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Die Ausbildung erfüllt mich irgendwie nicht - Zukunftsängste

heymister

Neues Mitglied
Hallo zusammen,

ich möchte vorab erwähnen, dass dieses Thema ein bisschen länger wird, da ich etwas ausholen und bisschen detaillierter über meine aktuelle Situation erzählen möchte. Wenn noch irgendwelche Fragen auftauchen, die bei der Ratgebung essenziell sein könnten, dann könnt ihr mich gerne fragen.

In letzter Zeit wurde ich viel von Unglück umarmt und es scheint so, als würde es mich nicht loslassen wollen. Mein Studium, welches ich vor 3 Jahren abgebrochen habe, hat etwas Zeit von mir gestohlen, das ich für den Karriereweg aufopfern könnte. Das Studium brach ich ab, weil es einige Module gab, die mich - um ehrlich zu sein - gar nicht interessiert haben und ich mir das Ganze ein bisschen anders vorgestellt hatte. Vier Semester habe ich dort im Studium verbracht und dachte mir, dass es langsam Zeit wird, etwas Handfestes zu haben, um darauf dann aufzubauen. Das Studium empfand ich mit der Zeit dann vergleichsweise als eine Ehefrau, mit der man verheiratet ist, aber man innerlich schon länger die Scheidung möchte, weil es einfach nicht läuft. Gesagt, getan. Ich brach das Studium ab und fing an, mich in Unternehmen zu bewerben. Zwischenzeitlich wurde ich sogar fündig und hatte ein Datum bekommen, um das Vertragliche zu regeln und meine Unterschrift zu setzen. Die Unterschrift sollte erst kurz vor Antritt der Ausbildung zum 01.08.2019 gesetzt werden. Kurz vor dem besagten Termin wurde ich angerufen und mir wurde mitgeteilt, dass dieses Unternehmen "bedauerlicherweise keine Kapazitäten" für einen Azubi hat. - Auf die Schnelle habe ich dann keinen weiteren Ausbildungsplatz für dasselbe Jahr bekommen, weil wir schon ziemlich spät dran waren und ich eigentlich die Zusage dafür hatte, sodass ich dem Unternehmen vertraut hatte. (Es war auch kein kleines Unternehmen, von denen man das eventuell eher gedacht hätte, dass sie sowas abziehen könnten)

Naja, dann war es halt so, dass ich mir normale Berufspraxis angeeignet habe, indem ich arbeiten gegangen bin, da ich keine Leere im Lebenslauf haben wollte. Nebenbei bewarb ich mich auf weitere Stellen. Alles schien gut zu laufen, allerdings kam dann "Corona". Kein Unternehmen wusste genau, wie man mit dieser Situation umgehen sollte und demnach flatterten also immer wieder irgendwelche Mails ins Postfach, in denen es dann hieß, dass die gesamte Bewerbungsphase vorerst pausiert wird, dass die Unternehmen aufgrund der aktuellen Lage keine Auszubildenden für das Jahr einstellen können und so weiter. So habe ich also noch ein weiteres Jahr verloren und stand immer noch ohne Ausbildung da.

Für das darauffolgende Jahr, 2021, habe ich dann eine Ausbildungsstelle in einer Behörde (öD) gefunden. Ich muss echt sagen, dass alle Personen sehr in Ordnung sind. Das Klima ist traumhaft und ich gehe sehr gerne dorthin. Selbst Gehalt ist für eine Ausbildungsstelle außerordentlich hoch und ich habe bisher noch nicht gehört, dass jemand mehr im ersten Ausbildungsjahr verdient (1200€ im ersten Jahr).

Das eigentliche Problem: Es mag sich vielleicht sehr überheblich lesen, aber ich kratze schon fast an boreout (Gegenteil von Burnout) und ich bin nicht einmal lange dabei. Es fühlt sich so an, als hätte man mich irgendwo eingesperrt. Ich kann mich nicht entfalten, ich kann mich nicht ausleben. Viele wären vielleicht sehr dankbar darüber, dass es gar nicht bis kaum "Arbeitsstress" gibt, aber genau das ist mehr oder weniger mein Antrieb. Ich möchte etwas leisten, ich möchte auf meine Leistung blicken können und ich brauche eine gewisse Competition. Ein Wettbewerb, in dem ich mich beweisen kann. Außerdem fehlt mir (zu sehr) das Kaufmännische.

