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"Designer-Babys" moralisch vertretbar?

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Rein wissenschaftlich gesehen, sind diese Genanalysen schon interessant, vor allem wenn über die eigene Familie "rückwirkend" nicht allzuviel vorliegt, weil keine Unterlagen mehr vorhanden sind (ein verstorbener Verwandter mütterlicherseits von mir betrieb mal Ahnenforschung, der ist aber über den 30jährigen Krieg nicht hinausgekommen, weil damals alle älteren Aufzeichnungen vernichtet wurden, väterlicherseits weiß ich so gut wie gar nichts, weil mein Vater adoptiert wurde). Da kann man sich mit etwas Glück darüber informieren, wer sich da alles in der Ahnenreihe verewigt hat, zwar nicht mit Namen, aber zumindest welche Volksgruppen, ob sie Zuwanderer waren oder "Eingeborene", und wo heute die engsten Verwandten zu finden wären... manchmal kann das Ergebnis auch etwas peinlich sein. Abkömmlinge von Adel sind besonders "wertvoll" für die Forschung, weil Adelsfamilien meist ziemlich weit zurückreichende Aufzeichnungen haben, wer wann mit wem in die Laken hüpfte... allerdings kommt manchmal auch peinliches ans Licht. In Großbritannien etwa hat man bei Genanalysen an weißen Einheimischen mit nachgewiesen "blauem Blut" festgestellt, daß ein höherer Prozentsatz von ihnen eine Gensequenz besitzt, die sonst nur bei Afrikanern vorkommt, jetzt rätselt man, wann sie sich im Erbgut der Briten ausgebreitet hat, entweder durch einen afrikanischen Diener im Mittelalter oder schon vorher, durch einen afrikanischen Söldner, der mit der römischen Armee kam...
 
Die dänische Firma Cryos macht jetzt immer größere Umsätze mit Designer-Babys.

Das bekommst du ganz einfach auf der Cryos-Homepage: Hier kannst du zwischen 464 Samenspendern [...] auswählen. Stimmen Haarfarbe, Augenfarbe, Größe und Gewicht, packst du das Supersperma in den Warenkorb.

Dänische Samenbank

Die ausgewählten Gene werden einfach per Post verschickt.

Ein paar Tage später serviert dir der ahnungslose Postbote deinen Strohhalm voller Dänen-DNA auf Trockeneis. Wie genau das Zeug dann auf deiner schon ganz hibbeligen Eizelle landet, steht auf der beiliegenden Anleitung.

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Immer mehr Frauen fallen darauf rein, die Verlockung ist groß, ohne Kampf gegen Konkurrentinnen einfach gegen Zahlung an gute Gene ranzukommen.

„Im Moment sind die Hälfte unserer Kundinnen alleinstehende Frauen über 30 Jahre. Tendenz steigend“

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Die BILD und Alice Schwarzer jubeln, die Nachfrage wächst, die biologischen Gesetze werden ad absurdum gesetzt.

Ingesamt kamen bisher weit über 27 000 Cryos-Kinder in 80 Ländern zu Welt

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Zuletzt bearbeitet:
Hallo, Unlimited,

Deine Abscheu (?) kann ich verstehen. Das Thema „anonyme Väter per Samenbank“ ist nicht das einzige Thema an dem deutlich wird, dass es immer mehr Menschen gibt, die an Moral und Ethik nur ein abnehmendes Interesse haben. Der Mensch wird zur Ware. Und was der Mensch sät, das wird er auch ernten. Selbstverwirklichung heisst das oberste Gebot. Der Mensch macht sich selbst zu einem Gott, dem niemand etwas vorzuschreiben hat. Und Gesetze – nun, die lassen sich ändern.

Menschen fragen nicht mehr „welches Kind bekomme ich?“ sondern „welches Material werde ich erhalten?“. Der Mensch wird zur Ware. Waren werden produziert und gekauft. Der Preis bestimmt Angebot und Nachfrage. Der Mutter eines Samenbankkindes könnte es mal ähnlich ergehen. Leben lassen oder nicht? Diese Frage wird sicher auch in Zukunft unter marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten beantwortet werden.

LG, Nordrheiner
 
Die künftigen Generationen der Männer sind betroffen.
Sie werden vasektomiert und 1% (meistens junge Studenten) werden vor ihrer Vasektomierung noch schnell Sperma für Datenbanken abgeben müssen.
Die Rolle der Männer wird auf Arbeit reduziert.
Als Zeuger, Väter, Familienbeschützer werden sie nicht mehr gebraucht, nur als Arbeitssklaven.
Matriarchat hat sich in der Geschichte aber noch nie durchgesetzt, obwohl es mehrere Versuche gab.
Mal schauen wie es diesmal laufen wird.
Übrigens ist es eine sehr gefährliche Sache, Gene per Post zu verschicken, wie die o.g. dänische Firma das macht.
 
