Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Bitte um Rat bei unglücklicher Beziehung

smarties

Neues Mitglied
Hallo liebes Forum,

ich bin aktuell ziemlich verzweifelt mit meiner Situation, habe schon mit Freunden gesprochen und möchte aber durch das Forum auch ein paar "neutrale" Meinungen lesen. Mein Partner und ich sind nun knappe 1,5 Jahre zusammen und vor kurzem bin ich offiziell bei ihm eingezogen. Nun die Probleme:

- unterschiedliche Auffassung von Ordnung und Sauberkeit: Bei ihm bedeutet ein Krümel = totales Chaos/Dreck/Unordnung. Er äußert oft Sätze wie "Wir leben im Dreck, ich kann es nicht mehr sehen, wie kannst du nur so leben". Ich persönlich bin tatsächlich eher locker, man könnte (ja, stigmatisierend ich weiß) sagen ich bin da eher "männlich", ein kleiner Chaot, der sich aber schon sehr angepasst hat (räume täglich Geschirrspülmaschine ein und aus, lasse keinen Müll liegen, meine Wäsche kommt in den Wäschekorb etc.).Ich hatte letztens Besuch da und die fanden es total ordentlich und können seine Äußerungen nicht nachvollziehen. Für mich hat es zwanghaften Charakter. Nur leider lamentiert er ständig, lässt sich aber nicht auf einen Putzplan ein. Ich glaube ihm wärs einfach am liebsten ich würde alles putzen (So wie seine Mutter als Hausfrau, noch nie einen Job gehabt, das im Elternhaus wohl auch gemacht hat und aktuell noch macht). Alle paar Wochen "rastet" er dann quasi aus und putzt 4 Stunden lang jede Ecke des Hauses. Ich putze natürlich auch manchmal zB letztens erst das Bad, und dann beschwert er sich trotzdem über zB Haaare (ja, is nervig, ich weiß und bin bemüht aber ich seh nicht immer alle Haare....).

- unterschiedliche Essgewohnheiten: ich lebe rein pflanzlich, er ist ein Fleischesser. Soweit so gut, kann ich mit leben, jeder wie er will. Er kocht aber nicht und geht nicht einkaufen, erwartet von mir dass ich ihm Fleisch zubereite. Das kann ich leider nicht weil ich das total eklig und abartig finde.. Hätte aber kein Problem damit, wenn er sich zB selbst ein Schnitzel in die Pfanne haut und es dann zu meinem gekochten Essen/ oder Pommes whatever einfach dazu isst. Aber er will sich nicht selbst etwas zubereiten, nichtmal was kurz in die Pfanne werfen. Was ich koche, schmeckt ihm meistens sowieso nicht. Das ist zwar schade, aber für mich an sich kein Problem, wenn er sich dann einfach selbst was zubereiten würde. Aber dann sagt er dass ich nur mein Ding mache und das nicht zu einer Partnerschaft gehöre dass man alles getrennt macht wie getrennt kochen...

