Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Das Kiffen und die Probleme damit

Auch wenn ich jetzt vermutlich Schelte kassiere: für mich ist das mit dem Kiffen wie mit dem Alkohol. Es gibt Leute, die rauchen ab und zu einen Joint. Die haben ihr Leben im Griff. Die haben gute Jobs und ein Sozialleben. Und dann gibt es die Dauerkonsumenten, die an Cannabis zerbrechen. So ist es aber auch mit dem Alkohol: der eine gönnt sich ab und zu ein Glas Wein oder lässt es auf einer Geburtstagsfeier mal krachen, der andere hat das nicht so gut im Griff und stürzt mehrmals die Woche ab oder kann gar nicht mehr klarkommen ohne seinen Alkohol.

Übrigens ist Alkohol die wesentlich schädlichere und gefährlichere Droge und Spitzenreiter bei allen möglichen berauschenden Mitteln, was Risiken angeht.

Allerdings gilt für mich immer: "Die Dosis macht das Gift". Das ist doch auch mit allem so. Alles mögliche kann zur Sucht werden. Und da ist auch die Frage, ob jemand einen allgemein labilen Suchtcharakter hat. Wenn so jemand nicht abhängig von Cannabis wird, dann eben von was anderen. Das sind Probleme, die oft in der Psyche begründet sind, die dann zur Abhängigkeiten führen.

Das Problem bei einem kollektiven Verbot von allem (Alkohol, Zigarretten, Koffein, alle weiteren Drogen) ist für mich, dass die Grenzen verschwimmen. Was kommt dann als nächstes? Ein Verbot von Zucker? Weil der ungesund ist? Oder dass staatlich vorgeschrieben wird, wie viel wir von was zu uns nehmen? Ich weiß, das ist jetzt etwas überspitzt dargestellt, doch für mich geht das teilweise in so eine Richtung, wenn ich sage "Alles, was irgendwie berauscht, gehört verboten". Und ich bin ehrlich, ich möchte nicht in einer Welt leben, wo sogar das Gläschen Wein zu einem guten Essen in geselliger Runde verboten ist oder die Tasse Kaffee am Morgen. Kann ja jeder selbst für sich entscheiden, wie er das hält oder eben nicht.

Man sollte auch nicht ignorieren, dass es sehr interessante Studien und medizinische Erfahrungsberichte gibt, wie Cannabis sich auf Schmerz- oder Krebspatienten auswirkt. Oder bei Depressionen und Angstzuständen. Es ist in diesen Fällen eine bessere Alternative zu vielen Chemiekeulen, die oft noch eine größere Abhängigkeit verursachen.

Ich persönlich denke, solange man Drogen dermaßen stigmatisiert und mit der Moralkeule kommt, dass man die Hemmschwelle für Abhängige oder Leute, die merken, dass mit ihnen was schief läuft, ungut erhöht. Dem entsprechend suchen sie sich lange keine Hilfe oder es fällt ihnen schwer, wieder normal in die Gesellschaft einzusteigen und in ein normales Leben zurückzufinden, ohne härtere Drogen.

Es gibt auch Studien und Langzeitberichte zu den Ländern, wo Cannabis legal ist. Da gibt es nicht wesentlich mehr Drogenproblematiken wegen Cannabis oder Unfälle, die dadurch passieren. Du kannst dich ja nicht mal mit Cannabis töten. Für eine tödliche Überdosis müsste man eine Menge konsumieren, die einfach nicht möglich ist, egal was man tut. Das haben sogar Wissenschaftler erforscht.

Ich muss auch sagen, dass ich viele Leute kenne, die ab und zu kiffen. Aber die haben alle keine wirklichen Probleme. Die gehen sehr bedacht damit um, soweit ich das beurteilen kann. Zumindest kommen sie aus dem Bett, sie haben Jobs und noch andere Interessen, als Cannabis. Ich muss also aufgrund dieser Erfahrungen in meinem Umfeld ehrlich sagen, dass ich den Thread ein wenig zu pauschalisierend empfinde. 😉

Abgesehen davon: solange Kiffer mich nicht persönlich angreifen oder direkt belästigen, ist mir das echt Schnuppe, was die machen. Was geht mich ihr Leben oder Konsumverhalten an, solange sie mich nicht persönlich damit betreffen?
 
