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das glück der anderen...minderwertigkeitskomplexe

G

Gast

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Hallo!

Ich gehe stramm auf die 30 zu und in meinem Leben hat mich nur eines interessiert: mein Studium. Für mein Studium gingen alle Energien drauf und leider musste ich es aufgrund einiger Schicksalsschläge verlängern und bin also noch voll drin in der Sch....ich wollte zwar studieren und ich hab es bis zum Ende gebracht, aber glücklich bin ich gerade nicht. Der Grund liegt in allen anderen Lebensbereichen. Da mich die Schicksalsschläge sehr traurig gemacht haben, hatte ich nicht gerade die Superenergien...soll heißen, ich wurde sofort müde, wenn es um andere Tätigkeiten als lernen ging und lernen funktionierte auch nur, weil ich es gelernt hab. Die anderen Sachen habe ich eben nicht gelernt, kein bisschen. Das liegt daran, dass ich mein gesamtes Leben zuhause damit verbracht habe, meiner schreienden Mutter aus dem Weg zu gehen, einer Frau, die nur meckern konnte und mir verbot, irgendetwas im Haushalt zu machen. Mich anzulernen, hätte sie genervt.
Ja, dann hab ich mir den Wolf gelernt, um irgendwie von einer besseren Zukunft zu träumen und darüber nie so richtig mich im Haushalt betätigt. Bei anderen ist man ja auch eher Gast, wenn man die besuchen fährt und alle mir aufgetragenen Arbeiten bei anderen zuhause habe ich auch gemacht, aber mit null Selbstverständlichkeit. Ich war jedes Mal panisch, etwas falsch zu machen und bin es bis heute. Mir fehlt auch einfach die Übung, da ich einfach nur lerne, lerne, lerne. Noch nicht mal für Hobbys außer dem Lernen schaffe ich es, Zeit zu erübrigen. Daher war ich so gut wie nie Party machen, mein Liebesleben ist nicht existent (ich habe mich gerade dran gewöhnt, glaub ich) und ja, ich fühle mich scheiße...ich hab darüber hinaus ein Riesenproblem: die Struktur....Ich bin lahmarschig ohne Ende und da krieg ich nichts geschafft und ich wünschte, der Tag hätte mehr Stunden. Andere lernen weniger und schaffen es trotzdem...Ja, mein Studium ist auch hart und in vielen Bereich härter als so manch andere Studiengänge, obwohl die Leute, die andere richtig krasse Sachen studieren wohl auch mehr Zeit finden werden als ich. Ich fühle mich nur in Arbeit wohl, aber ich bin ja schon so weit im Studium..Tja...und ich hab wegen allem Minderwertigkeitskomplexe...wirklich wegen allem, denn Sicherheit hatte ich nie zuhause und nun fälllt es mir schwer zu vertrauen, allem und jedem und mir selbst
 

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W

wush

Gast
Manchmal ordnet etwas Chaos das Leben mehr, als man denkt. Verändere Dinge. Mach Ungewöhnliches. Mach Sport, geh raus, schmeiss Altes weg und leg dir neues zu. Neue Klamotten, andere Frisur, neue Kontakte, neue Hobbys, eine Reise. Betrink dich mal, tu das was du willst, nimm Drogen.

Neue Erfahrungen und Ausbruch aus dem Alltagstrott helfen dir in einer Situation wie deiner vielleicht.
 
G

Gast

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Hi wush!

Ja, ich will ja was ändern, doch irgendwie scheint mir der einzige Ausweg aus meinem Dilemma das Beenden des Studiums zu sein, denn ich krieg nur noch einen Zuviel damit. Ich will es mit der Abschlussarbeit beenden, nicht abbrechen...Ich weiß genau, dass es bei einem anderen Studiengang anders ausgesehen hätte mit meiner Freizeitgestaltung, einfach, weil man da in Vorlesungen reingeht, sich sie anhört und dann zuhause nacharbeitet. Danach ist Schluss. Bei mir war nie Schluss, denn ich hatte einen Studiengang, wo man immer Topleistung bringen sollte und jedes Mal bei ein wenig Nachlassen gleich ne Rüge gekriegt hat. Es wurde persönlich genommen, wenn was nicht geklappt hat. Einige haben sich davon nicht beeindrucken lassen und auch nen schlechten Ruf gehabt, aber ich wollte es mir mit meinen Dozenten nicht verscherzen und hab immer mich gründlich vorbereitet. So nach dem Motto, ich weiß, was ich getan hab und du hast kein Recht mich zur Sau zu machen und ich hab genug getan, um diesen Abschluss zu verdienen. Ich hab es so gehasst, in so einem Klima zu studieren. Es ruinierte für mich alle Ambitionen für Freizeit....
Daher bedeutet für mich erst ein Studienabschluss ein Leben. Dann kann ich endlich Hobbies nachgehen ohne mich schuldig zu fühlen, ohne angeraunt zu werden von jemandem. Dann kann ich feiern und alles. Meine Angst ist nur, dass es nicht klappt, dass da noch was zwischen mich und diesen Abschluss kommt, dass sie meine Arbeit abwerten und mich durchfallen lassen...so schleppe ich mich durch meine Abschlussarbeit..die Freizeit lauert dazu an allen Ecken. Ich hab zum ersten Mal ein paar Freunde statt einen, der mich versucht zu kurieren und alle meine Gedanken als Ausgeburt einer depressiven Grundstimmung zu deuten. Vielleicht will ich ja auch nur gemocht werden, so wie ich bin. Das hab ich erreicht, seitdem ich meine Dozenten nicht mehr jeden Tag sehen muss, aber die Komplexe sind noch da und diese Angst, am Ende doch noch zu versagen nach all den Mühen. Ich hab es verdient, diesen Abschluss zu kriegen... Herrgott noch einmal...
 

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