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Die Eltern meines Freundes ignorieren mich

In erster Linie: Du bist mit deinem Freund zusammen, nicht mit seinen Eltern. Du bist nicht verpflichtet dich krampfhaft zu bemühen, dass sie dich mögen.

Ich denke mal, sie werden dich auch nicht mehr als jetzt mögen (oder eben nicht), egal was du tust.

Weshalb sie sich so verhalten wäre jetzt reine Spekulation. Du kannst dich nur damit abfinden und hoffen, dass es irgendwann besser wird.

Die Frage wäre auch, wie oft und wie viel Kontakt du mit seinen Eltern bzw. seiner Familie hast. Wenn dein Freund irgendwann mal auszieht, siehst du sie höchstwahrscheinlich seltener.

Ja könnte was Wahres dran sein, dass eventuell alles schon entschieden ist und ich mir unnötige Gedanken mache...Mir war es einfach wichtig, dass wir uns alle mögen, eine Familie werden und gut miteinander auskommen.
Aber dein Beitrag hilft mir zu verstehen, dass ich andere Menschen nicht dazu zwingen kann. Danke dir.
 
Unter "ignorieren" verstehe ich etwas ganz anderes. Das tun sie nicht. Sie sind nett, sie sind freundlich und halten Smalltalk. Du solltest eher Deinen Anspruch überdenken.
Warum müssen die Eltern Deines Freundes tiefergehendes Interesse an Dir und Deinen Leben haben? Nur weil Du mit ihrem Sohn zusammen bist?
Ich habe durchaus Verwandte, auch angeheiratete, die ich nett finde, habe aber kein tiefergehendes Interesse.
Zu denen bin ich nett, freundlich und halte Smalltalk. Mehr aber nicht. Wo ist das Problem?
 
Zuletzt bearbeitet:
Unter "ignorieren" verstehe ich etwas ganz anderes. Das tun sie nicht. Sie sind nett, sie sind freundlich und halten Smalltalk. Du solltest eher Deinen Anspruch überdenken.
Warum müssen die Eltern Deines Freundes tiefergehendes Interesse an Dir und Deinen Leben haben? Nur weil Du mit ihrem Sohn zusammen bist?
Ich habe durchaus Verwandte, auch angeheiratete, die ich nett finde, habe aber kein tiefergehendes Interesse.
Zu denen bin ich nett, freundlich und halte Smalltalk. Mehr aber nicht. Wo ist das Problem?



Die TE hat doch in ihrem Beitrag und den nachfolgenden genau benannt, was das Problem für sie ist.
 
Unter "ignorieren" verstehe ich etwas ganz anderes. Das tun sie nicht. Sie sind nett, sie sind freundlich und halten Smalltalk. Du solltest eher Deinen Anspruch überdenken.
Warum müssen die Eltern Deines Freundes tiefergehendes Interesse an Dir und Deinen Leben haben? Nur weil Du mit ihrem Sohn zusammen bist?
Ich habe durchaus Verwandte, auch angeheiratete, die ich nett finde, habe aber kein tiefergehendes Interesse.
Zu denen bin ich nett, freundlich und halte Smalltalk. Mehr aber nicht. Wo ist das Problem?

Gute Frage, tja, warum die Eltern Interesse haben sollten? Weil ich die Frau an der Seite ihres Sohnes bin, eventuell für den Rest unseres Lebens? Die Mutter ihrer künftigen Enkelkinder bin bzw. sein könnte.
Ja es ist schon richtig, man schließt immer von sich auf andere. Ich würde da als Schwiegermutter versuchen, ein gutes Verhältnis aufzubauen, mir wäre das wichtig. Ok, dass alle nicht so ticken wie ich ist klar.
Vielleicht habe ich tatsächlich zu große Erwartungen an die Menschen und sollte diese einfach mal fallen lassen....


 
AW: Hintergründe zu erforschen ist sehr hilfreich!


Frag doch mal Deinen Verlobten, wie er die Sache einschätzt,
was seiner Meinung nach die tieferen Gründe, des Nichfragens,
des offensichtlichen Desinteresse an Dir und Deinem Leben sein könnten!