Jetzt stecke ich allerdings in einem Zwiespalt fest. Ich habe ein abgebrochenes Studium und - auch, wenn etwas verspätet - nun eine begonnene Ausbildung, bei der ich gerade darüber nachdenke, diese auch noch zu wechseln. Ich mache mir keine Gedanken darüber, wie ich mich in den anderen Bewerbungsgesprächen, falls welche anstehen sollten, rechtfertigen soll. Vielmehr ist dann die Dauer der neuen Ausbildung das Problem. Ich meine, ich habe schon ziemlich viel Zeit verloren und bin fast Mitte 20. Mit dem Alter dann noch keine abgeschlossene Ausbildung zu haben, ist fast schon traurig.

Vielleicht denke ich auch einfach nur zu "schnell". Genau deshalb wollte ich euch mal fragen: Was würdet ihr in meiner Situation tun? Ich könnte mir eventuell eine neue Ausbildung suchen und diese dann wegen schulischen Vorleistungen von den regulären 3 auf 2 Jahre verkürzen. Dann wäre ich noch in der Zeit und hätte kein weiteres Jahr verbrannt.

Mein letzter schulischer Abschluss ist die Fachhochschulreife in Wirtschaft und Verwaltung mit der Bestnote von 1,0. Andererseits denke ich, dass ich mich auch bei jeder weiteren Ausbildung, die ich mache, langweilen werde. Es soll jetzt in keiner Weise irgendwie arrogant oder so klingen, aber der Schulstoff bei einer Ausbildung ist eher gleichzusetzen mit dem vom Fachabitur und den Brei kenne ich bereits schon. Immer, wenn ich so denke, will ich dann doch einen etwas höheren Abschluss und liebäugle mit einem dualen Studium im kaufmännischen Bereich. Da hätte ich dann erstmal die Ausbildung und im Anschluss sogar noch den Bachelor der jeweiligen Richtung. - Das wäre auf jeden Fall zufriedenstellender, aber da ich bereits ein abgebrochenes Studium habe, kommt bei mir die Angst auf, dass ich das duale Studium vielleicht auch noch abbrechen würde. (Keine Ahnung, wieso das so ist)

Jetzt kommen wir abschließend noch zum Thema, bei dem mir viele Leute wohl sagen werden, dass ich "ganz, ganz langsam" machen soll und erstmal "kleine Brötchen backen" soll, aber ich rede hier mal kurz Tacheles, weil es wirklich mein Ziel ist. Ich möchte mit der Zeit (natürlich klappt sowas nicht auf Anhieb) schon eine schöne Stange an Geld verdienen. Mit der jetzigen Stelle bekäme ich nach der Ausbildung zwar 35000€ Brutto im Jahr, aber das steigert sich im öffentlichen Dienst sehr träge. Woanders, in der freien Wirtschaft, könnte man sich direkt weiterbilden und auch mit der Zeit eine richtige Karriere hinlegen, über das Gehalt verhandeln und Co., was hier leider nicht wirklich möglich ist. -> Kommen wir aber nochmal zu meinem Ziel. Mein Ziel für die Zukunft ist, dass ich sechsstellig im Jahr verdiene. Klar kommt diese Summe nicht von heute auf morgen und ja, auch mit einer Ausbildung wird es mit Sicherheit nicht zu stemmen sein, aber wie ich bereits sagte, bin ich in jeder Hinsicht bereit, um immer weiter zu lernen und mich im Beruf weiterzubilden. Bei der Summe dachte ich eher an Vertrieb. Irgendwo erstmal im Vertriebsinnendienst und später dann in den Außendienst, sofern die Möglichkeit dann gegeben ist, aber wie ihr mit Sicherheit auch bemerkt habt, habe ich noch Fragezeichen im Kopf.

Bevor ich dieses Thema nun erstelle: Was meint ihr, was wäre der klügere Schachzug von mir? Was würdet ihr tun, wenn ihr in meinen Schuhen stecken würdet?

Es sollte noch ganz kurz angemerkt werden, dass ich keine Beiträge gebrauchen kann, die mir erklären wollen, dass ich realitätsferne Ziele habe, dass ich unter Wahrnehmungsstörungen leiden würde, dass ich viel zu sehr nach oben schaue, dass ich "gaaanz langsam" machen soll, etc.

Ich bedanke mich bei jeder einzelnen Person, die sich das alles durchgelesen hat und mir vielleicht sogar paar Ratschläge oder Denkanstöße geben kann. :)
 

SFX

Aktives Mitglied
Hallo,

wie käme man denn dazu, einer Verwaltungsfachangestellten im öffentlichen Dienst zu sagen, sie solle mal "gaaanz langsam" machen? Man will doch nicht hetzen? :D

Naja, Spaß beiseite! Da willst du deine Ausbildung im öD abbrechen, weil es dir zu langweilig ist und stattdessen "etwas im kaufmännischen Bereich" studieren? Na, da tauschst du aber Pest gegen Cholera.

