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Das gute Gewissen - Gesundheit zerschlissen?

Mit Gewissen bezeichnet man wohl den moralischen Kompass eines Menschen.
Ich möchte noch hinzufügen, dass Menschen, die Perfektionisten sind und einen hohen Anspruch an sich haben, oft ein schlechtes Gewissen haben, weil sie ihren eigenen Ansprüchen nie vollständig genügen. Ich kenne das von mir, wenn ich mir mal vornehme, NICHTS zu tun, ich mich getrieben fühle, doch noch die Zeit für dies und das zu nutzen. Wenn ich dem nicht nachkomme, geht es mir nicht gut und ich habe ein schlechtes Gewissen.

Manchmal wird uns aber auch von anderen Menschen ein schlechtes Gewissen gemacht durch z.B. emotionale Erpressung. Da muss man wohl selbstbewusst und stark genug sein, um sich dagegen zu behaupten.
 
Ich persönlich lebe besser, seit ich zumindest gegenüber bestimmten Menschen gewissenlos durchs Leben gehe.
Man muss sich nur oft genug ins Gedächtnis rufen, dass die anderen Menschen auch einen Scheiß auf andere geben, also warum sollte man es denen nicht gleich tun?
Gedankt wird es einem so oder so nicht und auch sonst hat man nichts davon.
 
Hast du ein konkretes Beispiel?
Worum genau geht es dir?
Wenn man bspw. erschöpft arbeiten geht, nur damit es irgendwie läuft. Auch wenn man Arbeit einfach aufgedrückt bekommt, die nicht zu schaffen ist. Sie dann in der Freizeit leistet. Urlaub bekommt, man einen Vorstellungstermin plant und dann wird einem der Urlaub doch wieder weggenommen.
Mir wurde geraten, nicht mehr anzukündigen, dass ich Urlaub brauche, sondern mich einfach krankschreiben zu lassen.
Wobei ich selbst bei Krankschreibungen ein schlechtes Gewissen habe, obwohl ich eindeutig erschöpft bin.

Mir geht es darum, ob man lernen kann, dieses ätzende Gefühl abzustellen. Es gibt Leute, die melden sich alle Nase lang krank ohne mit der Wimper zu zucken. Es stört sie nicht, die können gut entspannen. Ich möchte auch wieder lernen, das nicht mehr so nah an mich heranzulassen.

Ich habe darüber nachgedacht, ob ich mal anders war. Und ja, ich hatte da eher einen gesunden Bezug zu. Leider haben mich die letzten Jahre irgendwie erschüttert in meiner eigenen Festung, dass ich jetzt total schnell ein schlechtes Gewissen bekomme und leider auch öfter meine eigene Wahrnehmung anzweifele, sobald jemand dann mal unverhofft freundlich zu mir ist.

War schon mit meiner Therapeutin heute im Gespräch darüber, sie konnte mir im Notfalltermin aber auch nur noch sagen, dass ich aufhören soll mir über Menschen mit schlechtem Charakter Gedanken zu machen und sie als armselig für mich einzustufen.
 
Wenn man bspw. erschöpft arbeiten geht, nur damit es irgendwie läuft. Auch wenn man Arbeit einfach aufgedrückt bekommt, die nicht zu schaffen ist. Sie dann in der Freizeit leistet. Urlaub bekommt, man einen Vorstellungstermin plant und dann wird einem der Urlaub doch wieder weggenommen.
Mir wurde geraten, nicht mehr anzukündigen, dass ich Urlaub brauche, sondern mich einfach krankschreiben zu lassen.
Wobei ich selbst bei Krankschreibungen ein schlechtes Gewissen habe, obwohl ich eindeutig erschöpft bin.

Mir geht es darum, ob man lernen kann, dieses ätzende Gefühl abzustellen. Es gibt Leute, die melden sich alle Nase lang krank ohne mit der Wimper zu zucken. Es stört sie nicht, die können gut entspannen. Ich möchte auch wieder lernen, das nicht mehr so nah an mich heranzulassen.

