...Jedenfalls machen die wenigsten, die ich kenne 6 Wochen Urlaub, wie der normale Arbeitnehmer.
Muhaha? öhm . . . hab jetzt einfach mal probeweise erheitert reagiert, denn bei dieser Aussage kann es sich ja wohl nur um reinsten Slapstick handeln, oder?
1. Wer - wie mein Exchef und viele andere seiner Couleur, von denen ich etliche persönlich kennenlernte, und zwar aus schwedischen, englischen, französischen, schweizerischen, österreichischen, US-amerikanischen und sowohl Hong Kong- als auch Festlandchinesischen Firmen - fröhlich bis zu 200 Tage im Jahr durch die Welt reist, von denen sicherlich 2 Drittel durchaus geschäftsabschlussrelevant waren, sich dort durch die besten Hotels schlummert, an netten Stränden, Golfplätzen, Lounges, etc. rumdümpelt, das ein oder andere wichtige Gespräch auf der Yacht eines Geschäftspartners abwickelt, zuhause dann sich terminlich alles so legen kann (na gut, nicht ALLES, aber die meisten Termine immerhin), dass es nicht mit den Massagen, der Sauna, dem sonstigen Wellnessprogramm kollidiert . . . ne, sorry, niemand wird mich dazu bewegen, allzu grosses Mitleid mit dieser (geschäftlich zuweilen eher kontraproduktiven!) Spezies zu empfinden. Wenn ich alleine bedenke, wie viele Kunden meine Kollegen und ich durch unseren Einsatz "far beyond the call of duty" bei der Stange gehalten haben, die unser Chef durch arrogantes Auftreten und/oder uneinhaltbare Zusagen (warum auch eine Ahnung von den Realitäten des eigenen Geschäfts haben müssen? Nein, dafür haben derlei edle Geschöpfe doch - unterbezahlte! - Angestellte, das kann man nun wirklich nicht von denen verlangen!) beinahe vergrault hätte . . . ich sag´s mal so: wenn diese - sich so absolut unverzichtbar vorkommende - Bande sich nicht überwiegend auf verlässliche Angestellte stützen könnte, dann wären sie schon längst auf HartzIV (und dann sicher die, die am allerlautesten rumjammern würden, und absolut ALLES mitnähmen, was nicht festgeschraubt ist!)!
2. Wo gibt es Deines Erachtens diese gänzlich urlaubsüberhäuften Angestellten? MIR sind sie bislang nicht begegnet. Da die meisten von denen dermassen mit Arbeit zugeschissen sind, dass das, was Du hier frecherweise als Urlaub bezeichnest, zum grössten Teil für notwendige Verrichtungen draufgeht (war bei meinem Chef und vielen anderen Chefs aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis immer "Arbeitszeit" . . . mal schnell die Hütte auf dem Weihnachtsmarkt aufbauen, um betrieblich längst abgeschriebene Waren dort zur Mehrung des Privatvermögens zu vertickern: Arbeitszeit. Stundenlang zum nächsten Zollamt tuckern, um dort gestrandete, angeblich für die Firma benötigte "Muster" loszueisen, die aber in Wirklichkeit für den Filius gedacht waren und somit anders deklariert und ergo auch abgerechnet hätten werden müssen: Arbeitszeit! So könnte ich tagelang fortfahren mit den Tricks, die selbige Herrschaften sich augenzwinkernd gestatten, jeden ihrer Angestellten jedoch für weitaus weniger fristlos kündigen würden.), ist es wohl ein absolutes Unding, hier von 6 Wochen Urlaub zu sprechen. Zumal es empirisch belegt ist, dass, selbst wenn es 8 Wochen wären, der ganze Erholungseffekt (und dem sollte ein Urlaub meines Wissens dienen, n´est-ce pas?) am A.... ist, sobald selbiger total zerpflückt gewährt wird und nicht mindestens einmal 14 Tage am Stück.
Wäre schön, wenn die Pro-Arbeitgeber-Fraktion hier, die sich immer wieder durch nette Unrichtigkeiten hervortut, sich dazu bequemen könnte, in der Realität anzukommen, und die sieht nun mal krass anders aus als das nachmittägliche "Wir-labern-Euer-Hirn-zu-Tode"-Talkshow-Programm. Aber das ist wohl zuviel verlangt von der ach so abgearbeiteten Klasse.
P.O.G.