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Die Vergangenheit meiner Partnerin belastet mich

kuschelbaer83

Neues Mitglied
Hallo in die Runde,

vor einigen Wochen gab es hier ein ähnliches Thema, ich wollte aber trotzdem einen eigenen Thread aufmachen, weil meine Situation aus meiner Sicht etwas anders ist. Das wird ein längerer Text und ich bedanke mich bei jedem, der ihn vollständig liest und mir ggf. einen Rat geben kann.

Ich bin seit einigen Wochen mit meiner neuen Partnerin zusammen. Ich bin 37, sie ist 36.

Zuvor hatte ich erst eine Beziehung, die über ca. fünf Jahre ging. Ansonsten hatte ich davor keinerlei sexuelle Erfahrung bzw. bis ich 30 war, war ich "Jungfrau".

Die erste Beziehung ging während Corona in die Brüche bzw. ich habe mich getrennt, da es einfach nicht mehr gepasst hat und zwar massiv.

Ich war dann etwas über ein Jahr Single, bevor ich nun vor einigen Wochen meine neue Partnerin kennengelernt habe.
Die Beziehung ist einfach traumhaft. Wir können uns über alles unterhalten, auch über Intellektuelles und Politik.

Sie ist ein so offenherziger und warmer Mensch, der Sex ist einfach perfekt. Kurzum: Es gibt eigentlich nichts auszusetzen und ich könnte einfach nur glücklich sein.

Sie hat mir nach recht kurzer Zeit von ihrer Vergangenheit in den letzten ca. 2 Jahren erzählt und diese Vergangenheit belastet mich sehr. Vorab: Ich möchte nicht die Moralkeule schwingen, ich fühle mich einfach nur klein und hilflos und habe massive Verlustängste.

Vor zwei Jahren fing sie nach drei Jahren ohne Beziehung/Sex wieder mit der Partnersuche an.
Die drei Jahre lief aufgrund massiver familiärer Ereignisse gar nichts.
Sie hatte davor eine sehr lange Beziehung über viele Jahre und auch davor schon längere Beziehungen.

Sie lernte jemand kennen, mit dem sie eine Beziehung wollte. Er hat sie jedoch quasi am langen Arm verhungern lassen mit on/off Verhalten.

Daraufhin hat sie mit ca. 7 Männern gedatet. Sie war offen für eine Beziehung, war aber auch offen für reine sexuelle Treffen, wenn für sie keine Beziehung infrage kam. Bei diesen 7 Männern war keiner dabei, der für eine Beziehung infrage kam.

Sie hatte daraufhin im letzten Jahr eine kurze Beziehung über ein halbes Jahr, die mit der plötzlichen Trennung von ihm aus endete, weil er private Probleme hatte.
Daraufhin musste sie sich mehrere Wochen in stationäre psychologische Behandlung begeben.

Danach hatte sie über ca. 9 Monate zwanglose Geschichten mit 5 Männern. Teilweise parallel, teilweise auch ohne Kondom. (Sie nimmt die Pille.) Sie war in dieser Zeit nicht fähig für eine Beziehung, "brauchte" jedoch die sexuelle Intimität, Nähe etc..

Diese Geschichten hat sie dann nach und nach auslaufen lassen, sodass es am Ende nur noch ein Mann war, mit dem sie sich ab und zu noch getroffen hat. Das letzte Treffen mit ihm war wohl ca. 3-4 Wochen, bevor wir uns kennenlernten.

Mittlerweile hat sie den Kontakt abgebrochen, da wir ja nun in einer Beziehung sind.

Leider weiß ich von ihrer Vergangenheit viel zu viel, da ich viel nachgefragt habe, um meine Unsicherheit zu beseitigen, was es noch viel schlimmer gemacht hat. Je mehr Details ich erfahren habe, desto schlechter ging es mir.

Teilweise hat mein Kopf dann in ihrer Vergangenheit geforscht und vermeintliche Widersprüche entdeckt, die ich mit weiteren Fragen zu klären versucht habe. Ihre Vergangenheit geht mich eigentlich nichts an, jedoch hatte und habe ich das Gefühl, dass sie mir nicht bei allem die Wahrheit gesagt hat.

