Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Die Verarbeitung von Gewalt

Hallo Ihr Beiden,

meine erste Beziehung lief anfangs richtig toll.Er hatte Probleme mit dem Alkohol und veränderte er sich sehr.Nach 5 Jahren hatte er mal wieder zuviel getrunken und prügelte mich grundlos.Nach ein paar Wochen verzieh ich ihm, er gelobte Besserung.Es wurde aber nicht besser.Nach weiteren 5 Jahren hatte er mich so verprügelt, das ich ins Krankenhaus musste.
Das war dass endgültige Aus.Ich habe ihn angezeigt und er wurde zu einer Geldstrafe von 3500Euro verurteilt.Danach hat er mich ein ganzes Jahr belästigt.Er hat mich verfolgt, meine Fenster eingeschlagen, Drohbriefe u.s.w.. Er belästigt mich noch heute, zwar nicht so schlimm wie früher.

Ein Jahr nach dieser Beziehung lernte ich meine neue Beziehung kennen.
Wir haben schnell geheiratet ohne uns richtig zu kennen.
Nach der Eheschließung, war er nicht mehr so nett.Er behandelte meine
Kinder schlecht und wurde beleidigend.Bei einem Streit hat er mich gewürgt, am nächsten Tag habe ich ihn verlassen.Bis jetzt musste ich diesen Mann nur einmal wiedersehen und das löst bei mir Todesängste aus.
Leider werde ich ihn noch öfter sehen müssen, da wir ein gemeinsames Kind haben.Das war nur ein kurzer Einblick.

Man sieht es diesen Männern nicht an. Diese beiden Männer haben einige Gemeinsamkeiten.Beide sind von ihren Vätern mißhandelt worden, die Mutter war sehr wichtig und dominant in ihrem Leben.
 
Guten Morgen, Hoffnungslose!
Das klingt alles wirklich erschreckend... Wobei ich es toll finde, wie schnell du beim zweiten mal den Absprung geschafft hast! Habe da den größten Respekt vor.
Ist dein Ex-Mann denn auch für deine Kinder gefährlich? Es gibt doch Regelungen für solche Fälle. Ich kenne mich damit nicht so aus, aber vielleicht gibt es auch eine Möglichkeit, zu regeln, dass er deine Kinder entweder nicht sieht oder nur mit Begleitung. Kenne einen Mann, bei dem der Bewährungshelfer zu jedem Treffen mitgekommen ist, da er gewalttätig seiner Ex-Frau gegenüber war. Für die Frau war das schon eine enorme Entlastung, auch wenn die Angst trotzdem immer da war.
Wusste deine Familie/deine Freunde von seinem Verhalten? Wie gingen sie damit um?
Was du über die Kindheit der Täter sagst, ist für mich sehr interessant, da ich auch Parallelen meinen Exfreund betreffend entdecken kann.
Von Anfang an war er dem Druck seines Vaters ausgesetzt gewesen, der immer nur Ansprüche stellte und ihn auch des Öfteren schlug. Dennoch himmelte er seinen Vater an, wie niemanden sonst. Die Mutter übernahm die Rolle der "guten, lieben, sanften Helferin" und hat bis heute sehr viel Einfluss auf meine Exfreund.
Wobei ich dazu trotzdem sagen muss, dass er nicht einfach nur gewalttätig war. Er veränderte sich in den Momenten völlig, bekam ein anderes Aussehen (die Gesichtsmuskulatur war ganz anders gespannt), eine andere Stimme, einen stechenden Blick. Das hat es mir sehr leicht gemacht, zwischen ihm und "dem Bösen" zu trennen, weshalb ich ihn auch zunächst nicht verlassen habe. Es war ja nicht mein Freund, der das tut, sondern "der Böse".
Jetzt macht er endlich eine Therapie (fragt sich, wie lange die Motivation anhält) und versucht, mich mit Geldangelegenheiten zu erpressen und zum Zurückkommen zu bringen... Habe im Moment einfach keine Kraft mehr, mich mit irgend etwas auseinander zu setzen...

