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Der japanische Staat läßt seine Bürger sterben.

Wie beurteilen Sie die Lage in Japan?

  • Der japanische Staat handelt im großen und ganzen gut. Die UNO sollte nicht eingreifen.

    Teilnahmen: 2 11,1%
  • Der japanische Staat handelt im großen und ganzen gut. Die UNO sollte eingreifen.

    Teilnahmen: 2 11,1%
  • Der japanische Staat handelt im großen und ganzen schlecht. Die UNO sollte nicht eingreifen.

    Teilnahmen: 5 27,8%
  • Der japanische Staat handelt im großen und ganzen schlecht. Die UNO sollte eingreifen.

    Teilnahmen: 9 50,0%

  • Anzahl der Umfrageteilnehmer
    18
  • Umfrage geschlossen .
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Hallo Mikenai!

Ich kann jetzt nicht auf alle Deine Fragen eingehen.

Ich antworte einfach erst mal mit einer Gegenfrage: Soll alles so bleiben wie jetzt oder muss man mehr machen? Und wenn ja, was würdest Du denn vorschlagen?

Der Hauptfehler der jap. Regierung ist es, dass sie Hilfe von anderen Regierungen nur zögerlich annimmt. Warum hat man nicht sofort reagiert und zb. von den USA mobile Gneratoren zur Kühlung angefordert? In 1 Woche wären die drüben gewesen.

Ich bin mir nicht sicher, aber hat Tokyo jemals den Notstand ausgerufen? Der Schritt der jap. Regierung an die Welt und der bitte um Hilfe bzgl. des AKW ist leider nie erfolgt. Man hätte viel tun können, aber man hat es versäumt und diese Versäumnis kann nun vielen Menschen das Leben kosten.

Eine Kernschmelze jedoch kann jederzeit unterbunden werden, wenn entsprechend gekühlt wird. Nur eben diese Kühlung ist das Problem, wie wir schon seit Wochen sehen.

Wie nun mit den 35 Mio. Menschen in Tokyo verfahren werden soll, ist schwer zu beantworten. Eine Evakuierung ist undenkbar, da es Wochen oder gar Monate dauern würde, die Menschen da rauß zu bekommen. Das Chaos und Panik noch nicht mal eingeschlossen.

Es bleibt also nur zu hoffen, dass der Super-Gau abgewendet werden kann. Und ich hoffe, dass die Regierung alles nötige dazu tut. In den letzten Tagen hatte man diesbzgl. nicht gerade den passenden Eindruck.

Als junger gesunder Japaner wäre mir das lieber als dem sicheren Tod ins Auge sehen zu müssen. Wenn sie zu stolz dafür sind, ist das ihre Sache. Man wird sicher niemanden zwingen. Stolz würde also nach Deiner Theorie die 35 Millionen weiter schrumpfen lassen.
Strahlung ist nicht der sichere Tod. Es kann jedoch ein schleichender und schmerzvoller sein, nur bei sehr hohen Dosen stirbt man sofort, diese Dosen werden in Tokyo aber nicht ankommen. Aber selbst, wenn es zum Super-Gau kommt, ist es schwer abzusehen, wie die Folgen sein werden. Wir haben hier eine gänzlich andere Situation als in Tschernobyl, die Strahlung wird nicht hoch in die Athmosphäre geschleudert (Explosion), sondern kommt im schlimmsten Fall ins Grundwasser und verteilt sich über die Luft in unmittelbarer Umgebung zum Reaktor.

Von einer hochtechnisierten Nation wie Japan kann man eigentlich einen detaillierten Masterplan erwarten. Und wenn nicht von Japan, dann zB von der UN etc. Wir leben im 21. Jahrhundert!

Also ich finde: wer AKWs in die Landschaft setzt, muss auch einen Plan für einen Super-GAU haben!