Dass sie ungeschützten Sex mit mehreren Männern hatte, wusste ich, bevor wir Sex hatten. Es hat mich echt schockiert!
Es gab dann einen Verhütungsunfall bei uns, wonach ich dann wissen wollte, wann bei ihr die letzte mögliche Ansteckung gewesen ist.
Hier hat sie mich dann aus Scham angeflunkert und einen Zeitraum angegeben, der viel länger her ist. Das spielt für den Test an sich keine Rolle, nur werde ich nicht gerne angelogen. Wenn man etwas sagt, dann bitteschön die Wahrheit.

Ebenso hat sie mich angelogen, wie oft sie mit den Männern ungeschützt verkehrt hat.

Durch mehrmaliges Nachfragen hat sie mir dann (hoffentlich) die Wahrheit gesagt und es mit Scham und Angst vor meiner Reaktion begründet.

Das Thema Vertrauen kommt nun also noch zusätzlich zu ihrer Vergangenheit obendrauf.

Ich gebe zu, dass ich ein wenig neidisch auf ihre "wilde" Zeit bin, da ich im vergangenen Jahr zu meiner Single Zeit ebenfalls offen für etwas Zwangloses gewesen wäre. Da ich aber nur durchschnittlich aussehe, waren meine Erfolge beim Online Dating leider bescheiden. Es gab mehrere Nachrichten zu Frauen und ein Treffen, bei dem nichts lief.

Somit stehe ich nun da mit einer einzigen Sexualpartnerin davor und habe es mit einer sexuell sehr erfahrenen Frau zu tun, die sich innerhalb kurzer Zeit ausgetobt hat.

Ich fühle mich nicht auf Augenhöhe und habe große Angst, dass ihr diese zwanglose Zeit irgendwann einmal fehlen könnte.
Sie hat eine Welt erfahren, die für mich gänzlich unbekannt ist und das macht mir große Angst.

Sie beteuert mir immer wieder, dass das eine Phase war, die endgültig abgeschlossen ist und auf die sie im Nachhinein gerne verzichtet hätte. Sie vermisst diese Zeit nicht und wird diesbezüglich auch nie wieder Bedarf haben, selbst wenn sie wieder Single sein sollte.

Nur, wie kann ich da sicher sein? Wer quasi einmal vom Honigtopf genascht hat, wird das vielleicht wieder haben wollen.

Sie wünscht sich eine Zukunft mit mir, ist auch sehr eifersüchtig und hängt an mir. Ich habe keine Zweifel an ihren Gefühlen für mich und abgesehen von ihrer Vergangenheit ist das die Frau, mit der ich mir vorstellen könnte, alt zu werden. Ich genieße unsere Zeit zusammen so sehr und ich bin verrückt nach dieser wunderbaren Frau.

Ich bin nun drauf und dran, in eine depressive Phase zu rutschen bzw. ich bin da schon drin. Ich weine momentan sehr viel und bin verzweifelt. Sie ist keine Frau, von der ich mich einfach trennen könnte. Es passt sonst alles so gut mit uns und natürlich profitiere ich auch von ihrer sexuellen Erfahrung enorm.

Es stellt sich für mich die Frage, wie ich mit ihrer Vergangenheit umgehen soll bzw. kann.
Grundsätzlich verurteile ich ihre losen Geschichten moralisch nicht. Ich finde nur die Anzahl in den zwei Jahren krass.
Nun bin ich mit bisher einer Sexualpartnerin mit 37 Jahren sicher nicht der Maßstab und ich erwarte in dem Alter auch kein Mauerblümchen.

Aber wer in Summe ca. 12 Sexualpartner in zwei Jahren hatte, bei dem denke ich, dass er bzw. sie auf Abwechslung aus ist und das irgendwann vermissen könnte.

Sie verneint dies vehement und hat eher Angst davor, dass ich denke, etwas im Leben verpasst zu haben und dass ich nun den Drang verspüre, mir die Hörner abzustoßen.

