Ihr Lieben,
Ich lese meistens nur still mit und kommentiere nur sehr selten. Aber nun habe auch ich mal ein Problem, über das ich allerdings mit niemandem sprechen kann, weil es sich um eine enge Freundin handelt und ich mit den anderen nicht über sie sprechen möchte.
Ich werde am 6.6. 60, sie ist ein Jahr älter.
Wir kennen uns ewig durch die Arbeit (öffentlicher Dienst), sie arbeitet aber seit über 10 Jahren in einem anderen Bereich. Wir hatten uns aus den Augen verloren, sahen uns nur selten.
Dann ist mein Lebensgefährte vor 4,5 Jahren an Krebs gestorben. Ich muss dazu sagen, dass ich unter Verlustängsten leide seitdem meine Mutter, die eigentlich herzensgut ist, mir in meiner Kindheit immer mal wieder, wenn ich unartig war gedroht hat, ich käme in ein Heim. Hätte sie zwar nie gemacht, aber das wusste ich ja damals nicht und ich glaube sie weiß gar nicht was sie dadurch bei mir angerichtet hat.
Ich habe, gerade bei Männern, immer geklammert, aber das hat sich schon ziemlich gebessert. Nun bin ich Single und denke das wird auch so bleiben.
Ich hatte immer einen ziemlich großen Bekanntenkreis der sich aber in den letzten Jahren aus vielen Gründen immer mehr verkleinert hat. Kinder habe ich keine.
Nun hatte besagte Freundin (ebenfalls Single) damals, als meine große Liebe starb, nach Monaten von jemand anderem erfahren was passiert ist und sprach mir über Messenger ihr Beileid aus. Ich freute mich und seitdem haben wir sehr engen Kontakt. Mittlerweile würde ich sie als meine beste Freundin bezeichnen.
Sie hat immer wieder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, hatte vor ich glaube 2,5 Jahren ein Aneurysma das operiert werden musste. In dem ganzen Nervenkrieg damals habe ich sie sehr unterstützt, habe immer wieder aufmunternde Worte gesendet und sie später, als sie noch nicht Autofahren durfte, immer mitgenommen zum Einkaufen zum Beispiel.
Sie war schon immer sehr – wie nenne ich das – schnell beleidigt? Keine Ahnung ob das der richtige Begriff ist. Aber als wir zum Bespiel vor 1,5 Jahre in Wien waren, hat sie mich mitten auf der Straße angemault, weil sie meinte wir müssten einen anderen Weg zum Hotel gehen, der aber nachweislich falsch war. Als ich ihr das auf dem Plan nochmal zeigen wollte, ist sie fast ausgeflippt und herrschte mich an: „JA, wenn Du meinst, dann gehen wir eben DAHER“. Ich sagte dann wenn sie meine wir müssten daher, dann ging wir eben daher. „NEIN, wir gehen jetzt HIERHER“ – aber in einem Ton, der mich erschreckte. Ich traute mich schon gar nichts mehr zu sagen denn dann hätten wir uns auf offener Straße gezofft. Als wir später an einem großen Hotel vorbei kamen tat sie so, als ob SIE es gewesen wäre die den richtigen Weg genannt hätte.
Ich sagte wieder nichts, hätte mich aber über ein „ja, hast Recht gehabt“ gefreut. Wahrscheinlich würde sie das jetzt anders erzählen, aber das wäre typisch für sie.
Sie ist ein Mensch der immer gerne anderen die Schuld gibt. Auch ihre Tochter, die glaube ich mit über 30 keine Ausbildung abgeschlossen hat, war an nichts schuld. In den Augen meiner Freundin waren immer die Lehrer schuld, die ihre Tochter nicht leiden konnten oder bei der Ausbildung wurde sie immer nur gemobbt – sie stand immer wie eine Mauer vor ihr.
Sorry für die lange Einleitung – aber nun kommt das Problem: meine Freundin hat Depressionen, ist seit fast einem Jahr krankgeschrieben.
