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bin ich zu Unrecht sauer auf meinen Partner? was soll ich tun?

  • Starter*in Starter*in Gast
  • Datum Start Datum Start
@ Nordrheiner:
Ich bin hier im Forum schon oft über deine Beiträge gestolpert und finde sie immer sehr nett und hilfreich, wirklich sehr gedankenvoll! Das finde ich sehr schön.
Naja ich schreibe hier über Probleme, natürlich lasse sich die Ansätze was ich in meinem Leben verbessern will oder was ich an meinem Verhalten ändern will weg, weil das nicht Teil des Problems ist. Das ist mir selber schon bewusst, zumindest ein paar Sachen. Es ist nicht leicht für mich das umzusetzen, aber ich gebe mir schon alle Mühe.

Kritik ist doch bestimmt bei jedem ein Thema. Vielleicht beziehst du dich hier auf die anderen Beiträge? Es schien einfach als hätten ein paar einen falschen Eindruck von der Situation bekommen, weil sich auch nicht jeder dasselbe unter einem schlechten Tag vorstellt z.b.
Ich erzähle auch nur einen Ausschnitt, was ein nicht ganz vollständiges Bild vermitteln kann. Ich denke extrem viel über mein Verhalten nach, weil ich oft mit schwierigen Menschen zu tun hab. Ich lese auch Bücher darüber.
Aber manchmal fällt es mir schwer Situationen zu beurteilen, wenn ich sehr traurig oder verletzt bin. Normalerweise rede ich dann mit anderen darüber, um andere Blickwinkel zu bekommen oder auch Punkte zu vestehen, an die ich vielleicht nicht gedacht hab.

@Gast
ich finde du widersprichst dir, wenn du auf der einen Seite sagst, es ist nicht seine Aufgabe, jeder ist für sich selbst verantwortlich und auf der anderen, er sollte für mich da sein.
ich war nicht schlecht gelaunt im sinne von genervt, sondern traurig und fertig. Ich bin auch nicht der alleinige Auslöser für den Streit gewesen. und kompensiert, hat er leider nicht das kleinste bißchen.
Mit dem Rest hast du wohl Recht.
 
@ Nordrheiner:
Ich bin hier im Forum schon oft über deine Beiträge gestolpert und finde sie immer sehr nett und hilfreich, wirklich sehr gedankenvoll! Das finde ich sehr schön.
Naja ich schreibe hier über Probleme, natürlich lasse sich die Ansätze was ich in meinem Leben verbessern will oder was ich an meinem Verhalten ändern will weg, weil das nicht Teil des Problems ist. Das ist mir selber schon bewusst, zumindest ein paar Sachen. Es ist nicht leicht für mich das umzusetzen, aber ich gebe mir schon alle Mühe.

Kritik ist doch bestimmt bei jedem ein Thema. Vielleicht beziehst du dich hier auf die anderen Beiträge? Es schien einfach als hätten ein paar einen falschen Eindruck von der Situation bekommen, weil sich auch nicht jeder dasselbe unter einem schlechten Tag vorstellt z.b.
Ich erzähle auch nur einen Ausschnitt, was ein nicht ganz vollständiges Bild vermitteln kann. Ich denke extrem viel über mein Verhalten nach, weil ich oft mit schwierigen Menschen zu tun hab. Ich lese auch Bücher darüber.
Aber manchmal fällt es mir schwer Situationen zu beurteilen, wenn ich sehr traurig oder verletzt bin. Normalerweise rede ich dann mit anderen darüber, um andere Blickwinkel zu bekommen oder auch Punkte zu vestehen, an die ich vielleicht nicht gedacht hab.

Liebe Gast-Schreiberin,

mir geht es in Deinem Hilferuf in erster Linie nicht um die Analyse der jeweiligen Situation oder der Paarkonstellation. Bei Deinem Beitrag denke ich an den König Salomo, der als Richter zwischen zwei Frauen entscheiden sollte, wem nun das Baby gehört. Du kennst diese Erzählung?
König Salomo wusste nicht, wer die wahre Mutter ist, wer Recht hat. Also wurde er pragmatisch und ordnete an, das Baby zweiteilen zu lassen. Da schrie eine der beiden Frauen auf ... wodurch Salomo die Antwort auf seine Frage erfuhr.

