Post - gutes Beispiel 😀
Vor 10 Jahren bekam ich meine Post und Pakete morgens von der immer gleichen Post/DHL Zustellerin, relativ pünktlich, freundlich, alles super. 🙂
Heute ist der Markt "liberalisiert". Ich bekomme Sachen abwechselnd von 4-5 verschiedenen Firmen, mal um 9 Uhr Morgens, mal um 20 Uhr Abends. Als Fahrer werden junge Männer beschäftigt, die kaum Deutsch sprechen und die Hinterlegung von Paketen funktioniert nicht, Stichwort "Adresse nicht gefunden" oder "Paket wochenlang verschollen".
Aber ja, die Zustellung ist günstiger und keiner von denen ist verbeamtet ... super ....
Amazon hat jetzt angefangen nur noch über den eigenen Lieferdienst Amazon Logistics auszuliefern - der Zusteller fährt in einem weißen total verschmutzen Wagen vor (kein Post- oder Amazon-Logo, alter Privatwagen, kennt keine Verkehrsregeln), kann ungelogen KEIN Wort Deutsch und zeigt nur auf den Adressaufkleber um zu fragen ob ich die Person bin. Geilo....
Ja gute Arbeit muss nicht bedeuten, dass derjenige verbeamtet sein muss. Aber wenn Leute weniger Beamte im öffentlichen Dienst wollen, heißt ja übersetzt "schlechtere Bezahlung, Kündbarkeit usw". Das wird die Qualität im öffentlichen Dienst nicht verbessern, siehe Post. Der öffentlichen Dienst hat ja heute schon Probleme gutes Personal zu finden. Praktisch kein IT Fachmann geht in den ÖD.
Es stimmt, dass viele Verwaltungen stark unterbesetzt sind, das bestätigen etliche Erhebungen. Etwa 185.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fehlen aktuell in Verwaltung und Behörden, beziffert der Deutsche Beamtenbund. Allein die Kommunen könnten 140.000 Menschen mehr einstellen, hauptsächlich Erzieher und Lehrerinnen. Auf sogar 300.000 bis 400.000 fehlende Mitarbeiter im gesamten öffentlichen Dienst schätzt das Beratungsunternehmen PwC die Beschäftigtenlücke bundesweit schon jetzt. Bis 2030 werden es sogar 800.000 unbesetzte Stellen sein.
Wenn ich dann höre, es soll weniger Beamte geben, weniger Geld, weniger Pension, Kündbarkeit usw, wer will dann noch im ÖD arbeiten?
Andreas, du hast es schon richtig erfasst, um gute Arbeit abzuliefern muss man nicht zwingend verbeamtet sein. Und das die Zustände bei der Post so sind wie sie sind, ist doch letzten Endes auch nur der viel umjubelten Globalisierung geschuldet in der im übrigen auf kurz oder lang kein Platz sein wird für Beamte denn, man muss ja konkurrenzfähig bleiben. Ja man sollte sich schon überlegen wofür man jubelt.
Man kann auf der einen Seite nicht die Globalisierung befürworten und auf der anderen Seite jedoch wünscht man sich das gute alte Beamtentum aus der guten alten Zeit zurück und das funktioniert nicht mehr. Schön wäre wenn die Globalisierung nur für die anderen stattfinden würde und man selber bliebe verschont. Noch besser wäre es, man bliebe gleich ganz in seiner eigenen Wohl-fühl Blase, nur da gibt es ein Problem, so läuft das nicht, hat euch das keiner gesagt?
Da kann man nur sagen das wolltet ihr doch alle. Und ich kann dir eines sagen, das geht noch weiter so. Eine Globalisierte Welt die hart auf Wettbewerb ausgerichtet ist, sowie nur noch den/ ihren Aktionären verpflichtet, hat keinen Platz mehr für deutsches Beamtentum, das werden die Beamten hier auch noch merken. Denn diese Büchse der Pandorra hat man schon lange geöffnet.
Und dann liegt das niedrige Qualitätsniveau wohl eher daran, dass die Personaldecke mehr als dünn ist, und da auch nur noch vermehrt Menschen aus irgend welchen armen EU- Staaten eingestellt werden ( und jetzt weis man auch, warum man so scharf war diese Länder in die EU zu kriegen, ganz hart vernebelte meinen ja immer noch es hätte humanitäre Gründe, ja und Morgen kommt der Osterhase
😀) sieht es dann in diesem Bereichen nun mal so aus.
Aber das scheint in vielen bereichen als Qualifikation auszureichen. Man muss nicht aus jedem Briefträger einen Beamten machen es würde schon genügen wenn man die Leute anständig bezahlt und die Personaldecke etwas mehr verdichtet, aber ach nein da bleibt ja weniger für die Konzerne und ihre Aktionäre über.
Man muss nicht jeden Kloputzer verbeamten um saubere Toiletten zu bekommen, man muss nur eine vernünftige Lohn- und Personalpolitik betreiben aber davon entfernt sich dieses Land immer mehr, auch unter den Jubel von so manchem seiner Bewohner ja, aber so sieht dann nun mal die Kehrseite aus.
Und dann ist es doch nicht so, dass man diese offenen Stellen von den du redest nicht besetzen könnte, das ginge ohne weiteres, da gibt es jedoch nur ein Problem, es will niemand bezahlen, so schaut's aus. Und da der Beamte garantiert kein Sparmodell ist, passt er nicht mehr in diese Globalisierte Welt. Und deshalb wird es hier auch nie wieder Postbeamte geben.
😉
Hier wird nur noch forciert was so wenig wie möglich kostet, und so viel wie möglich Gewinne einfährt. Billig und willig ist das Zauberwort, in einer immer mehr globalisierten Welt. Denn wie sollten wir denn sonst mit dem Arbeiter in Indien, China und/oder Bangladesh anders Lohntechnisch mithalten können.