Ich kann berufstätigen Menschen nur den guten Rat geben, schon in jüngeren Jahren jeden Monat etwas Geld vom Gehalt zur Seite zu legen und nicht alles fürs Vergnügen auf den Putz zu hauen, so wie ich das früher getan habe. Je weniger Geld man auf der Kante hat und je mehr man auf einen Job angewiesen ist, umso mehr kann sich ein Arbeitgeber herausnehmen - und viele machen das leider auch.
Genau meine Erfahrung. Die allgemeine Tradition, dass die Fixkosten der meisten Arbeitnehmer stetig zunehmen, machen sich Arbeitgeber zu nutze. Sie können mir dir als Arbeitnehmer umspringen wie Sklaventreiber. Ich habe den Vorteil, keine Kids, kein Häuslein im Grünen finanzieren zu müssen und keinen S Klasse Wagen zu fahren.
Ich hab es erlebt in einem Job, der ländlich gelegen war, ich musste quasi dorthin pendeln, der Rest der Mannschaft kam aus dem sehr nahe gelegenen Umkreis. War jahrzehnte beschäftigt, der Chef sprang um mit den Leuten, als seien es die größten Deppen und alle fluchten, fügten sich aber gehorsamst, ich habe nach knapp 1 Jahr gekündigt und mir was anderes gesucht, es war an der Tagesordnung, dass mal 15 Stunden gearbeitet wurde, da wurde dann gemault aber es wurde sich gefügt und damals war mein Draht zu den Leuten nicht sonderlich eng, aber zum Ende hin erfuhr ich, dass viele dort schon 20 Jahre und länger diese Situation mit machten, weil sie ländlich wohnten, großes Grund besaßen, große Nebenkosten hatten, oft Kinder und Frauen, die daheim waren, wenig Rücklagen, viel Angst vor Wechsel und hohe Risiken scheuten, also mussten sie das so über sich ergehen lassen.
Die Zeiten, in denen man einen guten Draht zum Arbeitgeber hatte, sein Häuschen finanziert hat sobald die Probezeit rum war und dann blieb man da 30 Jahre, sind einfach vorbei. Ich habe direkt nach dem Studium gemerkt, die Verträge sind befristet, viele Arbeitsbedingungen nur bedingt zumutbar und trotz dem ich großer Freund von stabilen Verhältnissen bin, habe ich mich nach über 10 Arbeitsjahren bei unterschiedlichen Arbeitgebern von diesem Traumgedanken verabschiedet.
Ich würde mir niemals Kredite anschaffen in Höhen, die ich über jahrzehnte, verschiedene Krisen nicht einkalkuliert, wie jetzt Corona oder Immobilienkrise usw, die ich nie bedienen könnte oder wo ich immer als Bittsteller angewiesen bin.
Erst neulich hatte ich ein Vorstellungsgespräch, bei dem ich schon das Gefühl hatte, dass man von meiner Erfahrung und den selbst finanzierten Zertifikaten gern profierten würde, aber dafür nicht bereit war zu bezahlen, plötzlich wollte man mir Berufserfahrung weg diskutieren und mich quasi als Anfänger einstufen, aber als Profi beschäftigen, woraufhin ich bereits im Vorstellungsgespräch klar gemacht habe, dass ich nicht zur Verfügung stehe. Weniger Gehalt gut - aber dann auch weniger Leistung.
Ich habe im Lauf der Jahre zugesehen, mich nicht zu verschulden, kein überteuertes Handy, keine Verträge, die man nicht braucht und kündigen kann, auch bei Versicherungen muss man aufpassen, das sind alles kleine Kosten, die einem Probleme bereiten, wenn man einen neuen Job sucht, oder gezwungen ist, den zu suchen, denn echte Freiheit ist es, sich auf Jobs bewerben zu können, wo man bewusst weniger verdient, aber auch weniger Stress hat. Oder eben mal 1-2 Monate oder sogar länger einfach garnicht arbeiten zu müssen.......Stress beginnt bei großer Abhängigkeit.