Nicht ganz so klug, aber auf ähnlichem Wege, versuche ich einen Lösungsweg für Dich (und für Deinen Partner) zu finden. Also nicht die Analyse erscheint mir als zielführend, sondern eine pragmatische Lösung. Daher meine Fragen in Beitrag 9.

Du schreibst, dass es Dir die Beurteilung einer Situation schwer fällt, wenn Du Dich verletzt und traurig fühlst. Da befindest Du Dich in einer ähnlichen Situation wie Salomo. Wenn uns eine Analyse nicht gelingt, bleibt uns nur übrig etwas Pragmatisches zu tun, was am ehesten zielführend ist. Und da kannst Du zunächst nur bei Dir selbst ansetzen.

Neben den Fragen - Beitrag 9 - empfehle ich Dir darüber nachzudenken, in welcher Situation Du Dich jeweils befindest. Die Situation nennt sich traurig/verletzt. Diese Worte drücken Deine Empfindung aus. Die Situation macht etwas mit Dir - was bedeutet, dass die Situation die aktive Rolle übernommen hat. Und dagegen solltest Du etwas tun. Und dieses Tun besteht darin, dass Du z.B. sehr aktiv dazu beiträgst, dass eine Streitkultur entsteht, in der Verletzungen eben tabu sind. Dies solltest Du tun, bevor der nächste Streit entsteht.

Der ergänzend Schritt, zu dem ich rate, ist der Umgang mit Deinen Gefühlen. Deine Gefühle signalisieren Dir zu Recht eine Verletzung. Aber das sollte Deine Gefühle nicht berechtigen, die Steuerung von Dir zu übernehmen. Da sind auch noch Deine Gedanken. Damit kann es Dir gelingen, dass Du etwas für dich tun musst, um - auch unabhängig vom Partner halbwegs glücklich zu sein, quasi als Gegengewicht zur Traurigkeit/Verletzung (durch Deinen Partner). Dadurch sollst Du wieder in ein emotionales Gleichgewicht kommen. Und dann erst wird es Dir gelingen zu analysieren, ob Deine Erwartungshaltung zu hoch war oder ob Dein Partner sich einfach nicht an die Regeln gehalten hat.

Im ersten Fall bist Du wieder an der Reihe an Deiner Erwartungshaltung zu arbeiten, im zweiten Fall bist Du auch wieder an der Reihe zu überlegen, ob die Regeln für eine gute Streitkultur vollständig und klar für beide sind. In jedem Fall, egal wie die Situation aussieht, behältst Du die aktive Rolle - und nicht die Situation.

Und grundsätzlich tust Du etwas für Dein emotionales Gleichgewicht, wenn Du mit Aktivitäten ausgelastet bist, die für den Sinn Deines Lebens geeignet sind. Frage Dich z.B.: Wie will ich in z.B. 5 Jahren leben?

Die Frage Deines Fadens sollte nach meiner Meinung lauten: Wie vermeide ich Situationen - in denen ich sauer bin? Sowie: Wie komme ich so schnell wie möglich wieder aus so einer Situation heraus? Und die Antwort fängt an mit: "in dem ich ...tue."

LG, Nordrheiner
 
Zuletzt bearbeitet:
@ Arragorn:
1. Wer sagt denn, dass ich mein Problem auf meinen Partner projiziere?
2. Wenn dein Partner seit 2 Jahren eine Gewohnheit hat und etwas jeden Tag macht, würdest du dich auch wundern, wenn er das plötzlich nicht mehr macht.
3. Was ist denn daran kindisch einmal am Tag eine Nachricht vom Partner zu bekommen, in dem er dem anderen einen schönen Tag wünscht. Dann findest du wohl kleine Aufmerksamkeiten vom Partner auch kindisch? kleine Liebesbotschaften? Ich finde das eher schade, wenn man das nicht bekommt!

