"Dir wurde die Verantwortung übertragen; entsprechend leitest du das Projekt und trägst die Hauptverantwortung". Damit ist ja alles gesagt und es ergibt sich schon zwangsläufig, dass du auch entscheidest, ob Mittel und Weg stimmen.
Als Seminar müsstest du eines zur Persönlichkeitsentwicklung besuchen, sofern du in Sachen Projektleitung, also dem Handwerk als Solchem, schon fit genug bist. Das kann ein Führungsseminar sein, bei dem man auch lernt, mit unbequemen Mitarbeitern umzugehen. Bei uns gibt es auch eines, das nennt sich "Stärken stärken, Schwächen schwächen" oder natürlich auch etwas zur Förderung des Selbstbewusstseins. Ein Rhetorik-Training könnte auch helfen.
Als Erste-Hilfe: Kannst du nicht mal einen dir wohlgesonnenen Kollegen (oder besser noch eine Kollegin) um ein kritisches Feedback geben? Sie soll mal gezielt auf deine Körpersprache und -haltung achten, auf deine Art zu formulieren. Bist du bestimmt unterwegs (das gibt auch den anderen Sicherheit) oder eher vorsichtig (das verunsichert)? Lächelst du die ganze Zeit? Willst du everybody's darling sein? Springst du über jedes Stöckchen, das man dir hinhält? Diskutierst du jeden Einwand bis zum Exitus aus, weil du möchtest, dass man all deine Entscheidungen versteht oder schaffst du es auch, Diskussionen elegant zu stoppen, einfach weil sie nichts bringen, man sich verzettelt und sie unnötig Zeit kosten? Aus der Distanz und ohne dich zu kennen ist das tatsächlich schwierig zu beurteilen.
Ich habe z. B. einen neuen Chef, der sehr schwammig formuliert, ständig abgedroschene Floskeln benutzt, um jeden Preis lustig sein will... Anfangs hieß es noch "Ist ein ganz Netter" - mittlerweile rollen alle nur noch mit den Augen. Auch der wird nicht ernst genommen.