Durch ihre Impulsivität habe ich sie eh meistens wie ein rohes Ei behandelt muss ich sagen. Seitdem ich weiß dass sie depressiv ist, habe ich sie immer weiter mit lieben Sprüchen unterstützt. Nicht aufdringlich, nur ab und zu und sie hat sich auch öfter bedankt. Wir haben uns ab und an getroffen und öfter telefoniert.
Jetzt ist sie in der REHA und ich habe jetzt schon zum zweiten Mal per WhatsApp aus verschiedenen Gründen den Spruch gekriegt: „Das hat mich verletzt“ oder „ich musste schlucken als Du das gesagt hast“.
Das Schlimmste ist dass sie mir tatsächlich geschrieben hat dass ich gesagt hätte, Zitat: „es würde uns auch vieles eingeredet hier“. SO habe ich das überhaupt nicht gesagt! Ich habe sehr vorsichtig als Frage formuliert ob es sein könnte, dass die Therapeuten vielleicht auch einiges überinterpretieren!? Man kann ja in jeden einzelnen Satz etwas hineininterpretieren, sogar in „Guten Morgen“.
Sie WEIß doch, dass ich die Letzte bin die ihr Böses will. Das habe ich viele Mal bewiesen finde ich. Und ich bin auch nicht nervig, ich will nur eine Freundin sein. Nun habe ich ihr geschrieben, dass ich sie natürlich nicht verletzen wollte, ich würde ehrlich gesagt eh schon wie auf rohen Eiern gehen und dass ich das SO nicht gesagt hätte.
Nein, so sollte das ja nicht sein, dass ich wie auf rohen Eiern ginge, aber sie wolle eben immer sagen können was sie verletzen würde – ohne eine weitere Schublade aufzumachen etc.
Nun habe ich an meinem 60. Geburtstag vor, ein Fotoshooting mit meinen Gästen zu machen. Ich habe in einem Fotostudio das Shooting gebucht und es keinem Gast verraten. Wir sind zu 8.
Nun wollte ich meine Freundin etwas aufmuntern, nachdem sie mir Samstagabend das oben beschriebene vor den Latz geknallt hat, und habe sie gefragt ob ich ihr als Einzige verraten solle was wir machen am 6. Kam zurück: „magst Du mir das morgen schreiben? Ich habe heute einen besch…..Tag“. Ich schrieb dann „klar“. Das war es.
Bisher habe ich ihr das aber nicht geschrieben. Ich grübele seitdem nur noch und den ganzen Tag drehen sich die Gedanken. Wie soll das denn weitergehen? Ihre Sprüche sind ganz klar die der Therapeuten, aber ich weiß überhaupt nicht mehr wie ich reagieren soll?
Und ehrlich gesagt bin ich auch ein bisschen sauer. Ich bin doch auch ein Mensch mit Gefühlen und wer hat denn Verständnis für MICH?? Zumal ich mit niemandem darüber reden kann! Alle kennen sich und ich will sie nicht in die Pfanne hauen, sie will natürlich nicht dass irgendjemand Bescheid weiß. Also bin ich mit dem Gedanken-Karussell sehr alleine.
Sie kommt nächste Woche Donnerstag wieder aus der REHA. Gott sei Dank fahre ich nächste Woche Freitag mit meiner 87jährien Mutter bis montags in ein Wellness-Hotel. Mit ihr kann ich sowas aber auch nicht besprechen.
Mein Geburtstag ist am 6, eine Woche später. Ich könnte mir gut vorstellen dass meine Freundin auf diesem Geburtstag so einiges auf sich bezieht und wieder „verletzt“ ist. Soll ich mir denn jeden Satz überlegen den ich sage? Sie ist eh schon immer eine Meisterin im Alles-auf-sich-Beziehen. Ich hab schon gar keine Lust mehr zu dem Geburtstag.
Hat jemand einen Rat? Wir haben im September zusammen ein Wellness-Wochenende geplant.
Ich fühle mich allein damit und steigere mich immer mehr rein, bin ich so schlimm? Ich möchte sie ja auch nicht verlieren, mein Freundeskreis ist eh schon sehr klein.
Sorry dass es so lang geworden ist, aber man muss vielleicht einiges wissen um einen Rat geben zu können.