"Gene per Post" kriegt jeder, der sich Saatgut oder Setzlinge für den Garten schicken läßt, das muß nicht erst menschliches Sperma sein. Dieser Kommentar ist Schwachsinn, schlimmstenfalls ist das Sperma (mangels Kühlung) abgestorben und verdorben. Genauso schwachsinnig, daß man die Frage stellen sollte "welches Kind bekomme ich", denn das weiß man nie im voraus, Kinderkriegen heißt immer die Katze im Sack zu kaufen. Selbst wenn bei Eizelle und Spermium alles stimmt, kann zwischen Zeugung und Geburt so viel schiefgehen, daß man nie zu 100 % sicher sein kann, daß auch ein gesundes Kind dabei herauskommt. Von den Fragen, welche Chancen das Kind später im Leben hat, wie es sozialisiert wird etc. ganz zu schweigen, denn schon in der kurzen Zeit bis zur Geburt können sich (theoretisch) alle Umgebungsbedingungen ändern, in den Jahren bis zur Volljährigkeit noch viel mehr - z. B. Tod von Bezugspersonen, Ausbruch eines Krieges oder was auch immer - 100%ige Sicherheit gibt es nirgendwo. "Biologische Gesetze ad absurdum führen" funzt genausowenig. Nur weil die Spermien die Erbanlage für "blaue Augen" (rezessiv) enthalten, heißt das eben noch lange nicht, daß das Kind dann auch tatsächlich blaue Augen bekommen wird, wenn die Mutter ein dominantes Gen für dunkle Augen in ihrem Erbgut hat. Und so weiter.

Anonyme Samenspenden sind nicht für eine "Elitezucht" gedacht (obwohl das sicher mal angedacht war - aber da kein Erbgut "perfekt" ist, war das natürlich eine Schnapsidee), sondern hauptsächlich eine Hilfe für Ehepaare, bei denen auf natürliche Weise beim Mann nix läuft, oder für Lesben, die kein männliches drittes Rad am Wagen brauchen. Imho sollte man für so ein gezeugtes Kind - genauso wie im Fall einer Adoption - zum Zeitpunkt der Volljährigkeit das Recht eröffnen, über seine Abstammung die Wahrheit zu erfahren, aber da Samenspenden unter der Voraussetzung, daß der Spender später rechtlich nicht für seinen Nachwuchs belangt wird, gegeben werden, hat das Kind nicht gegen den Spender einen Anspruch (auf Unterhalt, Erbe etc.), sondern nur gegen seine rechtlichen "Eltern", also gegen die Mutter und wer auch immer als Partner dieser Mutter fungiert (oder zum Zeitpunkt der Empfängnis fungiert hat), egal ob Männlein, Weiblein oder sonstwas.

...und wer in so einer Diskussion "Abscheu" samt "Moral und Ethik" aufbringt, der muß sich immer hinterfragen lassen, ob da nicht in Wahrheit nur der reine Futterneid spricht, weil "er" kein "Weibchen" abbekommt, weil die sich lieber anonym "befruchten" lassen, statt es mit ihm zu treiben... 🙄
 
...und wer in so einer Diskussion "Abscheu" samt "Moral und Ethik" aufbringt, der muß sich immer hinterfragen lassen, ob da nicht in Wahrheit nur der reine Futterneid spricht, weil "er" kein "Weibchen" abbekommt, weil die sich lieber anonym "befruchten" lassen, statt es mit ihm zu treiben... 🙄

In der Hinsicht brauchst Du zumindest bei mir keine Befürchtungen hegen. Mit 5 Kindern stehe ich ausserhalb eines jeden Verdachts. Und eine "neue" Frau suche ich sicher nicht.

Wenn es um Menschen geht, gibt es einige existentielle Grundsatzthemen. Mir fallen im Moment folgende Themen ein:

"anonyme Befruchtung" sowie
"Sterbehilfe sowie "
Hilfe für Flüchtlinge".

Auch wenn man rein praktische Gesichtspunkte nie völlig außer Acht lassen kann, wird es aus meiner Sicht unethisch, wenn sachliche bzw. die Gesichtspunkte dominieren, die außerhalb der eigentlichen Person liegen.