Meiner Meinung nach ist keine direkte Ablehnung, sondern in erster Linie mangelnde Weltläufigkeit verbunden mit einer tief sitzenden Scheu und Hemmung, denn es gibt besondern am Lande, viele Menschen die sehr, sehr lange brauchen, wenn sie es überhaupt schaffen, bis sie sich bei einem Fremden ganz frei und ungezwungen fühlen, insbesondere, wenn dieser anders tikt und aus einer etwas anderen Welt kommt!

Davor habe ich Angst, ihn zu fragen. Er hat ein tolles Verhältnis zu seinen Eltern, ich will nicht eine Situation schaffen, die ihm unangenehm sein könnte...
Könnte sein, dass ich in der heilen, guten, konservativen Welt der Eltern mit meiner Lebensweise als etwas außerirdisch angesehen werde, das man nicht versteht und auch keine Anstalten macht es zu verstehen.
Die andere Frage die mir immer mehr in den Sinn kommt ist: Will ich eigentlich gemocht werden von Menschen, für die es eine Anstrengung darstellt mehr als über das Wetter mit mir zu reden?

 
Hallo Maya,

ich kann schon irgendwie verstehen, dass es dir wehtut, wenn du das Gefühl hast, die Eltern deines Freundes haben überhaupt keine Wertschätzung für die übrig. Aber weißt du, die Menschen sind unterschiedlich und sie drücken auch ihre Wertschätzung oft sehr unterschiedlich aus. Du kennst es offensichtlich aus deiner Familie und deinem Umfeld so, dass man Wertschätzung durch Interesse am Leben des anderen ausdrückt und dass man das durch häufiges und direktes Nachfragen umsetzt. Aber es gibt eben auch Menschen, die ihre Wertschätzung genau andersrum ausdrücken, nämlich indem sie sich in höflicher Zurückhaltung üben, keine tiefergehenden Fragen stellen, lieber freundlichen Smalltalk betreiben etc.

Deine Beispiele deuten für mich sogar darauf hin, dass sie dich sehr gerne mögen, dir vertrauen und dich als Familienmitglied betrachten. Ich glaube, dass du deren Verhalten einfach aus deiner Erfahrung heraus bisher völlig falsch interpretiert hast. Du schreibst (ganz enttäuscht), dass es beim gemeinsamen Essen immer nur um ihre Themen, Bekannten etc. geht. Und ich denke, dass ist ein Vertrauensbeweis. Ein Beweis dafür, dass du in ihren Augen ganz selbstverständlich dazugehörst und deshalb über "das Übliche" gesprochen werden kann.

Du weißt sicher selber, dass du die Eltern deines Freundes nicht ändern kannst, aber du kannst lernen, ihr Verhalten anders (positiv!) zu bewerten. Ich bin sicher, das würde euer Verhältnis verbessern.

Ich möchte noch ein Beispiel von dir aufgreifen:
Mit der Mutter habe ich schon gekocht, es war wie immer, ich habe immer nur interessiert Fragen gestellt, sie hat mir ausführlich von ihrer Kindheit erzählt, usw. aber zurück kam nichts...
Wow! Mal ehrlich, welche "Schwiegermutter", erzählt ihrer "Schwiegertochter" (in spe), ausführlich von ihrer Kindheit, wenn sie sie nicht leiden kann? Das ist doch total schön und ich hätte mich gefreut über diese Offenheit und dieses Vertrauen, statt enttäuscht über fehlende Fragen zu sein.

Es könnte im Grunde auch ganz anders sein... Auf Menschen, für die solche Zurückhaltung zur selbstverständlichen Höflichkeit gehört, wirken Menschen wie du, die aus Höflichkeit viele Fragen stellen und Interesse zeigen oft eher unangenehm aufdringlich. Logischerweise ziehen sie sich vor so einem Menschen dann eher zurück und verschließen sich. Dass die Eltern deines Freundes das nicht tun, sondern im Gegenteil viel von sich erzählen, zeigt mir noch mehr, dass sie dich wirklich gern haben. Aber sie sind wie sie sind und drücken ihre Wertschätzung eben auf ihre Weise aus. Und ich glaube auch, dass du ganz ohne blödes Gefühl ruhig von dir erzählen darfst, auch wenn sie nicht fragen


