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Mr. Pinguin
Gast
Ich denke, die unterschiedlichen Persönlichkeiten könnten sehr gut miteinander zurecht kommen, wenn sie miteinander in einem stabilen und wertschätzenden Umfeld aufwachsen, in dem ihnen die Werte von Achtung, Respekt, Konfliktbewältigung und Toleranz vorgelebt werden. Frei von Gewalt, Terror, Zwang. Hund und Katze können sich auch vertragen, wenn sie sich schon als Babys kennen 😉 .Weil Menschen nun mal unterschiedlich "gestrickt" sind, unterschiedliche Bedürfnisse, Erwartungen ans Leben, Wünsche, Interessen, Lebensstile, Bezüge zu religiösen Themen, etc. haben. Zum Teil liegt das wahrscheinlich an der Erziehung, zum Teil auch an Veranlagungen und "angeborenen" Neigungen und Charaktereigenschaften.
Werden Menschen mit ganz unterschiedlicher Persönlichkeitsstruktur in familiären Bindungen "gezwungen", miteinander leben zu müssen, dann dürfte das in den meisten Fällen schiefgehen, wenn nicht eine ausgesprochene Neigung zu Toleranz, Aufgeschlossenheit und Geduld (idealerweise bei allen Beteiligten) vorhanden ist.
Dass die Menschen vor allem durch ihre kulturelle, gesellschaftliche und soziale Herkunft geprägt werden und weniger nach individuellen Charaktereigenschaften, zeigt ja schon, dass die religiöse oder nationale identifikation vor allem vom Herkunftsland abhängt. Im Nahen Osten wird man Islamist, in Indien Hindu, in Kambodscha Buddhist, in Europa Christ, im Urwald hängt man einer Naturreligion an. Man nimmt die Kultur an, lernt diese Muttersprache, und dann ist man halt Deutscher, Chinese, Afrikaner oder sonst was. Sogar von welchem Fußballverein man Fan ist hängt sehr stark von der Herkunft ab.
Die Menschheit, die diese Erkenntnis doch mittlerwelie schon einige Zeit erlangt hat, sollte es doch eigentlich schaffen, sich als große Familie zu sehen, statt immer noch gegenseitig zu konkurrieren und sich immer wieder bis aufs Blut zu bekämpfen. Das finde ich (als Gutmensch wie ich bin) so unendlich bedauerlich.
Dann läuft aber in den Familien was mächtig verkehrt. Weil Eltern ihre eigene Erziehung nie reflektieren konnten und den schädlichen Mist weitergeben. Und weil sie es nicht besser wissen. Vielleicht auch nicht können... Du musst mir ja nichts von Sonnenschein erzählen, der nicht da ist, in der Familie.Um so schlimmer, wenn man mit jemandem zusammenhocken muß und ihm nie entkommen kann, weil der andere "Familie" ist. Denn Familie sucht man sich bekanntlich nicht aus, und niemand kann behaupten, daß in Familien alles heiter Sonnenschein wäre, weil sie nun mal miteinander verwandt sind
Woher willst du denn wissen, dass das so war? Ich hab von Kannibalenfunden von Neandertalern gehört. Die waren aber zu 90% Fleischfresser und hatten einen höheren Energieumsatz als der moderne Mensch (der Allesfresser ist). Außerdem waren die eine andere Menschenart. Kann sein, dass es bei denen eher üblich war, über die Nachbarn herzufallen, wenn das Futter knapper wurde...In der Steinzeit dürfte aber auch der Gruppenzwang extrem ausgeprägt gewesen sein, der Hordenchef hat angeordnet und alle anderen hatten zu parieren, und wer nicht auf jeden Befehl hin springen wollte bekam entweder die Keule übergezogen, endete beim nächsten Festessen als Festschmaus (Urmenschen waren vielfach Kannibalen) oder wurde aus der Horde ausgestoßen und konnte sich fortan allein in einer feindseligen Wildnis durchschlagen. Sowas wie demokratische Meinungsbildung gab es damals ganz sicher nicht, und die Kooperation der ganzen "Bodenkriecher" unter dem Hordenchef war eine reine Zwangs- und Zweckgemeinschaft, weil jeder, der den Kopf zu hoch streckte, eine draufbekam.
Ich denke, dass eine Steinzeitgruppe ein massives Problem gehabt hätte, wenn ein Tyrann die restlichen Gruppenmitglieder terrorisiert hätte und Permanentstress produziert hätte. Bei den Buschvölkern oder den Urwaldindios läuft es ja auch nicht so, zumindest was ich so aus den Fernsehdokus kenne.
Zudem habe ich mal gelesen, dass in der Steinzeit das Matriarchat üblich war, in der "die große Mutter" das Oberhaupt war, der das Prinzip von Freiheit und Gleichheit zugrunde liegt. Vor ca. ~4000 Jahren wurde es dann vom Patriarchat abgelöst, dem die Aspekte von Ungleichheit, Hierarchie, Unterwerfung und Unterdrückung zu eigen sind. Das sieht man ja auch an den (Groß)familien, den Großclans, in denen ein Obermotz das Sagen hat und dem alle nach der Pfeife tanzen müssen.
Den keulenschwingenden Hordenchef, der jeden bei Bedarf beliebig niederknüppelte und zur Suppe machte, halte ich für sehr unwahrscheinlich. Sowas ist ja auch hochkrank und kann gar nicht dauerhaft überlebensfähig sein.
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