Wenn ich eine Mietwohnung nicht mehr vermieten möchte, würde ich sie allerdings auch abstossen. Sie dennoch zu behalten, darin kann ich auch keinen Sinn erkennen.
Eben. Wenn man Wohneigentum weder selbst nutzen kann oder möchte und auch nicht vermieten will, dann macht es keinen Sinn, es zu behalten. Es bringt dann keinen Profit, sondern das Vermögen verringert sich. Wenn man vermietet, dann gibt man dem Finanzamt ja die Mieteinnahmen abzüglich der Aufwendungen als Einkünfte an. Wenn man nicht vermietet, hat man nur Aufwendungen. Wer glaubt, es könnte „vielleicht irgendwann“ nochmal nützlich werden, unterschätzt wahrscheinlich den Kostenfaktor. Wohneigentum muss auch instandgehalten werden, wenn es später noch nutzbar sein soll.
Dabei denke ich natürlich an Eigentumswohnungen oder Häuser und nicht an Einliegerwohnungen.
Aber Leute wie du, die das asozial finden können ja für den nächsten potentiellen Mieter bürgen.
Schon im Grundgesetz steht, dass Eigentum verpflichtet. Aber selbst wenn es da nicht drin stünde, so besteht doch eine moralische Verpflichtung, wenn Wohnungsnot herrscht.
Das lese ich jetzt zum zweiten mal. Was meinst du damit? Welche Befähigung braucht man, um Vermieter oder Eigentümer zu sein?
Ich war schon Vermieter und Mieter, kenne also beide Seiten.
Man muss es abkönnen, dass fremde Leute das Eigentum benutzen. Manche können das nicht, sie würden am liebsten ihren Mieter auf Schritt und Tritt kontrollieren und bekommen schlaflose Nächte und graue Haare bei dem Gedanken, dass jemand eine Katze in der Wohnung hält, oder auch nur zwei Meerschweinchen. Auch begreifen sie nicht, dass fremde Leute die Wohnung genauso abnutzen wie sie das selbst tun würden, wenn sie die Wohnung selbst bewohnen würden. Sie hätten es am liebsten, dass die Wohnung beim Auszug des Mieters genauso neu ist wie beim Einzug. Selbst wenn die Wohnung dann irgendwann 50 Jahre alt ist, verlangen sie noch, dass man eine 50 Jahre alte beschädigte Tür oder sonstigen Gegenstand ersetzen soll (wozu man jedoch nicht verpflichtet ist, da jeglicher Einrichtungsgegenstand nach dieser Zeit abgeschrieben und der Wert auf Null ist. Ersetzt man sie, muss der Vermieter sogar Ersatz für „neu für alt“ zahlen, aber das muss er erst einmal einsehen.)
Also sprich: Leute, die Angst um ihr Eigentum haben, sind nicht als Vermieter geeignet.
Solche Leute sollten dringend auf andere Geldanlagemöglichkeiten zurückgreifen, wo man entspannter sein kann.
Des Weiteren muss man erkennen, welche Wohnungen Gewinn bringen und welche nicht, und man muss in der Lage sein, die richtigen Investitionen zu tätigen. Sich auch um Reparaturen kümmern können, die notwendig sind. Mit Papierkram nicht überfordert sein. Und vor allem nicht finanziell auf die Mieteinnahmen angewiesen sein. Wer darauf angewiesen ist, verhält sich vergleichbar wie jemand beim Bungeejumping, der nicht weiß, ob das Seil ihn wirklich unten auffangen wird, aber trotzdem mal springt. Mietausfall kann nun mal wirklich passieren. Dann lieber das Häuschen verkaufen und das Geld anders anlegen.
Sein privates Auto kann man übrigens auch vermieten, es gibt verschiedene Apps und Systeme dafür. Muss man nur googeln.
Da Autos aber nicht wirklich Mangelware und lebensnotwendig sind wie eine Wohnung, besteht auch keine moralische Verpflichtung, das zu tun.
Ich habe aber tatsächlich schon überlegt, sowas zu machen, bringt nämlich auch Geld ein. Nur ist es bei mir so, dass ich mein Auto fast täglich selber brauche.