Schon als Jugendlicher habe ich das nie verstanden: der ökonomische Zwang zur Lohnarbeit, wird in Film, Fernsehen, Literatur, Schule und von der Familie als Selbstverwirklichung bezeichnet. Wie kann man einen Zwang als Selbstfindung bezeichnen? Zwänge sind eine subtile Form der Gewalt und kein schöpferischer oder gar freiwilliger Prozess des Individuums.Selbstverwirklichung, im Sinne vom Streben nach Glück, bedeutet stets der eigenen inneren Stimme zu folgen, der eigenen schöpferischen Energie zu vertrauen und das zu werden und zu sein, was man vom Wesen her ist – völlig unabhängig davon, was andere von einem wollen oder erwarten. Und das ist keineswegs Esoterik oder Sozialromantik, sondern Aristoteles.