Hallo allerseits,
Frauen die lange Zeit Gewalt dulden haben irgendwo einen Knacks weg in Sachen mangelhaftem Selbstwertgefühl und Abgrenzungsvermögen...hier kann man schon sowas sie Opfertyp/innen ausmachen, die stets dulden, passiv bleiben in Sachen Selbstbestimmung etc. Ich denke eine sogenannte "normale" Persönlichkeit würde sich intuitiv gegen Unrecht wehren und Unrecht von sich fernhalten...diejenigen Frauen, die einen gewalttätigen Partner dulden haben oft Minderwertigkeitsgefühle und trauen sich keinen guten Partner zu, denken sie haben nix Besserer verdient etc. Die Ursprünge für Unterwürfigkeit oder ein mangelhaft ausgebildetes Selbstwertgefühl liegen häufig in der Kindheit, denn die traditionell-klassische Mädchenerziehung ist immer noch diskriminierend und jedes 3. Kind erlebt zu Hause Gewalt durch die Eltern, was auch das Selbstwertgefühl niederdrückt und die Betroffenen auf schräge Art von Normalität prägt. Dass man schlecht behandelt oder sogar geschlagen wird nimmt man durch diese Prägung als normal an...Normalität ist ja an sich ein Ding was auf Erfahrung beruht..ich sehe es als konstruktiven Akt an seine Art der Normalität selber zu definieren...jedes Subjekt schafft sich also durch sein Denken und sein Verhalten seine eigene Realität und Normalität....und wohl denen die da aktiv mit eingebautem Selbstschutz zu Werke gehen und sagen: neeee ständig vom Partner geschlagen oder beleidigt zu werden, erniedrigt zu werden ist NICHT normal und ich will das nicht.
Hier hilft also an sich nur ganz viel Abgrenzungsarbeit....ich selber habe das ab der Pubertät sozusagen eigentherapeutisch gemacht..hatte ja auch einen gewalttätigen Vater, was ab der Pubertät eskaliert war und lebensgefährlich wurde.
Irgendwo hat mal jemand hier im Forum geschrieben, dass Kinder bei Gewalt in sone Art Angststarre verfallen wie ein Kaninchen oder Meerschweinchen..diese Verhaltensweise sollte sich aber mit zunehmenden Erwachsenwerden ändern. Ich bin glaube ich intuitiv so ne Art normale Entwicklung zum Erwachsenwerden durchlaufen, indem ich die Karnickelstarre irgendwann mal abgelegt habe und mich gewehrt habe, womit ich raus aus dem kindlichen Opferschema war.
Ich denke sehr viele Mädels oder Frauen gehen wenig bewusst mit dem Thema Gewalt oder Selbstwertgefühl etc. um, grenzen sich nicht ab und bleiben lange Zeit kindlich drauf, passiv, gehorsam, duldsam, so wie die Sozialisation, die ERstprägung es ihnen zuvor eingetrichtert oder wortwörtlich eingebleut hat.
Eine Therapie ist total hilfreich dazu seine Art der Normalität neu zu definieren, zu gucken wie man sich selber in Wort und Tat vor Angriffen (körperliche oder psychische Gewalt) im Job, vom Partner, von X Y Z schützen kann. Diese Bewußtseinsarbeit und Arbeit an sich selber ist grad für Gewaltopfer enorm wichtig, denn wird die nicht geleistet fällt man oft vom Regen in die Traufe und macht alte Fehler, die einem nie bewusst geworden sind immer wieder...was man manchmal im Extremfall mit dem Leben bezahlen kann. Sogar die Folgen pyschischer Gewalt können tödlich sein..man sollte also hier nix kleinreden, beschönigen oder herunterspielen...
Wenn ich davon spreche, dass Frauen die lange Zeit Gewalt dulden einen Knacks weg haben oder persönlichkeitsgestört sind so tue ich das Niemals negativ wertend, sondern rein neutral und analytisch. Es bringt nämlich nix, die Dinge nicht beim Namen zu nennen und sich nicht offen auseinanderzusetzen, oder sich ständig angegriffen zu fühlen, wenn man die Fakten mal auf den Tisch legt...ja die Realität ist manchmal nicht nett, sondern hat auch ihre hässlichen Züge...in jedem von uns sitzt wo einiges an Mist fest, der mal gelegentlich rausgeräumt werden muss. Jeder hat ne Macke weg, ich genauso wie andere....jeder hat Fehler und wer sich denen nicht offen stellt, der hat starke Nachteile im Leben, im Alltag. Persönlichkeitstörung ist an sich recht unproblematisch..ne Störung lässt sich beseitigen und darin liegt ein großer Vorteil....Auch ich habe sone Art Störung, eine Phobie, die ich derzeit in einer Therapie bearbeite. Auch noch ein Erbe aus meiner bekloppten Kindheit...aber das werde ich genauso kleinkriegen wie vorherige Schwierigkeiten..da sehe ich kein großes Problem drin. Störungen gehören zum normalen Leben dazu und sind als Herausforderung zu sehen, die es zu bewältigen gibt..mehr nicht ...alles vollkommen unspektakulär.
Tyra
P.S Meine kleine Nichte geht ab der Schule in einen Kampfsportverein...sowas ist immer empfehlenswert um Selbstverteidigung zu lernen..und ne gute Grundhaltung zu kriegen..damit man mal schneller und leichter nein sagen kann und zwar so, dass der Gegenüber dem Respekt zollt. Oder falls ein Würgegriff kommt man weiss wie man da rauskommt (die meisten Würgegriffe sind unprofessionell..außer die von Kampfsportexperten) oder per Schlag aufs Trommelfell oder Finger ins Auge rammen da wieder rauskommt etc...man darf da halt nicht püppig-zimperlich sein, wenn man körperlich angegriffen wird..hier kommt es auf Reaktionschnelligkeit und antrainierte Gegentaktiken an. Durch Kampfsport wird jedoch auch die Beobachtungsgabe geschult...zusammen mit einer engagiert durchgeführten Verhaltenstherapie kann man damit schon ne Menge bewirken, wird auch sicherer bei der Richtigen Partnerwahl. Witzig ist, dass ne selbstbewusste Frau ohnehin nicht ins Beuteschema von gewaltbereiten Typen stehen...die suchen sich gezielt die unsicheren aus, denen man ansieht sie wehren sich nicht und lassen sich so einiges gefallen. Daher ist ausreichende Selbstsicherheit das A und O im Leben.