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Die Zeit heilt alle Wunden... blablabla...

Ein "was ist schlimmer"-Ranking finde ich persönlich für solche Situationen, Verlust eines geliebten Menschen, auch nicht hilfreich, sondern anmaßend. Wenn man natürlich den Anspruch hat, dass die ganze Welt anerkennen muss, dass man es so schwer hat wie niemand sonst, werden Enttäuschungen wohl vorprogrammiert sein.
Intelligenz ist die Fähigkeit, Unterschiede erkennen zu können. Die Userin/der User Pfefferminzdrops verfügt über dese Intelligenz. Aber nicht jedem sind Textverständnis und Sprachkompetenz gegeben. Es gibt ja auch Berufe, für die man das nicht im Übermaß braucht.😎

Manche Leute kapieren gewisse Dinge eben erst, wenn sie selber unter denkbar ungünstigen Lebensumständen einen geliebten Menschen verlieren. Manche erleben so etwas auch erst, wenn sie schon im vorgerückten Alter sind.

Diejenigen, die vorher bei Schicksalsschlägen ihrer Mitmenschen die größte Klappe hatten und sich am wenigsten davon berühren ließen, klappen aber trotz sozialer Unterstützung meist am schnellsten zusammen, wenn sie selbst einen nahestehenden Menschen verlieren. Das habe ich in meinem nun schon 60-jährigen Leben immer wieder beobachten können. Bei mancher vom Leben verwöhnten Ehefrau mit viel unterstützendem familiären Anhang reicht es nach dem absehbaren Tod der 98-jährigen Mutter schon aus, dass die Lieblingsblumenhandlung geschlossen hat, um "fix und fertig" zu sein. Lächerlich.

Dass die Art und Weise, wie gut oder schlecht man Trauer bewältigt, von den von mir genannten Faktoren abhängt, kann man im Übrigen auch anderswo nachlesen. Zu dieser Erkenntnis bin längst nicht nur ich gekommen. 😎
 
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oder
  • wenn ich wirklich allein lebe,
  • mit meiner Trauer alleingelassen werde,
  • keine nahen Angehörigen (oder aus triftigen Gründen keinen Kontakt zu diesen) habe
  • auch keine Freunde vor Ort wohnen habe und
  • mit hoher Wahrscheinlichkeit für den Rest meines Lebens allein bleiben werde, weil ich zu alt oder aus anderen Gründen als Frau nicht der Typ für die breite Masse der Männer bin und
  • wenn ich in einem anspruchsvollen, stressigen Beruf mit Führungsverantwortung obendrein noch stark gefordert bin und zu funktionieren habe.

Kann es sein dass sich die Anteilnahme in Grenzen hält weil die oben genannten Punkte vor allem selbst "verschuldet" sind?

Vielleicht kann man die Zeit der Trauer auch mal nutzen um Selbstreflektion zu betreiben.
 
Intelligenz ist die Fähigkeit, Unterschiede erkennen zu können. 😎 Die Userin/der User Pfefferminzdrops verfügt über dese Intelligenz. Aber nicht jedem sind Textverständnis und Sprachkompetenz gegeben. Es gibt ja auch Berufe, für die man das nicht im Übermaß braucht.

Manche Leute kapieren gewisse Dinge eben erst, wenn sie selber unter denkbar ungünstigen Lebensumständen einen geliebten Menschen verlieren.

Diejenigen, die vorher bei anderen die größte Klappe hatten, klappen aber trotz sozialer Unterstützung meist am schnellsten zusammen, wenn sie selbst einen nahestehenden Menschen verlieren. Das habe ich in meinem nun schon 60-jährigen Leben immer wieder beobachten können. Bei mancher vom Leben verwöhnten Ehefrau mit viel unterstützendem familiären Anhang reicht es nach dem absehbaren Tod der 98-jährigen Mutter schon aus, dass die Lieblingsblumenhandlung geschlossen hat, um "fix und fertig" zu sein. Lächerlich.

Dass die Art und Weise, wie gut oder schlecht man Trauer bewältigt, von den von mir genannten Faktoren abhängt, kann man im Übrigen auch anderswo nachlesen. Zu dieser Erkenntnis bin längst nicht nur ich gekommen.
Das Problem ist, wenn sich Intelligenz mit Arroganz paart und das auch mehr oder weniger offen demonstriert, macht man sich nicht viele Freunde und hat dann, wenn es hart auf hart kommt, eben auch entsprechend wenig Rückhalt.
 