Liebe Grüße!
Lillifee

Liebe Grüße!
Lillifee
 
Hallo allerseits,

Frauen die lange Zeit Gewalt dulden haben irgendwo einen Knacks weg in Sachen mangelhaftem Selbstwertgefühl und Abgrenzungsvermögen...hier kann man schon sowas sie Opfertyp/innen ausmachen, die stets dulden, passiv bleiben in Sachen Selbstbestimmung etc. Ich denke eine sogenannte "normale" Persönlichkeit würde sich intuitiv gegen Unrecht wehren und Unrecht von sich fernhalten...diejenigen Frauen, die einen gewalttätigen Partner dulden haben oft Minderwertigkeitsgefühle und trauen sich keinen guten Partner zu, denken sie haben nix Besserer verdient etc. Die Ursprünge für Unterwürfigkeit oder ein mangelhaft ausgebildetes Selbstwertgefühl liegen häufig in der Kindheit, denn die traditionell-klassische Mädchenerziehung ist immer noch diskriminierend und jedes 3. Kind erlebt zu Hause Gewalt durch die Eltern, was auch das Selbstwertgefühl niederdrückt und die Betroffenen auf schräge Art von Normalität prägt. Dass man schlecht behandelt oder sogar geschlagen wird nimmt man durch diese Prägung als normal an...Normalität ist ja an sich ein Ding was auf Erfahrung beruht..ich sehe es als konstruktiven Akt an seine Art der Normalität selber zu definieren...jedes Subjekt schafft sich also durch sein Denken und sein Verhalten seine eigene Realität und Normalität....und wohl denen die da aktiv mit eingebautem Selbstschutz zu Werke gehen und sagen: neeee ständig vom Partner geschlagen oder beleidigt zu werden, erniedrigt zu werden ist NICHT normal und ich will das nicht.
Hier hilft also an sich nur ganz viel Abgrenzungsarbeit....ich selber habe das ab der Pubertät sozusagen eigentherapeutisch gemacht..hatte ja auch einen gewalttätigen Vater, was ab der Pubertät eskaliert war und lebensgefährlich wurde.
Irgendwo hat mal jemand hier im Forum geschrieben, dass Kinder bei Gewalt in sone Art Angststarre verfallen wie ein Kaninchen oder Meerschweinchen..diese Verhaltensweise sollte sich aber mit zunehmenden Erwachsenwerden ändern. Ich bin glaube ich intuitiv so ne Art normale Entwicklung zum Erwachsenwerden durchlaufen, indem ich die Karnickelstarre irgendwann mal abgelegt habe und mich gewehrt habe, womit ich raus aus dem kindlichen Opferschema war.
Ich denke sehr viele Mädels oder Frauen gehen wenig bewusst mit dem Thema Gewalt oder Selbstwertgefühl etc. um, grenzen sich nicht ab und bleiben lange Zeit kindlich drauf, passiv, gehorsam, duldsam, so wie die Sozialisation, die ERstprägung es ihnen zuvor eingetrichtert oder wortwörtlich eingebleut hat.

Eine Therapie ist total hilfreich dazu seine Art der Normalität neu zu definieren, zu gucken wie man sich selber in Wort und Tat vor Angriffen (körperliche oder psychische Gewalt) im Job, vom Partner, von X Y Z schützen kann. Diese Bewußtseinsarbeit und Arbeit an sich selber ist grad für Gewaltopfer enorm wichtig, denn wird die nicht geleistet fällt man oft vom Regen in die Traufe und macht alte Fehler, die einem nie bewusst geworden sind immer wieder...was man manchmal im Extremfall mit dem Leben bezahlen kann. Sogar die Folgen pyschischer Gewalt können tödlich sein..man sollte also hier nix kleinreden, beschönigen oder herunterspielen...

