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Darf Chef die Pausenzeit ausdehnen?

Eine Pausenregelung genügt dann nicht den gesetzlichen Anforderungen, wenn den Arbeitnehmern gestattet wird, Pausen zu nehmen, dies ihnen aber aus tatsächlichen oder rechtlichen Gründen unmöglich ist.
Eine solche Erholungspause ist nicht zwingend am Stück zu nehmen, sondern kann auch gestückelt werden.
Aber individuelle oder betriebliche Vereinbarungen können das ändern.
Grundsätzlich ist es erlaubt, längere Pausen als vom Arbeitszeitgesetz vorgeschrieben, zu befehlen, da sich dein Vorgesetzter hier auf sein Direktionsrecht berufen kann.
Es ermöglicht ihm, das gesetzliche Mindestmaß auszudehnen.
Hierbei darf er die Pausenzeiten auch nicht über Gebühr ausdehnen.
Ist im Unternehmen ein Betriebsrat vorhanden, muß dieser bei Entscheidungen diesbezüglich einbezogen werden.
 
Ich kann dir sagen, dass es diese Merkwürdigkeiten nicht nur in der freien Wirtschaft gibt, sondern auch in Bereichen, in denen man glaubt, es gäbe Institutionen, an die man sich wenden könne. Ich habe erlebt, dass man bei einem Vollzeitjob trotz Anfahrt von 45min gern mal verpflichtet wird, abends zu kommen, klar kann man sich auch im Auto rum drücken oder sowas, auch erlebt, dass man mal 15 Stunden arbeiten soll und dann einfach die "Pause etwas ausgehen soll", alles erlebt.

Es liegt immer am Arbeitnehmer, ob er es mit macht oder nicht und leider ist meine Erfahrung, es macht der Großteil mit, weshalb auch Arbeitgeber auf die Idee kommen, genau das zu probieren und zu ihren Gunsten auszudehen.

Ich habe auch erlebt, dass ich der einzige war, der nicht etwa fußläufig vom Büro entfernt wohnte, sondern eben einen ordentlichen Anfahrtweg hatte, der ja dann an einem Tag viermal gefahren wird und steuerlich nur einmal anerkannt wird. Somit habe ich drei Fahrten und das muss ich auch sprit mäßig erstmal verdienen.

Grenzen ziehen, klare Grenzen und deutlich.

Wer das einmal mit macht, hat verloren.
 
Es liegt immer am Arbeitnehmer, ob er es mit macht oder nicht und leider ist meine Erfahrung, es macht der Großteil mit, weshalb auch Arbeitgeber auf die Idee kommen, genau das zu probieren und zu ihren Gunsten auszudehen.

So ist es. Und wenn es die TE nicht mitmacht, findet sich bestimmt eine andere Person, die das in Kauf nimmt. So läuft das in der heutigen Zeit.

Ich wurde mal über die Leiharbeitsfirma wenige Monate als Sekretärin bei einem Wirtschaftsprüfer eingesetzt. Seine festangestellten Sekretärinnen hatten ganz andere Arbeitszeiten als die Sekretärinnen in mittelständischen Firmen, Konzernen und Handwerksbetrieben, die ich vorher kennengelernt hatte. Der Prüfer bestand darauf, dass die Damen morgens zwischen 7:30 und 8 Uhr, spätestens 8:30 Uhr im Büro waren und frühestens um 19 Uhr Feierabend machten. Nur freitags durften sie auch mal gegen 17:30-18 Uhr gehen. Meistens saßen die Frauen bis ca. 20-21 Uhr im Büro, manchmal wurde es 22-23 Uhr. Sie arbeiteten 2-3 Samstage und ca. einen Sonntag im Monat. Selbst wenn sie im Urlaub oder krank waren, konnte ich sie immer per E-Mail erreichen.
Mittagspause ging 30 Minuten, wobei sie an manchen Tagen gar keine Zeit für eine Pause hatten. Das war ein Job für Menschen, die bereit waren, auf ihr ganzes Privatleben zu verzichten. Wenigstens wurde das den Leuten gleich im Bewerbergespräch gesagt. Wer dort unterschrieb, der wusste schon vorher, worauf er sich einließ.