Übrigens ist Alkohol die wesentlich schädlichere und gefährlichere Droge und Spitzenreiter bei allen möglichen berauschenden Mitteln, was Risiken angeht.

Und ich habe gesagt, wir bleiben beim Cannabiskonsum, da das das Hauptthema ist.
In diesem Thread geht es nicht darum, Drogen zu vergleichen, sondern die Erfahrungen über Cannabis auszutauschen.
Sonst können wir hier auch gleich mit Amphetaminen etc. anfangen. Das würde den Rahmen sprengen und die Diskussion vom Thema ablenken.

Findefuchs:
Allerdings gilt für mich immer: "Die Dosis macht das Gift". Das ist doch auch mit allem so. Alles mögliche kann zur Sucht werden. Und da ist auch die Frage, ob jemand einen allgemein labilen Suchtcharakter hat. Wenn so jemand nicht abhängig von Cannabis wird, dann eben von was anderen. Das sind Probleme, die oft in der Psyche begründet sind, die dann zur Abhängigkeiten führen.

Nicht immer. Es gibt psychische Abhängigkeiten und körperliche.
Z.B. macht Cannabis psychisch, aber nicht körperlich abhängig. Wenn man aber von Schmerzmitteln süchtig ist, ist das schon wieder was ganz anderes. Die Leute nehmen das dann meistens nicht, um "berauscht" zu sein, sondern der Körper melden dann immer das Schmerzsignal ohne die Medikamente.
Sowas ist kein psychischer Knacks, sowas ist eine Manipulation von Neurotransmitterrezeptoren etc.

Ich selber bin auch abhängig, aber ich bin dann nicht berauscht oder aufgepuscht.
Ich nehme Nasentropfen seit ich 17 bin. 3-4x täglich.
Ich habe es mit Kortison versucht, loszubekommen, aber die Nebenwirkungen waren zu stark.
Und glaube mir, dass ich dir sage, dass ich das nicht nehme, weil es mir einen Kick gibt, sondern weil das Gefühl einer verstopfen Nase nicht nur unangenehm ist, sondern auch die eustachische Röhre behindert.

Was kommt dann als nächstes? Ein Verbot von Zucker? Weil der ungesund ist? Oder dass staatlich vorgeschrieben wird, wie viel wir von was zu uns nehmen? Ich weiß, das ist jetzt etwas überspitzt dargestellt, doch für mich geht das teilweise in so eine Richtung, wenn ich sage "Alles, was irgendwie berauscht, gehört verboten". Und ich bin ehrlich, ich möchte nicht in einer Welt leben, wo sogar das Gläschen Wein zu einem guten Essen in geselliger Runde verboten ist oder die Tasse Kaffee am Morgen. Kann ja jeder selbst für sich entscheiden, wie er das hält oder eben nicht.

Hättest du brav mitgelesen, dann wüsstest du, dass mir die Gesundheit der Kiffer an der Regio glutealis vorbei geht.
Da hätte ich ja viel zu tun, wenn ich mir um alles gesundheitsschädliche Sorgen machen würde.
Es geht mehr darum, dass jene Leute im berauschten Zustand oft Sachen machen, die gefährlich sind.
Z.B. Auto fahren.

Kaffee berauscht nicht, er puscht auf, zumindest für eine Weile. Dann aber kommt der Rückfall und man ist noch müder.
Da er jedoch keine großartigen Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit oder die Bewegungsabläufe etc. ausübt bzw. jene einschränkt, ist er vollkommen zugelassen.

Man sollte auch nicht ignorieren, dass es sehr interessante Studien und medizinische Erfahrungsberichte gibt, wie Cannabis sich auf Schmerz- oder Krebspatienten auswirkt. Oder bei Depressionen und Angstzuständen. Es ist in diesen Fällen eine bessere Alternative zu vielen Chemiekeulen, die oft noch eine größere Abhängigkeit verursachen.

