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Das Modell Familie am Ende?

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TE kann man dir keine PN senden? wollte gerade machen… weil ich ne tolle WS gefunden habe wo man auch vieles zum Thema Rockefeld usw lesen kann. Finde es sehr spannend..

Es ist die " alles Schall und Rauch" Seite.

Viel Spaß! 🙂
 
Also, wenn die Leute ihre Erziehungsarbeit wirklich gut machen, ihre Kinder als eigenständige Individuen respektieren, ihnen den nötigen Halt geben auf dass diese zu gesunden, stabilen und lebenstüchtigen Menschen heranwachsen, dann habe ich da schon Respekt vor.

Diese Aufgabe dürfte schwerer sein als man denkt, zumal die meisten Leute aus ihrer eigenen Kindheit erhebliche Traumata, Belastungen und unglückselige Prägungen mitbringen. Das ist das Tragische daran, dass die Leute von ihrem eigenen Leben so sehr gezeichnet sind, dass ihnen die Kräfte fehlen und sie ihr Elend an ihre Kinder weitergeben.

Es ist ein Teufelskreis.
Wenn man erwachsen ist, sollte doch auch noch eine gewisse Selbsterziehung einsetzen. Spätestens, wenn die Kinder da sind, sollte, muß das einfach sein, um diesen Teufelskreis zu durchbrechen.
Man ist immer Vorbild, auch wen man nicht grad dran denkt. Freilich prägen jeden seine Erfahrungen, aber die Liebe zu den eignen Kindern, der Wunsch seinen Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen, sollte dafür Triebkraft sein, bewußt zu leben.
 
wenn man den thread hier durchliest stellt sich einem die frage, was manche leute für leute kennen^^
in meinem umfeld gibt es viele familien. keine ist soo schrecklich, wie das von manchen hier geschildert wird.
ja, familie ist kampf. auch. liebe und streit und kompromomisse und versöhnung und respekt und hilfe und krach und leben und geben und nehmen und liebe.
meine familie ist nicht perfekt. würd ich nie behaupten. weder meine ursprungsfamilie (einzelkind mit seehr alten eltern) noch meine heutige familie. aber sie ist doch das, was mich getragen hat und trägt. wo ich wirklich ich sein kann. trotzdem bin ich mir bewußt, dass alles von heute auf morgen vorbei sein kann. aus verschiedenen gründen.
ich rechne immer von weihnachten bis weihnachten. früher hab ich immer gehofft, das nächste weihnachten auch noch in der "großfamilie" mit omas und opas verleben zu dürfen. heute hoffe ich, das nächste weihnachten noch ganauso wie das letzte mit mann und kindern feiern zu können.
nichtsdestotrotz kann ich mir auch vorstellen, dass man auch "anders" glücklich leben kann.
als single, als kinderloses paar...
dann kann man halt andere tolle sachen machen. verreisen, richtig ausspannen, machen, was man will..ohne rücksicht nehmen zu müssen. hat alles seine vorteile.
allerdings wenn ich keine kinder hätte, würde ich wahrscheinlich denken, mir sei das beste im leben entgangen. nicht unbedingt weil ich das so sehe, sondern weil man halt immer das will, was man grad nicht hat.

ausserdem fnd ich den spruch von pete townshend von "the who" super:"das einzig rebellische in der zerfallenden gesellschaft ist es, eine familie zu gründen. nur dort findet man zu sich selbst."

ach ja..und wie sagte meine mama immer : unter jedem dach ein ach.
das ist mir auch klar. irgendwas ist immer. ein absolut glückliches, perfektes leben gibt es nicht
so oder so.
 
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Wenn man erwachsen ist, sollte doch auch noch eine gewisse Selbsterziehung einsetzen. Spätestens, wenn die Kinder da sind, sollte, muß das einfach sein, um diesen Teufelskreis zu durchbrechen.
Man ist immer Vorbild, auch wen man nicht grad dran denkt. Freilich prägen jeden seine Erfahrungen, aber die Liebe zu den eignen Kindern, der Wunsch seinen Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen, sollte dafür Triebkraft sein, bewußt zu leben.

Selbsterziehung ist keine Frage, die gehört zum Erwachsensein. Man kann auch falsche Prägungen überwinden und neue Werte definieren. Das ist die ganz normale Veränderung, das Leben. Schwere Traumata hingegen, jahrelange Misshandlung und Missbrauch hingegen lassen sich nicht so einfach, vielleicht auch gar nicht mehr, überwinden.

Der Mensch hat enorme Selbstheilungskräfte, aber sie sind nicht beliebig groß. Auch der Körper kann viel wegstecken und überwinden, aber nicht alles. Eine Querschnittlähmung bleibt, amputierte Gliedmaßen wachsen nicht nach.

