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Bin ich dumm oder "nur" verpeilt?

kasiopaja

Sehr aktives Mitglied
Ich würde es nicht verpeilt nennen. Nur technisch nicht begabt. Bin ich auch nicht und genau so hätte mir das auch alles passieren können.
Genau darum arbeite ich im Büro.
 

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In Flow

Aktives Mitglied
Schön, dass du dich in meine Problematik reinversetzen kannst.
Du hast geschrieben, dass du eine ADHS-Diagnose hast.
Du bist also eher der hyperaktive Typ? Nimmst du Medikamente?
Ich mache das so automatisch: wenn das H in AD(H)S in Klammern steht, ist es ohne Hyperaktivität. Ich gehöre also auch eher zum ruhigeren Typ, obwohl ich auch merke, dass ich hohe Anspannung gut durch Brwegung abbauen kann.
Ich habe die Diagnose mit 21 bekommen und dann anderthalb Jahre Ritalin genommen, mein Magen hat es aber leider irgendwann nicht mehr vertragen. Aber das ist inzwischen 22 Jahre her, da gibt es inzwischen bessere Darreichungsformen als Tabletten.
Da ich obendrauf noch chronische Depressionen habe, nehme ich eine sehr hohe Dosis SNRI-Hemmer (Antidepressivum), das "erschlägt" das ADS teilweise mit.

Und ich habe mich gerade heute mit einem Freund getroffen, der Aspergerautist ist, das ist ja teilweise wie ADS in ganz extrem und die ganze Zeit.
Ich habe ihm von der Kanne Kaffee mit Milch erzählt und wie Du das gelöst hast und dass Du deswegen Ärger bekommen hast.
"Warum hat sie Ärger bekommen?"
"Weil die den Kaffee schwarz und die Milch in einen Milchkännchen haben wollten."
"Das ist dann aber Kaffee und Milch und nicht Kaffee mit Milch. Woher sollte sie denn wissen, dass die nicht meinen, was sie sagen?"
"Aus Erfahrung."
"Ja klar, und das nächste Mal macht man was aus Erfahrung und dann ist es auch wieder Mist, weil es ausnahmsweise mal ganz anders ist!"
siehe Deine Wasserhahngeschichte...

Und mein Kumpel ist nicht dumm, der hat problemlos Abi gemacht und dann Psychologie studiert und nebenbei gearbeiter, bis er einen Burn Out hatte.
Er hat halt immer eine andere Wahrnehmung und auf ihn prasselt die Welt immer so ein, dass er außerhalb seiner ganz gewohnten Wege dauergestresst ist.
Und bei uns beiden wohl halt, wenn Stress und Gewusel oder Neues gerade zuviel auf einmal sind.

Du könntest vor Medikamenten (und nur dafür bräuchtest Du eine Diagnose) Entspannungstechniken und Achtsamkeitstraining (einfach mal googeln) probieren.
Und es gibt auch Atemübungen, mit denen Du Stress reduzieren kannst, für die kann man sich auch mal schnell in einen leeren Raum oder auf die Toilette zurückziehen.
Total toll finde ich für mich Qi Gong, weil das auch Atemübung und dazu ganz fließende Bewegung ist. Auch da gibt es ein paar Übungen, die man kurz zum Runterkommen machen kann... aber einfach abends eine halbe Stunde ein Set Übungen oder direkt morgens ist deutlich effektiver.
Und in Richtung Entspannung gibt es noch so unendlich viel mehr und dank Internet auch umsonst und für zu Hause.
 

Berdine

Aktives Mitglied
Wenn etwas scheinbar unklar ist, dann fragt man halt lieber zweimal nach. Wie gesagt, das mit dem Kaffee und der Milch hätte ich auch anders gemacht, normalerweise bekommt man das immer getrennt.

Das mit dem Wasserhahn stelle ich mir allerdings eher als ziemlich unpraktisch vor. Denn ein Hahn mit Zahlen und Rädern drauf ist kein Wasserhahn, sondern ein Wasserzähler und das weiß man eigentlich.
 