Pardon, aber dieses Argument ist Nonsense.

Chemie ist die Lehre von den Stoffen und deren Eigenschaften. Dazu zählen auch die Bildung von Molekülen etc.
Wenn du also Cannabis zu dir nimmst, dann nimmst du einen Stoff zu dir, der wie Zucker und Wasser aus verschiedenen Atomen besteht und somit ein Molekül ist. Ein Wassermolekül besteht aus 2 Wasserstoffatomen und einem Sauerstoffatom. Kommen viele Moleküle zusammen, hat mein eine gewisse Menge an Wasser.
Je nachdem welche Temperatur herrscht, sind diese Bindungen umso fester bis gelöst (Wasserdampf).
Wenn du Cannabispflanzen verbrennst, verflüchtigen sie sich auch in Gasformen. Übrig bleibt nur der schwarze Kohlenstoff.
Auch das so sehr verteufelte "Chemiekeulen-Aspirin" kommt ursprünglich aus einer Baumrinde.
Ebenso ist Atonin ein chemischer Stoff, der aus der Tollwutkirche gewonnen wird (Ein sehr starkes Gift rein aus der Natur!).

Die Pharmaindustrie wirbt jedoch immer gerne mit Naturmedizin, weil kaum ein Mensch mal darüber nachdenkt, was Chemie wirklich ist bzw. aus was sie besteht.
Diese Volksblödheit bringt ihr eine Menge Kohle ein.


Wenn jemand eine Medizin wirklich braucht, dann bekommt er sie verschrieben.
So einfach ist das.
Alles andere wäre ein Medikamentenmissbrauch. Siehe Betäubungsmittelgesetz!
Übrigens kann Cannabis auf Rezept konsumiert werden, aber eben nur auf Rezept!

Wer so argumentiert, der wird die Legalisierung nicht schaffen.
Also, liebe Kifffreunde, hockt euch hin und lernt.

Du kannst dich ja nicht mal mit Cannabis töten.

Und selbst wenn du es könntest, geht es eher darum, was du unter dem Einfluss anstellst.
Jemanden berauscht zu überfahren ist eine andere Problematik als sich selbst bewusst zu vergiften.
Auch gibt es Berufe, wo du topfit sein musst. Daher ist auch Alkohol während der Arbeit nicht erlaubt.
Der Gesetzgeber kann aber nicht verbieten, was der Arbeitnehmer in seiner Freizeit tut.
Daher ist ein vorheriger Alkoholkonsum rechtlich bisher möglich.

Ich muss auch sagen, dass ich viele Leute kenne, die ab und zu kiffen. Aber die haben alle keine wirklichen Probleme.

Mag sein. Ich kenne nur Leute, die kiffen und nur Probleme haben oder machen.
Vielleicht beeinflusst mich das, vielleicht habe ich aber auch eine andere Vorstellung von "leben".
Ich habe einen Freund, der kifft. Er geht normal arbeiten und ist auch sonst nicht kriminell bis auf diese Sache.
Allerdings hat er durch das kiffen große Organisationsprobleme.
Als ich einmal bei Besuch zu ihm war, hatte er kein Toilettenpapier mehr da.
Das Kücheninventar war teilweise nicht vorhanden, was das Kochen erschwerte.
Auch der Kühlschrank sah eher leer und zweckmäßig gefüllt aus, da das meiste für das kiffen drauf ging.
Sowas nenne ich kein Leben, auch wenn jemand noch so gut arbeiten mag.
Und mal ehrlich: Wenn man Gäste hat, dann gehört es sich nicht kein Klopapier anzubieten. Ebenso ist es einfach eklig!

Für mich bedeutet Leben, eine funktionstüchtige Küche und ein funktionstüchtiges Bad zu haben.
Beides sollte zumindest respektabel sauber sein.
Der Kühlschrank muss so voll sein, dass ich jederzeit satt werden kann.
Haushaltsartikel, wie Toilettenpapier, Spülmittel etc. die man auch zum Leben braucht, dürfen auch nicht fehlen.
Ist das nicht der Fall, dann fühle ich mich nicht wohl und es ist für mich kein Leben, sondern ein verwahrloster Zustand.