So kann das laufen, wenn es keinen Betriebsrat gibt. Einmal war ich in einer mittelständischen Firma fest angestellt, die auch keinen Betriebsrat hatte. Dort saß ich als Teamassistentin auch öfters mal 60 bis 70 Stunden pro Woche im Büro und musste oft auf die Mittagspause verzichten. Mitarbeiter in höheren Funktionen saßen auch öfters mal am Wochenende und an Feiertagen im Büro. Das Arbeitszeitgesetz interessierte niemanden. Natürlich habe ich schon in der Anfangszeit versucht, Grenzen zu setzen und bin hier und da mal zeitig gegangen. Nur wenn halt irgendwelche Aufgaben nicht fertig waren, sind mein Chef und einige der Kollegen ausgerastet und haben mir mit Kündigung gedroht. Und dann bin ich eingeknickt.

Ich kann berufstätigen Menschen nur den guten Rat geben, schon in jüngeren Jahren jeden Monat etwas Geld vom Gehalt zur Seite zu legen und nicht alles fürs Vergnügen auf den Putz zu hauen, so wie ich das früher getan habe. Je weniger Geld man auf der Kante hat und je mehr man auf einen Job angewiesen ist, umso mehr kann sich ein Arbeitgeber herausnehmen - und viele machen das leider auch.
 
Ich kann berufstätigen Menschen nur den guten Rat geben, schon in jüngeren Jahren jeden Monat etwas Geld vom Gehalt zur Seite zu legen und nicht alles fürs Vergnügen auf den Putz zu hauen, so wie ich das früher getan habe. Je weniger Geld man auf der Kante hat und je mehr man auf einen Job angewiesen ist, umso mehr kann sich ein Arbeitgeber herausnehmen - und viele machen das leider auch.


Genau meine Erfahrung. Die allgemeine Tradition, dass die Fixkosten der meisten Arbeitnehmer stetig zunehmen, machen sich Arbeitgeber zu nutze. Sie können mir dir als Arbeitnehmer umspringen wie Sklaventreiber. Ich habe den Vorteil, keine Kids, kein Häuslein im Grünen finanzieren zu müssen und keinen S Klasse Wagen zu fahren.

Ich hab es erlebt in einem Job, der ländlich gelegen war, ich musste quasi dorthin pendeln, der Rest der Mannschaft kam aus dem sehr nahe gelegenen Umkreis. War jahrzehnte beschäftigt, der Chef sprang um mit den Leuten, als seien es die größten Deppen und alle fluchten, fügten sich aber gehorsamst, ich habe nach knapp 1 Jahr gekündigt und mir was anderes gesucht, es war an der Tagesordnung, dass mal 15 Stunden gearbeitet wurde, da wurde dann gemault aber es wurde sich gefügt und damals war mein Draht zu den Leuten nicht sonderlich eng, aber zum Ende hin erfuhr ich, dass viele dort schon 20 Jahre und länger diese Situation mit machten, weil sie ländlich wohnten, großes Grund besaßen, große Nebenkosten hatten, oft Kinder und Frauen, die daheim waren, wenig Rücklagen, viel Angst vor Wechsel und hohe Risiken scheuten, also mussten sie das so über sich ergehen lassen.

Die Zeiten, in denen man einen guten Draht zum Arbeitgeber hatte, sein Häuschen finanziert hat sobald die Probezeit rum war und dann blieb man da 30 Jahre, sind einfach vorbei. Ich habe direkt nach dem Studium gemerkt, die Verträge sind befristet, viele Arbeitsbedingungen nur bedingt zumutbar und trotz dem ich großer Freund von stabilen Verhältnissen bin, habe ich mich nach über 10 Arbeitsjahren bei unterschiedlichen Arbeitgebern von diesem Traumgedanken verabschiedet.

Ich würde mir niemals Kredite anschaffen in Höhen, die ich über jahrzehnte, verschiedene Krisen nicht einkalkuliert, wie jetzt Corona oder Immobilienkrise usw, die ich nie bedienen könnte oder wo ich immer als Bittsteller angewiesen bin.

Erst neulich hatte ich ein Vorstellungsgespräch, bei dem ich schon das Gefühl hatte, dass man von meiner Erfahrung und den selbst finanzierten Zertifikaten gern profierten würde, aber dafür nicht bereit war zu bezahlen, plötzlich wollte man mir Berufserfahrung weg diskutieren und mich quasi als Anfänger einstufen, aber als Profi beschäftigen, woraufhin ich bereits im Vorstellungsgespräch klar gemacht habe, dass ich nicht zur Verfügung stehe. Weniger Gehalt gut - aber dann auch weniger Leistung.

Ich habe im Lauf der Jahre zugesehen, mich nicht zu verschulden, kein überteuertes Handy, keine Verträge, die man nicht braucht und kündigen kann, auch bei Versicherungen muss man aufpassen, das sind alles kleine Kosten, die einem Probleme bereiten, wenn man einen neuen Job sucht, oder gezwungen ist, den zu suchen, denn echte Freiheit ist es, sich auf Jobs bewerben zu können, wo man bewusst weniger verdient, aber auch weniger Stress hat. Oder eben mal 1-2 Monate oder sogar länger einfach garnicht arbeiten zu müssen.......Stress beginnt bei großer Abhängigkeit.
 