Weltkind

Aktives Mitglied
Wenn etwas scheinbar unklar ist, dann fragt man halt lieber zweimal nach.
Das ist ja der Witz dran - das ist einem nicht unklar, sondern in diesem Moment das einzige, was möglich erscheint:

Kaffee MIT Milch = Milchkaffee

Sonnenklar.

Das Gehirn verarbeitet Informationen auf seine ganz eigene Weise, anders. Und das lässt einen im Alltag dann anecken.
 

In Flow

Aktives Mitglied
Berdine,

wenn ich Dich zweimal einkaufen schicke und Dich einmal bitte, mir Brötchen und Salami mitzubringen und einmal Brötchen mit Salami... bringst Du mir zweimal exakt dasselbe?
Und wenn Du mich losschickst, Brötchen mit Salami zu holen, maulst Du mich dann an, wenn ich mit belegten Brötchen komme, weil Du eine Tüte Brötchen und eine Salami am Stück wolltest???

Und wenn Du jetzt mit "Erfahrungswerten" kommst: ein Außenwasserhahn hat erfahrungsgemäß einen Hahn zum Abdrehen des Wassers und kein "Rädchen".

Und dann obendrauf noch Stress und der Effekt, dass bei Stess die Aufnahmefähigkeit für " vielleicht meinen die nicht, was sie sagen" und kurz erklärte Special Effects irgendwelcher erstmal völlig alltäglich aussehender Sachen einfach nicht so hoch ist.

Dann passiert sowas...
 
Zuletzt bearbeitet:

Weltkind

Aktives Mitglied
Wenn man das weiß, das man Probleme mit dem allgemeinen Verständnis hat, dann muss man halt nachfragen. Normalerweise ist das ja auch kein Problem.
Deine Reaktion zeigt genau das Problem auf.

Deine Art zu denken lässt Dich diesen Schluss ziehen, völlig normal.
Da diese ganz andere Art zu denken für Dich völlig fremd ist, kannst Du Dich da nicht einfühlen. Und hast somit eine gewisse Erwartungshaltung und wenig Verständnis.
Und dieser Erwartungshaltung KANN nicht entsprochen werden. Und schon sind die Probleme vorprogrammiert.

Ständiges Nachfragen kommt meist auch nicht sehr gut an, sondern wird schnell zum Nervfaktor. Anderes Problem, aber wieder ein Problem.
 

Berdine

Aktives Mitglied
Deine Reaktion zeigt genau das Problem auf.

Deine Art zu denken lässt Dich diesen Schluss ziehen, völlig normal.
Da diese ganz andere Art zu denken für Dich völlig fremd ist, kannst Du Dich da nicht einfühlen. Und hast somit eine gewisse Erwartungshaltung und wenig Verständnis.
Und dieser Erwartungshaltung KANN nicht entsprochen werden. Und schon sind die Probleme vorprogrammiert.

Ständiges Nachfragen kommt meist auch nicht sehr gut an, sondern wird schnell zum Nervfaktor. Anderes Problem, aber wieder ein Problem.

Ich sehe das aus Sicht der Kollegen. Wenn jemand schon nicht weiß, nach der Erklärung, wo das Wasser anzudrehen ist, dann wundert man sich doch, ist doch logisch.

Und wenn man einfach das mit dem Kaffee anders macht, so dass er der Heimbewohnerin nicht schmeckt, weil das so nie gemacht wird, aber nicht nachgefragt wurde, soll man dann dafür Verständnis haben?

Ich sage ja nicht, dass deine Erklärung nicht schlüssig ist (anders im Hirn verzahnt, quasi), aber normal ist eben so ein Verhalten nicht. Hat auch nichts mit Dummheit zu tun.
 
A

Aljona

Gast
Danke für die weiteren Antworten!