Das muss nicht in jedem Haushalt mit Cannabiskonsum so sein, doch es ist leider die traurige Mehrheit.
 
Warum so überheblich und angreifend, lost90? Letzten Endes bist du es doch, der seinen kiffenden Nachbarn hinterherschielt und sich verhältnismäßig viel mit dem Thema befasst.

Ich habe das Gefühl, du willst gar keinen wirklichen Austausch auf Augenhöhe, sondern möchtest nur hören: Ja, die bösen, schlimmen Kiffer, die auf Cannabis durchdrehen und ihr Leben alle nicht im Griff haben.

Ich will ja gar nicht abstreiten, dass es durchaus Menschen gibt, die wegen Drogen ihr Leben komplett gegen die Wand fahren - aber du klammerst auch die aus, die ihr Leben trotz kiffen gebacken bekommen. Und woher weißt du, dass es die traurige Mehrheit ist, die ihr Leben nicht gebacken bekommt? Kennst du alle Leute, die kiffen? Du musst doch allein schon mal unterscheiden zwischen Dauerkonsument und jemanden, der dies nur ab und an tut. Das tut ja sogar die Justiz. Ich kenne nicht alle Leute, die kiffen. Also kann ich nicht sagen "Die Mehrheit bekommt ihr Leben schwer gebacken" und ich kann auch nicht sagen "Die Mehrheit kommt gut klar trotz kiffen". Mich stören die Pauschalisierungen in deinen Beiträgen.

Und den medizinischen Nutzen von Cannabis, den du hier überheblich als "Nonsense" abtust, ist Fakt. Punkt. Ich bin mit mehreren Medizinern befreundet und einem Chemiker. Einer davon arbeitet verstärkt im Bereich Schmerz- und Krebstherapie und befasst sich viel mit dem Thema.

Da brauchst du mich auch nicht so überheblich als "Kifferfreund" bezeichnen und dass ich mich hinsetzen sollte und lernen, nur weil ich deine verurteilende Haltung nicht komplett teile und ich mich mit studierten Menschen ausgetauscht habe, die in den Bereichen arbeiten und nunmal sagen, dass Cannabis ziemlich positive Erfolge bei Schmerzpatienten erzielt, Chemotherapien erträglicher machen kann und gegen Depressionen und Angstzustände gut hilft, wenn es richtig angewendet wird und manchmal eine bessere Alternative zu härteren chemischen Medikamenten ist.

Aber, was tippe ich weiter. Du findest ja doch nur wieder irgendwelche Keulen 😉.
 
Ich kann anders darüber berichten.

Ich lebe an der Grenze NRW/Niederlande, der nächste Head-Shop (Laden für Cannabis) ist keine 25 Kilometer entfernt. Kiffen ist dort was ziemlich normales, so normal wie hier im Sommer im Biergarten zu sitzen. Und viele die dort leben und auch konsumieren, haben doch ein geregeltes Leben....viele die hier zu Lande, einen heben, ja auch, ich denke es macht die Dosis und der eigene Charakter (bzw. Mentalität) das Gift.

Ich habe schon früh damit angefangen, so mit 16. Ich habe damals 3-5 Gram in der Woche geraucht. Und ja ich war auch faul und demotiviert....war ich aber auch wenn ich nichts geraucht habe. Doch konnte ich irgendwann unterscheiden, wann ein Zeitpunkt "gut" ist und wann nicht. Als ich merkte, wo ich im Leben hin will, wurde das kiffen wieder zur Nebensache und ist es auch geblieben.

Nun rauche ich schon seit 15 Jahren, ab und an einen. Und habe trotzdem ein geordnetes Leben, klar ist im Moment des Konsums nicht viel mit mir los, aber danach geht mein Leben weiter.