Wenn es mir schlecht geht, heißt das nicht, dass ich meinen Partner die ganze Zeit anmotze, oder überhaupt sowas mache. Wenn ich einen schlechten Tag habe, bin ich sehr traurig und niedergeschlagen, da hab ich keine Energie zu motzen oder sowas in der Richtung zu machen. Ich bin auch nicht genervt, sondern fertig mit der Welt. Natürlich gibt es auch Situationen, wo ich etwas genervt bin, aber da bin ich auch eher zurückhaltend.
Wenn etwas sehr gehäuft vorkommt und es mich nervt und ich es ihm schon ein paar mal gesagt habe, dann motze ich auch, aber sonst ist das nicht so.

Ich habe meinem Partner natürlich gesagt, dass es mir nicht gut geht und eigentlich erwarte ich dann schon etwas Rücksicht und auch dass er sich etwas um mich kümmert, wenn ich traurig bin. Ist ja nicht so, dass ich von ihm erwarte, dass er meine Gefühle errät.
Ich finde nicht, dass ich meine Probleme auf ihn abwälze.
Ich glaube mein Partner ist etwas empfindlich, wenn er das Gefühl hat etwas falsch zu machen, z.b. das Ei zu langsam aufzuschlagen. Auf diese empfindliche Seite kann ich nicht adequat reagieren, wenn es mir selber sehr schlecht geht, und irgendetwie haben wir uns dann wohl hochgeschaukelt. Normal bin ich eher der ruhige Typ.

Wenn es mir gut geht, kümmert er sich schon um mich und ich mich auch um ihn, aber wenn es mir schlecht geht, treten häufiger Streitereien auf und dann macht er das nicht.

Zu 1. Ich sage das - Du hast ja gefragt, ob Du zu Unrecht sauer bist auf Deinen Partner und hast die Situation geschildert. Mir persönlich kam die Situation - so wie Du sie geschildert hast - eben komisch vor. Wer wegen einem Ei so ein Problem macht - das kann meines Erachtens nicht am anderen liegen, sondern an einem selbst.

2. Natürlich sind Gewohnheiten Gewohnheiten ;-) Wenn sie irgendwann nicht mehr sind, dann fehlen sie. Auch ich habe Gewohnheiten mit meinem Ehemann. Trotzdem sind diese Gewohnheiten nicht jeden Tag die gleichen. Ich rufen bspw. - fast - jeden Tag bei meinem Mann an, wenn ich von der Arbeit losfahre … aber eben nur fast; manchmal ergibt es sich nicht, manchmal habe ich keine Lust anzurufen - genauso geht es meinem Partner. Manchmal passt es eben nicht, und dafür habe sowohl ich als auch mein Partner Verständnis. Die Frage ist, weshalb Dein Freund sich jetzt eben nicht gemeldet hat. War das nur an einem oder zwei Tagen oder zieht sich das jetzt hin?

3. Wir wünschen uns jeden Tag morgens bevor wir beide das Haus verlassen einen schönen Tag. Manchmal sagen wir uns auch, dass wir uns lieben - dafür benötigen wir weder SMS noch Whatsapp - daran mache ich weder meine Beziehung fest noch sonstwas - wie bereits unter 2. geschrieben, passt es manchmal einfach nicht. Und m.E. muss man dem Partner auch zugestehen, dass er vielleicht sauer ist und dann keinen Bock drauf hat.

Grundsätzlich wäre es vielleicht mal wert, dass ihr beide darüber sprecht, wie man Kritik so äußert, dass der andere sie annehmen kann. Vielleicht schafft es Dein Freund dann besser damit umzugehen - oder auch Du selbst.

