Hallo nochmal,
du schreibst, du glaubst, dass du es jetzt verstanden hast... Ehrlich gesagt, bezweifle ich das noch ein wenig. Mir scheint eher, du suchst krampfhaft nach immer neuen Argumenten, die deine Ansicht, sie können dich nicht leiden, bestätigen.
Mein Freund erzählte mir mal, dass seine Eltern mal im Zuge als er ihnen erzählte dass ich mich mit Ayurveda beschäftige sagten, dass sie von Ayurveda gar nichts halten. Oder wenn er dann mal über etwas aus diesem Themenbereich Richtung Gesundheit was er von mir gehört hat erzählte, würden sie die Augen verdrehen. Das sagt ja auch schon eine Menge aus denke ich und würde auch teilweise ihre Kälte manchmal erklären.
Definierst du dich so sehr über deinen Beruf, dass du dich als ganzer Mensch abgelehnt fühlst, wenn jemand damit nichts anfangen kann? Man kann doch jemanden auch dann total gerne mögen, wenn man seinen Beruf irgendwie für Humbug hält. Es soll schon überzeugte Atheisten gegeben haben, die eng mit einem Priester befreundet waren. Warum auch nicht?
Bist du also wirklich bereit, deine Ansichten und deine Maßstäbe zu hinterfragen, oder sieht dein "Umdenken" eher so aus, dass du nun eben resigniert aufgibst, weil du ja "niemanden zwingen kannst"?
Es tut mir leid, wenn ich das sagen muss, aber viele deiner vorherigen Antworten, klingen für mich irgendwie danach als wärst du der festen Überzeugung, deine Wahrnehmung, deine Maßstäbe, deine Art, Wertschätzung zu zeigen, sei viel "besser" oder "richtiger" oder "aufrichtiger" oder was auch immer. Das zeigt sich für mich besonders deutlich in deiner Antwort an Phelia:
Gute Frage, tja, warum die Eltern Interesse haben sollten? Weil ich die Frau an der Seite ihres Sohnes bin, eventuell für den Rest unseres Lebens? Die Mutter ihrer künftigen Enkelkinder bin bzw. sein könnte.
Ja es ist schon richtig, man schließt immer von sich auf andere. Ich würde da als Schwiegermutter versuchen, ein gutes Verhältnis aufzubauen, mir wäre das wichtig. Ok, dass alle nicht so ticken wie ich ist klar.
Wieso glaubst du, dass deine Schwiegermutter in spe da so anders tickt? Was, wenn sie froh darüber ist, dass du evtl. für den Rest eures Leben die Frau an der Seite ihre Sohnes bist? Was, wenn sie es schön findet, dass du die Mutter ihrer zukünftigen Enkelkinder sein könntest? Was, wenn ihr ein gutes Verhältnis genauso wichtig ist wie dir (und sie womöglich sicher ist, das auch zu haben)? Woher nimmst du das Recht, ihr zu unterstellen, ihr wäre das alles egal und du müsstest dich damit eben abfinden?
Auch hier kommt genau diese Einstellung durch:
Mir war es einfach wichtig,dass wir uns alle mögen, eine Familie werden und gut miteinander auskommen.
Aber dein Beitrag hilft mir zu verstehen, dass ich andere Menschen nicht dazu zwingen kann. Danke dir.
Der Beitrag hat dir geholfen zu verstehen, dass du andere Menschen nicht zwingen kannst? Ich hoffe, du fängst vielmehr langsam an du verstehen, dass dein Wunsch wahrscheinlich schon lange eingetroffen ist, ohne dass du es gemerkt hast. Dass ihr euch mögt, eine Familie seid und gut miteinander auskommt, ist in deren Augen vermutlich längst Realität!
Davor habe ich Angst, ihn zu fragen. Er hat ein tolles Verhältnis zu seinen Eltern, ich will nicht eine Situation schaffen, die ihm unangenehm sein könnte...