Als ich aber ankam, fragte der Vater: Und wieder gut angekommen von der langen Reise? Ich habe dann gesagt, ja und es war so schön und hab dann ein paar Sätze zu meiner Reise gesagt und daraufhin hat er sich wieder abgewandt und ist seiner Arbeit nachgegangen.
Du hast ein paar Sätze gesagt und dann hättest du eine Frage erwartet, richtig? Es wäre dir unangenehm gewesen, so ganz ohne Nachfrage noch mehr zu sagen, weil du befürchtest, ihn sonst damit zu langweilen, stimmts? Sein Verhalten hat dich in der Annahme, ihn womöglich zu langweilen noch bestätigt. Sonst wäre er ja nicht direkt wieder gegangen, oder? Vielleicht kannst du es mit meinen obigen Erklärungen anders verstehen. Seine höfliche Zurückhaltung würde es ihm in so einer Situation einfach nicht erlauben, mehr wissen zu wollen, als du bereit bist, von selber zu erzählen. Er hat also deine paar Sätze, die du gesagt hast, so interpretiert, dass das alles ist, was du dazu erzählen möchtest. Und vielleicht hat er sogar extra um dich nicht in Bedrängnis zu bringen, weitererzählen zu müssen, direkt weitergearbeitet, als er gemerkt hat, dass du fertig bist.

Hättest du dagegen einfach weitererzählt und es wäre nur so aus dir rausgesprudelt, vor lauter Begeisterung, was du alles erlebt hast, glaube ich, dass er dir gerne noch weiter zugehört hätte. Ich glaube nicht, dass ihm seine Arbeit mit der er dann gleich weitermachte, wichtiger war, als das, was du zu erzählen hast, aber er konnte nicht über seinen Schatten springen und dir mit Nachfragen und deutlichem Interesse mehr entlocken, als das, was du von selber erzählst.

Was meint ihr? Ich finde das total komisch und kalt und frage mich die ganze Zeit was das soll.
Meinem Freund scheint das nicht aufzufallen, ich weiß auch nicht ob ich ihm das sagen soll? Es ist mir so unangenehm und da ich auch weiß dass er so ein gutes Verhältnis zu seinen Eltern hat.
Ehrlich gesagt finde ich das an deiner ganzen Geschichte am besorgniserregendsten. Ich glaube, du hast geschrieben, dass ihr bereits seit 4 Jahren zusammen seid? Und trotzdem ist zwischen euch nicht genug Vertrauen, um über sowas zu sprechen? Ich glaube, es würde viel helfen, wenn du ihm deine Gedanken hierzu anvertraust!

Was wäre so schlimm daran, wenn du ihn um ein Gespräch bittest und ihm erzählst, dass es dir immer noch schwer fällt, seine Eltern richtig einzuschätzen. Das du überhaupt nicht recht weißt, ob sie dich überhaupt mögen und wie du dich in ihrer Gegenwart verhalten sollst. Dass du das Gefühl hast, sie interessieren sich gar nicht für dich und dich das irgendwie traurig macht. Vermutlich wird er erstmal ein bisschen entrüstet reagieren und das gar nicht verstehen können. Das ist ja auch ganz logisch, wenn er sich aus ganz anderen Gründen sicher ist, dass sie dich mögen. Wenn du es ihm aber so erklärst, wie du es uns erklärt hast, dass du es einfach so kennst, dass die Menschen einem ihre Wertschätzung zeigen, indem sie interessiert nachfragen etc. und du darum einfach nicht weißt, wie du dieses fehlende Nachfragen seiner Eltern interpretieren musst, bin ich sicher, dass er dir gerne erklärt, wie das aus seiner Sicht zu bewerten ist. Und er muss das doch viel besser wissen, als wir. Er kennt seine Eltern bestimmt gut genug. Ich würde ihn dann an deiner Stelle auch unbedingt noch fragen, wieso er so sicher ist, dass sie dich mögen. Woran er das erkennt. Ich glaube, dass dir so ein Gespräch mit ihm sehr helfen könnte, das Verhalten seiner Eltern anders zu bewerten.

