina, ihr habt miteinander viel geschaffen, viel Gutes sicher auch bewirkt, aber wie du sehen kannst, obwohl dein Mann weiß, dass du unglücklich bist, nicht einverstanden bist mit ihm, gibts ihn noch an deiner Seite.
Bei uns war irgendwann die Frage da, wie machen wir weiter- so gehen wir beide drauf. Du bist nicht mehr verliebt, ich bin es nicht mehr, wir haben alles versucht, es ist ein Scherbenhaufen über, keine Ehe mehr. Bleiben wir trotzdem zusammen? Wäre nicht gscheiter, wir hören auf, so ein Leben zu führen und jeder geht wieder seine eigenen Wege?
Bereit war ich nach zwanzig Jahren erst, diesen Schritt zu wagen und vorher gabs Jahrelang nur den Versuch, gelungen ist er irgendwie nie.
Wie wenn es der richtige Zeitpunkt war- jetzt sind wir beide in der Lage loszulassen.
Brauchts bei dir so einen Punkt? Ist der jetzt gekommen? Vielleicht wartet dein Mann auch drauf, dass endlich klar und eindeutig zu sehen ist, wie es weiter geht. Meiner war irgendwie total erleichtert, er kämpfte nicht, es fühlte sich für uns alle Zwei an, wie wenn wir uns erlöst hätten endlich.
Wir haben nachher in aller Friedlichkeit unser Hab und Gut geteilt, also ich hab für Streiten über Finanzielles keinen Bock gehabt, er auch nicht. Meine, unsere Ehe war eher eine Zornige, eine Strittige, aber trotzdem kommt mir im Nachhinein vor, es war schon okay so, wie es war. Ich brauchte diese Lehren, die es dort zu lernen gab.
Heute mach ich anders, ich habe mir einen Mann ausgesucht, der völlig anders ist, ein ganz, ganz Braver, ohne Hörner, sanft und liebevoll- zu so einem hätte es mich nie hingezogen früher, das wäre mir zu wenig intensiv gewesen, zu wenig reibend, zu wenig wild. Heute passt das. Heute genieße ich diese Variante.
Vielleicht ist es auch bei dir so- genug von diesem, was anderes ist dran.