Ich habe darüber nachgedacht, ob ich mal anders war. Und ja, ich hatte da eher einen gesunden Bezug zu. Leider haben mich die letzten Jahre irgendwie erschüttert in meiner eigenen Festung, dass ich jetzt total schnell ein schlechtes Gewissen bekomme und leider auch öfter meine eigene Wahrnehmung anzweifele, sobald jemand dann mal unverhofft freundlich zu mir ist.

War schon mit meiner Therapeutin heute im Gespräch darüber, sie konnte mir im Notfalltermin aber auch nur noch sagen, dass ich aufhören soll mir über Menschen mit schlechtem Charakter Gedanken zu machen und sie als armselig für mich einzustufen.
Hey Ice, Ich hatte damit immer Probleme, mich krank zu melden, wo ich noch gearbeitet habe.
Folgendes ist meine Beobachtung, Erfahrung und Vermutung,
Das hat viel zutun mit Druck im Betrieb, auf dem Arbeitsmarkt. Ich habe zuletzt feststellen müssen, dass ich da schon die aktuellen Arbeitsbedingungen insgesamt nicht aushalte. Damit will ich garnichts über deine Situation sagen. Denke, ich will sagen, dass die Bedingungen in den letzten Jahren sich verschärft haben in vielen Bereichen, und ich mir vorstellen kann, dass das evtl. auch in deinem Bereich zu größerem Druck führt und zu deinem Problem. Dagegen zu halten mit seinem eigenen Selbstwert etc. kann schwerer werden. Denke, ich würde sagen, nimm das Problem auf jeden Fall ernst. Tipps und Skills in Therapien oder Rehas können hilfreich sein. Viel Glück
 
Hm, ich habe auch ein chronisch schlechtes Gewissen, wenn ich mich krank melde(muss). Zum einen habe ich keine Vertretung, so dass meine Arbeit komplett wegfällt. Zum anderen bin ich ja schon älter und vielfach chronisch krank, was mir übel angerechnet werden könnte.

So ein Quatsch! Eine Allergie, eine Erkältung oder einen Verkehrsunfall kann Jede/r erleiden. Und ohne gravierende Beeinträchtigungen landet man ja auch nicht in einer Klinik. Tatsächlich schleppe ich mich aber noch unter größten Schmerzen zur Arbeit, um ja nicht aufzufallen. Das liegt wohl noch am Mobbing der vergangenen Jahre....
 
Wie kann mal lernen "guten Gewissens" ein "schlechtes Gewissen" auszuhalten?
Aus dem Zusammenhang:

Indem du dir bewusst wird, was dir im Leben wichtig ist, somit lernst du dich kennen und kannst je nach Situation nach gutem und schlechten Gewissen handeln.

Etwas dabei aushalten wirst du vermutlich immer müssen.
Eine Handlung basiert in den meisten Fällen gegen mich oder den anderen.
Auch wenn ich "nichts" tue, lößt es bei mir oder dem Anderen etwas aus.

Was die Anderen für "gut oder schlecht" halten, steht wieder auf einem andern Blatt 😉
 
(...)
Wie kann mal lernen "guten Gewissens" ein "schlechtes Gewissen" auszuhalten?
Kann man das überhaupt lernen, abtrainieren und falls ja, wie...

Ich glaube schon, dass das geht. Indem man sich auseinandersetzt, was für einen selbst wichtig ist, welche Werte man hat und leben will, und die eigene Selbstsicherheit fördert und Grenzen stärkt.
Dafür gab es sogar mal ein richtig gutes (aber englisches) Arbeitsbuch...

Trotzdem gibt es immer wieder auch Situationen, die nicht so einfach auszuhalten bleiben. Z. B. dass man sich für Dinge oder Menschen, die einem wichtig sind, nicht so einsetzen kann, wie man will. Selbst, wenn ich nicht kann, wenn's also nicht ums Wollen geht, ist das nicht immer einfach...
 

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