Wie Nordrheiner bereits geschrieben hat - es ist relativ einfach die Änderung oder das Problem beim anderen zu suchen bzw. zu finden und die Änderung von ihm zu verlangen - anstatt sich vielleicht mal selbst zu hinterfragen, ob man selbst vielleicht etwas anders machen kann. Grundsätzlich kann man aber diese Dinge am besten so lösen, in dem man mit dem anderen darüber spricht, wie man es vielleicht zukünftig - jeder für sich - aber auch für den anderen -vielleicht besser kommunizieren kann.
 
@Arragorn
zu 1. Naja du tust ja gerade so als hätte ich mich über das Ei aufgeregt. So war das aber nicht. Warum sollte denn bitte ich mich über ein Ei aufregen? hier waren zwei Personen beteiligt und nicht nur eine. Das Ei war nur der Anfang von etwas gewesen, quasi ein unbedeutender Auslöser. Der Punkt war außerdem, dass ich das Gefühl habe, dass er sich nicht um mich kümmert, wenn es mir schlecht geht.

zu 2. Es gibt solche und solche Gewohnheiten. Z.B wie man seinen Kaffee trinkt. etc. Es gibt Gewohnheiten, die ändert man nie.
Ich bin mal gespannt wieviel Verständnis du für deinen Partner aufbringen kannst, wenn du das Gefühl hast, dass er sich nicht um dich kümmert bzw es ihm egal ist, dass es dir schlecht geht. Und ich meine nicht nur einen klitze kleinen schlechten Tag, sondern, dass du total fertig bist, in einer Situation steckst, die nicht leicht zu verkraften ist und sich über Monate hinzieht. Aber dein Partner macht nichts. Kannst du nach 3 Monaten noch genauso viel Verständnis für ein Verhalten von deinem Partner aufbringen, was anstrengend is, wie nach einem?

zu 3. Ok, dann stell dir mal vor dein Mann, hätte einfach das Haus verlassen ohne etwas zu sagen. Es geht auch nicht um das Benötigen von Nachrichten um sich generell etwas Mitteilen zu können. Natürlich geht das theoretisch auch ohne, aber es ist halt schöner, wenn man sich nicht Verabschieden kann, eine Nachricht zu bekommen.
Außerdem bin ich mir ziemlich sicher, dass, wenn dein Mann aufhört dir einen schönen Tag zu wünschen und auch sonst nichts mehr von ihm kommen würde und das über einen längeren Zeitraum, dann würdest du dich auch fragen ob etwas los ist. Klar würdest du nicht sagen dass jetzt deine ganze Beziehung aus ist oder sie nur aus dem besteht, aber du würdest merken, dass etwas anders ist und dich fragen ob es vllt eine Ursache gibt.
Meine Beziehnung besteht auch nicht nur aus Nachrichten, da hast du leider etwas missverstanden.

Außerdem kann nicht nur immer was an einer Person liegen. Es geht hier um das Miteinander.
Desweiteren gibt es auch Dinge oder Situationen, woran wirklich tendenziell der andere Schuld ist und nicht man selbst. Du solltest die Dinge besser differenzieren und nicht pauschalisieren.
 
@Arragorn
Der Punkt war außerdem, dass ich das Gefühl habe, dass er sich nicht um mich kümmert, wenn es mir schlecht geht.

zu 2. Es gibt solche und solche Gewohnheiten. Z.B wie man seinen Kaffee trinkt. etc. Es gibt Gewohnheiten, die ändert man nie.
Ich bin mal gespannt wieviel Verständnis du für deinen Partner aufbringen kannst, wenn du das Gefühl hast, dass er sich nicht um dich kümmert bzw es ihm egal ist, dass es dir schlecht geht. Und ich meine nicht nur einen klitze kleinen schlechten Tag, sondern, dass du total fertig bist, in einer Situation steckst, die nicht leicht zu verkraften ist und sich über Monate hinzieht. Aber dein Partner macht nichts. Kannst du nach 3 Monaten noch genauso viel Verständnis für ein Verhalten von deinem Partner aufbringen, was anstrengend is, wie nach einem?

