Sigillaria
Aktives Mitglied
Puh, das klingt schon fast eher nach einer CFS, als nach einer Depression.Ebenso.
Ja, es ging kaum noch etwas.
Und ich sehe das dennoch anders.
Man kann sich dem völlig ergeben.
Oder sich anders entscheiden.
Wenn man nicht in depressiven Stupor verfallen ist, werden die meisten die Toilette nutzen, trinken, essen.
Davon kann man ableiten, dass mehr als Nichts geht.
Und wenn es 30 Minuten am Tag sind, 1 Stunde in Häppchen, man schafft das, auch wenn es sich anders anfühlt.
Struktur und Regeln.
Und wenn man das mehrfach geschafft hat, steigert man ein wenig.
Fühlt sich schrecklich an, egal.
Mal ist es dir Dusche, mal eine E-Mail, mal ein Anruf.
Ich konnte fast nicht mehr sprechen. Sonstiges kann man sich vorstellen als Betroffener.
Also musste irgendwie Abhilfe her.
Eine Stunde Schlaf, paar Worte für Arzt notieren, eine Stunde Schlaf.
Das war so überfordernd und anstrengend, dass ich dabei heulte. Schweißausbrüche. Übelkeit, wie bei Überanstrengung beim Sport.
Irgendwann war nötigste Info auf Papier und ich ließ mich zum Arzt fahren.
Wenn ich nicht zurück in ein vernünftiges Leben mit dem Partner will, ist das in Ordnung.
Dann einfach ins Bett oder aufs Sofa fallen lassen und fertig.
Doch dann das dem Partner nicht zumuten und keine Vorwürfe machen, wenn er geht. Besser noch, dann selbst die Trennung aussprechen.
Da ich nicht allein war, gab es die Option aufgeben überhaupt nicht. Wie das allein wäre, kann ich nicht sagen, doch hier geht's ja um eine Beziehung.
Vor allem das mit der Übelkeit und Schweißausbrüchen nach den leisesten Anstrengungen.
Eine Bekannte von mir hatte das für mehrere Monate nach ihrer Corona- Erkrankung, zum Glück ist sie jetzt wieder arbeitsfähig.
Bei ihr kam noch ganz besonders viel Existenzdruck dazu, sie ist nämlich selbständig...
Aber es ist schon seltsam, wie sehr sich Symptome einer schweren (!!!) Depression und die einer chronischen Fatigue, ausgelöst durch eine Viruserkrankung, ähneln.
Dabei ist die Ursache doch eine ganz andere...
Und wie geht es dir jetzt? Merkst du noch manchmal was davon, daß du mal in einer so tiefen Depression gesteckt hast?
Auf jeden Fall ist es sehr schön zu lesen, daß jemand aus so einem tiefen schwarzen Loch einer schweren Depression wieder herausgefunden hat. Das macht vielleicht auch anderen mit dieser Erkrankung etwas Mut, daß man da auch wieder rauskommen kann.