Und wie du als Vertreterin (etwas Anderes ist "Vertrieb im Außendienst" nämlich nicht) ein sechsstelliges Jahresgehalt erzielen willst, ist mir leider nicht schlüssig. Vielen Außendienstmitarbeiterinnen wird auch nachgesagt, dass sie außer hübsch auszusehen und halbwegs gut reden nicht viel können müssen.

LG,
SFX
 

heymister

Neues Mitglied
Hallo,

wie käme man denn dazu, einer Verwaltungsfachangestellten im öffentlichen Dienst zu sagen, sie solle mal "gaaanz langsam" machen? Man will doch nicht hetzen? :D

Naja, Spaß beiseite! Da willst du deine Ausbildung im öD abbrechen, weil es dir zu langweilig ist und stattdessen "etwas im kaufmännischen Bereich" studieren? Na, da tauschst du aber Pest gegen Cholera.

Und wie du als Vertreterin (etwas Anderes ist "Vertrieb im Außendienst" nämlich nicht) ein sechsstelliges Jahresgehalt erzielen willst, ist mir leider nicht schlüssig. Vielen Außendienstmitarbeiterinnen wird auch nachgesagt, dass sie außer hübsch auszusehen und halbwegs gut reden nicht viel können müssen.

LG,
SFX
Erstmal vielen Dank für deine Antwort.

Genau, das ist dann komplett etwas Anderes. Die jetzige Ausbildung war auch nicht mein Erstwunsch gewesen, aber ich nahm sie dann dennoch an, um zumindest nach den enttäuschenden Jahren, die ich verloren habe, endlich auf einer sicheren Seite zu stehen. Grundsätzlich würde ich die Tätigkeit weiter ausüben und auf das Kaufmännische verzichten, aber da müssten dann die Weiterbildungs- und Verdienstmöglichkeiten stimmen, was leider nicht gegeben ist. Man kann sich natürlich weiterbilden, aber es gibt im Unternehmen sogar Leute, die sich vor vier Jahren weitergebildet haben und trotzdem immer noch dieselbe Tätigkeit machen, die sie nach der Ausbildung gemacht haben. Es hat also fast keinen Mehrwert, wenn man sich hier weiterbildet. - Außer man wechselt vielleicht mal innerhalb der Behörden oder so. In der freien Wirtschaft ist das (meiner Meinung nach) eher leichter, wenn man sich weiterbildet, da es etliche Möglichkeiten gibt. Natürlich ist hier aber dann nicht zu vernachlässigen, dass man auch mehr Konkurrenz hat und sich im Haifischbecken befindet, aus dem man sich rauskämpfen muss. Es hört sich bestimmt komisch an, aber ich liebe den Stress und den Struggle, der damit zusammenhängt.

Wenn ich im Vertrieb einer - vielleicht sogar etwas größeren - Firma arbeite, dann kann man durch die Provisionen auch wirklich viel machen. Die Bezahlung ist dann sehr leistungsorientiert und da ich im Thema auch erwähnt hatte, dass ich auf der Suche nach Competition bin und ich nach meinen Leistungen bezahlt werden möchte, finde ich, dass es passen könnte. Dadurch, dass ich aber noch nie im Vertrieb tätig gewesen bin, kann ich nichts Weiteres dazu sagen. Vieles kann aus der Ferne gut aussehen...

Andernfalls könnte ich auch etwas machen, womit ich mich in 10 Jahren selbstständig machen könnte. Ganz simples Beispiel: Man arbeitet 10 Jahre in einem Fahrradladen und eröffnet durch die Erfahrungen, die man ansammeln konnte, einen eigenen Fahrradladen. - Bei der Behörde wird's ein bisschen beschränkter. Da kann ich nicht noch ein Rathaus bauen und die (hoheitlichen) Aufgaben als Privatunternehmer o.Ä. erledigen :D Da fängt es schon an...
 

miasma

Aktives Mitglied
Also dafür das du so große Ziele hast... ist dein bisheriger Weg ja extrem unglücklich gewählt.

Trotzdem solltest du endlich einen Abschluß fertig kriegen.
Nichts hindert dich danach ... dich damit in der "freien Wirtschaft" zu bewerben.
Wie lange geht denn deine Ausbildung noch.. und was bist du dann genau?