Ansonsten kann ich berichten, das ich mal eine depressive Phase hatte, in der ich weder Appetit noch Schlaf gefunden habe, klar werde ich jetzt hier Marihuana NICHT als Heilmittel anpreisen und doch muss ich sagen, in der kurzen Zeit zwischen meiner Behandlung, hatte ich durch das kiffen, doch wieder genug hunger im Bauch und ruhe im Herzen.

Natürlich war mein Konsum zur der Zeit, aber Falsch, das weiß ich nun. Doch denke ich aufgrund dieser Erfahrung schon das Cannabis, ein wichtiges Heilmittel sein könnte und wenigstens für Medizin freigegeben werden sollte. Anderer seits, halte ich aber auch die allgemeine Freigabe, für nicht problematisch, Jugendliche würden dann jedenfalls nicht mehr so einfach an Gras kommen.
 
Ich möchte mal eine kleine Diskussion starten.

Zuerstmal, ich selber kiffe nicht und ich habe es auch nie getan, weil es mich nie interessiert hat.
Aber ich habe schon viele Leute kennengelernt, die gekifft haben.

Alles fing mit meinem Cousin an, der als Teenager damit angefangen hatte.
Er hatte regelrechte Wutausbrüche (ich weiß nicht, ob das zwingend damit zusammenhängt),
kam nicht aus dem Bett morgens deshalb und hatte die Schule geschmießen.
Zusätzlich geriet er auch noch auf die schiefe Bahn, schaffte deshalb schwarz und machte kleine Diebstähle.

Durch ihn lernte ich dann zufälligerweise immer mehr Leute kennen, die auch kifften.
Es war immer dasselbe Muster.
Viele kamen morgens nicht aus dem Nest und somit ihren Pflichten nicht nach.
Es stand nur noch das Kiffen im Mittelpunkt.
Hinzu kamen die typischen Symptome wie der Heißhunger.

Im Moment habe ich neben mir ein Pärchen wohnen, dass auch nur fürs Kiffen lebt und wenn kein Geld mehr da ist,
dann kracht es jedesmal und er verprügelt sie (Ich habe das schon in einen anderen Thread geschrieben, aber darum soll es hier nicht gehen.).



Auch wenn viele das Kiffen nicht schlimm finden, sind solche Erfahrungen Grund genug für mich es weiterhin zu verbieten
(Und ja, ich wäre auch für ein Alkohol- und Zigarettenverbot generell, aber das diskutiere ich hier nicht aus.).


Ich persönlich finde leider immer mehr solcher Fälle. Irgendwie scheine ich solche Leute anzuziehen oder es sind einfach mittlerweile viel zu viele geworden.
Daher möchte ich mich mit anderen Leuten über dieses, in meinen Augen, Massenproblem austauschen.



Gibt es hier Leute, die auch so ähnliche Probleme mit kiffenden Personen gemacht haben?

Wie habt ihr darauf reagiert und was war das Ergebnis?

Ich habe früher auch mal gelegentlich gekifft. Ich finde nichts besonderes daran. Fakt ist, dass man dadurch über kurz oder lang in Kontakt mit härteren Drogen kommt und experimentierfreudiger wird.
Kurz nach Beginn meines Studiums habe ich es sein lassen und das war mit Sicherheit ein schlauer Schritt. Ich kann nur für mich reden: Kiffen hat mich depressiv und lethargisch gemacht. Es hat dazu geführt, dass ich alle möglichen Drogen probiert habe und das hätte gewaltig schief gehen können!

Die Leute von früher (exzessive Kiffer - keine Gelegenheitsraucher), die es nicht sein lassen konnten, sind alle im ALG II-Bezug oder in Niedriglohnjobs (keiner davon schafft eine Vollzeitstelle): Zufall?

Ich bin ganz klar GEGEN jegliche Legalisierung. Nur weil Alkohol genauso oder noch gefährlicher ist, muss man nicht noch ein weiteres Laster legalisieren.
 
Das mit dem Klopapier und den Lebensmitteln passiert meinen Freunden bei mir aber auch. Und ich konsumiere weder Cannabis, noch Alkohol oder sonst was.

