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Der Mensch zählt nichts mehr!

  • Starter*in Starter*in Friede auf Erden
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Deinen Gedanken zur Konsumgesellschaft stimme ich zu.

Jetzt der eigentliche Punkt der uns mehr soziale kälte untereinander beschert hat. Der Mensch als Kostenfaktor, der wenn er mal ein Fehler macht als unwirtschaftlich gilt und als Versager. Profitgeile Betriebsstrukturen sind erkennbar an Psychoterror. Wenn du deine Vorgaben nicht erfüllst oder aufmuckst wirst du knallhart rausgemobbt.

Heutzutage hat auch die Anerkennung erheblich nachgelassen. Keine Anerkennung durch niedrige Löhne und ausbleibendes Lob.

Nächster Punkt sind Arbeitszeiten und Flexibilität. D.h. die Arbeit bestimmt das Privatleben. Beispiele sind das Der Arbeit hinterherziehen was gleichzeitig bedeutet das immer wieder neue soziale Strukturen aufgebaut werden müssen die bei unterschiedlichen Arbeitszeiten und ungeregeltem Wochenende fasst unmöglich sind.

Ich habe Deine Ausführungen über Monate unter sehr viel schärferen Bedingungen in Indonesien erlebt. Doch hatten die Menschen dort die stärksten sozialen Netzwerke und Strukturen, die ich bisher erlebt habe. Von sozialer Kälte war dort nichts zu spüren, ganz im Gegenteil. Deswegen frag ich mich, ob es wirklich die Arbeitsbedingungen sind oder ob unserer Gesellschaft nicht etwas anderes fehlt.
 
A

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Re: Der Mensch zählt nichts mehr!
@Thorschti

Ich rede nicht von den Arbeitsbedingungen des Einzelnen. Ich rede über die menschliche Komponente. Die funktioniert bei uns wie im Marktwettbewerb. Wir bekommen das jeden Tag durch Produktvermarktung vorgelebt.

Bestes Beipiel sind glaub ich Apple-Produkte. Da kampieren Leute tagelang vor dem Apple-Store, bezahlen teilweise das doppelte und dreifache bei einem sowieso schon vom Preis-Leistungs-Verhältnis nicht stimmenden Produkt. Am Ende besitzen sie eine Gerätschaft wo es nur um vermittelten Status und Lebensgefühl geht, die Notwendigkeit aber null vorhanden ist. Zufriedenheit durch Konsum. Genau das was ausgeklügelte Werbungen für Produkte erreichen wollen. Da wird jeglicher psychologische Trick angewandt.

Indonesien ist keine Wohlstandsgesellschaft, da ist man auch noch aufeinander angewiesen. Allein bist du da aufgeschmissen. Das wurde bei uns in Deutschland fast komplett durch irgendwelche Dienstleistungen ersetzt.

Ich kenn die andere Seite weil ich noch paar Jahre DDR mitbekommen hab und meine Eltern mir viel darüber erzählt haben. Ich hab die Möglichkeit zu vergleichen was anders ist. Denn ich stell mir immer wieder die Frage warum ich weniger zufrieden bin als damals.
 
Ich denke auch, dass ein gewisser Werteverfall in der Erziehung unserer Kinder seit Jahren dazu beiträgt, besonders wenn ich an Dinge wie Respekt, Disziplin, Fleiß denke.

Überspitzt gesagt:

Wenn man früher eine Strafarbeit wegen permanentem Stören bekommen hat, hat man sie zuhause nochmal gekriegt.
Wenn man heute einem Kind die gleiche Strafarbeit gibt, muss sich der Lehrer am nächsten Tag von der vor Wut keifenden Mutter anhören, dass ihr Kind anti-autoritär erzogen ist und den Mund aufmachen darf wann immer es will. 😀
 
@Thorschti

jepp, ich kenn das auch noch anders. Damals haben Eltern und Lehrer noch zusammen gearbeitet. Heute ist es ein gegeneinander und das letzt Wort haben immer die Erziehungsberechtigten. Das Argument schlechthin "Mein Kind macht sowas nicht." und dann hat das Kind alle Möglichkeiten die Erwachsenen gegeneinander auszuspielen. Das ist übrigens unabhängig von authoritärer oder anti-authoritärer Erziehung, soll heißen der eine sagt "Nur ich darf mein Kind zurechtweisen" und der andere "Mein Kind darf nicht zurechtgewiesen werden, es weiß schon was es tut"
 
Was deine Beobachtungen von Grundschulkindern angeht kann ich nicht bestätigen. Ich habe sogar das Gegenteil beobachtet, das in der Grundschulzeit mit viel Schulstoff vollgestopft wird.

Das stimmt allerdings...

Zu meiner Grundschulzeit (1980 - 1984) wurde noch kein Englisch in der Grundschule unterrichtet, heute ist es ein reguläres Fach.

