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Bürokauffrau = minderwertiger Beruf?

  • Starter*in Starter*in Gelöscht 121113
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Gelöscht 121113

Gast
Hallo, ich habe ein Problem das mich bzw. mein Selbstwertgefühl zunehmend belastet. Mit 16 habe ich eine Ausbildung zur Bürokauffrau gemacht und habe dann einige Jahre später, mit Mitte 20, noch die Sekretärin für Fremdsprachen Englisch und Spanisch drangehängt. Da ich im Bereich Sprachen nie eine Stelle finden konnte, habe ich eben weiter als Bürokauffrau / Sekretärin gearbeitet und war damit eigentlich immer zufrieden. Ich war ohnehin nie der Karrieretyp und habe keine superhohen Ansprüche an einen Job, aber ich denke, das ist auch nichts Schlimmes. Diese Aufgaben müssen ja auch erledigt werden.

Leider scheinen andere Leute das nicht so zu sehen. Coronabedingt habe ich seit letztem Jahr zweimal das Unternehmen wechseln müssen und beidesmal hat man mich enorm spüren lassen, dass man mich im Grunde nur für eine dumme Tippse hält. Abgesehen davon, dass ich immer die letzten "Drecksarbeiten" aufgebrummt bekomme, wie z.B. für die Kollegen einkaufen fahren, damit sie das nach ihrem Feierabend nicht mehr erledigen müssen, kam man jetzt auch noch auf die Idee, dass man doch die Reinigungskraft kündigen und ich den Job übernehmen könne, damit man Geld spart (habe ich abgelehnt, was mit Augenrollen quittiert wurde).

Grundsätzlich kann hier jeder der Kollegen im Home Office arbeiten wann immer er möchte, ich dagegen wurde jeden Tag ins Büro zitiert, weil HO bei mir "nicht nötig" wäre - dabei kann ich genausogut alles digital erledigen wie jeder andere in dem Unternehmen auch. Papier gibt es hier quasi nicht mehr.

Die Kollegen haben auch durch die Bank 30 Tage Urlaub, ich dagegen nur 25.
Klar sind das alles "wichtigere" Jobs als meiner, die natürlich auch alle besser bezahlt werden (womit ich kein Problem habe), aber es stört mich, dass man diese Tatsache Tag für Tag unter die Nase gerieben bekommt.

Meine direkte Kollegin arbeitet als Key Account Managerin, ist 10 Jahre jünger als ich, hat seit einem Jahr fertigstudiert und lässt mich permanent spüren, dass sie ja "was Besseres" ist und meint tagtäglich, mir die Welt erklären zu müssen. Sie kommt ständig mit Sprüchen wie "Was kannst du eigentlich?!" um die Ecke und wirft dann ein "Spaaaaaß!" hinterher.

Kürzlich fragte sie mich auch, wieviel Weihnachtsgeld ich bekommen hätte. Ich sagte daraufhin, dass ich keines erhalten habe und sie meinte dann nur "Ah stimmt, das kriegen hier nur die Leute, die was zum Gewinn der Firma beitragen!"

Selbst mein Chef erzählt mir in jeder freien Minute, wie froh er ist, sie zu haben und dass sie ja maßgeblich an seinem Umsatz beteiligt ist. Auch kommen immer wieder Seitenhiebe von ihm, dass ich ja schon über 30 bin, mich aber nie zu was Besserem weitergebildet habe.

Ja meine Güte, er hat eine Bürokauffrau gesucht und hat mich bekommen, die diesen Job schon ewig macht. Hätte ich jetzt noch ein BWL-Studium, eine Weiterbildung in Finanzbuchhaltung oder was auch immer vorzuweisen, dann wäre ich für den Job doch 1. überqualifiziert und 2. hätte er mich dann auch nicht für die obligatorischen 13€ / h einstellen können. Er hat genau das bekommen, was er in seiner Stellenanzeige gesucht hat, also frage ich mich einfach, was das soll?

Ich fühle mich langsam immer minderwertiger und frage mich, ob das heutzutage so Gang und Gebe ist, dass man als normale Bürokraft einfach nicht mehr ernst genommen und eher als ein notwendiges Übel angesehen wird, statt als Person, die einem den Rücken freihält und Arbeit abnimmt?!
 
Zuletzt bearbeitet:
Ah stimmt, das kriegen hier nur die Leute, die was zum Gewinn der Firma beitragen!"
Auf so etwas darfst und solltest du nie hören, das sind Aussagen von Menschen die ohne jeglichen Respekt nur an eines denken: Geld, Karriere, Geld.
Alles menschliche ist dort verloren gegangen, bleib du Mensch, sei zufrieden mit dir und lass dich nicht beeinflussen von solch einem Gerede.
Jeder Mitarbeiter, ohne Ausnahme, trägt zum Gewinn einer Firma bei. Das Weihnachtsgeld teilweise tatsächlich sehr unterschiedlich gezahlt wird steht auf einem ganz anderen Blatt und hat andere Beweggründe.
Zu der Überschrift kann ich nur sagen: Es gibt keine minderwertigen Berufe.
Minderwertig werden manche Stellen nur von Leuten gemacht die eigentlich froh sein sollten das es eben diese gibt und diese auch dringend benötigen, aber wie ich sage, das Menschliche ist in vielen Firmen einfach völlig abhanden gekommen.
Lass dich nicht runterziehen davon, mach dein Ding, denk auch mal daran was wäre wenn du es nicht machen würdest, bzw. deine Stelle mal einen Monat nicht besetzt ist..................
Alles Gute dir für deine Zukunft und hab viele positive Gedanken
 