Das kommt für mich in einer Beziehung selbstverständlich nicht infrage.
Aber ich fühle mich ein Stück weit als Versager, der sich sexuell nicht ausgelebt hat und aufgrund seines durchschnittlichen Aussehens auch wenig Erfolg bei Frauen hatte.

Um nochmal auf das Thema "Moral" zurück zu kommen. Grundsätzlich ist es egal, ob Mann oder Frau als Single zwanglose Treffen hat. Ich finde aber trotzdem, dass es für einen Mann schwerer zu ertragen ist, wenn eine Frau das hatte.

Frauen haben es aus meiner Sicht beim Online Dating erheblich leichter, an Kontakte zu kommen.
Desweiteren hat sie ja keine Hemmschwelle mehr, sowas wieder zu tun, da sie es bereits kennt.

Natürlich kann man sagen, dass nun eine andere Hemmschwelle da ist, da man ja nicht leichtfertig seinen Partner betrügt.


Habt ihr Ratschläge für mich, wie ich damit umgehen soll? Trennung ist wie gesagt die allerletzte Option für mich.
Übertreibe ich mit meinen Ängsten? Ist die genannte Anzahl normal und ich einfach nur spießig und weltfremd?

Kann eine Frau mit so einer Vergangenheit treu sein und eine Familie gründen?

Sagt mir bitte eure ehrliche Meinung. Auch, wenn ihr der Meinung seid, dass ich völlig überreagiere.

Ich danke euch sehr!
 

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kuschelbaer83

Neues Mitglied
Bist du nur neidisch oder befürchtest du dass sie fremdgehen könnte? Hast du auch ganz ehrlich schon kleine Flirtereien bemerkt o.ä.?
Ich würd auf den Zug nicht einsteigen, bin aber spießig.
Natürlich spielt auch der Neid mit rein, aber in erster Linie habe ich Angst, dass sie während der Beziehung untreu werden könnte.

Ich kann nicht behaupten, dass sie in meiner Anwesenheit mit anderen Männern flirtet bzw. waren die Situationen, in denen das möglich gewesen wäre, überschaubar.
 

Reignoverme

Aktives Mitglied
Aber wer in Summe ca. 12 Sexualpartner in zwei Jahren hatte, bei dem denke ich, dass er bzw. sie auf Abwechslung aus ist und das irgendwann vermissen könnte.
Ziemlich dämliche argumentation würde ich sagen. Im allgemeinen ist es eher so, das man sich fragt, wenn man mit einer person zusammen ist, die wenig erfahrung hat, ob die dann nicht irgendwann doch mal neugierig auf andre wird und mehr erfahrungen machen will. Und die sorge ist auch berechtigt, weil es oft genug genau so kommt.

Wenn man das jetzt beides nebeneinander sieht, dann ists ja immer falsch, egal wie mans macht. Hätte nur noch gefehlt, daß du sie gefragt hättest, warum sie sich nicht dafür bezahlen läßt...

Ich find das immer ganz übel, wenn leute so unglaublich neugierig sind und dann mit den antworten so garnicht klar kommen. Vor allem nicht, wenn du sie auf ein podest stellst und rausfindest, das deine prinzessin auch nur ein mensch ist und auch mal das luder hat raushängen lassen.

Ich find 12 jetzt auch keine wahnsinnig große zahl in 2 jahren. Da gibts ganz andre. Kennst du diese eine folge von "Roseanne"? Guck mal ob du dich da wiedererkennst :D

Mit wieviel männern hast du geschlafen?
 

Dragon234

Aktives Mitglied
Ist doch völlig egal mit wem, wie vielen, sie vor euch wann und wo sex hatte.

Mal ein gedanke.
Angenommen du suchst eine neue freundin meldest dich bei einer dating app an und viele frauen würden sich direkt nit dir treffen wollen und auch sex haben wollen.
Hättest du da immer nein gesagt bei der chance?

So ist die realität vieler frauen auf dating apps. Die werden überschwemmt mut angeboten.

