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Die Verarbeitung von Gewalt

hoffnungslose

Aktives Mitglied
Hallo,

ich habe einiges an Gewalt erlebt und würde gerne wissen wie ihr es verarbeitet habt.Ist es euch leicht gefallen?Oder habt ihr eventuell nach Jahren immer noch Probleme damit?Wenn ihr Kinder habt,wie geht es ihnen heute?
 
ich hab gewalt nie verarbeitet,im gegenteil ich schlage jeden der mich schlägt!bis jetzt hab ich meine mutter meinen vater meine geschwister ja sogar meinen onkel geschlagen weil sie mich auch geschlagen haben!ich hab respekt gegenüber jeglichen personen verloren!
 
bei mir gibt es gewalt da ich manchmal einfach meinen mund nich halten kann!ich geb zu ich bin eine person die gerne provoziert aber das mich dafür jmd schlägt ist nich die lösung!gut gehts mir nie dabei,allerdings hab ich mich schon etwas dran gewöhnt
 
ich bin durch häusliche gewalt krank geworden. nachdem ich mich aus der beziehung gelöst habe, geht es mir einigermaßen gut.
aber ich schlafe schlecht und denke zwanghaft immer wieder an diese situationen.
eine therapie soll mir helfen damit umzugehen.
aber eins weiß ich:
sollte ich jemals wieder in so einer situation sein, dann werde ich mich wehren, und zwar richtig....
 
Vom Ex-Opfer zum Täter zu werden halte ich für einen falschen Weg. Man kann mehr Respekt und wirklichen Respekt erhalten indem man einfach ein besserer Mensch wird, der auf Gewalt verzichten kann und Mittel und Wege kennt sich ohne Gewalt durchzusetzen.

Ich habe diesen Punkt der Versuchung des Tätertums sehr bewusst erlebt und auch die wonnige Macht gespürt wenn man andere mit Gewalt einschüchtert. Mein gewalttätiger Vater wollte mich angreifen, aus Notwehr habe ich einen schweren Topf nach ihm geworfen...für eine Millisekunde war ich versucht ihn dem auf dem Kopf zu trümmern, ich habe es nicht getan, sondern haarscharf an seinem Kopf vorbei an oder halb in die Wand gedonnert...und gedroht wenn er noch ein einziges Mal mir ggü gewalttätig wird ich Strafanzeige mache. Das hat gereicht. Ich hatte den Respekt den ich brauchte. Und gleichzeitig bin ich vor mir selber erschrocken, denn ich hätte leicht jemanden umbringen können....
In diesem MOment habe ich klar erkannt, dass Selbstbewusstsein reicht...man braucht Gewalt nicht..es reicht aufrecht und ohne Angst jemandem entgegenzutreten...selbstbewusst und sachlich seine Position zu vertreten...damit kommt man fast immer durch....Als Täter erniedrige ich mich auf das Niveau anderer Straftäter...für sowas bin ich mir zu schade.

Ich sag immer: beherrscht herrschen...das bringt's! Es ist ein prima Gefühl sich selber unter Kontrolle zu haben und auch andere mit eigentlich leichten de-eskalativen oder rhetorischen Argumenten dazu zu bringen einen zu achten und zu respektieren.....außer chronische Menschenverachter..die sollte man tunlichst meiden und in den Wind schiessen.

Weil ich mich damals genügend ggü meinem gewalttätigen Vater und v.a. ggü Gewalt abgegrenzt habe, genau hingeschaut und nachgedacht, analysiert habe, bin ich auch nie in die Gefahr geraten einen gewalttätigen Partner zu finden. Kindheit prägt und oft suchen Mädels mit Gewalterfahrungen in der Kindheit sich immer wieder papaähnliche Partner aus...die sie gewohnheitsmäßig unterdrücken und schlecht behandeln, die Tradition der Respektlosigkeit ggü einer Frau fortsetzen....