Du schreibst, du möchtest nicht, dass er ihnen sagt, sie sollen mehr mit dir reden oder sowas. Das versteh ich gut. Das würde ich auch nicht wollen. Deshalb sollte es in eurem Gespräch eben nicht darum gehen, dass seine Eltern ihr Verhalten ändern, sondern ausschließlich darum, dass du es besser verstehst.

Alles Gute euch
M.
 
Davor habe ich Angst, ihn zu fragen. Er hat ein tolles Verhältnis zu seinen Eltern, ich will nicht eine Situation schaffen, die ihm unangenehm sein könnte...

Wenn Du Dir zugestehst Deinen Freund, mit dem Du Intimität auslebst, nicht zu wagen fragst, dann gestehe den Eltern auch zu, daß sie Dich nicht ausfragen mögen.

Könnte sein, dass ich in der heilen, guten, konservativen Welt der Eltern mit meiner Lebensweise als etwas außerirdisch angesehen werde, das man nicht versteht und auch keine Anstalten macht es zu verstehen.

Das hat doch Rainer die ganze Zeit versucht zu erklären.

Die andere Frage die mir immer mehr in den Sinn kommt ist: Will ich eigentlich gemocht werden von Menschen, für die es eine Anstrengung darstellt mehr als über das Wetter mit mir zu reden?

Also, wenn Du Dich nicht anstrengen willst, weil es sich nicht lohnt, dann lasse es doch. Aber es nervt Dich doch, oder?

Ganz ehrlich, nach vier (4) Jahren hätte ich zuerst meinen Freund gefragt und die Eltern nett und freundlich direkt darauf angesprochen und selbst gefragt. Als Frau von Welt sollte man dies gelernt haben.


Ich glaube kaum, daß man Dir hier weiter helfen kann.

1. weißt Du gar nicht, ob Du es überhaupt willst.
2. traust Du auch nicht zu fragen weder Deinen Freund noch die Eltern bei denen Du ein und aus kehrst.

So ganz verstehe ich nicht, auf was Deine Frage hier abzielen soll.

Das eine will ich, das andere muß ich! Gespräche suchen ist nicht die einfachste Übung, aber die sicherste Methoden an Informationen aus erste Quelle zu gelangen! Konservative und heile Welt hin oder her! Man kann freundlich fragen oder den eigenen Eindruck angemessen freundlich reflektiert ins Gespräch bringen.

Liebe Grüße

Kolya
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn Du Dir zugestehst Deinen Freund, mit dem Du Intimität auslebst, nicht zu wagen fragst, dann gestehe den Eltern auch zu, daß sie Dich nicht ausfragen mögen.



Das hat doch Rainer die ganze Zeit versucht zu erklären.



Also, wenn Du Dich nicht anstrengen willst, weil es sich nicht lohnt, dann lasse es doch. Aber es nervt Dich doch, oder?

Ganz ehrlich, nach vier (4) Jahren hätte ich zuerst meinen Freund gefragt und die Eltern nett und freundlich direkt darauf angesprochen und selbst gefragt. Als Frau von Welt sollte man dies gelernt haben.


Ich glaube kaum, daß man Dir hier weiter helfen kann.

1. weißt Du gar nicht, ob Du es überhaupt willst.
2. traust Du auch nicht zu fragen weder Deinen Freund noch die Eltern bei denen Du ein und aus kehrst.

So ganz verstehe ich nicht, auf was Deine Frage hier abzielen soll.

Das eine will ich, das andere muß ich! Gespräche suchen ist nicht die einfachste Übung, aber die sicherste Methoden an Informationen aus erste Quelle zu gelangen! Konservative und heile Welt hin oder her! Man kann freundlich fragen oder den eigenen Eindruck angemessen freundlich reflektiert ins Gespräch bringen.

Liebe Grüße

Kolya

Das ist aber ganz schön vermessen von dir zu behaupten, man könne mir hier nicht weiterhelfen. Lass mich doch selbst entscheiden, dafür bin ich ja hier. Und außerdem haben mir die Beiträge hier schon sehr geholfen mal eine andere Perspektive zu sehen.

Als "Frau von Welt" sollte man dies gelernt haben? Wie bitte? Was denkst du eigentlich wozu solch ein Forum da ist??? Um sich auszutauschen, zu fragen, Rat zu bekommen vermutlich. Wenn alle hier "Frauen von Welt" wären, die immer wüssten was richtig ist, gäbe es diese Plattform nicht.