Danke fürs Lesen
Ich lese meistens nur still mit und kommentiere nur sehr selten. Aber nun habe auch ich mal ein Problem, über das ich allerdings mit niemandem sprechen kann, weil es sich um eine enge Freundin handelt und ich mit den anderen nicht über sie sprechen möchte.
Ich werde am 6.6. 60, sie ist ein Jahr älter.
Wir kennen uns ewig durch die Arbeit (öffentlicher Dienst), sie arbeitet aber seit über 10 Jahren in einem anderen Bereich. Wir hatten uns aus den Augen verloren, sahen uns nur selten.
Dann ist mein Lebensgefährte vor 4,5 Jahren an Krebs gestorben. Ich muss dazu sagen, dass ich unter Verlustängsten leide seitdem meine Mutter, die eigentlich herzensgut ist, mir in meiner Kindheit immer mal wieder, wenn ich unartig war gedroht hat, ich käme in ein Heim. Hätte sie zwar nie gemacht, aber das wusste ich ja damals nicht und ich glaube sie weiß gar nicht was sie dadurch bei mir angerichtet hat.
Ich habe, gerade bei Männern, immer geklammert, aber das hat sich schon ziemlich gebessert. Nun bin ich Single und denke das wird auch so bleiben.
Ich hatte immer einen ziemlich großen Bekanntenkreis der sich aber in den letzten Jahren aus vielen Gründen immer mehr verkleinert hat. Kinder habe ich keine.
Nun hatte besagte Freundin (ebenfalls Single) damals, als meine große Liebe starb, nach Monaten von jemand anderem erfahren was passiert ist und sprach mir über Messenger ihr Beileid aus. Ich freute mich und seitdem haben wir sehr engen Kontakt. Mittlerweile würde ich sie als meine beste Freundin bezeichnen.
Sie hat immer wieder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, hatte vor ich glaube 2,5 Jahren ein Aneurysma das operiert werden musste. In dem ganzen Nervenkrieg damals habe ich sie sehr unterstützt, habe immer wieder aufmunternde Worte gesendet und sie später, als sie noch nicht Autofahren durfte, immer mitgenommen zum Einkaufen zum Beispiel.
Sie war schon immer sehr – wie nenne ich das – schnell beleidigt? Keine Ahnung ob das der richtige Begriff ist. Aber als wir zum Bespiel vor 1,5 Jahre in Wien waren, hat sie mich mitten auf der Straße angemault, weil sie meinte wir müssten einen anderen Weg zum Hotel gehen, der aber nachweislich falsch war. Als ich ihr das auf dem Plan nochmal zeigen wollte, ist sie fast ausgeflippt und herrschte mich an: „JA, wenn Du meinst, dann gehen wir eben DAHER“. Ich sagte dann wenn sie meine wir müssten daher, dann ging wir eben daher. „NEIN, wir gehen jetzt HIERHER“ – aber in einem Ton, der mich erschreckte. Ich traute mich schon gar nichts mehr zu sagen denn dann hätten wir uns auf offener Straße gezofft. Als wir später an einem großen Hotel vorbei kamen tat sie so, als ob SIE es gewesen wäre die den richtigen Weg genannt hätte.
Ich sagte wieder nichts, hätte mich aber über ein „ja, hast Recht gehabt“ gefreut. Wahrscheinlich würde sie das jetzt anders erzählen, aber das wäre typisch für sie.
Sie ist ein Mensch der immer gerne anderen die Schuld gibt. Auch ihre Tochter, die glaube ich mit über 30 keine Ausbildung abgeschlossen hat, war an nichts schuld. In den Augen meiner Freundin waren immer die Lehrer schuld, die ihre Tochter nicht leiden konnten oder bei der Ausbildung wurde sie immer nur gemobbt – sie stand immer wie eine Mauer vor ihr.
Sorry für die lange Einleitung – aber nun kommt das Problem: meine Freundin hat Depressionen, ist seit fast einem Jahr krankgeschrieben.