Sue es doch so. Das was sie in der Vergangenheit erlebt gat hat sie vieleicht zu dir geführt und nun profitierst du eventuell auch davon das sie erfahrungen gemacht hat.

Andersrum könnte sie ja auch vorurteile haben weil du "erst" mit 2 frauen sex hattest und spät begonnen hast.

Mal ehrlich das ust alles vergangenheit. Bei euch beiden. Lebt in der gegenwart und gestalltet euch eine schöne zukunft.
 

joseywales

Mitglied
Man kann alles tot relativieren das ist keine Leistung, promiskutive Frauen haben nun mal einen Hang zum Drüberhüpfen. Rationalisierung ist kein guter Weg sondern eine Strategie mit Enttäuschung umzugehen, Überreagieren ist aber auch keine gute Idee, irgendwas dazwischen in der Mitte, beobachten und neutral bleiben.
 

Knirsch

Aktives Mitglied
Also mal zum Thema der sexuell übertragbaren Krankheiten:
Das kann leicht aus der Welt geschafft werden. Ich finde, dass beide Partner sich durchaus einmal vollständig auf alles durchchecken lassen können. Auch in einer langjährigen Beziehung kann man sich etwas holen. Dann habt ihr beide Klarheit und du musst dir keine Gedanken mehr machen.

Die anderen Dinge sehe ich so: Du bist vielleicht neidisch und machst dir Sorgen, weil DU auch gerne eine solche Zeit gehabt hättest. Das heißt aber nicht, dass SIE die Zeit so toll gefunden hat und das gerne wiederholen will. So klingt es auch nach dem was du schreibst. Es wirkt ein wenig so als wäre sie aus einer psychischen Ausnahmesituation in diese Zeit geraten, weil sie in der einen on-off Geschichte und auch später von Männern in der Beziehung sehr enttäuscht wurde. Das ist nicht dasselbe, wie wenn man einfach keine fixe Beziehung von Haus aus will und nur eine wilde Zeit genießen. Für sie war diese Zeit vielleicht nicht nur wild und schön, sondern auch frustrierend und voller Abweisung und Unsicherheit. Also, wieso fürchten? Sie selbst sagt, sie will das nicht mehr und könnte drauf verzichten das überhaupt gemacht zu haben?
Des weiteren stellen sich sehr viele Leute sowas viel witziger und lustvoller vor als es ist. Möglicherweise hättest du solche Erfahrungen auch gar nicht so toll gefunden, wer weiß. Oft ist es so, dass dann doch einer von beiden mehr will und versucht es dem anderen Recht zu machen. Manche haben bei diesen Geschichten auch gar nicht so guten Sex, weil sich keine Intimität einstellt oder weil sie den anderen unterbewusst doch zu einer Beziehung überreden wollen und sich zu vielem breitschlagen lassen, was sie gar nicht so gut finden oder sie sind auch permanent frustriert, dass die Partner eben nicht so toll sind wie sie dachten. Da habe ich schon Einiges gehört. Es gibt ein paar wenige, die sich da wirklich richtig einschätzen und für solche Phasen gut sind und sich da wirklich ausleben. Ein Großteil sieht das eher als eine Notzeit zwischen Beziehungen.
Also: Ebenfalls nach dem gehend, was sie gesagt hat: Kein Grund neidisch zu sein und wohl auch kein Grund den Vergleich zu scheuen. Offensichtlich hat sie sich schon den Besten ausgesucht und nun liegt es an dir ihr zu beweisen, dass du der Richtige bist und mit so einer Sache umgehen kannst.

Ehrlichkeit ist wichtig, ja. In der Gegenwart sollte man den Partner auch nicht anlügen. Aber muss man wirklich immer alles über die Vergangenheit richtig erzählen, vor allem, wenn der andere, also du, das anscheinend tatsächlich etwas unterschätzt, wie dann die Reaktion ausfällt und was für ein Kopfkino und Zweifel entstehen? Was war, war vor dir. Ab jetzt ist die Zeit, die zählt. Lass Gras drüber wachsen, das legt sich wieder.
 
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