Ich finde nicht , dass dies immer zutrifft. Ich hatte bisher immer unbefristete Verträge und mich hat keiner wie einen Sklaven behandelt. Ich war immer sehr lange an einer Arbeitsstelle beschäftigt und die Arbeitszeiten waren sehr flexibel.

Aber du hast wahrscheinlich rechtzeitig mit dem Sparen angefangen und nicht deinen ganzen Verdienst fürs Vergnügen ausgegeben, so wie ich in jüngeren Jahren.

Wer unabhängig ist, kann jederzeit gehen.
 
Nein. Habe ich nicht. Ich habe mir trotzdem nichts gefallen lassen (müssen).

Meine Chefs und Chefinnen waren immer bestrebt, dass ich mich wohlfühle und da bleibe.

Dann hast du bei der Auswahl deiner Arbeitsplätze den richtigen Riecher gehabt. Die TE hatte das nicht, sonst stünde sie jetzt nicht vor einem Problem. Gerade wenn finanziell nicht ganz so gut aufgestellt ist, sollte man sich das besonders gut überlegen, bei wem man einen Arbeitsvertrag unterschreibt.
 
Man muss ja auch nicht alles mitmachen. Man kann sich auch mal quer stellen.

Kann man schon, ja. Wir wissen jetzt nicht, wie die persönliche Situation der TE aussieht und ob sie auf diesen Job angewiesen ist. Ich vermute stark, dass das schon der Fall ist. Sonst hätte sie nämlich keinen Thread hier eröffnet, sich einfach nur gedacht "Der kann mich mal" und sich parallel nach einem neuen Job umgeschaut. Oder gekündigt, ohne sich gleich was Neues zu suchen.
 
Wenn man ein bisschen übrig hat würde ich einen Anwalt für Arbeitsrecht konsultieren. Der kann auch Rat geben wie man Schreiben selbst aufsetzt, um seine Rechte durchzukämpfen.
 
Ich finde nicht , dass dies immer zutrifft. Ich hatte bisher immer unbefristete Verträge und mich hat keiner wie einen Sklaven behandelt. Ich war immer sehr lange an einer Arbeitsstelle beschäftigt und die Arbeitszeiten waren sehr flexibel.
Natürlich kann man das nicht pauschalisieren, es ist auch gut und richtig, dass es nicht immer so ist, aber leider sind meine Erfahrungen nach 4 Arbeitgebern in über 10 Jahren, dass immer mehr Arbeitsplätze sich tendenziell zum Nachteil der Arbeitnehmer entwickeln. Die 40 Stundenwoche gibt es nahezu immer nur auf dem Papier und man steigt nicht selten schon mit Rückständen und Überlastung in den Job ein, kann sich in der Probezeit nur beweisen, wenn man nicht nur 120 Prozent, sondern 200 Prozent gibt und häufig wird nicht gesehen, dass es einen Fehler im System gibt und nicht zwingend im Mitarbeiter.

Viele resignieren, was sich meiner Erfahrung nach auch langfristig auf die eigene Person auswirkt. Besser ist es zu wechseln, wenn man eben kann.

Ich war lange bei einem AG beschäftigt, der sich durchaus die Lage der Arbeitnehmer zu Nutze gemacht hat und wusste, dass bestimmte Mitarbeiter nicht kündigen werden, eben weil sie dringend auf den Job angewiesen sind und Familie zu ernähren haben.

Für mich ist und bleibt oberste Priorität: Stabile Wohnverhältnisse, wenig Luxus, wenig Finanzierung, wenn möglich, wenig verpflichtende Verträge, keine Handyverträge von 100 Euro, kein Fitness Studio von 100 Euro im Monat und keine Abos egal in welcher Form, das hilft, das ist echter Luxus, frei zu sein. Freiheit = Luxus.

Natürlich gibt es viele Arbeitgeber, bei denen man noch ein echtes Work-Life Balance hat, bei leider vielen ist das aber nur noch Marketing. Insbesondere in der Wirtschaft erlebe ich oft, dass Menschen zwar dicke Karren fahren, große Häuser besitzen, aber letztendlich versklavt sind gegenüber der Bank, dem Arbeitgeber und Gläubigern, das ist kein Luxus, das ist eine Scheinwelt, die nicht selten zerbricht.
 

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