Am schlimmsten ist es nix fertig zu bekommen.
Vermutlich wirst du bei der nächsten Ausbildung auch wieder etwas auszusetzen haben.
Beweise doch mal etwas Biss und Durchhaltevermögen!

Wenn dir langweilig ist und du schonmal an der Karriere danach basteln willst... dann gehe zur Abendschule und belege zusätzlich "ein paar Kurse" die dir liegen und dich weiter bringen könnten.
 

heymister

Neues Mitglied
Also dafür das du so große Ziele hast... ist dein bisheriger Weg ja extrem unglücklich gewählt.

Trotzdem solltest du endlich einen Abschluß fertig kriegen.
Nichts hindert dich danach ... dich damit in der "freien Wirtschaft" zu bewerben.
Wie lange geht denn deine Ausbildung noch.. und was bist du dann genau?

Am schlimmsten ist es nix fertig zu bekommen.
Vermutlich wirst du bei der nächsten Ausbildung auch wieder etwas auszusetzen haben.
Beweise doch mal etwas Biss und Durchhaltevermögen!

Wenn dir langweilig ist und du schonmal an der Karriere danach basteln willst... dann gehe zur Abendschule und belege zusätzlich "ein paar Kurse" die dir liegen und dich weiter bringen könnten.
Habe frisch gestartet, ist gar nicht so lange her und trotzdem kommt langsam die Langweile auf.
Als was soll ich mich denn in der freien Wirtschaft bewerben, wenn ich Verwaltungsfachangestellte gelernt habe? Man könnte zwar im Call-Center oder im Lager arbeiten, aber diese Tätigkeiten kann man auch jederzeit ohne einer abgeschlossenen Ausbildung machen.

Über eine Abendschule habe ich nicht wirklich nachgedacht, aber Seminare belege ich hier auch örtlich, da diese vom Arbeitnehmer bezahlt werden und ich habe mich für alle Seminare, für die man sich anmelden kann, angemeldet und sogar zwei Stück belegt, für die ich auch Urkunden habe.
 

miasma

Aktives Mitglied
Such dir doch mal ein echtes Thema was du zum weiter bilden/Abendschule.
"Programmieren, Steuerrecht, Datenbanken-Administrieren, Finanzbuchhaltung"
nur so als Beispiele... weiß ja nicht woran du Interesse hast, was dir liegt.

Urkunden interessieren meist wenig, du solltest sagen können "Buchhaltung!?" kann ich ;-)

Man kann als Quereinsteiger in viele Richtungen gehen und falls du gar nicht weißt.. was du gern machst, dir liegt... dann gehe zusätzlich ein paar Stunden arbeiten auf 450euro basis.

In vielen Firmen kann man auch Samstags aushelfen...
Zum Beispiel deine Vertriebsidee.... versuch das doch mal nebenbei
 
G

Gelöscht 120287

Gast
Hallo Heymister,

Auch, wenn du es nicht hören willst: Überdenke deine Anspruchshaltung mal.

Du bist also ein vollkommen leistungsbereiter und kompetitiver Mensch - der ein Studium abbricht, weil ihn Teile davon nicht interessieren?

Was ist deine Definition für Leistung?

Dass man die ganze Zeit Dinge tut, rein aus intrinsischer Motivation, weil sie so interessant sind?

Das nennen andere Hobby.

Habe eine durchaus anspruchsvolle Fachrichtung studiert und bin tatsächlich nie einem Kommilitonen begegnet, der alles gleichermaßen interessant fand (und das schließt Studierende anderer Fachrichtungen ein, mit denen ich mich unterhalten habe mit der möglichen Ausnahme von Mathematik).

Mach deine Ausbildung zu Ende und suche dir dann was anderes (z. B. einen Quereinstieg als Immobilienmakler).

Oder sattle eine BWL Ausbildung oder ein Studium obendrauf und gründe dein eigenes Unternehmen, wenn du meinst, dass du das schaffst.
 

Schroti

Urgestein
Du hast bereits ein Studium abgebrochen.
Nun möchtest du eine Ausbildung abbrechen.
Und fabulierst von "Top-Verdiener"-Träumen.
Meine Empfehlung:
Bisschen Realität checken.
Du blendest dich und überspielst deine Defizite.
SO wird man kein Top-Verdiener.
Beende die Ausbildung und sei ehrlich mit dir.
Habe frisch gestartet, ist gar nicht so lange her und trotzdem kommt langsam die Langweile auf.
Für einen Azubi im ersten Lehrjahr spuckst du merkwürdige Töne...
 