Das ist wohl mit der Seele auch nicht anders. Sehr schwere Traumata hinterlassen Spuren, die nicht mehr schwinden. Bei schweren Traumata sind charakteristische neuronale Verknüpfungen im Gehirn nachweisbar. Auch die Epigenetik hat uns gelehrt, dass solche sich entgegen früherer Vorstellungen sehr wohl im Genom manifestieren.

Es ist naiv, zu glauben, der Mensch könnte einschneidende Erfahrungen, welche physiologisch nachweisbar sind, einfach so überwinden. Das kann er nicht. Er trägt sie durch sein Leben, er gibt sie weiter.
 
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wie sagte meine mama immer : unter jedem dach ein ach.
das ist mir auch klar:irgendwas ist immer. ein absolut glückliches, perfektes leben gibt es nicht
so oder so.
ja stimmt, wenn man weiß, wie die Familienmitglieder sind, immer schon gewesen sind, dann weiß man doch, was an Reaktion oder Geschehniss kommt/kommen kann.
Bei normaler Reaktionspalette muß man sich damit abfinden in dem Sinne, daß man (ich) davon quasi nicht krank werden darf, man braucht auch die Energie nicht aufwenden, sich zu streiten oder denjenigen ändern zu wollen.

zum Beispiel: ist mein Mann ein Pessimist, er m u s s immer was zum Meckern haben. Sehr selten über mich, trotzdem beeinträchtigt mich das erheblich. Meist versuche ich ihn zu entspannen mit (m)einer möglichen Sichtweise. Wenn es mich zu sehr nervt und er kein Ende findet, dann sage ich ihm das (nun, möglichst: statt mich zu ärgern), daß mich seine Herangehenweise erheblich stört und er mich damit krank macht.

Ein Spruch mit manchen Problemen umzugehen ist (für mich):

Glücklich ist, wer vergißt, was nicht mehr zu ändern ist.
Oder eine Variante:
Probleme nicht zu einem Berg werden zu lassen, wo man nicht mehr drüber gucken kann.

Freilich, selbstredend ist (andere genetisch oder psychisch schwer) schädigendes Verhalten nicht zu akzeptieren, dafür muß dann ein anderes Lösungsansatz her. Das einfachste ist Trennung. Der Geschädigte braucht unter Umständen ärztliche Hilfe.

Man sollte eben bei einer Diskussion besser von einem Beispiel ausgehen, weil man sonst endlos aneinander vorbeischreiben/reden kann.

FG
 
ach ja..und wie sagte meine mama immer : unter jedem dach ein ach.
das ist mir auch klar. irgendwas ist immer. ein absolut glückliches, perfektes leben gibt es nicht
so oder so.
Ja, das sagte meine Mutter auch immer, und es stimmt auch. Dennoch tun viele Menschen so, als ob sie ein absolut glückliches, perfektes Leben führen würden. Ich habe diese Erfahrungen vorwiegend mit sog. "Familienmenschen" aus der entfernteren Verwandtschaft gemacht, die mir vor Augen führen wollen, welch armseliges, bedauernswertes Würstchen ich trotz meines interessanten Berufs und meiner finanziellen Unabhängigkeit doch bin, weil ich allein lebe.

Übrigens ist es auch ein Klischee und Vorurteil, dass man sich als kinderloser Single nur um sich und die schönen Seiten des Lebens kümmern könne. Gerade wenn man alte und gebrechliche Eltern hat, stimmt das nicht. Dann verstecken sich die anderen Verwandten nämlich hinter ihrer Familie und bürden dem Single die Haupt- oder sogar alleinige Verantwortung auf - der Single hat ja schließlich immer Zeit und nichts Besseres zu tun. In Wirklichkeit ist die Betreuung alter Menschen kräftezehrender als die Erziehung von Kindern. Bei der Kindererziehung erlebt man bei allem Stress wenigstens auch mal schöne Momente und sieht Fortschritte. Bei alten Menschen dagegen nehmen die Fähigkeiten immer mehr ab, und es geht nur noch dem Ende zu. Das ist hochgradig stressig und sicher weniger erbaulich als der Umgang mit den eigenen Kindern.

Und wenn du wie ich eine psychisch kranke Schwester hast, die dir in der Erbauseinandersetzung das Leben zur Hölle macht und bei der du jederzeit damit rechnen musst, dass sie sich etwas antun oder in die Klapsmühle eingewiesen werden könnte, dann ist nix mit Ausspannen und nur auf sich selbst Rücksicht nehmen!
 