zu 3. Ok, dann stell dir mal vor dein Mann, hätte einfach das Haus verlassen ohne etwas zu sagen. Es geht auch nicht um das Benötigen von Nachrichten um sich generell etwas Mitteilen zu können. Natürlich geht das theoretisch auch ohne, aber es ist halt schöner, wenn man sich nicht Verabschieden kann, eine Nachricht zu bekommen.
Außerdem bin ich mir ziemlich sicher, dass, wenn dein Mann aufhört dir einen schönen Tag zu wünschen und auch sonst nichts mehr von ihm kommen würde und das über einen längeren Zeitraum, dann würdest du dich auch fragen ob etwas los ist. Klar würdest du nicht sagen dass jetzt deine ganze Beziehung aus ist oder sie nur aus dem besteht, aber du würdest merken, dass etwas anders ist und dich fragen ob es vllt eine Ursache gibt.
Meine Beziehnung besteht auch nicht nur aus Nachrichten, da hast du leider etwas missverstanden.

Außerdem kann nicht nur immer was an einer Person liegen. Es geht hier um das Miteinander.
Desweiteren gibt es auch Dinge oder Situationen, woran wirklich tendenziell der andere Schuld ist und nicht man selbst. Du solltest die Dinge besser differenzieren und nicht pauschalisieren.


Halten wir fest, dass es um das Miteinander geht, was nicht (mehr) harmonisch funktioniert. Dir stimme ich in der Ausssage zu, dass es sicherlich eine Ursache gibt.

Ich bin der Feind monokausaler Erklärungen und vermute, dass es eher mehrere geben wird. Die Suche nach diesen Ursachen führt nach meinem Verständnis über "Beobachtung" und "Kommunikation".

Meine Empfehlung: Tu doch einfach mal so, als ob Du Dein Mann wärest und begründe das Verhalten des Ehemannes mit dem Verhalten der Ehefrau.

Der Stil einer Antwort wäre dann: Weil Du so bist, handel ich so

Beispiel 1:
Weil Du nur immer Deine Probleme im Auge hast, kriegst Du nicht mir, was ich für Probleme habe. Ich bin schon soweit, dass ich Dir von meinen Problemen nichts mehr erzähle, weil Du eh in Deinem Kopf für nichts anderes mehr Platz hast, als für Deine Probleme.

Beispiel 2:
Natürlich bekomme ich mit, dass Du große Probleme hast. Aber ich habe keine Lösung. Daher möchte ich mit Deinen Problemen nicht mehr in Berührung kommen - nicht weil Du mir egal bist - im Gegenteil - sondern weil ich es nicht aushalte nach einer Lösung zu suchen auf einem Gebiet, auf dem ich nicht kompetent bin.

Liebe Gast-Schreiberin,
Vernachlässigung, vor allem wenn sie sich innerhalb eines überschaubaren Zeitraumes entwickelt, kann als eine Reaktion interpretiert werden. Gemeint: Dein Mann reagiert auf Dich.

Du reagierst auf ihn und er reagiert auf Dich. Was war zuerst? Das Huhn oder das Ei?

Seine Vernachlässigung ist eine Reaktion auf eine Aktion/Situation. Es stellt sich die Frage, auf welche Situation er reagiert wie er reagiert. Es geht mir im ersten Schritt nicht um die Beurteilung (Bewertung) seiner Reaktion, sondern um das Verstehen, worauf er reagierte.

Für möglich halte ich die Aussage, dass Dein Mann nicht reagiert sondern agiert. Also dass er einen eigenständigen Grund für sein Verhalten hat, der zunächst nichts mit Dir zu tun hat. Ein eigenständiger Grund wäre eine heimliche Affaire oder existentielle Probleme durch seinen Arbeitsplatz oder durch seine Gesundheit. Einen solchen Grund kann ich nicht ausklammern. Er kann lediglich nicht mit Dir darüber reden, weil in Deinem Kopf kein Platz mehr ist für das, was ihn belastet. Und seine Vernachlässigung ist dann so eine Art Hilferuf.

