Es ist schon erstaunlich, wie unterschiedlich ÖPNV ist.
In D meide ich/meiden wir es zu nahezu zu 100%, innerhalb der Stadt sowieso und ansonsten vielleicht 3-4x Bahn im Jahr wo weder Auto noch Flieger sich zeitlich lohnen. In der Bahn kann man es ja noch relativ gut steuern, wir reisen nur 1. Klasse, nur ICE und mit reservierten Einzelsitzen, da bleiben unangenehme Begegnungen erspart.
An unserem Zweitwohnsitz im Süden verhält sich das vollkommen anders. Zwar haben wir auch dort ein Auto, aber innerhalb unserer Stadt (immerhin knapp 400.000 Einwohner und das auf einer Insel) nutzen wir den ÖPNV sehr gerne, zuverlässig, saugut ausgebaut und man kommt wirklich an jeden erdenklichen Fleck. Die Busse sind voll, aber es wird zusammengerückt, da teilen sich auch mal 3 schlanke Menschen zwei Sitzplätze, es wird geplaudert, gelacht. Die Menschen kennen sich auch ganz anders, Nachbarschaft ist wirklich Nachbarschaft, man begegnet sich a den Haltestellen und plaudert, weiß auch wo die Menschen leben, hat vielleicht mal Einkaufstaschen vor die Tür getragen. Einzig die Touristen erkennt man sofort an der vollkommen anderen Haltung, stumm, steif, irgendwie wie mit einer Jalousie vorm Gesicht. Touristen bleiben stur sitzen (“Mein Platz”), Einheimische stehen sofort auf, ob Kind oder Senior, wer augenscheinlich noch älter ist, muss sitzen! Niemand muss um Hilfe bitten, ist da ein Kinderwagen, dann sind da mindestens 5 Helfer beim Ein-/Ausstieg,….
Es ist ein Lebensgefühl, das es in D nicht gibt und nie geben wird, eine Mentalität, die so herzlich ist, das können die Deutschen nicht, das können viele Mitteleuropäer nicht, schade, sehr schade und wo und wann es in der Gesellschaftsentwicklung verloren ging, das wird man nicht mehr herausfinden, zu lange ist es schon so, kein Phänomen der Neuzeit.
Der TE ist ein Paradebeispiel dessen, wie man sich nicht verhalten sollte und es gibt nur die Hoffnung, dass es immer weniger Menschen dieser Couleur gibt, damit die Gesellschaft wieder zugewandter wird als noch isolierter.