Und was meinst du mit "den eigenen Eindruck angemessen freundlich reflektiert ins Gespräch bringen". Klar das macht man doch jeden Tag, nicht wahr?

...???...


Sorry aber dein Beitrag ist so der erste der mir gar nicht hilft. Trotzdem danke..

 
Hallo Maya,

ich kann schon irgendwie verstehen, dass es dir wehtut, wenn du das Gefühl hast, die Eltern deines Freundes haben überhaupt keine Wertschätzung für die übrig. Aber weißt du, die Menschen sind unterschiedlich und sie drücken auch ihre Wertschätzung oft sehr unterschiedlich aus. Du kennst es offensichtlich aus deiner Familie und deinem Umfeld so, dass man Wertschätzung durch Interesse am Leben des anderen ausdrückt und dass man das durch häufiges und direktes Nachfragen umsetzt. Aber es gibt eben auch Menschen, die ihre Wertschätzung genau andersrum ausdrücken, nämlich indem sie sich in höflicher Zurückhaltung üben, keine tiefergehenden Fragen stellen, lieber freundlichen Smalltalk betreiben etc.

Deine Beispiele deuten für mich sogar darauf hin, dass sie dich sehr gerne mögen, dir vertrauen und dich als Familienmitglied betrachten. Ich glaube, dass du deren Verhalten einfach aus deiner Erfahrung heraus bisher völlig falsch interpretiert hast. Du schreibst (ganz enttäuscht), dass es beim gemeinsamen Essen immer nur um ihre Themen, Bekannten etc. geht. Und ich denke, dass ist ein Vertrauensbeweis. Ein Beweis dafür, dass du in ihren Augen ganz selbstverständlich dazugehörst und deshalb über "das Übliche" gesprochen werden kann.

Du weißt sicher selber, dass du die Eltern deines Freundes nicht ändern kannst, aber du kannst lernen, ihr Verhalten anders (positiv!) zu bewerten. Ich bin sicher, das würde euer Verhältnis verbessern.

Ich möchte noch ein Beispiel von dir aufgreifen:

Wow! Mal ehrlich, welche "Schwiegermutter", erzählt ihrer "Schwiegertochter" (in spe), ausführlich von ihrer Kindheit, wenn sie sie nicht leiden kann? Das ist doch total schön und ich hätte mich gefreut über diese Offenheit und dieses Vertrauen, statt enttäuscht über fehlende Fragen zu sein.

Es könnte im Grunde auch ganz anders sein... Auf Menschen, für die solche Zurückhaltung zur selbstverständlichen Höflichkeit gehört, wirken Menschen wie du, die aus Höflichkeit viele Fragen stellen und Interesse zeigen oft eher unangenehm aufdringlich. Logischerweise ziehen sie sich vor so einem Menschen dann eher zurück und verschließen sich. Dass die Eltern deines Freundes das nicht tun, sondern im Gegenteil viel von sich erzählen, zeigt mir noch mehr, dass sie dich wirklich gern haben. Aber sie sind wie sie sind und drücken ihre Wertschätzung eben auf ihre Weise aus. Und ich glaube auch, dass du ganz ohne blödes Gefühl ruhig von dir erzählen darfst, auch wenn sie nicht fragen



Du hast ein paar Sätze gesagt und dann hättest du eine Frage erwartet, richtig? Es wäre dir unangenehm gewesen, so ganz ohne Nachfrage noch mehr zu sagen, weil du befürchtest, ihn sonst damit zu langweilen, stimmts? Sein Verhalten hat dich in der Annahme, ihn womöglich zu langweilen noch bestätigt. Sonst wäre er ja nicht direkt wieder gegangen, oder? Vielleicht kannst du es mit meinen obigen Erklärungen anders verstehen. Seine höfliche Zurückhaltung würde es ihm in so einer Situation einfach nicht erlauben, mehr wissen zu wollen, als du bereit bist, von selber zu erzählen. Er hat also deine paar Sätze, die du gesagt hast, so interpretiert, dass das alles ist, was du dazu erzählen möchtest. Und vielleicht hat er sogar extra um dich nicht in Bedrängnis zu bringen, weitererzählen zu müssen, direkt weitergearbeitet, als er gemerkt hat, dass du fertig bist.