Allerdings stimme ich auch Thorschti mit der Reizüberflutung zu.
Früher haben sich die Kids in ihrer Freizeit draussen mit ihren Freunden ausgetobt. Heute sitzen sie vor ihren elektronischen Babysittern und lassen sich berieseln.
Ich denke schon, dass das Auswirkungen auf das Lernverhalten hat.
 
dem kann ich so nicht zustimmen. ist eine zu allgemeine aussage.

ich finde nicht, dass die welt nur philosophen, künstler und pfarrer braucht. abgesehen davon, dass ein jeder ein wenig ein künstler ist.
 
Nun, ich hatte in den letzten Jahren täglich Einblick in zwei Grundschüler, und ich hatte bei weitem nicht den Eindruck, dass die Anforderungen im Vergleich zu meiner Zeit vor knapp 30 Jahren gestiegen sind, was Hausaufgaben und Lernstoff für Arbeiten anbelangt.
Ein generelles Problem der Grundschüler ist aber eine Belastung durch permanente Reizüberflutung. Es gibt mittlerweile sehr viele Studien, wieviel Reize ein kindliches/jugendliches Gehirn in der Lage ist zu verarbeiten. Es ist zwar unpopulär und wird von den Kindern nicht gern gehört, aber der gute alte Fernseher, die Nintendos etc sind wahre Reizschleudern. Da können 1-2h täglich reichen, damit ein Kind unter Dauerstress steht, solange bis sich psychische und physische Probleme zeigen (Freizeitstress). Dass Eltern zuerst auf die Schule als Ursache zeigen, ist für mich menschlich, sonst müssten sie ja sich selbst anschwärzen, sind sie es doch, die für die Freizeitgestaltung der Kinder in diesem Alter verantwortlich sind.
Die Reizüberflutung wird eben auch oft nicht mehr gesteuert, weil sie von den Eltern ja auch nicht mehr verstanden wird. Über ein Handy kannst Du heute praktisch alles machen, was vor ein paar Jahren nur über teure Einzelgeräte möglich war. Augen und Sinne werden - im Vergleich vor ein paar Jahrzehnten - überbelastet. Die Entwicklung kommt ungesteuert und die möglichen Folgen gehen eben auch in den Psychischen Bereich. Von langfristigen Auswirkungen (Augen, Wirbelsäule etc) mal ganz zu schweigen.
 
Nun, ich hatte in den letzten Jahren täglich Einblick in zwei Grundschüler, und ich hatte bei weitem nicht den Eindruck, dass die Anforderungen im Vergleich zu meiner Zeit vor knapp 30 Jahren gestiegen sind, was Hausaufgaben und Lernstoff für Arbeiten anbelangt.
Ein generelles Problem der Grundschüler ist aber eine Belastung durch permanente Reizüberflutung. Es gibt mittlerweile sehr viele Studien, wieviel Reize ein kindliches/jugendliches Gehirn in der Lage ist zu verarbeiten. Es ist zwar unpopulär und wird von den Kindern nicht gern gehört, aber der gute alte Fernseher, die Nintendos etc sind wahre Reizschleudern. Da können 1-2h täglich reichen, damit ein Kind unter Dauerstress steht, solange bis sich psychische und physische Probleme zeigen (Freizeitstress). Dass Eltern zuerst auf die Schule als Ursache zeigen, ist für mich menschlich, sonst müssten sie ja sich selbst anschwärzen, sind sie es doch, die für die Freizeitgestaltung der Kinder in diesem Alter verantwortlich sind.

Dem kann ich nur zustimmen.
Wir haben es erst jüngst bei unserem Sohn erlebt. Er durfte das 1.Mal mit 2 Jahren den Sandmann gucken. Das ging auch gut, aber mehr gab es trotzdem nicht. Vor ein paar Monaten nun haben wir ihm erlaubt ab und zu 1-2 Folgen Bob der Baumeister zu gucken, a 10 Minuten. Ich muss dazu sagen, er wird im Oktober 4. Nach einer Weile aber ging das Theater los. Er war total unruhig, wusste nichts mehr mit sich anzufangen und wollte immer nur gucken. Kurzum, es gab immer Theater - vorher wie nachher. Daher entschlossen wir uns - die CD ist kaputt und es gibt wie bisher nur noch den Sandmann. Er hat zwar noch 2 - 3 Mal nachgefragt , aber jetzt hat er die CD vollkommen vergessen. Nun ist er wieder der "Alte", hört Geschichten, schaut sich Bücher an, spielt mit seinen Autos und geht gern draußen spielen. Bisher habe ich mich auch immer erfolgreich durchsetzen können, denn bei uns gibt es weder Nintendo noch Play-Station oder sonst dergleichen. Lediglich das Fernsehgerät konnte ich vor 3 Jahren nicht verhindern, aber da wird auch erst angestellt, wenn die Kinder im Bett sind.
 