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Ich weiß, wie anstrengend die Pflege alter Menschen ist - es wird immer schwerer und schwerer, an sie heranzukommen, man kann sich irgendwann gar nicht mehr mit ihnen verständigen. Ihnen was klar zu machen - unmöglich. Das ist mehr als kräftezehrend.
 
Ja, die Betreuung alter Eltern. Auch ich hab meine Schwiegermutter und meinen Vater zwar nicht pflegen müssen - gottseidank - doch mit ihnen im Haus gelebt und sie betreut. Meine schwiemu wurde 82, mein Vater 92. Und ich hatte dre Kinder noch dazu. Und bei meinem Vater auch keine sonstige Hilfe und niemanden zum reden. Weil ich eben das einzige Kind bin.
Ich habe eine cousine von der ich dachte, dass sie ein fast pergektes familienleben hat - nicht weil sie das so gesagt hat, sondern weil ich es mirso zusammenfantasiert habe. Bis sie mir erzaehlte, dass ihr einer sohn schwer psychisch krank sei und was fuer probleme mit ihm habe. Das hat mir den zahn gezogen, dass andere das perfekte leben haben. Auch paare von denen ich dachte sie haben die perfekte ehe - und auf einmal waren sie getrennt..
Nein. Sowas glaube ich nicht mehr. Ich kenne aber auch niemandem, der sich so darstellen will.
 
Ich kenne aber auch niemandem, der sich so darstellen will.
Ich schon. Eine meiner Cousinen ist so drauf. Eine Meisterin der Selbstdarstellung und Selbstbeweihräucherung.

Sie kennt meine Probleme mit meiner Schwester genau (siehe meine Beiträge im Thread im Forum "Sonstiges": "Erbschaftsstreitigkeiten/Haus").

Statt Zuspruch höre ich von ihr stets, dass bei ihr alles ganz toll ist: Sohn und Schwiegertochter führen seit über zwölf Jahren (angeblich) eine gute Ehe und verstehen sich mit ihr und ihrem Mann blendend, man hat ein ganz inniges Verhältnis, hilft und unterstützt sich gegenseitig in allen Lebenslagen (wohnen im selben Dorf, jedes Ehepaar hat natürlich sein eigenes tolles Haus). Die niedlichen Enkelkinder machen nur Freude. Sie fahren ganz oft in Urlaub, auch ins Ausland, auch Fernreisen müssen stets dabei sein. Sie haben Riesenfreundeskreise, unzählige Patenkinder, und unter einer Zahl von 100 Gästen wird kein runder Geburtstag gefeiert. Die Cousine lädt ihre 91-jährige Mutter (Schwester meiner verstorbenen Mutter) öfters zu sich ein. Die alte Mutter kann dann in einer Etage ihres großen Hauses "residieren" und hat dort ihr eigenes Reich. Dadurch entlastet meine Cousine ihre Schwester und ihren Schwager, die mit der Mutter ein paar Dörfer entfernt ebenfalls im eigenen Haus wohnen. Alles kein Problem, man hat ja die entsprechenden Räumlichkeiten, viele helfende und organisierende Hände und verlebt wunderschöne Tage miteinander.

Zwischen den Zeilen höre ich nur ihren Triumph heraus, dass ich das alles ja nicht erreicht habe und meiner alten Mutter ja keinen schönen Lebensabend habe bieten können. Aber sie ist so toll, sie hat das alles geschafft! Ich dagegen bin die letzte Versagerin, der ja gar nichts anderes übrig blieb, als Abitur zu machen, zu studieren und sich den akademischen Vollzeitjob schönzureden, da ich es ja nicht hingekriegt habe, mir einen Versorger an Land zu ziehen, der den Löwenanteil des Einkommens verdient. Privater Misserfolg auf der ganzen Linie, peinlich! Ja, so ist es, wenn man sozial inkompetent ist und bestenfalls fachlich was drauf hat. Da können ja nur Loser mit autistischen Zügen dabei herauskommen, mit denen niemand was zu tun haben will... 🙄

Nur wüsste ich gern mal, wie das Leben meiner Cousine verlaufen wäre, wenn deren Mutter wie meine schon chronisch körperlich krank gewesen wäre, seitdem die Cousine acht Jahre alt war. Und wenn noch dazu die Schwester meiner Cousine psychisch krank wäre, und zwar so schlimm wie meine Schwester, uneinsichtig, lebensuntüchtig und voller Hass gegen sie, nur darauf aus, sie auszunehmen wie eine Weihnachtsgans!

Für mich tragen solche taktlosen Frauen nicht gerade dazu bei, das Bild der Familienmutti zu heben, auch wenn vielleicht nicht alle so drauf sind wie meine Verwandte.
 
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