Hättest du dagegen einfach weitererzählt und es wäre nur so aus dir rausgesprudelt, vor lauter Begeisterung, was du alles erlebt hast, glaube ich, dass er dir gerne noch weiter zugehört hätte. Ich glaube nicht, dass ihm seine Arbeit mit der er dann gleich weitermachte, wichtiger war, als das, was du zu erzählen hast, aber er konnte nicht über seinen Schatten springen und dir mit Nachfragen und deutlichem Interesse mehr entlocken, als das, was du von selber erzählst.


Ehrlich gesagt finde ich das an deiner ganzen Geschichte am besorgniserregendsten. Ich glaube, du hast geschrieben, dass ihr bereits seit 4 Jahren zusammen seid? Und trotzdem ist zwischen euch nicht genug Vertrauen, um über sowas zu sprechen? Ich glaube, es würde viel helfen, wenn du ihm deine Gedanken hierzu anvertraust!

Was wäre so schlimm daran, wenn du ihn um ein Gespräch bittest und ihm erzählst, dass es dir immer noch schwer fällt, seine Eltern richtig einzuschätzen. Das du überhaupt nicht recht weißt, ob sie dich überhaupt mögen und wie du dich in ihrer Gegenwart verhalten sollst. Dass du das Gefühl hast, sie interessieren sich gar nicht für dich und dich das irgendwie traurig macht. Vermutlich wird er erstmal ein bisschen entrüstet reagieren und das gar nicht verstehen können. Das ist ja auch ganz logisch, wenn er sich aus ganz anderen Gründen sicher ist, dass sie dich mögen. Wenn du es ihm aber so erklärst, wie du es uns erklärt hast, dass du es einfach so kennst, dass die Menschen einem ihre Wertschätzung zeigen, indem sie interessiert nachfragen etc. und du darum einfach nicht weißt, wie du dieses fehlende Nachfragen seiner Eltern interpretieren musst, bin ich sicher, dass er dir gerne erklärt, wie das aus seiner Sicht zu bewerten ist. Und er muss das doch viel besser wissen, als wir. Er kennt seine Eltern bestimmt gut genug. Ich würde ihn dann an deiner Stelle auch unbedingt noch fragen, wieso er so sicher ist, dass sie dich mögen. Woran er das erkennt. Ich glaube, dass dir so ein Gespräch mit ihm sehr helfen könnte, das Verhalten seiner Eltern anders zu bewerten.

Du schreibst, du möchtest nicht, dass er ihnen sagt, sie sollen mehr mit dir reden oder sowas. Das versteh ich gut. Das würde ich auch nicht wollen. Deshalb sollte es in eurem Gespräch eben nicht darum gehen, dass seine Eltern ihr Verhalten ändern, sondern ausschließlich darum, dass du es besser verstehst.

Alles Gute euch
M.

Danke für deine ehrlichen Worte,
mag was dran sein, an dem was du schreibst. Ich habe es glaube ich jetzt verstanden..
Auch dass ich mit meinem Freund nicht darüber reden kann, vielleicht zeigt es mir ganz andere Dinge auf, über die ich mal nachdenken sollte, nämlich eben das. Warum kann ich oder will ich meinen Freund nicht damit behelligen? Weil ich es gewohnt bin, meine Probleme selbst in die Hand zu nehmen. Das ist eine Sache zwischen mir und seinen Eltern, ich wüsste nicht was mein Freund hierzu beitragen könnte. Das ist halt meine Denkweise, vielleicht sollte ich hier mal ansetzen..
Da fällt mir aber noch etwas ein: Mein Freund erzählte mir mal, dass seine Eltern mal im Zuge als er ihnen erzählte dass ich mich mit Ayurveda beschäftige sagten, dass sie von Ayurveda gar nichts halten. Oder wenn er dann mal über etwas aus diesem Themenbereich Richtung Gesundheit was er von mir gehört hat erzählte, würden sie die Augen verdrehen. Das sagt ja auch schon eine Menge aus denke ich und würde auch teilweise ihre Kälte manchmal erklären.

 

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