Am Wochenende die letzte Rolle angebrochen, Montag nicht zum Einkaufen gekommen, Dienstag morgens vor der Arbeit das letzte Blatt aufgebraucht und abends findet der Besuch nur noch leere Rollen vor. Dann behilft man sich eben mit Taschentüchern und besorgt sich bald neues.

Dasselbe mit den Lebensmitteln. Ich falle quasi direkt von der Haustür in den Supermarkt. Weshalb in meinem Kühlschrank gähnende Leere herrscht. Ich kaufe mein Zeug immer nur nach direktem Bedarf ein. Sonst riskiere ich nur, 3 Wochen später einen Kühlschrank voll abgelaufenem Zeug zu haben. Damit muss auch mein Besuch leben. Soll er sich doch selber was zum Essen mitbringen, wenn es ihm nicht passt. Ich bin doch kein Selbstbedienungsladen. Wer nicht beizeiten ankündigt, was er zu speisen gedenkt, hat eben Pech gehabt.
 
Warum so überheblich und angreifend, lost90? Letzten Endes bist du es doch, der seinen kiffenden Nachbarn hinterherschielt und sich verhältnismäßig viel mit dem Thema befasst.

...

Und den medizinischen Nutzen von Cannabis, den du hier überheblich als "Nonsense" abtust, ist Fakt. Punkt. Ich bin mit mehreren Medizinern befreundet und einem Chemiker. Einer davon arbeitet verstärkt im Bereich Schmerz- und Krebstherapie und befasst sich viel mit dem Thema.

Da brauchst du mich auch nicht so überheblich als "Kifferfreund" bezeichnen und dass ich mich hinsetzen sollte und lernen, nur weil ich deine verurteilende Haltung nicht komplett teile und ich mich mit studierten Menschen ausgetauscht habe, die in den Bereichen arbeiten und nunmal sagen, dass Cannabis ziemlich positive Erfolge bei Schmerzpatienten erzielt, Chemotherapien erträglicher machen kann und gegen Depressionen und Angstzustände gut hilft, wenn es richtig angewendet wird und manchmal eine bessere Alternative zu härteren chemischen Medikamenten ist.

Aber, was tippe ich weiter. Du findest ja doch nur wieder irgendwelche Keulen 😉.

Weißt du was, Findefuchs, du hast vollkommen Recht!

Ich knall mir jetzt so die Birne voll mit dem Zeug, dass es mir scheiß egal ist, wie weh es dir tut, wenn ich dich auffinde und dir eine runterhaue für deinen beleidigenden Kommentar!
Das ist sehr wohl eine positive Wirkung von Cannabis.

Was ist Chemie deiner Meinung nach? Du definierst sie nicht.
Das sind Stammtischargumente, aber nichts, was gebräuchlich wäre für Gesetzesfassungen.
Ich habe dir Beispiele von der Chemie in der Natur gegeben.
Welche Beispiele kannst du für deine Art von Chemie geben?

Ich schreibe es jetzt noch ein letztes Mal:
Cannabis kann in Deutschland (selten) auf Rezept verschrieben werden. Nicht verschriebener Konsum verstößt gegen das BtmG. Ohne Wenn und Aber.
Ich heiße Gesetzesbrüche nicht gut.
Tut mir Leid, aber die Einstellung "gegen das System" etc. teile ich nicht.


Starlight Milkyway:
Die Leute von früher (exzessive Kiffer - keine Gelegenheitsraucher), die es nicht sein lassen konnten, sind alle im ALG II-Bezug oder in Niedriglohnjobs (keiner davon schafft eine Vollzeitstelle): Zufall?

Ich bin ganz klar GEGEN jegliche Legalisierung. Nur weil Alkohol genauso oder noch gefährlicher ist, muss man nicht noch ein weiteres Laster legalisieren.

So ähnlich sehe ich das auch. Ich habe bereits vorher meine Erfahrungen mit Kiffern geschildert.
Was mich aber am meisten stört, sind die ständigen Ausraster von jenen Leuten.