Es kann schon sein, dass ihr beide Probleme habt - die keiner von Euch alleine lösen könnt. Jeder hätte gerne, dass er vom anderen unterstützt wird, und wenn es nur moralische Unterstützung ist.

Auch hier hilft Euch beiden: Herausfinden, warum tust du was Du tust? Oder: Warum unterlässt Du zu tun, was Du unterlässt? Und das Herausfinden passiert über Beobachtung und Kommunikation (Fragen stellen).

Meine Empfehlung: Findet heraus, was in dieser Problemsituation den jeweils anderen zum Handeln (warum macht sie/er das?) bewegt. Stichwort: Kommunikation

Es geht im ersten Schritt wirklich nicht darum, das Handeln zu bewerten, sondern den Grund des Handelns herauszufinden.

Und dann erst kann man im zweiten Schritt überlegen, ob es ggf. eine bessere Alternative für diese Handlung gibt.

LG; Nordrheiner
 
@Nordrheiner:
Ich stimme Dir hier in allem zu. Die einzige Bemerkung, die ich sonst noch machen kann, ist die, dass mein Freund keine Probleme hat außer vielleicht mit sich selbst. Seine Arbeit macht er schon seit über 10 Jahren und da passiert eigentlich nichts was ihm Probleme macht, auch mit seinen Kollegen kommt er gut zurecht und es scheint immer recht lustig bei denen zuzugehn. Ich frage meinen Partner auch sehr oft, wie es in seiner Arbeit war. Dahingehend gibt es wirklich keine Probleme und auch sonst in seinem Leben nicht, die von äußeren Faktoren beeinflusst werden könnten.
Eine Affäre hat er auch nicht, und er interessiert sich auch nicht für andere Frauen, das fühle und merke ich, das muss er mir nicht mal sagen.

Ansonsten kann ich noch sagen, dass ich gewiss nicht nur meine Probleme im Kopf habe, denn ich bin auch Seelsorgerin für andere Personen um mich rum und das jeden Tag. Und genauso würden mich Probleme von meinem Freund interessieren, wenn er denn welche hätte. Ich frage auch fast jeden Tag wie es ihm geht. Ihm gehts eigentlich ganz gut, außer dass er es natürlich auch hart findet mich leiden zu sehn, aber das ist auch alles.
Zusammengefasst hat er meiner Meinung nach nur Probleme mit sich selbst in Form von Minderwertigkeitskomplexen.
 
Hallo

Ich hoffe jemand kann mir einen guten Rat geben.
Ich weiß einfach nicht ob ich zu Unrecht sauer auf meinen Partner bin und was ich tun soll.

Leider hatte ich vor ein paar Tagen einen sehr schlechten Tag, also mir ging es wirklich richtig schlecht.

Als ich beim Kochen war, hab ich meinen Partner gebeten schnell ein Ei aufzuschlagen, da er aus dem Ei noch was rausfischen musste, hat das so lange gedauert, dass ich gesagt habe: Geh du an die Pfanne, ich mach das schnell mit dem Ei.

Daraufhin hat er sich aufgeregt, dass er das aber kann! und ich meinte dann, Ja, aber du bist leider zu langsam!

S
päter ist das in einen Streit ausgeartet.

Ich habe auch sonst nicht das Gefühl dass er sich um mich kümmert. Er versucht nicht mich aufzumuntern oder abzulenken, macht einfach gar nichts. Hab das Gefühl er kümmert sich grad nur um sich selbst. Das macht mich sauer! (Wenn es mir gut geht dann ist alles gut, aber wenn es mir schlecht geht lässt er mich hängen, hab ich das Gefühl)

Bin ich jetzt zu Unrecht sauer? Und was soll ich tun?