Hallo Du,
puh, das klingt nach einer furchtbaren und ungesunden Arbeitsathmosphäre. Da Du schreibst, dass Du mit Deinem Beruf bislang zufrieden warst, klingt es für mich, als ob Du in der Vergangenheit auch andere Erfahrungen gemacht hast, oder interpretiere ich das falsch?
Meine Erfahrungen weichen da auf jeden Fall extrem ab. Ich habe einige Jahre an Universitäten und Forschungseinrichtungen gearbeitet und dort war es jedes Mal so, dass die Sekretärinnen zu den am meisten respektierten Personen zählen. Das waren die, die immer wussten, was los war, die das Rückrad bildeten und mit denen man es sich auf gar keinen Fall verscherzen wollte.

Ich weiß nicht, ob es in Firmen sonst so anders läuft, doch normal klingt es für mich auf keinen Fall.
Und ich lese heraus, dass Du Dich dort alles andere als wohl fühlst und etwas in Dir sagst, dass Du durchaus einen Beitrag leistest, für den Du Wertschätzung und Respekt verdient hast. Richtig?
Liebe Grüße,
Julia
 
Hallo Du,
puh, das klingt nach einer furchtbaren und ungesunden Arbeitsathmosphäre. Da Du schreibst, dass Du mit Deinem Beruf bislang zufrieden warst, klingt es für mich, als ob Du in der Vergangenheit auch andere Erfahrungen gemacht hast, oder interpretiere ich das falsch?

Ich war in der Vergangenheit immer in größeren Firmen in der Auftragsbearbeitung tätig, wo es noch 3-4 weitere Damen gab, die exakt meinen Job gemacht haben. Da war auch keiner, der mir / uns das Gefühl gab, nicht so wertvolle Arbeit zu leisten wie der Rest.
Die letzten beiden Unternehmen, in denen ich war, sind aber sehr klein und ich bin dort die einzige ohne besondere Spezialisierung / Aufgabe, sondern schlichtweg fürs Backoffice zuständig. Evtl. werde ich deswegen als etwas Niederes angesehen, weil ich im Grunde ja die "niedrigste" Tätigkeit dort ausübe zwischen all den Vertrieblern und anderen wichtigen Leuten.
 
Halte Ausschau nach einem anderen Job, wenn sie dich annehmen, kündige dort.

Diese Kollegin und dein Chef sind absolute Vollidioten, die deine Arbeit nicht wert sind.
Wenn du dich nicht wehrst und das immer wieder, wird sich vermutlich nichts ändern. Das ist das Problem an Menschen ohne Empathie. Sie sind furchtbar anstrengend und am Ende kommt nur ,,Spaaaaß!". Lasse dir das bitte nicht gefallen. Ich flehe dich an... du hast Besseres verdient.
 
Ich würde eine Gehaltserhöhung verlangen. Wenn du keine bekommst, würde ich der Kollegin Arbeit übertragen mit der Begründung, wer doppelt so viel verdient, muss auch mehr leisten. Treib es auf die Spitze und lass dich feuern. Ist eh menschenverachtend. Widerlich, was sich studierte Menschen rausnehmen. Für die Zukunft würde ich Weihnachtsgeld verlangen. Wird das abgelehnt, würde ich sagen, dass man von Antichristen nichts anderes erwartet. Feier öfter mal krank in der Scheiss Firma.
 
Zum Gewinn der Firma trägt jeder etwas bei. Sonst gäbe es deine Stelle ja gar nicht. Leute die sich wichtig nehmen gibt's mehr als genug, die bringen aber selten was zu Stande. Lass dir nicht solches dummes Zeug einreden. Gib denen mal contra.
 
Hallo, ich habe ein Problem das mich bzw. mein Selbstwertgefühl zunehmend belastet. Mit 16 habe ich eine Ausbildung zur Bürokauffrau gemacht und habe dann einige Jahre später, mit Mitte 20, noch die Sekretärin für Fremdsprachen Englisch und Spanisch drangehängt. Da ich im Bereich Sprachen nie eine Stelle finden konnte, habe ich eben weiter als Bürokauffrau / Sekretärin gearbeitet und war damit eigentlich immer zufrieden. Ich war ohnehin nie der Karrieretyp und habe keine superhohen Ansprüche an einen Job, aber ich denke, das ist auch nichts Schlimmes. Diese Aufgaben müssen ja auch erledigt werden.
Wohnst Du zufällig im Norden. Ich kenne viele gute Arbeitgeber, die eine Person, wie Dich, suchen.
 
Ich wäre ohne die langjährigen Mitarbeiterinnen, die täglich erfolgreich gegen Papiertiger kämpfen, verloren... und sage ihnen das regelmäßig.
Außerdem wird bei uns nach Tarifvertrag bezahlt, das heißt Urlaubs- und Weihnachtsgeld für alle. Ist bei uns branchenüblich.

Such dir einen AG bei dem deine Qualitäten geschätzt werden.
 

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