Nicht jeder HartzIV-Bezieher kifft oder ist ein Säufer, aber es führt leider häufig dazu, weil die Leute durch den Konsum nicht richtig schlafen können und daher automatisch nicht arbeitsfähig sind. Und der bekiffte Zustand kommt oft auch dazu.


Es tut mir Leid für die Leute, die mich jetzt als etwas "böses Systemunterstützendes" sehen, aber ich kann da einfach keine positiven Beispiele in meiner Lebenserfahrung finden.

Sofakissen:
Dann behilft man sich eben mit Taschentüchern und besorgt sich bald neues.

Das machen wir dann auch immer so, aber das sollte man machen, bevor jemand muss.
Genau das hat der Typ aber nicht hingekriegt.
Eine Dame erwartet sowas. Man will ja selber auch gepflegt sein.

Soll er sich doch selber was zum Essen mitbringen, wenn es ihm nicht passt. Ich bin doch kein Selbstbedienungsladen.

Ich bin noch von der alten Schule. Da hat man noch beigebracht bekommen, dass man dem Besuch bei Bedarf etwas anbieten kann. Solche Argumente galten als unhöflich und abweisend.

Es galt allgemein: Der Besucher wird behandelt, wie man sich selbst behandeln lassen möchte.
Wenn sich Besuch ankündigt, dann soll die Wohnung so vorbereitet sein, dass er sich wohlfühlt.
Toilettenpapier und etwas zu speisen sollten das Mindeste sein.
 
Ich bin auch gegen Gesetzesverstöße. Ich bin aber auch der Meinung, dass man Verbote regelmäßig auf ihre Berechtigung überprüfen sollte. Das Cannabis-Verbot machte Sinn, als man die Auswirkungen noch nicht richtig erforscht hatte. Das ist mittlerweile aber geschehen und das grobe Ergebnis ist, dass es zwar Psychosen auslösen kann, ausgewachsene Wenigkiffer gewöhnlich aber damit zurechtkommen. Und wenn viele junge Leute wegen sowas wie Cannabis straffällig werden, sollte man sie nicht nur als Täter sehen, sondern mal das gesamte Gesetz hinterfragen und ggf. lockern.

Ich bin mir einfach nicht sicher, ob diese Aggressivität wirklich vom Kiffen kommt. Viele sind ja von Natur aus aggressiv. Wenn die zufällig auch kiffen, macht man es sich schon ein bisschen einfach, zu sagen "das kommt vom Kiffen". Kommt das bei dir auch dann vom Kiffen, wenn besagter Kiffer schon mit 6 in der Grundschule seine Mitschüler verkloppte und austickte? Nur weil er in der Jugend irgendwann auch damit angefangen hat?

Es gibt einfach viele Menschen, die mit unserer Arbeitswelt, die nur auf Leistung ausgerichtet ist, nich zurecht kommen. Sie schaffen keinen 8h Arbeitstag und finden daher (so oder so) keinen Job. Das frustet und endet in Depressionen. Folge: man kriegt erst recht nichts mehr auf die Reihe. Manche haben an der Stelle das Glück, dass Familie oder Freunde sie auffangen und zurück auf den rechten Weg bringen. Anderen fehlt aber dieses Netz, stattdessen werden sie von den Ämtern gegängelt und um all dies zu ertragen, fangen sie zu kiffen und zu saufen an. Hier ist es dann aber ein Symptom, nicht die Ursache.

Es ist einfach, alles einfach auf Drogen zu schieben. Weil die Wahrheit - dass manche einfach dafür "geboren" sind, mit unserer Welt nicht zurecht zu kommen - schlicht unangenehm ist. Weil man dann einsehen müssen, dass wir als Gesellschaft dabei versagen, diese Menschen aufzufangen. Weil wir gerne auf sie herabsehen, um uns selbst besser zu fühlen. Weil uns der Mensch schon lange nicht mehr interessiert und wir den Wert eines Menschen daran messen, ob er Geld in den Sozialtopf einzahlt oder welches daraus benötigt...
 
Ja, solche liest man auch hier immer wieder. Keine Ausbildung, kein Job, kein Tagesablauf, nur von früh bis nachts kiffen.

Klar, dass das verblödet.