Liebe Grüße
Jenny

@Nordrheiner:
Ich stimme Dir hier in allem zu. Die einzige Bemerkung, die ich sonst noch machen kann, ist die, dass mein Freund keine Probleme hat außer vielleicht mit sich selbst. Seine Arbeit macht er schon seit über 10 Jahren und da passiert eigentlich nichts was ihm Probleme macht, auch mit seinen Kollegen kommt er gut zurecht und es scheint immer recht lustig bei denen zuzugehn. Ich frage meinen Partner auch sehr oft, wie es in seiner Arbeit war. Dahingehend gibt es wirklich keine Probleme und auch sonst in seinem Leben nicht, die von äußeren Faktoren beeinflusst werden könnten.
Eine Affäre hat er auch nicht, und er interessiert sich auch nicht für andere Frauen, das fühle und merke ich, das muss er mir nicht mal sagen.

Ansonsten kann ich noch sagen, dass ich gewiss nicht nur meine Probleme im Kopf habe, denn ich bin auch Seelsorgerin für andere Personen um mich rum und das jeden Tag. Und genauso würden mich Probleme von meinem Freund interessieren, wenn er denn welche hätte. Ich frage auch fast jeden Tag wie es ihm geht. Ihm gehts eigentlich ganz gut, außer dass er es natürlich auch hart findet mich leiden zu sehn, aber das ist auch alles.
Zusammengefasst hat er meiner Meinung nach nur Probleme mit sich selbst in Form von Minderwertigkeitskomplexen.

Hallo, Gast-Schreiberin,
den Tipp mit den Minderwertigkeitskomplexen ... auf die Idee bin ich beim Lesen Deines 1. Beitrages nicht gekommen.
Bist Du Dir sicher, dass es sich bei ihm um Minderwertigkeitskomplexe handelt?

Mein Vorschlag: Dann geh doch dem Gedanken nach "die starke, omnipotente Frau und ihr schwacher Mann" führen zu anderen Situationen als bei z.B. sich gleichstark empfindenden Partnern.

Unter dem Aspekt von Minderwertigkeitsgefühlen kann ich ihn verstehen, dass er sich in der Ei-Situation dagegen verwahrte, langsamer zu sein. Es war für ihn nur der falsche Kriegsschauplatz. Er hat die Schlacht verloren.
Mal wieder eins drauf gekriegt. Wenn Du ihm eine Hilfe bist, seine Minderwertigkeitsgefühle zu verlieren und gegen ein gutes Selbstwertgefühl zu erhalten, dann - da bin ich mir ziemlich sicher - werden sich Eure Probleme miteinander auch in Luft auflösen.

Sein Verhalten, Dich zu vernachlässigen, kann ich unter dem Aspekt seiner Minderwertigkeitsgefühle auch besser einordnen. Überlege Dir mal die folgende Aussage: "Es macht Sinn die Person zu meiden, in deren Gegenwart man sich selbst in kleinen Dingen unbedeutend vorkommt." Dieses Meiden muß noch nicht einmal auf einer bewussten Entscheidung beruhen.

Meine Empfehlung: Für den Fall, dass Du bereits dabei bist, ihm Mut und Selbstsicherheit zu geben, überlege, was Du dabei gut und was Du dabei besser machen könntest. Minderwertigkeitsempfinden hat eine Ursache. Kannst Du dieser Ursache auf den Grund gehen? (Oder kennst Du diese auch schon?)

LG, Nordrheiner
 
Ich finde es irgendwie fast schon lustig, wie Du versuchst mich hier in eine Rechtfertigungsposition zu bringen. Du hattest hier um Rat gefragt, ich habe mich bemüht hier meinen Eindruck und meinen persönlichen Rat einzubringen.
Da ist mir leider nicht gelungen - das tut mir leid.

Trotzdem möchte ich hier nochmal Deine Sätze wiederholen:

"Als ich beim Kochen war, hab ich meinen Partner gebeten schnell ein Ei aufzuschlagen, da er aus dem Ei noch was rausfischen musste, hat das so lange gedauert, dass ich gesagt habe: Geh du an die Pfanne, ich mach das schnell mit dem Ei.


