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Darf ein potentieller Arbeitgeber sich ohne Einverständnis meiner Seite sich beim alten über mich erkundigen ohne mein Einverständnis?

Ja, darf er.
Das Fragen ist sowieso erlaubt.
Spannender ist, ob der Ex-Arbeitgeber antworten darf. Aber auch das darf er.
Relevant sind die Tatbestandsmerkmale "verarbeiten" und "gespeichert" iSd. DSGVO. Im Kopf abgelegte Daten sind nämlich nicht laut DSGVO "gespeichert". Man kann auch keine Auskunft verlangen, was der Chef noch über einen weiß.

Manche Datenschutzbeauftragte sehen das anders, aber ich halte das für falsch und für überwiegend wahrscheinlich, dass Gerichte nicht so entscheiden werden.

Natürlich darf er nur die Wahrheit sagen und seine Meinung äußern, die auch Wertungen enthalten darf. Ich gebe immer vor, Tatsachen und Meinungen sauber zu trennen.

Wir stellen auch selbst diese Rückfragen regelmäßig, weil den Arbeitszeugnissen oft nicht zu trauen ist. Ich bekomme auch regelmäßig Rückfragen von Abteilungsleitern oder unserem Datenschutzbeauftragten, ob sie antworten dürfen und ich gebe das immer frei. Bisher war der Fall noch nicht vor Gericht, ich warte quasi darauf, bin mir meiner Einschätzung aber recht sicher.
Die Antwort ist ein gutes Beispiel für Praxisferne unter dem Deckmantel vermeintlicher Expertise.
 
danke für deine Antwort. Ich habe in meiner Recherche dies gefunden: "Ohne Ihre vorherige, informierte und konkrete Einwilligung darf sich ein Unternehmen, bei dem Sie sich beworben haben, nicht mit Ihrem alten Arbeitgeber in Verbindung setzen und sich über Sie austauschen. Verstöße dagegen können datenschutzrechtliche und arbeitsrechtliche Konsequenzen haben."
Erlaubnis habe ich keins gestellt und eine Straftat habe ich auch nicht begangen (laut meiner Recherche dürfte man das in diesem Fall, liegt aber ja nicht vor).

ich dachte vielleicht hat jemand hier sowas ähnliches auch schon mal erlebt und könnte da aus seiner Erfahrung schöpfen.
Bin am Überlegen meinen alten Arbeitgeber anzurufen und ihn freundlich darauf hinzuweisen, dies in zukunft zu lassen, sonst komme ich mit einem Anwalt zurürck. Weiß aber nicht, ob ich das damit nicht schlimmer mache. (es war immer meine Vermutung, dass ich wegen meinem alten Arbeitgeber keinen Job mehr in dem Bereich finde und das hat sich ja jetzt scheinbar bestätigt, hatte sowas im Allgemeinen schon geahnt)
Was bringt dir das? Du hast dich schlecht im Vorstellungsgespräch präsentiert. Du solltest da eher die Fehler auch bei dir suchen.
 
jetzt müsste ich es nur beweisen können. Ich habe einfach das Bedürfnis mich irgendwo über diese Situation zu beschweren. Es wühlt einfach auch sehr viel bei mir hoch, weil ich damals Mobbing durch den Chef erfahren habe. Und leider oder zum Glück nach der Probezeit nicht übernommen wurde. Leider ist er in der Branche in meiner Umgebung sehr bekannt....
Geh zum Anwalt für Arbeitsrecht.
 
ja es ist eine kleine Branche und der so freundliche Chef im Gespräch hatte genau das auch zu mir gesagt, dass sie sich in dieser Brange alle sehr kennen. Das macht mich einfach noch trauriger, dass ich keine Anstellung mehr finde, weil das meine bereits zuvor schon aufgestellte These, dass die im Kontakt stehen, bestätigt hat. Der Psychoterror war wahrscheinlich auch deswegen gewollt, weil man eine sehr gute Begründung braucht, einen Menschen mit einer Schwerbehinderung abzulehnen.

Mit dieser Einschätzung nimmst du dich sehr bequem aus der Verantwortung. Bereite dich beim nächsten Mal auf alle möglichen Stressfragen im Vorstellungsgespräch vor. Du nimmst das viel zu persönlich.
 
Ich würde dir das Buch "Das erfolgreiche Bewerbungsgespräch" empfehlen. Das könntest du durcharbeiten. Da gibt es ein Kapitel "Das Bewerbungsgespräch unter Stress" oder so ähnlich. Da geht es um Stressfragen und aggressive Interviewer.

Ich hatte das in einem Gespräch auch schon mal, dass der Interviewer sehr aggressiv war und dann auch genau solche Fragen gestellt hat. Ich war Berufsanfängerin und irgendwie haben wir uns in dem Gespräch die Bälle hin und hergespielt. Er fragte mich dann "Was sind ihre Schwächen", aber so richtig aggressiv und ich dann zurück "das muss ich noch herausfinden". Die Antwort würde bei mir natürlich heute keinen Sinn mehr ergeben... Aber da hat die Antwort in der Situation genau gepasst und war spontan.

Die Stelle habe ich dann bekommen, aber abgelehnt, weil ich genau die gleichen Bedenken hatte wie du, dass das für eine Berufsanfängerin nicht wirklich geeignet ist, ausserdem war das am A*** der Welt.

Entweder die Personaler machen das extra, um zu testen, wie jemand mit Stress und Druck umgeht, oder sie sind einfach miserabel in ihrem Beruf.

Der Chef im Interview hat nicht gesagt, dass er mit deinem alten Chef gezielt über dich geredet hat. Aber dich hat das trotzdem extrem nervös gemacht und aus der Bahn geworfen. Er bringt dich fast zum Weinen, dann brich das nächste Mal so ein Gespräch ab.

Selbstbewusst wäre gewesen, sich vorher auf alle Fragen vorzubereiten (wie in diesem Buch dargelegt) und dann auch ein Stopp einzulegen, zu sagen, du hast den Eindruck, das führt zu nichts. Aber ich bin jetzt nicht davon ausgegangen, dass der so direkt war, um dir persönlich zu schaden.
 
Und, Stütz dich bitte nicht so auf deine Schwerbehinderung. Der potentielle Arbeitgeber soll dich haben wollen.
Wenn alles passt, dann kannst du deine Schwerbehinderung als zusätzliches Plus einbringen.
Ich habe selbst eine GdB von 60.
 

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