Deshalb finde ich es auch gefährlich für junge Menschen.
Jepp. Finde ich auch. Besonders weil sie dann sagen, das Zeug ist so heilend. Aber das ist Antibiotika auch und ich ziehe es mir nicht rein. Das nächste ist die Heimtückischheit dieser Droge. Einen angetrunkenen erkennt man am Lallen oder am Geruch. Einmal bin ich mit einem Mitgefahren und hatte meinen zwei Jahre alten Sohn dabei. Der Typ hatte jemanden die Vorfahrt genommen und beinahe einen Unfall gebaut. Später hörte ich, ach der hatte vorher was geraucht. Arrrhgghg,,,, wenn ich das gewusst hätte, hätte ich nie mein Kind oder in das Auto gesetzt. Bei einem Angetrunkenen merkt man das auch eher
 
Dass manche "Kiffer" reizbar, lethargisch und depressiv sind, liegt daran, dass die THC-Rezeptoren in den Basalganglien unseres Hirns angesiedelt sind. Die Basalganglien sind sowas wie das Befehls- und Handlungszentrum unseres Gehirns, es steht im Zusammenhang mit unserem Frontallappen, das für die Motorik und Ausübung von Entscheidungen zuständig ist, mit dem Hippocampus, welches unser Kurzzeitgedächtnis beinhaltet und einigen anderen Bereichen - aber diese beiden sind die wohl ausschlaggebenden. Das führt dann zu Lethargien, Schwierigkeiten in der Feinmotorik, Entscheidungen lassen sich schwerer fällen, Dinge werden schnell vergessen.

Es kommt halt auf die Menge an, denn zuviel THC macht depressiv. Eine geringe Menge, so wie z.B. ab und zu ein Glas Wein gut für den Kreislauf ist, an THC kann die Serotoninausschüttung vermehren. Zuviel THC hat den umgekehrten Effekt, denn bei übermäßigem Konsum wird langfristig weniger Serotonin synthetisiert - was zu Depression führt. Auf Dauer kann dies auch zu Psychosen führen.

Es gibt aber auch viele Konsumten, die die richtige Menge in geeignetem Maße nutzen, und somit den "sweet spot" treffen. Ich würde mich darin einstufen.

Ich kiffe vielleicht höchstens zwei-drei Mal im Monat, manchmal etwas mehr, manchmal garnicht und nur unter drei Voraussetzungen: was, wer und wo. Was ich rauche, mit wem ich rauche und wo ich bin.

Grundsätzlich ist es wie bei allem - in Maßen okay, birgt aber in Mengen viele Risiken. Zwar nicht tödlich, aber kann zu anderen Dingen führen wie Depressionen, Psychosen, Schizophrenie, Suizidalität, pi pa po.

Edit: Doch, es ist schon richtig, dass THC und CBD "heilende" Wirkungen haben und in der Krebsforschung, Psychotherapie, MS-Therapie, AIDS-Behandlung getestet wird und es darin viele positive Entwicklungen gab. Heilend in Anführungsstrichen, da diese noch unkontrolliert sind und zur Zeit in Symptombekämpfungen Anwendungen finden.

Und wie Sofakissen schon sagte, nicht immer ist eine Droge der Auslöser. Oft ist es die persönliche Überforderung mit den Verpflichtungen und Verantwortungen einer leistungs- und konsumorientierten Gesellschaft. Die Droge wird als Kompensation genutzt, genauso wie Alkohol - oder auch Fanatismus pi pa po, als Kompensation genutzt wird, um seine Überforderung und die Gefühle der eigenen Unzulänglichkeit zu minimieren bzw "still zu legen". Maybe they need some love, who knows.
 
Zuletzt bearbeitet:

Anzeige (6)

Autor Ähnliche Themen Forum Antworten Datum
F Probleme mit dem neuen Nachbarn - wie weiter vorgehen? Sonstiges 21
Y ADHS und soziale Probleme Sonstiges 18
G Druck-Probleme Sonstiges 21

Ähnliche Themen

Thema gelesen (Total: 1) Details

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben