Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Dissoziation/Panikattacke

Kampfmaus

Aktives Mitglied
Hey, ich wollte mal fragen, wo genau der Unterschied zwischen einer Dissoziation und einer Panikattacke besteht...

Ich erzähle meiner Thera immer ich hätte Panikattacken, bin mir inzwischen aber doch nicht mehr so sicher, ob das nicht auch Dissos sein können.

Weiß das jmd?

LG Kampfmaus
 

Anzeige(7)

_Alpha_

Aktives Mitglied
Hallo Maus,

kannst dir das ja mal durchlesen und selber urteilen:

ICD-10, F44.- Dissoziative Störungen

"Das allgemeine Kennzeichen der dissoziativen oder Konversionsstörungen besteht in teilweisem oder völligem Verlust der normalen Integration der Erinnerung an die Vergangenheit, des Identitätsbewusstseins, der Wahrnehmung unmittelbarer Empfindungen sowie der Kontrolle von Körperbewegungen. Alle dissoziativen Störungen neigen nach einigen Wochen oder Monaten zur Remission, besonders wenn der Beginn mit einem traumatisierenden Lebensereignis verbunden ist. Eher chronische Störungen, besonders Lähmungen und Gefühlsstörungen, entwickeln sich, wenn der Beginn mit unlösbaren Problemen oder interpersonalen Schwierigkeiten verbunden ist. Diese Störungen wurden früher als verschiedene Formen der "Konversionsneurose oder Hysterie" klassifiziert. Sie werden als ursächlich psychogen angesehen, in enger zeitlicher Verbindung mit traumatisierenden Ereignissen, unlösbaren oder unerträglichen Konflikten oder gestörten Beziehungen. Die Symptome verkörpern häufig das Konzept der betroffenen Person, wie sich eine körperliche Krankheit manifestieren müsste. Körperliche Untersuchung und Befragungen geben keinen Hinweis auf eine bekannte somatische oder neurologische Krankheit. Zusätzlich ist der Funktionsverlust offensichtlich Ausdruck emotionaler Konflikte oder Bedürfnisse. Die Symptome können sich in enger Beziehung zu psychischer Belastung entwickeln und erscheinen oft plötzlich. Nur Störungen der körperlichen Funktionen, die normalerweise unter willentlicher Kontrolle stehen, und Verlust der sinnlichen Wahrnehmung sind hier eingeschlossen. Störungen mit Schmerz und anderen komplexen körperlichen Empfindungen, die durch das vegetative Nervensystem vermittelt werden, sind unter Somatisierungsstörungen (F45.0) zu klassifizieren. Die Möglichkeit eines späteren Auftretens ernsthafter körperlicher oder psychiatrischer Störungen muss immer mitbedacht werden."

ICD-10, F41.-, Panikstörung

"Das wesentliche Kennzeichen sind wiederkehrende schwere Angstattacken (Panik), die sich nicht auf eine spezifische Situation oder besondere Umstände beschränken und deshalb auch nicht vorhersehbar sind. Wie bei anderen Angsterkrankungen zählen zu den wesentlichen Symptomen plötzlich auftretendes Herzklopfen, Brustschmerz, Erstickungsgefühle, Schwindel und Entfremdungsgefühle (Depersonalisation oder Derealisation). Oft entsteht sekundär auch die Furcht zu sterben, vor Kontrollverlust oder die Angst, wahnsinnig zu werden. Die Panikstörung soll nicht als Hauptdiagnose verwendet werden, wenn der Betroffene bei Beginn der Panikattacken an einer depressiven Störung leidet. Unter diesen Umständen sind die Panikattacken wahrscheinlich sekundäre Folge der Depression."
 
D

Die Queen

Gast
Hey, ich wollte mal fragen, wo genau der Unterschied zwischen einer Dissoziation und einer Panikattacke besteht...

Ich erzähle meiner Thera immer ich hätte Panikattacken, bin mir inzwischen aber doch nicht mehr so sicher, ob das nicht auch Dissos sein können.

Weiß das jmd?

LG Kampfmaus
Jeder Mensch kann dissozieren, es geht von Tagträumen bis hin zu dissoziativen Identitätsstörung.

Dissoziation ist quasi, wenn man die Realität komplett abschaltet und nur noch gedanklich in seiner eigenen Welt ist.
 

DarkRose

Aktives Mitglied
Hi Maus,

für mich ist dissoziativ "im Tunnel sein" .... ich merke wie ich mich innerlich zurückziehe und meinen Körper kaum noch wahrnehme...es ist für mich eine Schutzreaktion, welche ich nur mit frühzeitigem skillen abwenden kann

Es macht sich bei mir bemerkbar, wenn es anfängt im Oberkörper bis zu den Fingern zu kribbeln, mein Blick sich von einem fixen Punkt nicht mehr abwendet und ich merke, dass sich all meine Sinne in mein inneres Ich zurückziehen, gleichzeitig tritt eine innere Ruhe ein, wo auch mein Atmen flach und entspannt ist...dies tritt vor allem bei Erinnerungen von Traumata auf z.B. beim Therapiegespräch.

Panikattacken zeigen sich bei mir durch alle möglichen körperlichen Stress-symptome, wie schon oben beschrieben wurde, z.B. Herzrasen, Panikgefühl, Angst, totale Unruhe, zittern, Blackout, schwitzen, .....
 