Durch ihre Impulsivität habe ich sie eh meistens wie ein rohes Ei behandelt muss ich sagen. Seitdem ich weiß dass sie depressiv ist, habe ich sie immer weiter mit lieben Sprüchen unterstützt. Nicht aufdringlich, nur ab und zu und sie hat sich auch öfter bedankt. Wir haben uns ab und an getroffen und öfter telefoniert.
Jetzt ist sie in der REHA und ich habe jetzt schon zum zweiten Mal per WhatsApp aus verschiedenen Gründen den Spruch gekriegt: „Das hat mich verletzt“ oder „ich musste schlucken als Du das gesagt hast“.
Das Schlimmste ist dass sie mir tatsächlich geschrieben hat dass ich gesagt hätte, Zitat: „es würde uns auch vieles eingeredet hier“. SO habe ich das überhaupt nicht gesagt! Ich habe sehr vorsichtig als Frage formuliert ob es sein könnte, dass die Therapeuten vielleicht auch einiges überinterpretieren!? Man kann ja in jeden einzelnen Satz etwas hineininterpretieren, sogar in „Guten Morgen“.
Sie WEIß doch, dass ich die Letzte bin die ihr Böses will. Das habe ich viele Mal bewiesen finde ich. Und ich bin auch nicht nervig, ich will nur eine Freundin sein. Nun habe ich ihr geschrieben, dass ich sie natürlich nicht verletzen wollte, ich würde ehrlich gesagt eh schon wie auf rohen Eiern gehen und dass ich das SO nicht gesagt hätte.
Nein, so sollte das ja nicht sein, dass ich wie auf rohen Eiern ginge, aber sie wolle eben immer sagen können was sie verletzen würde – ohne eine weitere Schublade aufzumachen etc.
Nun habe ich an meinem 60. Geburtstag vor, ein Fotoshooting mit meinen Gästen zu machen. Ich habe in einem Fotostudio das Shooting gebucht und es keinem Gast verraten. Wir sind zu 8.
Nun wollte ich meine Freundin etwas aufmuntern, nachdem sie mir Samstagabend das oben beschriebene vor den Latz geknallt hat, und habe sie gefragt ob ich ihr als Einzige verraten solle was wir machen am 6. Kam zurück: „magst Du mir das morgen schreiben? Ich habe heute einen besch…..Tag“. Ich schrieb dann „klar“. Das war es.
Bisher habe ich ihr das aber nicht geschrieben. Ich grübele seitdem nur noch und den ganzen Tag drehen sich die Gedanken. Wie soll das denn weitergehen? Ihre Sprüche sind ganz klar die der Therapeuten, aber ich weiß überhaupt nicht mehr wie ich reagieren soll?
Und ehrlich gesagt bin ich auch ein bisschen sauer. Ich bin doch auch ein Mensch mit Gefühlen und wer hat denn Verständnis für MICH?? Zumal ich mit niemandem darüber reden kann! Alle kennen sich und ich will sie nicht in die Pfanne hauen, sie will natürlich nicht dass irgendjemand Bescheid weiß. Also bin ich mit dem Gedanken-Karussell sehr alleine.
Sie kommt nächste Woche Donnerstag wieder aus der REHA. Gott sei Dank fahre ich nächste Woche Freitag mit meiner 87jährien Mutter bis montags in ein Wellness-Hotel. Mit ihr kann ich sowas aber auch nicht besprechen.
Mein Geburtstag ist am 6, eine Woche später. Ich könnte mir gut vorstellen dass meine Freundin auf diesem Geburtstag so einiges auf sich bezieht und wieder „verletzt“ ist. Soll ich mir denn jeden Satz überlegen den ich sage? Sie ist eh schon immer eine Meisterin im Alles-auf-sich-Beziehen. Ich hab schon gar keine Lust mehr zu dem Geburtstag.
Hat jemand einen Rat? Wir haben im September zusammen ein Wellness-Wochenende geplant.
Ich fühle mich allein damit und steigere mich immer mehr rein, bin ich so schlimm? Ich möchte sie ja auch nicht verlieren, mein Freundeskreis ist eh schon sehr klein.
Sorry dass es so lang geworden ist, aber man muss vielleicht einiges wissen um einen Rat geben zu können.
Danke fürs Lesen