Zum Thema anonyme Befruchtung: Hier habe ich den Eindruck, dass nicht das Wohl des zukünftigen Kindes im Vordergrund steht, sondern der Wunsch der zukünftigen Mutter. Der zukünftige Mensch wird zur Samenware.
Und das widerspricht der mir bekannten Ethik.
 
Beim Kinderkriegen steht immer das "Wohl", sprich die Wünsche der Mutter im Vordergrund, das Kind entscheidet sich ja nicht von sich aus dafür, gezeugt und geboren zu werden. Frauen haben "Gründe", warum sie sich für ein Kind entscheiden - weil sie Kinder als Teil ihres Lebens betrachten, oder weil sie einen Mann per Kind an sich binden wollen, oder weil ein Kind (in gewissen Kreisen) inzwischen als "Statussymbol" gilt wie ein schicker Sportwagen (diverse Schauspielerinnen...), oder weil sie mit einem Kind ein heiles Familienleben durchspielen wollen, das sie als Kind selbst nie hatten, oder weil in manchen Kulturkreisen (Afrika) eine Frau erst dann als vollwertiger Mensch betrachtet wird, sobald das erste Balg da ist, oder, oder, oder... die Gründe für ein Kind sind so vielfältig wie die Frauen selbst, und ein Kind, das "grundlos", mit anderem Wort also unerwünscht zur Welt kommt, hat dann wahrscheinlich auch kein so gutes Leben zu erwarten wie ein Wunschkind... und daß eine Frau sich für ein Wunschkind das beste wünscht, auch was die Vorbedingungen wie z. B. gesundes Erbgut von väterlicher Seite angeht und sie lieber zu Spendersamen greift, wenn z. B. der eigene Mann nicht kann, aufgrund genetischer Vorbelastung nicht taugt oder wenn sie zu üble Erfahrungen mit ihren vorhandenen männlichen Kontakten gemacht hat, ist auch verständlich. Wo da ein Mangel an Ethik sein soll, erschließt sich mir nicht.
 
Hallo, Daoga,

ich verurteile niemanden, der in einer Ehe lebt und aus gesundheitlichen/biologischen Gründen eine künstliche Befruchtung in Erwägung zieht. Und wenn eine Frau keine Ehe will, keinen Mann akzeptiert aber einfach nur Mutter sein will, dann verurteile ich sie und ihren Mutterwunsch auch nicht. Der Mutterwunsch ist etwas ganz Natürliches.

Jedoch sehe ich in der generellen Ablehnung von Männern auch eine Ablehnung eines Vaters für das Kind. Hier sehe ich schon, dass der natürliche Mutterwunsch über das Wohl des Kindes gestellt wird. Der Entscheidung lag nicht die Frage „was ist für das Kind am besten?“ zugrunde, sondern ein verständlicher Mutterwunsch in Verbindung mit einer negativen und egoistischen Grundeinstellung.
Und da liegt die Basis für unethisches Verhalten.

Suchen sich Frauen, die partnerlos leben und trotzdem Mutter werden wollen, nur Mädchen aus?
Werden so Männer verteufelt?

Und wenn sich diese Frauen auch ggf. einen Jungen wünschen - wie wollen sie erklären, dass sie Männer als Partner und als Vater für das Kind ablehnen?
 
@Nordrheiner: Zu letzterem: zu viele schlechte Erfahrungen? Dieses Forum ist voll von Beispielen... Viele Frauen wünschen sich in der Tat vorrangig Mädchen: die sind meistens "pflegeleichter"! Der explizite Wunsch nach Söhnen ("Stammhalter", "Fußballer" etc.) geht im Regelfall von den Männern aus - in patriarchalischen Gesellschaften gelten Söhne bekanntlich generell als "wertvoller", während Mädchen wegen teurer Mitgiftzahlungen abgetrieben, nach der Geburt umgebracht oder chronisch vernachlässigt werden (siehe Indien, China...). Aber meistens ist es Frauen mit Kinderwunsch schlicht egal, welches Geschlecht der Nachwuchs hat, Hauptsache gesund. Für Kleinkinder ist es eh egal, ob ein männlicher Part da ist oder nicht, und später sozialisieren sich Kinder eher untereinander als über bestimmte Elternteile (dazu gab es vor einiger Zeit einen Artikel in einer Wissenschaftszeitschrift, weiß nicht mehr wo), frei nach dem alten Sprichwort, daß man zum Erziehen eines Kindes ein ganzes Dorf (voller weiterer Kinder) braucht. Die Notwendigkeit speziell von Vätern wird also stark überbewertet, wichtig sind möglichst viele Sozialkontakte und Ansprechpartner für das Kind, egal ob männlich oder weiblich.
 
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