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Die Katze
Gast
ja gut, ich kann Teil der Gesellschaft sein und sie trotzdem ablehnen.
Ich kann Teil eines Familiensystems sein, und mich in der Familie unwohl fühlen, ich kann Teil eines Wohnviertels sein und mich mitten von Plattenbauten unwohl fühlen, ich kann Teil eines Arbeitsteams sein und mich in dem Team unwohl fühlen ...genau so gut kann man Teil einer Gesellschaft sein und deren Treiben ablehnen.
Wo ist da der Widerspruch?
Das ist nicht das Problem, sondern eher die Frage, was man nun erwartet.
Ich war zb. auch unglücklich in der Familie und hätte mir vieles von meinen Eltern anders gewünscht. Aber irgendwann musste ich einsehen, dass ich meine Eltern nicht ändern kann und habe sie um meiner selbst Willen verlassen. Die viel beschworene plötzliche Verbesserung des Verhältnisses trat auch nie ein. Mein Vater hatte durchgehend geleugnet und kleingeredet, was vorgefallen ist, und begann nach dem Tod meiner Mutter auf groteske Weise ein Art mediale Podest auf Facebook für sie zu errichten. Aber ich habe inzwischen akzeptiert, dass er eben das ist, was nun mal ist, auf wenn mir kein schmeichelnder Begriff derzeit einfallen würde.
Was ich damit sagen will ist, dass es sehr schwer ist ein System von Grund auf zu ändern. Es ist sogar unmöglich die Mitglieder eines bestehenden Systems zu ändern, wenn sie selbst von diesen eigentlich profitieren. Es bleibt letztlich selbst das beste zu machen und sich von manchen Dingen auch zu lösen.