Ich sags mal böse: Deine Kollegen glücklich zu machen ist nicht dein Job 😀
Dass muss man so ausdrücklich sagen, weil freiwillig Teilzeit fast immer Probleme und Neid schürt. Da muss man gewisse Sprüche ertragen oder kontern können.
Und ja Arbeit wird irgendwie neu verteilt werden müssen. Aus meiner eigenen Erfahrung möchte ich aber sagen, dass dies nicht unbedingt fair geschieht.
Hast du numerisch klar definierte Aufgaben (10 Kunden pro Tag), kannst du erwarten bei 50% Teilzeit auch nur noch die Hälfte der Arbeit zu bekommen.
In fast allen anderen Fällen kann es durchaus sein, dass ALLE (auch du als Teilzeitkraft) erstmal mehr Arbeit haben und der Arbeitgeber sich das ganze erstmal ne Weile ansieht. Alles vor dem Hintergrund: Geht die Arbeit vormals mit 10, jetzt auch mit 9,5 Mitarbeitern?
Bedenke auch, welche Flexibilität ein Arbeitgeber möglicherweise erwartet. Ist viel Arbeit da, erwartet er vielleicht auch von einer Teilzeitkraft mal ne Woche in Vollzeit zu kommen. Vor allem wenn man keine Kinder hat, wird diese Flexibilität oft blind erwartet.
Teilzeit-Arbeiten ist in der Praxis meist ein elender Staffellauf. Ein Mehraufwand, der sich selten lohnt. Dauernd muss man Übergaben machen, ständig erreichbar sein, falls es mal eine Nachfrage gibt. Bloß bezahlt bekommt man das nicht.
Die Zahl der Teilzeitstellen hat sich seit Beginn der 1990er-Jahre etwa verdoppelt, aber meist sind es Frauen, die Teilzeit familienbedingt arbeiten MÜSSEN.
Das ist kein Appell gegen Teilzeit. Es ist nur der Hinweis darauf, dass es extrem auf die konkrete Tätigkeit und den Arbeitgeber ankommt.
Ich persönlich würde (freiwillige!) Teilzeit immer so gestalten, dass ich nie wieder zurück in Vollzeit muss. Freiwillige Teilzeit ist für mich eher etwas für einen schrittweisen Ausstieg aus der Arbeitswelt, zb mit 50+.