Es gibt auch Berufe in denen man Empathie (ja, auch für andere) offensichtlich nicht so braucht.

Andere sind halt bspw. auch nicht blind dafür und haben es erlebt, dass gerade bei "alten, über viele Jahrzehnte eine Einheit gewordenen Ehepaaren" der überlebende Ehegatte rasch auch stirbt bzw. plötzlich schwer krank wird unmittelbar danach.

Menschen, die sowas bei anderen erlebt und mitgefühlt haben, würden auch nicht auf die Idee kommen, einer Mutter mit kleinen Kindern zu sagen, dass sie ja noch ne "sinnvolle Aufgabe" hat. Nicht in dem Sinne, dass damit ihr Schmerz relativiert wird. Nicht ihrer und nicht der, den sie bei den ihr anvertrauten Kindern erlebt und der manchmal schwerer wiegt als der eigene.

Wer immerzu fremdes Leid relativiert oder dieses sogar "lächerlich" nennt, muss sich halt tatsächlich nicht wundern.
 
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Trauer ist individuell, so wie alle Gefühle. Für manche mag dieser Spruch zutreffen, die Zeit heilt und vernarbt die Wunden und man lernt, damit umzugehen, manchmal auch zu vergessen bzw. der Schmerz verebbt und man leidet nicht mehr.

Bei anderen Menschen heilt es nie ganz, es ist wie eine nässende Wunde, die nicht schließt. Das ist bei jedem anders und es kommt natürlich auch immer darauf an, wie nahe einem der Mensch stand. Manche Verluste kann man besser tragen, weil die Bindung nicht so tief war, bei manchen Verluste bleibt die Leere lange bestehen und nichts kann sie wirklich füllen. Und nur langsam dann kommt das Leben wieder zurück und man gewinnt wieder etwas Lebensfreude.

Bei diesem Spruch kommt es für mich darauf wer ihn wie sagt: er kann ein Zeichen von Hilfslosigkeit sein, dass jemand einem was Tröstliches sagen will, aber nicht weiß wie. Es kann eine dahergeredete Floskel sein, mit der jemand schnell das unschöne Thema Trauer wegwischen will.

Und nicht jedem Menschen ist Empathie gegeben: man kann Menschen nicht dafür anklagen, dass sie nicht empathisch sind, manche können sich nun mal nicht einfühlen, das sollte man auch immer bedenken.
 
Ich hätte schon gar nicht den Anspruch, dass jeder immer "das Richtige" sagen muss, was gerade in diesem Moment Balsam für die Seele ist. Dazu sind vermutlich ja auch die meisten selber schon oft genug in Situationen gelandet, in denen man keinen adäquaten Trost (in Worten) mehr kannte; Situationen wo der Schmerz und die Ohnmacht zu stechend im Raume standen und man dies auch nicht "kleinreden", sondern wo man dem Platz lassen wollte. Aber da kann man den anderen ja immer noch einfach in den Arm nehmen, mitweinen......

Und wenn man dem anderen nicht nahe genug steht dafür, oder wenn man sich nicht wirklich einfühlen kann oder möchte: gerade DAS wäre ja ein Argument dagegen, dem anderen mit irgendwelchen Worthülsen zu kommen, wenn man gar keine Ahnung hat auf welchen Boden sowas fällt....Sprüche, die ja auch leicht als "sagt man dann halt so" identifizierbar sind. Man kann es auch einfach bei der bloßen Beileidsbekundung belassen. Zumindest wenn man sich soweit reflektieren kann, dass man nicht "gut" in sowas ist.
 
Und nicht jedem Menschen ist Empathie gegeben: man kann Menschen nicht dafür anklagen, dass sie nicht empathisch sind, manche können sich nun mal nicht einfühlen, das sollte man auch immer bedenken.
Am besten können sich diejenigen Menschen einfühlen, die Vergleichbares unter ähnlichen Lebensumständen erlebt haben.