Daraufhin hat er sich aufgeregt, dass er das aber kann! und ich meinte dann, Ja, aber du bist leider zu langsam!

S
päter ist das in einen Streit ausgeartet."
Sorry, aber was ist hier misszuverstehen -hier sprichst Du eindeutig über die Situation mit dem Ei - nix anderes. Und nichts anderes als dass es sich hier um einen Stellvertreterkonflikt handelt habe ich später geschrieben.

Die Frage ist für doch, ob Du überhaupt bereit bist über Deinen Anteil an der Situation nachzudenken - mir erscheint das nicht so. Du möchtest eine Lösung wie Du Deinen Partner dahinbringst, dass er so ist wie vor dem Streit.
Aber zu einen Streit gehören 2 - nicht nur Dein Partner auch Du. Ich sage nicht, dass Du die allein Schuldige bist, aber auch nicht, dass Du unschuldig bist. Es geht gar nicht um Schuld, sonder darum, wie ihr zukünftig in solchen Situationen miteinander umgeht. Und für mich geht sowas nur über Kommunikation.

Viel Glück dabei.
 
Liebe TE,

ich lese aus dem was du schreibst keine Minderwertigkeitskomplexe deines Partners. Schau mal, wenn ich mich wegen einer Kleinigkeit aufrege und den Anderen dabei versuche klein zu machen , dann habe ich ein Problem. Es macht eher den Eindruck als würdest du deine Unzufriedenheit auf ihn projizieren. Auch erscheinst du in gewisser Weise bedürftig. Du möchtest dass dein Partner sich um dich kümmert. Demnach machst du deine persönliche Zufriedenheit von seinem Verhalten abhängig. Er kann deine Situation nicht ändern, das kannst nur du. Er trägt nicht die Verantwortung für dich. Es ist nicht Sinn und Zweck einer Beziehung die eigene Bedürftigkeit auszuleben. Man sollte aus sich selbst heraus zufrieden sein können.
 
@Arragorn:
Leider bist du immer total am Punkt vorbei, und du hast weder verstanden worum es mir geht noch was ich mache oder auch nicht mache. Ich möchte keine Lösung wie ich meinen Partner dahinbringe wie vor dem Streit, das hat mit dem Problem rein gar nichts zu tun. Außerdem habe ich über die Situation mit dem Ei als Auslöser des Streites geschrieben, es war nicht alleiniges Thema des Streits.
Wenn du dich über meine Reaktion auf deine Beiträge wunderst, solltest du vielleicht deine Beiträge nochmal durchlesen. Du widersprichst dir sogar in dem einen und dann in dem anderen, gut kommunizieren ist was anderes. Da solltest du dran arbeiten.


@girlonFire:
Das stimmt was zu sagst, jedoch war nicht ich diejenige, die sich über eine Kleinigkeit aufgeregt hat. Ich habe ihn nicht angemotzt, ich hab das ganz normal gesagt, nur er war empfindlich, weil er wohl das Gefühl bekommen hat, dass ich ihm das mit dem Ei nicht zutraue. Mein Freund reagiert immer empfindlich, wenn er so ein Gefühl hat und das ist leider oft so. zb hab ich ihn mal gebeten ein Glas stehen zu lassen, weil ich daraus noch trinke, daraufhin hat er sich auch gleich aufgeführt. Ich kann auf sein empfindliches Verhalten nicht entsprechend reagieren, wenn es mir selber schlecht geht.
DAs mit dem Ei hat dann eine Eigendynamik entwickelt.
Er hat definitiv Komplexe.

@Nordrheiner:
Ja du hast Recht, das sollte ich machen. Danke.
Ich glaube, dass die Ursache seiner Komplexe in seiner Kindheit zu finden sind, und ich habe auch schon sicherlich eine Teilursache gefunden. Aber es ist gar nicht so einfach mit ihm daran zu arbeiten...
Natürlich arbeite ich auch an mir selber, das ist auch nicht einfach.
 

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