Es ist tatsächlich so, dass, je höher du qualifiziert bist, desto eher musst du mal für ein paar Tage irgendwohin.
Ich denke, du solltest das Problem auf zwei Ebenen angehen. Die erste ist die therapeutische. Ich wüsste keinen Grund, warum deine Ängste nicht therapierbar sein sollten. Sie schränken dich massiv ein. Sie erzeugen enormen Leidensdruck. Vielleicht dachte der Therapeut, das sei nicht in diesem Maße der Fall?
Die zweite Ebene ist die eines Attests. Wenn das traumabedingt ist, dann sollte man es dir attestieren können. Und kann es die Möglichkeit geben, dass du an derartigen Veranstaltungen mit Übernachtung nicht oder in anderer Form teilnimmst.
Um dir Mut zu machen: Ich hatte lange Jahre eine panische Angst vorm Autofahren. Nicht gerade das, was man als Mann gerne rumerzählt. Und habe mich bei gut mit Bus und Bahn erreichbaren Unternehmen beworben. Ständig kamen Termine, die ich dann mit dem (Firmen-)Wagen hätte wahrnehmen sollen. Ich habe, so schwer es fiel, gesagt, dass ich das nicht kann. Einmal scheiterte es daran, danach klappt es, wohl halb weil mein damaliger Chef ein netter Mensch war und halb, weil ich echt gut bin, in dem, was ich tue und man mir eine etwas längere Anfahrt zum Kunden schon zugestanden hat.
Bei mir haben sich beide Fragen erledigt, mittlerweile fahre ich Auto, und mittlerweile brauche ich es beruflich gar nicht mehr zu tun. Ich wünsche dir, dass es bei dir genauso gut läuft.