Wenn ich davon spreche, dass Frauen die lange Zeit Gewalt dulden einen Knacks weg haben oder persönlichkeitsgestört sind so tue ich das Niemals negativ wertend, sondern rein neutral und analytisch. Es bringt nämlich nix, die Dinge nicht beim Namen zu nennen und sich nicht offen auseinanderzusetzen, oder sich ständig angegriffen zu fühlen, wenn man die Fakten mal auf den Tisch legt...ja die Realität ist manchmal nicht nett, sondern hat auch ihre hässlichen Züge...in jedem von uns sitzt wo einiges an Mist fest, der mal gelegentlich rausgeräumt werden muss. Jeder hat ne Macke weg, ich genauso wie andere....jeder hat Fehler und wer sich denen nicht offen stellt, der hat starke Nachteile im Leben, im Alltag. Persönlichkeitstörung ist an sich recht unproblematisch..ne Störung lässt sich beseitigen und darin liegt ein großer Vorteil....Auch ich habe sone Art Störung, eine Phobie, die ich derzeit in einer Therapie bearbeite. Auch noch ein Erbe aus meiner bekloppten Kindheit...aber das werde ich genauso kleinkriegen wie vorherige Schwierigkeiten..da sehe ich kein großes Problem drin. Störungen gehören zum normalen Leben dazu und sind als Herausforderung zu sehen, die es zu bewältigen gibt..mehr nicht ...alles vollkommen unspektakulär.

Tyra


P.S Meine kleine Nichte geht ab der Schule in einen Kampfsportverein...sowas ist immer empfehlenswert um Selbstverteidigung zu lernen..und ne gute Grundhaltung zu kriegen..damit man mal schneller und leichter nein sagen kann und zwar so, dass der Gegenüber dem Respekt zollt. Oder falls ein Würgegriff kommt man weiss wie man da rauskommt (die meisten Würgegriffe sind unprofessionell..außer die von Kampfsportexperten) oder per Schlag aufs Trommelfell oder Finger ins Auge rammen da wieder rauskommt etc...man darf da halt nicht püppig-zimperlich sein, wenn man körperlich angegriffen wird..hier kommt es auf Reaktionschnelligkeit und antrainierte Gegentaktiken an. Durch Kampfsport wird jedoch auch die Beobachtungsgabe geschult...zusammen mit einer engagiert durchgeführten Verhaltenstherapie kann man damit schon ne Menge bewirken, wird auch sicherer bei der Richtigen Partnerwahl. Witzig ist, dass ne selbstbewusste Frau ohnehin nicht ins Beuteschema von gewaltbereiten Typen stehen...die suchen sich gezielt die unsicheren aus, denen man ansieht sie wehren sich nicht und lassen sich so einiges gefallen. Daher ist ausreichende Selbstsicherheit das A und O im Leben.
 
Zuletzt bearbeitet:
@ hoffnungslose: super dass du den Absprung geschafft hast und gut fand ich dass du ne Strafanzeige gemacht und den Gewalttäter hast latzen lassen! Leider sind hierzulande die Schmerzensgelder nicht so hoch..aber du hast da an sich schon einen sehr schönen Erfolg verbuchen können. Gratuliere...sowas ist in psychologischer Hinsicht glaube ich auch immer wichtig..das einem ein Gericht, also die Gesellschaft bestätigt: ja du bist im Recht und du erhältst eine Entschädigung. Ich denke so was gibt auch immer guten Rückenwind.


@ PrinzessinLillifee: Sprüche hin oder her..auch wenn die nerven..irgendwo ist da ein Fünkchen Wahrheit dran....(unwahr ist das mit der Dummheit...das liegt nicht an Dummheit, sondern vielen anderen FAktoren...dumm wird es nur wenn man nie dazulernt und nie bereit ist sich in einigen Punkten zu ändern, an sich zu arbeiten)man gewinnt oder verliert im Leben...Ich rate dir nochmals zu Kampfsport..damit geht das Selbstbewusstsein oft ab wie ne Rakete..ein sehr wertvoller Selbstschutz..insbesondere, wenn du immer noch Kontakt zu deinem gewalttätigen EX hast. Es kommt da auf die Grundhaltung an, ob andere es wagen einen anzugreifen oder nicht. Gewalt hat immer etwas mit Macht zu tun. Nur wer weiss wie er Gewalt wirksam entgegentreten kann, der hat Macht über sein Leben...sonst wird er immer wieder beherrscht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Prinzessin,

das mit diesem bösen Blick kenne ich nur zu gut.Ich rate dir geh ihm aus dem Weg, der ist hochgefährlich.

Mein Nochmann darf sein Kind vorerst nur in Begleitung sehen, was aber leider keine dauerhafte Lösung sein wird.
 

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben