Da kannst du wenig tun, da ist wohl mehr wie der Verlust vom Vater was eine Rolle spielt.
Verluste gibt es immer im Leben, damit muss man abschließen, sonst werden die zur ewigen Last und verbauen die Zukunft.
Was geschehen ist kann man nicht ändern, was andre tun ist deren Entscheidung, das können wir nur akzeptieren.
Wir können aber unsre Sicht auf die Dinge, unser denken darüber ändern, nur so geht das:
Derjenige, zu dem die Verbindung abgeschnitten wurde, bleibt ohne Klärung zurück und zermartert sich oft jahrzehntelang den Kopf über die Gründe des Abbruchs.
So machen wir uns selber zum Opfer, das liegt an uns; nicht an dem was andre tun oder auch nicht.
Das Problem ist: Die Betroffenen können nicht abschließen, weil es keinen Schlussstrich gab.
Es ist ein uneindeutiger Verlust, ein ambivalentes Sich verweigern – am Ende bleiben die Betroffenen auf unheilvolle Weise weiterhin miteinander verbunden.
Dein Bruder ist mit 11 Jahren nicht in der Lage das zu verstehen, selbst mit Unterstützung fehlt ihm wohl noch die Reife das zu begreifen.
Er hat sich in seinem Schwarz-Weiß-Denken eingerichtet, wen als Schuldigen für die Scheidung / Trennung anzusehen?
Man kann wohl nur etwas Neues beginnen, wenn es einen Abschluss gab.
Doch er hat nicht die Kraft oder den Mut sich zu erklären – und manchmal auch nicht den Willen.
Er will bestrafen, denn zuvor fühlte er sich ja durch den Anderen verletzt.
Wie es scheint, fehlte, drängte zuvor das Gefühl dafür, was konkret verletzt oder wie sehr etwas bedrängt.
Lebensbestimmende Erfahrungen können von sehr leiser Art sein.
Du kannst nur unterstützen, für ihn da sein, Vorbild sein, den Vater ersetzen kann niemand.
Jeder ist mit all seinen Erfahrungen einen anderen Weg gegangen, um das zu überwinden.