Die AKWs wurden vor 30-40 J. in die Landschaft gesetzt, also lange vor Tschernobyl. Da wurde dafür geworben und kein Mensch dachte über den Super-Gau nach. Das ist wie mit dem Tod, er ist allgegenwärtig, aber wir verdrängen ihn automatisch. An der Stelle sollte man jedoch auch erwähnen, dass diese alten Reaktoren für Erdbeben und Tsunamis ausgelegt waren. Nur eben nicht in der Stärke wie am 11.03., solch ein Erdbeben hat Japan noch nie zuvor erlebt. Ein solches Erdbeben würde hier in DE sehr verheerende Schäden anrichten, wenn ich mir die Ausmaße des Erdbebens/Tsunamis anschaue, dann war Japan sehr gut vorbereitet. Das Erdbeben selbst, konnte das AKW noch überstehen, der groß Tsunami war das Problem (Schutz vor 10-15m Wellen bringt bei 23m Wellen nichts). Aber selbst das hat der Reaktor überstanden, zerstört wurde jedoch die Infrastruktur (Verbindung Kühlsystem zum Reaktor).
 
Trotzdem können wir dankbar sein, dass sich dort uninformierte Techniker kamikazemäßig täglich in diese Kraftwerke begeben um die Welt und Japan vor mehr zu bewahren.

Wenn die ersten dran sterben werden, hoffe ich, dass das keinen Rückschlag gibt. Eine egoistische Hoffnung, aber soll man hoffen, dass die ganze Welt verstrahlt wird, weil man alles liegen lässt?
Dieser Einsatz dort von den berühmten 50 und den 139 (?) Feuerwehrleuten etc. ist ja noch ein ganz anderes Thema. Ich weiß nicht, was die dort technisch machen können. Dazu fehlt mir das Wissen.

Ein anderes Thema ist die Information der übrigen Bevölkerung.

Hier noch ein Nachttipp für Nachteulen:

auf DeutschlandradioKultur um 1:05 (kann man auch am PC per LiveStream hören):

2254

Kein Ende der Schreckensbilder aus Japan und Libyen
Sind Sie noch aufnahmefähig?

Immer neue Horrormeldungen über die Atomkatastrophe von Fukushima und den Bürgerkrieg in Nordafrika. Die Menschen in Deutschland nehmen Anteil, sie spenden und machen sich Sorgen. Und die Medien berichten rund um die Uhr. Wir alle wollen Bescheid wissen - doch überfordert uns die Informations-Flut nicht allmählich? Wie gehen Sie um mit all den schlechten Nachrichten? Wie sprechen Sie darüber mit Ihren Kindern? Sehnen Sie sich nach mehr Normalität?
Quelle: Deutschlandradio Kultur - Programmvorschau für den 30.03.2011
 
Wie nun mit den 35 Mio. Menschen in Tokyo verfahren werden soll, ist schwer zu beantworten. Eine Evakuierung ist undenkbar, da es Wochen oder gar Monate dauern würde, die Menschen da rauß zu bekommen. Das Chaos und Panik noch nicht mal eingeschlossen.
Ehrlich gesagt hatte ich bei der Zahl "35 Millionen" eher an die Menschen in NordJapan in dem Umkreis von Fukushima gedacht. Die haben eine Evakuierung eigentlich viel nötiger. Oder wohnen da nicht so viele Menschen? Tokio liegt ca. 250 Km südlicher, oder? Insgesamt hat Japan ja glaubich ca. 127 Millionen Einwohner.
 
Dieser Einsatz dort von den berühmten 50 und den 139 (?) Feuerwehrleuten etc. ist ja noch ein ganz anderes Thema. Ich weiß nicht, was die dort technisch machen können. Dazu fehlt mir das Wissen.

Ein anderes Thema ist die Information der übrigen Bevölkerung.

Hier noch ein Nachttipp für Nachteulen:

auf DeutschlandradioKultur um 1:05 (kann man auch am PC per LiveStream hören):

Quelle: Deutschlandradio Kultur - Programmvorschau für den 30.03.2011


Wie ich mit den Nachrichten umgehe? Ich freue mich über jede Tageschau, die nicht mit Japan beginnt, obwohl ich weiß, dass das ein trügerisches Hoffen ist.