Ich habe das nach dem Tod meines Partners bei einer inzwischen 92-jährigen Dame erlebt, deren Mann ein Cousin meines Vaters war. Er war vor nunmehr 44 Jahren auch ganz plötzlich und unerwartet verstorben. Er war damals 53 oder 54, seine Frau 48 und die jüngste Tochter erst acht Jahre alt. Diese Verwandte lebt inzwischen im Seniorenheim, kann kaum noch sehen und beauftragte ihre Tochter dennoch, mir mitzuteilen, dass sie wisse, was es heißt, wenn der geliebte Partner so plötzlich und unerwartet und noch dazu viel zu früh aus dem Leben gerissen wird. Einer ihrer Söhne war übrigens schon im Alter von sieben Jahren tödlich verunglückt, etwa zehn Jahre, bevor sie auch noch so früh ihren Mann verlor.

Auffallend ist, dass gerade Menschen, die selber schwere Schicksalsschläge hinter sich haben, bei Leiderfahrungen anderer oft am meisten Mitgefühl zeigen. Bei den Menschen, bei denen nichts Außergewöhnliches in der Hinsicht vorgefallen ist, findet man dieses Empathievermögen wesentlich seltener. Da kommen schon mal eher taktlose Sprüche und Verhaltensweisen. Oder man lässt das Ganze nicht so nah an sich heran, vielleicht aus der abergläubischen Vorstellung heraus, dass man anderenfalls selber ein vergleichbares Unglück erleiden könnte.
 
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Am besten können sich diejenigen Menschen einfühlen, die Vergleichbares unter ähnlichen Lebensumständen erlebt haben.

Ich habe das nach dem Tod meines Partners bei einer inzwischen 92-jährigen Dame erlebt, deren Mann ein Cousin meines Vaters war. Er war vor nunmehr 44 Jahren auch ganz plötzlich und unerwartet verstorben. Er war damals 53 oder 54, seine Frau 48 und die jüngste Tochter erst acht Jahre alt. Diese Verwandte lebt inzwischen im Seniorenheim, kann kaum noch sehen und beauftragte ihre Tochter dennoch, mir mitzuteilen, dass sie wisse, was es heißt, wenn der geliebte Partner so plötzlich und unerwartet und noch dazu viel zu früh aus dem Leben gerissen wird. Einer ihrer Söhne war übrigens schon im Alter von sieben Jahren tödlich verunglückt, etwa zehn Jahre, bevor sie auch noch so früh ihren Mann verlor.

Auffallend ist, dass gerade Menschen, die selber schwere Schicksalsschläge hinter sich haben, bei Leiderfahrungen anderer oft am meisten Mitgefühl zeigen. Bei den Menschen, bei denen nichts Außergewöhnliches in der Hinsicht vorgefallen ist, findet man dieses Empathievermögen wesentlich seltener. Da kommen schon mal eher taktlose Sprüche und Verhaltensweisen. Oder man lässt das Ganze nicht so nah an sich heran, vielleicht aus der abergläubischen Vorstellung heraus, dass man anderenfalls selber ein vergleichbares Unglück erleiden könnte.
Ich finde, dass eher enge Freunde, auch wenn sie diese Erfahrung nicht gemacht haben, die sind, die einem am meisten helfen.
 
Am besten können sich diejenigen Menschen einfühlen, die Vergleichbares unter ähnlichen Lebensumständen erlebt haben.

Teils ja, aber nicht unbedingt. Jeder ist anders, jeder hat einen anderen Character und geht mit dem Tod anders um. Ich habe mal in einem Film über über 2 Schwestern, deren Männer gestorben, waren gesehen, wie unterschiedlich sie reagierten: die eine hat alles so gelassen, alle Erinnerungen, alle Fotos. Die andere hat die Dinge weggetan, entsorgt bzw. außer Sichtweite und sich relativ schnell wieder aktiv am Leben beteiligt.

Ich denke, wenn jemand empathisch ist, ist er es - egal, was passiert. Dann kann er sich einfühlen, auch wenn er nicht einen Todesfall erlebt hat. Aber vielleicht kennt er das Gefühl von Verlust, von Liebeskummer und kann es etwas übertragen, weil er das Gefühl von Leiden kennt. Und wenn jemand einfach nicht so empathisch ist, mehr kopfgesteuert oder keinen echten Zugang hat zu seinen Gefühlen, wird er auch bei einem Todesfall nicht so tief leiden wie jemand, der mehr Gefühle hat oder mehr Gefühle zulässt.
 
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