Dem kann ich nur zustimmen.
Wir haben es erst jüngst bei unserem Sohn erlebt. Er durfte das 1.Mal mit 2 Jahren den Sandmann gucken. Das ging auch gut, aber mehr gab es trotzdem nicht. Vor ein paar Monaten nun haben wir ihm erlaubt ab und zu 1-2 Folgen Bob der Baumeister zu gucken, a 10 Minuten. Ich muss dazu sagen, er wird im Oktober 4. Nach einer Weile aber ging das Theater los. Er war total unruhig, wusste nichts mehr mit sich anzufangen und wollte immer nur gucken. Kurzum, es gab immer Theater - vorher wie nachher. Daher entschlossen wir uns - die CD ist kaputt und es gibt wie bisher nur noch den Sandmann. Er hat zwar noch 2 - 3 Mal nachgefragt , aber jetzt hat er die CD vollkommen vergessen. Nun ist er wieder der "Alte", hört Geschichten, schaut sich Bücher an, spielt mit seinen Autos und geht gern draußen spielen. Bisher habe ich mich auch immer erfolgreich durchsetzen können, denn bei uns gibt es weder Nintendo noch Play-Station oder sonst dergleichen. Lediglich das Fernsehgerät konnte ich vor 3 Jahren nicht verhindern, aber da wird auch erst angestellt, wenn die Kinder im Bett sind.



Ich hoffe du hasst mich jetzt nicht dafür, aber deine Erziehung klingt nach dem schreklichsten Regime von dem ich je gehört habe.

Den ganzen Tag lesen und malen, kein Fernseher und kein Internet? Außerdem müsstest du das dann nicht deinen Kindern vorleben? Du bist ja nicht wenig im Internet oder?
 
Ich hoffe du hasst mich jetzt nicht dafür, aber deine Erziehung klingt nach dem schreklichsten Regime von dem ich je gehört habe.

Den ganzen Tag lesen und malen, kein Fernseher und kein Internet? Außerdem müsstest du das dann nicht deinen Kindern vorleben? Du bist ja nicht wenig im Internet oder?

Du liest nicht richtig und urteilst vorschnell!
Ich sprach von dem Kleinen, der wird 4 und wenn es dich wirklich interessiert, solltest du mal z.B. von Manfred Spitzer lesen, was Fernsehkonsum und dergleichen im Vorschulalter anrichtet. Meine Große, die 15 ist, darf natürlich ins Internet und nutzt dies auch regelmäßig, aber bewusst. Fernsehen darf sie natürlich auch, aber sie ist fast den ganzen Tag unterwegs, weil sie Sport und dergleichen macht. Und mal ehrlich, was soll ein 4jähriges Kind im Internet?
Ich habe das beschrieben, weil ich persönlich erlebt habe, was mit meinem kleinen Kind passiert, wenn es Fernsehen konsumiert. Hast du schon einmal beobachtet, was passiert, wenn man ein kleines Kind vor den Fernseher setzt? Es fängt regelrecht an zu starren, vergisst sogar mit den Augen zu zwinkern.
Oder hast du schon einmal ohne Fernsehen gelebt? Ich hätte mir das damals auch nicht vorstellen können, aber eine Zeit lang habe ich "zwangsweise" ohne leben müssen. Du glaubst gar nicht, wie viel Zeit man auf einmal hat. Und das wichtigste, die Familie findet wieder zueinander, man redet viel öfter miteinander. Oder wann hast du das letzte Mal mit deinen Eltern bei einem Spieleabend gesessen?
Und von wegen, den ganzen Tag lesen und malen etc. Das, was mein Sohn macht, sucht er sich allein aus. Diese Tätigkeiten waren Beispiele oder denkst du, ich sag ihm: Komm, setz dich mal hin und mal was!" ? Das ist absoluter Quatsch! Ich habe lediglich beschrieben, was passiert ist, nachdem er anfangen durfte Fernsehen zu schauen. Plötzlich gab es nämlich nichts anderes mehr für ihn. Alles, was er vorher schon immer gemacht hat (wie Bücher anschauen etc.), war völlig uninteressant und sobald er kein Fernsehen gucken durfte, war ihm langweilig. Also, Ich achte lediglich darauf, was meine Kinder machen und wenn du dich schon einmal damit auseinander gesetzt hättest, wüsstest du, dass so kleine Kinder diese schnellen Bildfolgen noch gar nicht verarbeiten können. Und genau DAS ist ein großes Problem unserer Gesellschaft. Wenn ich sehe, dass 1 jährige Babys vor dem Fernseher geparkt werden, nur damit sie ruhig sind, dann kriege ich das K....
Oder schau doch mal in viele Familien. Was gibt es denn da? Fernseher, Computer, Playstation und und und, aber DAS was die Kinder wirklich brauchen, soziale Wärme, Liebe und Umwelterfahrung - das bekommen sie kaum. (Es fühle sich bitte nicht jeder angesprochen!)
Ich muss jetzt aufhören, sonst reg ich mich noch mehr auf! :mad:
 
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