@ In Flow

Ja, es ist tatsächlich so, wie du geschrieben hast.
Manchmal ist eine Aussage für mich nicht so ganz exakt ausgedrückt, es gibt z.B. 2 Optionen, wie ich etwas ausführen kann. Wie in deinem Beispiel mit dem Brötchen und der Salami.
Ich überlege kurz, wie es wohl gemeint war, und entscheide mich dann leider manchmal für das falsche...
Mein Vater hat mir schon als Teenager oft gesagt, dass mir einfach das logische Denken fehlt. Wobei ich dann rätsele, ob solche Dinge immer etwas mit Logik zu tun haben.

Teilweise ist meine Aufnahmefähigkeit auch nicht gut, z.B. wenn ich schlecht geschlafen habe, Kummer habe, etc. Wenn ich dann noch zusätzlich unter Stress und Zeitdruck stehe, klappt gar nichts mehr und es kommt zu solchen Aktionen wie dem Kaffee mit der Milch oder dem Wasserhahn.

@ Weltkind

Stimmt, viele Menschen haben diese Erwartungshaltung, dass bestimmte Dinge doch klar sein müssen. Sie verstehen nicht, warum dies oder das jetzt ein Problem darstellt.

Früher habe ich bei Unsicherheiten oft zweimal nachgefragt bevor ich gemacht habe, aus Angst vor Fehlern. Das hat mein Umfeld extrem genervt und mir wurde vorgeworfen, dass ich total unselbständig und hilfsbedürftig bin. Seitdem unterlasse ich das Nachfragen, weil es nicht gewünscht ist und mache so, wie ich denke.

Im Übrigen ist mir vor einigen Tagen wieder etwas Katastrophales am Arbeitsplatz passiert!

Ich wollte für den Stuhlkreis in der Gymnastikrunde Platz schaffen und schob einen Tisch weg. Leider habe ich in dem Moment überhaupt nicht daran gedacht, dass 2 Tische zusammengeschoben worden waren, auf denen mittig eine Papierdecke mit Wasserflaschen, Gläsern und einem vollen Milchkännchen platziert waren. Als ich also den einen der beiden Tische wegzog, fielen die ganzen Sachen mit lautem Geklirr und Gepolter auf den Boden. 2 Gläser zerbrachen und die Scherben verteilten sich wunderschön in einem See aus Milch.
Ich stand fassungslos davor, während eine Pflegekraft herbeieilte und mir einen vernichtenden Blick zuwarf. Als ich unbeholfen versuchte, erst mal die ganzen Scherben mit einem Handfeger zusammenzukehren, kam mir die Tochter einer Bewohnerin zu Hilfe. Sie holte einen Besen und wischte den Milchsee mit Handtüchern weg.

Wie peinlich! In dem Moment hätte ich am liebsten geheult wegen so einer Dummheit, aber das hätte wohl dämlich ausgesehen. Also tat ich ganz cool, als wenn es das Normalste der Welt wäre, das so etwas passiert.

Ich fühle mich oft wie der berühmte Elefant im Porzellanladen. :rolleyes:
 
D

Dany2020

Gast
Eine kleine Anekdote zu der Kaffee-Geschichte:
Ich habe schon einige Male in Spanien Urlaub gemacht. Immer wenn ich einen „café con leche“ (Deutsch: Kaffee mit Milch) bestellt habe, wurde mir immer Milchkaffee gebracht. Da scheint es wohl auch einen kulturellen Unterschied zu geben.

Aljona, kann es vielleicht sein, dass Du einfach Angst davor hast einen Fehler zu machen? Wir modernen Menschen ticken teilweise immer noch unbewusst wie Steinzeitmenschen. Wenn wir uns also bedroht fühlen, schüttet der Körper Adrenalin aus. Das blockiert das Gehirn. Für den Steinzeitmenschen war das förderlich, weil er dann schnell handeln konnte ( z.B. vor dem Säbelzahntiger wegrennen). Heutzutage gibt es derartige Gefahren natürlich nicht mehr.
Versuche doch einmal deine „Fehler" als Gelegenheit zum Lernen zu sehen.
 

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