- so dann kommen noch meine sogenannten Probleme dazu, die er mir regelmäßig vorhält und die natürlich die Partnerschaft beeinflussen, die ich euch auch nicht vorenthalten möchte. Zunächst mal habe ich eine ziemlich doofe Schlafstörung, Pavor Nocturnus (=Nachtschreck), kennt man von Kindern, manche haben es aber bis zu Erwachsenenalter. Das heißt, ich wache nachts panisch auf / Schrecke auf/ manchmal laufe ich umher und habe einfach iregndwie Angst vor irgendwas. Genauso shcnell wie das hochkommt beruhige ich mich aber auch wieder, kriege das sowieso nicht richtig mit, lege mich ins Bett und schlafe direkt wieder ein. Natürlich ist das super nervig für meinen Partner der dann nicht mehr schlafen kann. Er ist mittlerweile so genervt davon. Meine Vorschläge wie zB getrennt schlafen, getrennte Schlafzimmer usw. wurden alle abgelehnt weil "sowas gehört ja nicht zu einer Partnerschaft". Den Rat hatte ich mir sogar von ner Therapeutin geholt... Weiter mit meinen Problemen.... Ich leide an einer Angst-/Panikstörung mit Agoraphobie. Kurzfassung: Ich kann bestimmte Autostrecken nicht oder nur unter Angst fahren, kann nicht wandern, die Berge und Weite und Aussicht machen mir Angst, was ich alles vermeide (nicht gut, ich weiß, bin teilweise in Therapie als Selbstzahler...). Mein Leben hab ich soweit im griff, hab einen sehr guten Beamtenjob, habe gute Freunde, treibe Sport, habe Hobbies denen ich nachgehe. Von außen betrachtet merkt man nicht dass ich Ängste habe. Aber natürlich schränkt es enorm ein: ich kann zB nicht einfach mal so in die Berge fahren, ich wandere nicht, etc pp. Das ist natürlich genau das was mein Freund gerne macht. Kompromisse finden wir keine mehr, die SItuation ist zu verfahren. Am Anfang waren wir so neugierig auf alles und mittlerweile fühlt es sich so an als seien wir Feinde. Gerade vorhin gabs die Situation die sich hochgeschaukelt hat: Er war im "Putzwahn", ich habe Papierkram im Büro erledigt. Er war stinksauer die ganze Zeit und kam alle 5 minuten rein und hat mir was aufn Schreibtisch gelegt was ich wegräumen soll.... Irgendann ist es dann eskaliert, ich habe geheult und gesagt dass mich sein verhalten und seine Worte verletzen, und er putzt dann einfach in stiller Manier das Fenster. Keine Zuneigung, nichts. Ich kann mir die Seele ausm Leib heulen da kommt garnix. Meistens belehrt er mich oder führt sich auf wie ein Elternteil von mir. Das macht mich alles wahnsinnig traurig und ich bin wirklich ratlos. Ich weiß, dass ich nicht perfekt bin, aber gefühlt gehe ich 1 Mrd Kompromisse ein und er 0. Meine Freundinnen sagen ich soll mich nicht so erniedrigen lassen, soll gehen etc.

Ich bin gespannt was ihr meint, es fühlt sich so festgefahren an. Therapie/ Beratung lehnt er konsequent ab: Seiner Meinung nach bin nur ich diejenige die etwas ändern muss, ich sei "die entscheidende Variable".

LG verzweifelte Smarties...
 

Anzeige(7)

Bei den ersten zwei Problemen (Putzen sowie Essen) kommt es mir so vor als ob er dich wie ein Mutterersatz ansieht und Enttäuscht darüber ist das du dem nicht folge leistest weil er es nicht anders kennt von zuhause aus, die Erwartung gehört meiner Meinung nach überhaupt nicht in eine Partnerschaft. War er denn vorher auch so bevor ihr zusammen gezogen seid?
 

Q-cumber

Aktives Mitglied
Liebe @smarties,

Wow - das klingt, als hättet ihr Euch vor dem Zusammenziehen gar nicht so richtig kennengelernt.
Vom Traummann zum nörgeligen Zwängler innerhalb weniger Wochen... und Du (aus seiner Sicht) von der Traumfrau zum schlampigen Angstbündel.

Hattet ihr eine Fernbeziehung vorher, dass Euch diese Diskrepanzen so gar nicht aufgefallen sind?

Was ich herauslese, ist, dass Dein Freund sehr rigide, festgefahren und kompromisslos wirkt.
Klingt tatsächlich irgendwie zwanghaft.
Man kann ja unterschiedlicher Meinung sein - aber Kompromisse und Zugeständnisse sind in einer Beziehung nunmal notwendig, damit das Zusammenleben für beide Seite zufriedenstellend läuft.

Er scheint bezüglich Haushaltsführung und Beziehungsgestaltung Ansichten zu vertreten, die in den Fünfzigern zuletzt so richtig in Mode waren.
Wenn ihm Deine Art zu putzen nicht gefällt, muss er es selbst erledigen.
Wenn ihm Deine Art zu kochen nicht gefällt, muss er eben selbst kochen.
Wenn ihn Deine Schlafstörung stört, gibt es eben getrennte Schlafzimmer.
Das ständige feindselige Genörgel macht Dich fertig und ihn unattraktiv.