Fetzbold

Mitglied
Ich sehe hier auch eine Diskrepanz zwischen Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung und fühle mich auch erinnert an mich selbst.

Vor knapp 7 Jahren war ich auch Mitte 20, hatte gerade einen Allerweltsbachelor mit 3.0 abgeschlossen und dachte die Welt wartet auf mich. Dann habe ich einige langweilige Jobs in der Zeitarbeit bekommen, bevor ich vor knapp 5 Jahren in eine Assistenzstelle in meinem aktuellen Konzern kam und knapp 40k verdiente. Ich war allerdings immer der Meinung, dass ich doch viel mehr kann und die aktuelle Stelle mich nicht ausfüllt (was ich anscheinend auch ausstrahlte). Der Unterschied zu dir besteht darin, dass ich ein Studium schon abgeschlossen hatte, aber mich nichtsdestotrotz unterfordert sah.

Ein damaliger Bereichsleiter sagte dann aber zu mir, dass er mir durchaus mehr zutraut, er aber keine Chance hat mir mehr zu geben, wenn ich in der aktuellen Stelle keine Leistung zeigen und das nahm ich mir zu Herzen ( Da war ich ca. 1 Jahr in der Stelle).
Ich tat verschiedene Dinge, um meine Selbstwahrnehmung zu ändern und erkannte, dass ich eigentlich immer nur gechillt habe und mir eingeredet habe, dass ich mehr kann. Ich fing dann an einfach mal Leistungen zu bringen und vor allem zu zeigen, dass ich unterfordert bin, indem ich meine aktuellen Aufgaben überdurchschnittlich gut erfüllte und noch die "Extra-Meile" absolviert habe.
Nun bin ich knapp 5 Jahre später Anfang 30, stehe kurz vor dem Abschluss des zweiten Masterstudiums (die ich beide nebenberuflich an einer staatlichen FernUniversität absolviere, also keine teure Privatuni mit Rundumbetreuung), habe all die Jahre weiter in meinem Konzern gearbeitet, bin aufgestiegen in eine mittlerweile sehr respektable Position und verdiene fast das Doppelte von damals.

Soviel zu deiner Frage "Was würdet ihr tun, wenn ihr in meinen Schuhen stecken würdet?"
Ich steckte in deinen Schuhen und habe meine Eigenwahrnehmung geprüft und dann Gas gegeben.

Es mag sein, dass du Potential zu mehr hast, aber du wirst niemals nach deinem Potential beurteilt, sondern nur nach deiner Leistung. Und du kannst immer nur den Grundstein für die Zukunft legen, indem du begreifst, dass das Hier und Jetzt das Einzige ist, das du beeinflussen kannst.
Du wirst keinen 100k+ Job bekommen, indem du davon träumst, sondern nur indem du jetzt Vollgas gibst.

Du bist Mitte 20 und hast faktisch nichts vorzuweisen, außer eine 1.0 Fachhochschulreife. Du solltest jetzt den Grundstein legen, damit da später mehr rauskommt und dieser Grundstein besteht nicht darin die nächste Sache abzubrechen. Konzentriere dich darauf, was vor dir liegt und gib dort Vollgas. Als Info möchte ich dir auch mitgeben, dass meine Schwester als Verwaltungsfachwirtin mit Anfang 30 ein Referat einer Behörde übernommen hat und 160 Leute unter sich hat und sogar ähnlich gut verdient, wie ich, obwohl ich in der Privatwirtschaft bin und sie im öffentl. Dienst.

Solltest du dich nicht ausgelastet fühlen, dann schreib dich an der Fernuni Hagen ein und studiere Wirtschaft im Bachelor neben deinem Beruf. Das kostet dich nicht viel Geld, fordert dich extrem und du würdest in 3 Jahren genauso mit abgeschlossener Ausbildung + universitären Bachelor dastehen.

Alternativ kannst du auch weiter in der Zukunft leben, deine Gegenwart verschlafen, die Ausbildung abbrechen und in 5 Jahren immer noch strugglen, wobei der Struggle of Life sicher nicht das ist, was dir vorschwebt. Nebenbei könntest du von der minimalen Chance träumen irgendwann im Vertrieb von Kosmetikprodukten oder einem anderen MLM groß rauszukommen.
Welcher von beiden Wegen erfolgversprechender ist, sollte man zwischen den Zeilen herauslesen können.
 

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