Knirsch

Aktives Mitglied
Ich habe keine Erfahrung mit Dissoziation am eigenen Körper, aber schon Menschen gesehen, bei denen das diagnostiziert wurde. Das mag bei jedem ein bisschen unterschiedlich sein, aber es unterscheidet sich doch auch sehr deutlich von den Panikattacken, die ich selbst habe.
Die Personen, die in meiner Gegenwart dissoziert sind, konnten sich beispielsweise plötzlich nicht mehr bewegen, sind vom Stuhl gefallen und einfach liegen geblieben. Oder blieben sitzen und haben kein Wort gesagt, obwohl sie teilweise noch alles mitbekommen haben. Manche wirkten geistig abwesend und eine beschrieb es so als wäre sie in der Wand oder woanders im Raum. Klang für mich alles ein wenig anders, aber doch ganz anders als das, was ich als Panikattacke erlebe, denn zumindest die paar Leute wirkten eigentlich nach außen hin eher ruhig.
Die Attacken sind dagegen so:
Dabei habe ich furchtbare Angst, Panik zu Sterben, bekomme keine Luft, kann nicht mehr ausatmen und somit auch nicht mehr einatmen, schreie um Hilfe. Manchmal, wenn das mit der Atmung aus dem Ruder läuft, falle ich tatsächlich um oder es kommt durch das Hyperventilieren zu den Krämpfen mit Pfötchenstellung, aber das ist die Folge des Anfalls und nicht die Attacke selbst.

Bis zu dem Punkt, wo man am Boden kugelt, ist es also doch ziemlich unterschiedlich, aber mag sein, dass es Zustände gibt, wo man das nicht genau sagen kann.
 
G

Gelöscht 116427

Gast
Hey, ich wollte mal fragen, wo genau der Unterschied zwischen einer Dissoziation und einer Panikattacke besteht...

Ich erzähle meiner Thera immer ich hätte Panikattacken, bin mir inzwischen aber doch nicht mehr so sicher, ob das nicht auch Dissos sein können.

Weiß das jmd?

LG Kampfmaus
Ich kenne beides von mir. Aber ich kann bei intensiven Panikattacken mich weder bewegen noch sprechen... Das ist dann echt hart... Ich kann mir das hinterher wie bei einem Film ansehen, wenn überhaupt sind nur noch Erinnerungsfetzen vorhanden, es ist wie die Erzählung des Erlebnis eines anderen, manches fehlt komplett und ganz massiv ist es mit Gefühlen und Gedanken, die ich während bestimmter Zustände hatte, zu denen ich hinterher keinen Bezug mehr habe, Regression mitunter. Es wird quasi im Nachhinein von meinem Hirn verharmlost oder eine Distanz dazu hergestellt, damit ich "normal" weiter machen kann... Das funktioniert aber nur semi-gut, wenn dass was dazu führt nicht verarbeitet wird. Erinnerungen kommen dann in Form von Flashbacks wieder hoch (z.B.) ... Ich denke die Übergänge sind oft fließend... Das wird mir aber eher erst hinterher bewusst.. Wenn es passiert merke ich es zwar wenn ich darein rutsche und wenn sich alles wieder normalisiert aber nicht das bedeutende "Dazwischen"... Man fühlt sich wie in Watte gepackt bis zum Gefühl des Auflösen - so extrem war es zum Glück nur einmal bei mir. Alles ist gedämpft und abgeschwächt und weit weg... Es ist schwer das zu beschreiben... Manchmal verliere ich meine eigene Steuerungsfähigkeit. Oft ist viel mehr Zeit vergangen, als ich gedacht habe (vom Anfang bis ich da wieder rausfinde). Aber es kann auch einfach nur die Panikattacke selber sein... Selbst ohne Dissoziation kann man so davon eingenommen und überfordert sein, dass man nicht in der Lage ist zu antworten. Gerade wenn du sagst manchmal nicht antworten zu können, erinnert mich das sehr an meine früheren Erfahrungen mit Panikattacken (damals noch viel hochfrequenter aber weniger massiv als jetzt) , da hat das variiert ob ich in der Lage war mit der Umwelt zu kommunizieren was mal mehr, mal weniger gut geklappt hat aber in der Regel bin ich der Meinung, damals nicht dissoziiert zu sein und wenn dann nur leicht und bis zu einem gewissen Grad ist das dann auch "normal". Jeder Mensch dissoziiert... . Aber die meisten auf nur leichtem Niveau. Gerade wenn deine Panikattacken mit vergangen traumatischen Erlebnissen zusammenhängen ist es durchaus möglich, dass Dissoziation eine Rolle spielen könnte.
Du hängst ja dann in diesem Zustand komplett drin... Aber warum sprichst du nicht deinen Verdacht bei der Thera einfach mal an... Zu verlieren hast du ja nichts? ;) :) <3

Das sind aber nur meine Erfahrungen und ich tue mich damit immer noch selber ein wenig schwer, nachzuvollziehen, was da eigentlich mit mir passiert.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

Anzeige (6)

Autor Ähnliche Themen Forum Antworten Datum
L_k_739 Hilfe nach Panikattacke Ich 10
U Ich habe das Gefühl eine Panikattacke zu bekommen. Ich 5

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Gastraum
Regeln Hilfe Benutzer
  • Im Moment ist niemand im Chat.
  • Chat Bot:
    Raumnachrichten wurden entfernt!
  • Chat Bot:
    Desiree85 hat den Raum verlassen.

    Anzeige (2)

    Oben