Ein Gespräch mit deinem Freund, wird ihn nur dann in eine unangenehme Situation bringen, wenn du so stark auf der Richtigkeit deiner Empfindungen beharrst. Wenn du dagegen anfängst, dich selber und deine Bewertung zu hinterfragen und wirklich verstehen möchtest, wie er das bewertet und warum, wäre das ein sehr fruchtbares Gespräch.
Aber es klingt leider ein bisschen danach, als würdest du sie inzwischen so stark ablehnen, dass dir das nicht mehr möglich ist:
Will ich eigentlich gemocht werden von Menschen, für die es eine Anstrengung darstellt mehr als über das Wetter mit mir zu reden?
Glaub mir, ich versteh dich da schon. Es ist ganz normal und m. M. n. auch gesund, nicht länger um die Wertschätzung von Menschen zu kämpfen, die einen völlig ablehnen. Nur glaube ich in deinem Fall nicht, dass das zutrifft. Ich glaube, dass du dich gewaltig verrennst...
Vielleicht habe ich tatsächlich zu große Erwartungen an die Menschen und sollte diese einfach mal fallen lassen....
Ich würde an deiner Stelle noch nicht gleich die Erwartungen fallen lassen. Fang doch lieber erstmal an, deine Bewertungsmaßstäbe zu überdenken. Ich bin sicher, damit wäre schon viel gewonnen. Für die meisten Menschen ist es aber leider viel leichter, sich enttäuscht abzuwenden, weil Erwartungen nicht erfüllt werden, (Nichts anderes tust du, wenn du sagst, du lässt deine Erwartungen fallen!) als sich selber mal ehrlich zu fragen, ob es nicht sein kann, dass die eigentlich Erwartung (in deinem Fall Wertschätzung) nicht längst erfüllt wird, nur eben nicht auf die Weise, die man bisher von anderen Menschen gewohnt war.
Warum kann ich oder will ich meinen Freund nicht damit behelligen? Weil ich es gewohnt bin, meine Probleme selbst in die Hand zu nehmen. Das ist eine Sache zwischen mir und seinen Eltern, ich wüsste nicht was mein Freund hierzu beitragen könnte. Das ist halt meine Denkweise, vielleicht sollte ich hier mal ansetzen..
Ja, ich glaub auch, dass es gut wäre, da anzusetzen. Ich hab ja versucht, zu erklären, was dein Freund in meinen Augen beitragen könnte, von daher hoffe ich sehr, du meinst es nicht (mehr) ernst, wenn du sagst, du wüsstest nicht, was er beitragen könnte.
Ich finde das übrigens allgemein eine seltsame Vorstellung von Partnerschaft. Wenn mich etwas beschäftig, wenn mir etwas Sorgen macht, wenn mich etwas traurig macht, bespreche ich das genauso mit meinem Partner, wie das, was mich glücklich macht, wo ich etwas erreicht habe oder wofür ich dankbar bin (ganz allgemein nicht nur ihm). Das heißt ja nicht, dass ich daraufhin immer erwarte, dass er irgendwas tun muss oder mir helfen muss. Wenn das tatsächlich eine Sache zwischen mir und irgendjemand anders ist, kann er vielleicht gar nichts tun. Aber es reicht doch schon, wenn er mir zuhört, mich versteht, vielleicht von ähnlichen Erfahrungen berichtet. Aber es kann auch helfen, wenn er sich schwer tut, mein Problem zu verstehen und kritisch nachfragt und seine Sicht erklärt. Aber leider führt sowas bei vielen Paaren nur zu Streit, weil man eben seine Empfindungen und Maßstäbe absolut setzt und nicht wirklich bereit ist, sie zu hinterfragen. Und dann hört man lieber auf, mit seinem Partner über Dinge zu reden, wo man weiß oder vermutet, dass er anderer Ansicht ist. Stattdessen fragt man lieber fremde Leute im Internet. Die kann man dann notfalls ignorieren, wenn sie was sagen, was man nicht hören will...
Sorry, ich wollte eigentlich keine Predigt halten... Ich befürchte einfach wirklich dass du dich verrennst. Ich hoffe, ich bin dir nicht zu nahe getreten und möchte dich bitten, wirklich ehrlich und intensiv über all das nachzudenken.
Liebe Grüße
M.