Ich ärgere mich über Gaddafi und Co. denn spätestens jetzt sollte die Menschheit ihre Kräfte bündeln und zusammenstehen angesichts des größeren Feindes der ausurfernden Atomenergie, Hunderte AKWs warten auf den nächsten Gau irgendwo.

Aber scheinbar ist das Unglück noch zu klein, um manche zur Vernunft zu bringen.

Oder besser gesagt, manche (viele) sind wohl vernunftresistent.

Sigi
 
Aber scheinbar ist das Unglück noch zu klein, um manche zur Vernunft zu bringen.

Oder besser gesagt, manche (viele) sind wohl vernunftresistent.

Sigi

All diejenigen, vor allem natürlich die unverbesserlichen "Politschädel" müssten in den jeweiligen Krisenregionen an die Front geschickt werden.

Egal ob nun "Aufräumarbeiten" in Japan oder Kriegseinsätze.
 
Ich behaupte das jede Regierung so handeln würde. Egal wo auf der Welt so eine Katastrophe geschieht. Was sollten sie anderes tun? Es ist nicht möglich Millionen Menschen zu evakuieren. Wir hätten in Mitteleuropa genau dasselbe Bild.
Atomkraft wurde eingeführt und ausgebaut ohne Notfallpläne und ohne Endlagerung der Abfälle.
In jedem besseren Kaufhaus müssen von Gesetzes wegen Schilder mit der Aufschrift "Notausgang" lesbar sein - Atomenergie wurde ohne Notausgang aufgebaut. Eine Energieform die den Menschen als Geisel nimmt.
 
In jedem besseren Kaufhaus müssen von Gesetzes wegen Schilder mit der Aufschrift "Notausgang" lesbar sein - Atomenergie wurde ohne Notausgang aufgebaut. Eine Energieform die den Menschen als Geisel nimmt.

das hast du schön gesagt!

denke auch, was würde passieren wenn man den Japanern die Wahrheit sagte??


ist die Ehrlichkeit und Klarheit sinnvoller?
In diesem Zusammenhang wohl nicht sinnvoll.

Wie auch immer, das ganze ist nicht beherrschbar...
So oder so, es ist außer Kontrolle.
:wein:
 
Zuletzt bearbeitet:
ich denke mal, keiner von denen traut sich, zuzugeben, wie sehr sie in der Sch... stecken.

mehrere japanische Bekannte haben geschrieben, dass in den japanischen Medien noch weniger Infos zu bekommen sind als in Englischsprachigen, also denke ich, es gibt da einiges an Zensur im Augenblick.


Mich ärgert, dass man scheinbar nicht mal versucht, einen Teil der Bevölkerung auf die anderen Inseln zu bringen - wenigsten Schwangere (= ungeborene Babies) und Kleinkinder, da die die höchste Anfälligkeit besitzen.

Mir ist klar, man kann nicht alle rausholen, erst recht nicht, wo man so schon eine halbe Million obdachlose Menschen hat. Aber wnigstens anfangen, wenigstens die schwächsten rausholen...


Ich habe im Übrigen gelesen, dass ein Reaktor nach dem Abschalten fast 1 Jahr runtergekühlt werden muss, bevor man irgend was damit anstellen kann, ich mag mir nicht vorstellen, wie das ohne Kreislaufführung des Wassers in Fukushima enden soll. Die Brühe, die sie oben reinkippen, kommt unten wieder raus und läuft sonstwohin... Und das ein Jahr lang???
 
naja, das mit der evakuirung ist so ne sache!

zuerst mal ist es tatsächlich schwierig sie alle unterzubringen! und zum zweiten "wollen" die meißten auch garnicht weg! was ja auch bisschen verständlich ist, irgendwo.

ich wäre einfach mal froh wenn mal klare ansagen kämen!

das ist ja schon ne menge. aber es scheint mir alles so wischiwaschi, heute so und morgen so!

und da werd ich einfach misstrauisch.
 
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