Ob Du die Beziehung fortsetzen willst, oder nicht, kannst nur Du entscheiden.
Ich an Deiner Stelle würde allerdings schleunigst wieder ausziehen.
Entweder entspannt sich Eure Beziehung, wenn jeder wieder so schalten und walten kann, wie er möchte. Oder Du stellst fest, dass es sich gänzlich ohne ihn noch besser lebt.

Alles Gute für Dich!
 

cucaracha

Sehr aktives Mitglied
Ich würde versuchen ruhig zu bleiben, nicht zu streiten und eine Trennung einleiten oder getrennte Wohnungen.

In einer Therapie würde ich die Kindheit bearbeiten.
Deine vielen massiven Ängste werden vermutlich mit deiner Kindheit im Zusammenhang stehen.
 

Geißblatt67

Aktives Mitglied
Er kocht aber nicht und geht nicht einkaufen, erwartet von mir dass ich ihm Fleisch zubereite.
Wie alt seid ihr?

Dieser Punkt wäre für mich ein Ausschlusskriterium für eine Beziehung. Ich werde nie mehr jemandes Haushälterin sein.

Bei euch stimmt aber noch vieles andere auch nicht und ich wundere mich, dass ihr überhaupt zusammengezogen seid.
 

Yado_cat

Aktives Mitglied
Ja er kommt mit so ziemlich altertümlichen und altbackenen Forderungen daher.

Finde ich auch komisch, das dir das vorher so gar nicht aufgefallen ist, wenn ihr z.b. ein Wochenende zusammen verbracht habt?
Hat er sich da besonders gut verstellt oder hat er sich vor euren Treffen LMAA-Pillen eingeworfen, damit ihm alles egal ist?

Sorry, aber ich kann mir fast nicht vorstellen das du unter diesen Umständen ernsthaft zu ihm gezogen wärst?!

Oder hast du alle entsprechenden Anzeichen ausgeblendet und ignoriert?
Zwanghaftes Verhalten kommt ja nicht über Nacht.
Genauso wie deine Erkrankungen für ihn nichts unbekanntes sein dürften.

Wenn ihr so gar nicht zusammen kommt und es nur noch Reibungspunkte gibt und keine Kompromisse geschlossen werden können, sehe ich auf Dauer auch keine Zukunft für euch.

Wenn dir deine Freundinnen raten dich zu trennen, wird das ja einen Grund haben, die sind da auch besser informiert und kennen euch beide, anders als wir User hier im Forum.
 

Heinrich_

Mitglied
Nehme Dir das hier zu Herzen (von Thomas Meyer, Schweizer Schriftsteller):
1. Es passt, oder es passt nicht.
2. Meistens passt es nicht.
3. Wenn es nicht passt, wird es nie passen.
4. Wenn es nicht passt, leiden Sie.
5. Wenn Sie leiden, müssen Sie gehen.
6. Das Leben ist sehr kurz.
 

natasternchen

Aktives Mitglied
Dass er erwartet, dass Du ihm Fleisch zubereitest, ist völlig absurd und ekelhaft dazu. Bei solchen Geschichten merke ich, in was für einer Blase ich lebe, denn in meinem Umfeld wäre es völlig unmöglich, dass ein Mann solche Erwartungen hat und sich dann auch noch traut, diese zu verbalisieren. Er würde von meinen Freundinnen ausgelacht werden.

Insgesamt hört sich der Herr an, als wäre er zwanghaft, egozentrisch und jemand, der lieber alleine leben sollte. Warum bist Du eingezogen?
 

CAT

Aktives Mitglied
Sowohl deine Schlaftstörung, als auch deine anderen Ängste kannte er bereits vor dem Zusammenzug. Es hätte ihm klar sein sollen, dass die Schlafstörung in einem gemeinsamen Schlafzimmer ggf. zu Problemen führen könnte.

Gleichfalls mit Wandern & Co.

Das mit dem Fleisch zubereiten ist die Kirsche auf der Torte, über die Putzauffassung lasse ich mich erst gar nicht aus.

Wäre es meine Beziehung, gäbe es ein ernstes Gespräch ggf. eine Paartherapie ansonsten die Trennung.
Bei eurer kurzen Beziehung denke ich, die Trennung wäre das Vernünftigste, denn ich befürchte, dass es nicht besser wird.
 

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Gastraum
Regeln Hilfe Benutzer

    Anzeige (2)

    Oben