@nordrheiner: ich glaub an Gott und Jesus Christus und ich verstehe nicht wie ich trotzdem diese Sinnlosigkeit finde. Was mache ich falsch ?
Auch, wenn ich mich jetzt einmische, aber ich habe gerade den Eindruck, dass der Thread wieder einen unguten Verlauf nimmt. Wir dürfen unseren Glauben nicht als Garant dafür sehen, vor allen Grausamkeiten, die das Leben mit sich bringen kann, geschützt zu sein.
Das wird uns nirgendwo und auch nicht in der Bibel versprochen. Es gibt im Alten Testament (siehe Hiob) und auch im Neuen Testament hinreichend Beispiele dafür, dass auch glaubende Menschen nicht vor Zweifeln, vor Krankheiten und anderen Grausamkeiten des Lebens geschützt sind.
Das gilt auch für das Empfinden von Sinnlosigkeit. Ich bin ein bipolarer Zeitgenosse und das ziemlich genau seit meinem 16./17. Lebensjahr, seit also mehr als 50 Jahren. Diese meine psychische Disposition macht mich genau so aus wie meine Spastik, mit der ich zur Welt kam.
Für meine Spastik gibt es eine plausible Erklärung, ließen mich die Ärzte damals zu lange in der Geburt und setzten mich damit einem Sauerstoffmangel aus, der mich lebenslang schädigte und mich zum körperlichen Krüppel machte.
Das liegt in der Verantwortung der Weißkittel und hat mit Gott zunächst nichts zu tun. Meine Ärzte von damals hätten sich also nicht auf Gottes Willen berufen können, was ihnen sehr zu passe gekommen wäre.
Nein, es war ihre Schuld, Ergebnis ihres falschen ärztlichen Handelns.
Meine später auftretenden Depressionen hatten und haben noch heute viel mit meinem körperlichen Zustand zu tun, weil er mein Selbstbild, mein Ego oft auf unerträgliche Weise schädigte.
Ich mache dafür Gott nicht verantwortlich, ersparen können freilich, das sage ich dann auch, hätte mein Schöpfer mir das schon. Für mich gibt es unverdientes Leid, wie es eben auch unverdientes Glück gibt.
Glaube und Religion können helfen, verhindern aber können sie menschliches Unheil nicht.
Ich kann schon lange mit meinen Depressionen leben, seit Jahren auch ohne Medikamente, weil sie mich nicht mehr beeinträchtigten als unbedingt notwendig.
Burbacher