Gewohnheiten sind mächtig..eine einigermaßen vernünftige Frau oder Mädel (ab ca. 13 Jahren..das war damals der Zeitpunkt meines "Erwachens" in geistiger Hinsicht) hält sich von schlechten Gewohnheiten fern und hat auch den Willen und die Kraft sich von ungünstigen Gewohnheiten (sprich Mistkerlen) fernzuhalten. Das unterscheidet ein Püppi von einer erwachsenen Frau. Manche Frauen bleiben halt oft Püppi und werden nie erwachsen...klingt jetzt provokativ..aber so sieht die Realität leider aus. Eine erwachsene Frau erkennt ihre Eigenverantwortung in Sachen Selbstschutz und ist MACHERIN anstatt Aussitzerin oder devote Aushalterin männlicher Dominanz oder Gewalt, sprich Püppi mit dem andere herumspielen. Gewalt ist ja stets Herrschaftsinstrument, was ne erwachsene Frau durchschaut und dazu passende Gegenstrategien auf Lager hat, wenn es mal hart auf hart kommt.

Das Leben ist kurz und in meinen Augen zu wertvoll als zu wenig zu genießen...wenn einige Frauen sich mit weniger als dem Genuß eines vernünftigen und starken aber gleichzeitig achtsamen Partners zufrieden geben...selber Schuld! dann bleibt mehr für mich übrig!

Aber im Ernst..ich hoffe sehr, dass viele Frauen mit Gewalterfahrungen in der Kindheit oder hernach Partnerschaft ihren Point Zero finden, wie ich ihn damals gefunden habe, also den Punkt an dem die Dinge klar werden und man eine Entscheidung trifft und zwar für sich und nicht gewohnheitsmäßig gegen sich, wie es Frauen in andressierter devoter Opferhaltung oft tun. Dazu jedenfalls drücke ich feste die DAumen.

Tyra
 
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Hallo Girl,

durch Provokation, sollte man natürlich keine Gewalt ernten.
Wie du aber sicher schon gemerkt hast, entsteht eine Art Kreislauf.
Du wirst von deinen Eltern geschlagen, du schlägst zurück, du lernst eventuell einen Mann kennen, der dich eventuell schlagen wird.
Eines Tages hast du Kinder, die du vielleicht schlagen wirst.
Das soll jetzt keine Provokation sein aber ich würde mich freuen, wenn du darüber mal nachdenkst.
 
Hallo Lexi,

ich habe ähnliche Dinge erlebt.Es ist nicht einfach diese ganzen Emotionen zu bewältigen.Du bist auf dem richtigen Weg und ich wünsche dir ganz viel Glück.
 
Hallo!
Ich bin vor drei Wochen nach 1 1/2 Jahren Beziehung, die viel Gewalt beinhaltete, ausgezogen und habe damit Schluss gemacht. Jetzt bekomme ich zu spüren, dass soetwas eben doch nicht spurlos an mir vorbei geht, auch wenn ich das die ganze Zeit über angenommen hatte. Mehrmals am Tag erreicht meine Stimmung von einem Moment auf den anderen den Tiefpunkt, ohne, dass ein für mich greif- und benennbarer Grund vorhanden ist. Ich kann mich dann nicht aus diesem Stimmungs-Tief herausziehen, kann nur abwarten, bis es wieder vorbei ist. Ich habe nur das Gefühl, dass alle um mich herum fröhlich sind, es aber von meiner Seite einfach nichts zu sagen gibt, eine Art Leere vorherrscht, die ich nicht füllen kann (ich weiß nicht, ob das verständlich ausgedrückt ist, aber ich habe keine Ahnung, wie ich es sonst beschreiben soll).
Was mich sehr mitnimmt, ist, dass ich immer noch nicht richtig über alles, was war weinen kann.
Dazu steigt in manchen Situationen Panik in mir hoch, zum Beispiel auf dem Schulweg (ich bin noch in der Ausbildung) oder beim Bahn- und Zugfahren, da es Situationen gab, in denen er mich dort abgefangen hat. Ich kann es dann nicht lassen, mich ständig umzusehen und kann mich auf nichts anderes konzentrieren.

Momentan weiß ich nicht, wie ich damit umgehen soll. Ich hoffe, es geht irgendwann einfach so vorbei. Während der Beziehung war ich zwei Mal bei einer Psychiaterin zu Gesprächen und ich habe überlegt, dort wieder hinzugehen, nur weiß ich nicht so richtig, was das bringt.
Was mir momentan hilft, ist, endlich frei mit meinen Freunden und meiner Familie reden zu können, ohne von meinem Ex-Freund ruhig gestellt zu werden.

Lange Rede, kurzer Sinn: Wie man so etwas bewältigen kann, kann ich momentan noch nicht sagen, aber ich versuche, eine Lösung zu finden 😉

Liebe Grüße!
Lillifee
 
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